Gedicht der Woche 05/2010


Christian Hofmann von Hofmannswaldau

Vergänglichkeit.

Entferne dich du eitles wesen /
Dein schnödes blendwerck treugt mich nicht /
Mein fester sinn hat ihm erlesen /
Das weder zeit noch wechsel bricht.
Dein falsches scheinen
In glück und freud /
Kehrt bald in weinen
Der schnellen zeit
Vergänglichkeit.

Wie blumen / die des sommers blühen /
Und wenn der abend sich einstellt /
Sich zu der erden niederziehen /
So ist das wesen dieser welt.
Wohl! wer im leben /
Bey freud und leid /
Sich nicht ergeben
Der schnellen zeit
Vergänglichkeit.

Wo sind die theuren Mausoleen?
Wo der palläste göldne pracht?
Wo sind Egypten deine höhen?
Die zeit hat staub daraus gemacht.
Wohl! wer im leben /
Bey freud und leid /
Sich nicht ergeben
Der schnellen zeit
Vergänglichkeit.

Wen itzt das glücke hochgestellet /
Dem man geküsset fuß und hand /
Des stuhl wird alsbald umgefället /
Von dieser zeit in unbestand.
Wohl! wer im leben /
Bey freud und leid /
Sich nicht ergeben
Der schnellen zeit
Vergänglichkeit.

Der schönheit theure himmels-waare /
Der gestern man als einem Gott
Gebauet tempel und altare /
Wird heute motten / asch und koth.
Wohl! wer im leben /
Bey freud und leid /
Sich nicht ergeben
Der schnellen zeit
Vergänglichkeit.

Was hilfft der schatz / der kaum zu zehlen?
Er mehret nur der sorgen harm /
Ein böser tag kan uns ihn stehlen /
So sind wir gleich den bettlern arm.
Wohl! wer im leben /
Bey freud und leid /
Sich nicht ergeben
Der schnellen zeit
Vergänglichkeit.

Zwar güter / muth und frische glieder
Sind werthe gaben / wer sie hat;
Doch schlägt ein unfall jene nieder /
Und diese macht ein windlein matt.
Wohl! wer im leben /
Bey freud und leid /
Sich nicht ergeben
Der schnellen zeit
Vergänglichkeit.

Die zeit reist kron und purpur abe /
Zeit ist der dinge rauberin;
Die zeit trägt alle welt zu grabe /
Der zeit kan keine zeit entfliehn.
Wohl! wer im leben /
Bey freud und leid /
Sich nicht ergeben
Der schnellen zeit
Vergänglichkeit.c.

Ist nichts beständige nun zu finden /
So nicht der zeiten zahn verzehrt /
Wer will sein thun hier feste gründen /
Weil alles wie ein kleid verfährt.
Wohl! wer im leben /
Bey freud und leid /
Sich nicht ergeben
Der schnellen zeit
Vergänglichkeit.

Fleuch nun du schatten-gleiches wesen /
Dein schnödes blend-werck treugt mich nicht.
Mein sinn hat ihm vor dich erlesen /
Was weder zeit noch wechsel bricht.
Mein gantzes leben
Zu iederzeit /
Bleibt fest ergeben /
In freud und leid /
Der ewigkeit.

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Märchen der Woche 05/2010


Giambattista Basile

Aus dem Pentameron

1. Petrosinella

Mein Wunsch, die Prinzessin auf angenehme Weise zu unterhalten, ist so groß, daß ich die ganze vorige Nacht, in welcher alle übrigen Leute im tiefsten Schlaf begraben lagen, nichts anderes getan habe, als daß ich die alten Kisten und Kasten meines Gehirns durchstöberte, die Schubladen meines Gedächtnisses durchsuchte und unter den Märchen, welche jene gute Seele, die Frau Klara Löchlein, Großmutter meines Oheims (Gott habe sie selig!), zu erzählen pflegte, diejenigen auswählte, die mir am meisten passend zu sein schienen, um euch täglich eine davon aufzutischen; daher ich auch Grund habe, zu hoffen (wenn ich mich nicht etwa ganz und gar im Irrtum befinde), daß sie euch viel Vergnügen machen oder, wenn auch nicht als bewaffnete Scharen, um die Langeweile zu verjagen, so doch wenigstens als Trompeten dienen werden, um meine anderen Genossinnen anzufeuern, damit sie mit größerer Macht, als meine geringen Kräfte es mir gestatten, ins Feld rücken und durch den Überfluß ihres Geistes den Mangel meiner Worte ersetzen.

Es war einmal eine schwangere Frau, namens Pascadozia, welche von einem Fenster aus, das in den Garten einer Hexe ging, ein Beet Petersilie erblickte und ein solches Gelüst nach derselben bekam, dass sie darüber fast in Ohnmacht fiel und, um es zu befriedigen, die Zeit abpasste, wann die Hexe ausging, während welcher sie sich eine Handvoll abpflückte. Als aber die Hexe nach Hause zurückkehrte und sich eine Suppe kochen wollte, so merkte sie, daß jemand bei der Petersilie gewesen war, und sprach: »Hol‘ mich der Teufel, wenn ich diesen langfingerigen Schelm nicht kriege und ihn auf seine Kosten lehren will, von seinem Teller zu essen und die Töpfe anderer Leute unangerührt zu lassen.« Indem nun die arme Schwangere zu wiederholten Malen in den Garten hinab stieg, wurde sie eines Morgens von der Hexe ertappt, welche voll von Wut und Galle zu ihr sprach: »Hab‘ ich dich endlich erwischt, du Diebin, du Spitzbübin? Was für Pacht bezahlst du mir denn für den Garten, dass du mir so ohne weiteres mein Grünzeug wegstiehlst? Meiner Treu‘, ich werde dich nicht erst nach Rom schicken, damit du dort Buße tun sollst.« Außer sich vor Schrecken fing Pascadozia an, sich zu entschuldigen, indem sie sagte, daß sie weder aus Naschhaftigkeit noch aus Heißhunger sich vom Bösen habe verleiten lassen, diese Unredlichkeit zu begehen, sondern vielmehr, weil sie schwanger wäre, und dass sie fürchte, das Gesicht des Kindes würde ganz mit petersilienähnlichen Malen bedeckt sein, ja, sie müsse ihr vielmehr Dank wissen, daß sie ihr nicht böse Augen angewünscht habe. »Das ist leeres Gewäsch«, erwiderte die Hexe, »mir musst du damit nicht kommen. Dein Lebenstermin ist abgelaufen, wenn du mir nicht versprichst, mir das Kind zu geben, mag es nun ein Mägdlein oder ein Knäblein sein.« Um aus der Gefahr, in der sie sich befand, zu entkommen, leistete die arme Pascadozia mit der Hand auf dem Herzen den geforderten Eid und wurde hierauf von der Hexe freigelassen. Als aber die Zeit ihrer Entbindung erschien, gebar sie ein so schönes Töchterlein, dass es eine wahre Freude war, und da es auf der Brust ein niedliches Mal hatte, das wie eine Petersilie aussah, so erhielt es den Namen Petrosinella. Diese wuchs nun alle Tage zusehends heran und wurde, sobald sie das siebente Jahr erreichte, in die Schule geschickt; immer aber, wenn sie auf der Straße der Hexe begegnete, sprach diese zu ihr: »Sage zu deiner Mutter, dass sie an das Versprechen denken soll«; und so oft sandte die Hexe Pascadozia diese Hiobspost, dass die arme Frau voll Verzweiflung dieselbe nicht ferner hören wollte und zu ihrem Töchterchen eines Tages sagte: »Wenn du wieder die alte Frau triffst und sie die Erfüllung des verdammten Versprechens fordert, so antworte ihr: ›Nimm dir, was du haben willst.‹« Als daher Petrosinella, die nichts Böses ahnte, wieder einmal der Hexe begegnete und von ihr dieselbe Rede vernahm, so antwortete sie in der Unschuld ihres Herzens, so wie die Mutter ihr gesagt, worauf die Hexe sie bei den Haaren ergriff und in einen Wald schleppte, welchen die Sonnenrosse niemals betraten, um auf den dunkeln Weideplätzen desselben nicht zu erkranken. Dort nun wurde Petrosinella von der Hexe in einen von ihr hervorgezauberten Turm gesperrt, der weder Türen noch Treppen und nur ein Fensterchen hatte, durch welches die Hexe vermittelst der überaus langen Haare Petrosinellas wie ein Matrose auf den Wanten hinauf- und hinabzusteigen pflegte.

So geschah es nun einmal, daß, als Petrosinella eines Tages während der Abwesenheit der Hexe den Kopf aus jener Öffnung hinaussteckte und ihre Flechten in der Sonne erglänzen ließ, der Sohn eines Prinzen vorüber kam, welcher beim Anblick dieser zwei goldenen Standarten, welche die Herzen zur Anwerbung unter Amors Fahnen herbei riefen, und des unter den herrlich schimmernden Wellen hervorschauenden Sirenenangesichts sich in so hohe Schönheit auf das sterblichste verliebte. Nachdem er ihr nun eine Bittschrift von Seufzern zugesandt, wurde von ihr beschlossen, ihn zu Gnaden anzunehmen, und der Handel ging so rasch vonstatten, dass der Prinz freundliches Kopfnicken und Kusshände, verliebte Blicke und Verbeugungen, Danksagungen und Anerbietungen, Hoffnungen und Versprechungen, kosende Worte und Schmeicheleien in großer Menge zugeworfen erhielt. Als sie dies aber so mehrere Tage wiederholt hatten, wurden sie dermaßen miteinander vertraut, daß sie eine nähere Zusammenkunft miteinander verabredeten, und zwar sollte diese des Nachts, wann der Mond mit den Sternen Verstecken spielte, stattfinden, Petrosinella aber der Hexe einen Schlaftrunk eingeben und den Prinzen mit ihren Haaren emporziehen. Sobald dieser Verabredung gemäß die bestimmte Stunde erschienen war und der Prinz sich nach dem Turm begeben hatte, senkten sich auf einen Pfiff von ihm die Flechten herab, welche er rasch mit beiden Händen ergriff und nun rief: »Zieh!« Oben angelangt, kroch er durch das Fensterchen in die Stube, genoss in reichem Maß von jener Petersilienbrühe Amors und stieg, ehe noch der Sonnengott seine Rosse durch den Reifen des Tierkreises springen lehrte, wieder auf der nämlichen Goldleiter hinab, um nach Hause zurückzukehren. Da er nun oftmals diese Besuche wiederholte, so wurde es endlich eine Gevatterin der Hexe gewahr, welche sich um Dinge, die sie nichts angingen, zu bekümmern und ihre Nase in jeden Quark zu stecken pflegte; sie sagte daher zu der Alten, sie solle auf ihrer Hut sein, denn Petrosinella habe mit einem jungen Burschen einen Liebeshandel; sie vermute, die Sache würde dabei nicht stehenbleiben, sie durchschaue alles und wisse, wie es kommen würde; wenn jene sich also nicht vorsehe, möchte wohl Petrosinella, ehe sie es sich dessen versehe, über alle Berge sein. Die Hexe dankte der Gevatterin vielmal für den wohlgemeinten Rat und fügte hinzu, sie wolle schon dafür sorgen, der Petrosinella den Weg zu verlegen, abgesehen davon, dass es ihr ganz unmöglich sein würde, zu entfliehen, weil sie dieselbe dermaßen bezaubert habe, daß, wenn sie nicht die drei Galläpfel, die sich im Loch eines Küchenbalkens befänden, in Händen hätte, alle Bemühungen, sich aus dem Staube zu machen, verloren wären.

Während aber die beiden alten Hexen sich auf diese Weise besprachen, belauschte Petrosinella, welche stets die Ohren spitzte und gegen die Gevatterin Verdacht hegte, ihre ganze Unterredung. Sie ließ daher, sobald die Nacht ihre schwarzen Kleider ausschüttete, um sie vor den Motten zu bewahren, und der Prinz sich wie gewöhnlich eingestellt hatte, ihn auf die Balken in der Küche steigen und die Galläpfel suchen, die ihr, wie sie wußte, wegen des ihr von der Hexe angehängten Zaubers unerlässlich notwendig waren. Nachdem sie sie gefunden und sich eine Strickleiter gemacht hatten, stiegen sie beide den Turm hinunter und fingen an, auf dem Wege, der nach der Stadt führte, zu fliehen. Da sie jedoch hierbei von der Gevatterin gesehen wurden, fing diese an, dermaßen zu schreien und die Hexe zu rufen, dass letztere erwachte, hierauf, sobald sie vernahm, dass Petrosinella entflohen wäre, auf derselben Strickleiter, die noch an das Fensterchen gebunden war, hinunterstieg und anfing, den Liebenden nachzueilen. Als diese nun die Hexe schneller als ein freigelassenes Ross hinter sich her laufen sahen, so hielten sie sich anfangs für verloren; endlich jedoch erinnerte sich Petrosinella der Galläpfel und warf rasch einen auf die Erde, so daß plötzlich ein entsetzlicher korsischer Bullenbeißer erschien, der mit weit geöffnetem Maul und furchtbar bellend der Hexe entgegen rannte, um sie wie einen einzigen Bissen zu verschlingen. Diese aber, welche mehr List und Kniffe im Kopfe hatte als der leibhafte Teufel, steckte die Hand in die Tasche und zog daraus ein Brötchen hervor, das sie kaum dem Hunde dargereicht hatte, als er den Schwanz sinken und seine ganze Wut fahren ließ, worauf sie von neuem den Fliehenden nachzusetzen begann. Sobald Petrosinella sie wieder nahe herankommen sah, warf sie den zweiten Gallapfel zur Erde, und plötzlich erschien ein furchtbarer Löwe, der mit dem Schweif die Erde peitschte, die Mähne schüttelte und mit ellenweit aufgesperrtem Rachen sich bereit machte, die Hexe zu zermalmen; daher diese sogleich zurückkehrte, einem Esel, der auf einer Wiese weidete, die Haut abzog und, sich diese umhängend, dem Löwen nochmals entgegenging, welcher in der Meinung, es wäre ein wirklicher Langohr, so große Furcht bekam, dass er sogleich ausriss. Nachdem nun die Hexe solchermaßen diesen zweiten Graben übersprungen hatte, begann sie wiederum die armen Flüchtlinge zu verfolgen, welche an den Fußtritten und der Staubwolke, die sich bis zum Himmel erhob, merkten, daß die Hexe von neuem hinter ihnen her wäre; diese aber hatte aus Furcht, der Löwe könne sie verfolgen, sich die Eselshaut noch nicht abgenommen, so daß, da Petrosinella inzwischen den dritten Gallapfel zur Erde geworfen und auf diese Weise einen Wolf hervorgezaubert hatte, dieser, ohne der Hexe Zeit zu einem neuen Ausweg zu lassen, sie wie einen Esel verschlang. Hierauf legten die Liebenden, von jeder Gefahr befreit, ganz langsam und gemächlich ihren Weg nach dem Reiche des Prinzen zurück, woselbst dieser mit Bewilligung seines Vaters Petrosinella heiratete und beide nach so vielen Leidensstürmen empfanden, dass:

Nur eine Stund‘ im Port, frei von Gefahr,
lässt bald vergessen manches Sturmesjahr.

http://www.atelier-verdande.de

mal wieder in Sachen Tierschutz…


Herr Teddy hatte es auf seinem Blog angesprochen, hier ist der ganze Artikel, den ich hier einstelle, in der Hoffnung zu sensibilisieren, ein paar Meisenknödel ins Gesträuch zu hängen ist JEDEM möglich und zur Zeit sooo wichtig.

Ausgesetzter Welpe bei minus 17 Grad erfroren
Mittwoch, 27. Januar 2010 03:40

Ein acht Wochen alter Labrador-Welpe ist während der Nacht zu gestern bei minus 17 Grad in Friedrichshain ausgesetzt worden. Der kleine Hund erfror.

Angesichts dieses traurigen Schicksals appelliert der Tierschutzverein Berlin am Dienstag an die Hilfsbereitschaft der Menschen und bittet um erhöhte Wachsamkeit, um Tieren in Not zu helfen. Bei diesen Temperaturen hätten ausgesetzte Tiere keine Überlebenschance. Der kleine Hund wurde laut einer Mitteilung der Tierschützer in einem Karton in einer Telefonzelle gefunden. Der Karton war voller Blut. Nachdem der Welpe zunächst noch lebte, als er gefunden wurde, starb er jedoch während des Transports ins Tierheim.
Anzeige

Auf menschliche Hilfe sind nach Angaben von Tierschützern bei diesen Temperaturen auch die vielen frei lebenden Katzen auf Berlins Straßen angewiesen. Wichtig sei es, einen warmen Schlafplatz anzubieten, etwa in Form eines isolierten Schlafhäuschens, das mit Stroh ausgekleidet ist. Der Futterbedarf der Tiere sei jetzt sehr groß.

Die schon lange dauernde Frostperiode macht sich auch in der täglichen Arbeit im Tierheim Berlin bemerkbar. So wurde vor einigen Tagen eine halbverhungerte schwarze Katze ins Heim gebracht, die sich mit letzter Kraft zu Menschen in ihrer Nähe geschleppt hatte. Sie konnte wieder aufgepäppelt werden. Auch ein Schwan, der auf der Spree festgefroren war und von der Feuerwehr befreit wurde, erholt sich jetzt im Tierheim.

Frost und Schneefälle erschweren auch Vögeln die Nahrungssuche. Der Tierschutzverein rät deshalb Tierfreunden, die ein Futterhäuschen oder Meisenglocken eingerichtet haben, auf geeignete Nahrung zu achten und sie täglich auf ausreichende Vorräte zu kontrollieren.dpa
http://www.tierschutz-berlin.de

Rien ne va plus,Nichts geht mehr, No more betsy


In meinem Spamordner lag zum wiederholtem Male diese Mitteilung :

roulett
(hp-adresse entfernt)

longharry49@freenet.de

21.01.2010 at 16:16

Tja, das Leben kann so scheisse sein, mann muss sich nur mühe geben.

dabei braucht derjenige doch nur mit seinem Roulettesch…. aufzuhören, dann wird sein Leben auch gleich wieder viel bunter und er muss anderen nicht die Blogkommentare vollspamen.
und als

roulette system

longharry49@freenet.de
(hp-Adresse entfernt)
24.01.2010 auf 23:14

Irgend ne Ahnung wie sehr das verallgemeinerbar ist?

Doch, ich denke schon, das ist Allgemeingut. Dein Leben ist leichter, egal wie schwer es auch sein kann, wenn man einer sinnvollen Tätigkeit nachgeht und nicht versucht, noch in aufdringlicher Art und Weise Süchte in den Leuten zu erzeugen.
Spielsucht ist ein unterschätztes Problem mit großer gesellschaftlicher Tragweite und wer daran verdient, ist einem Drogendealer ähnlicher als er glaubt.

Mehr zum Thema Spielsucht hier und hier

Ich werde an jedem weiteren Tag, der mir zu diesem Thema einen Spam vermittelt, eine weitere Anmerkung gegen die Spielsucht in diesen Beitrag stellen und ihn dadurch immer mal wieder hochholen…

roulette strategie

longharry27@freenet.de
164.78.248.57
25.01.2010 auf 18:11

Ich denke das ist eh nur ne Modeerscheinung.

Ha, ein neues Stichwort, Dankeschön Longharry …
Schön wäre es, wäre Spielsucht eine Modeerscheinung. Doch leider ist sie eine Verhaltensstörung, die Fachleute nennen sie auch Phatologisches Spielen. Auf wikipedia heißt es:

Pathologisches Spielen oder zwanghaftes Spielen, umgangssprachlich auch als Spielsucht bezeichnet, wird durch die Unfähigkeit eines Betroffenen gekennzeichnet, dem Impuls zum Glücksspiel oder Wetten zu widerstehen, auch wenn dies gravierende Folgen im persönlichen, familiären oder beruflichen Umfeld nach sich zu ziehen droht oder diese schon nach sich gezogen hat. Männer sind davon häufiger betroffen als Frauen. In Deutschland gibt es ca. 100.000 Betroffene.

Pathologisches Spielen wird in der ICD-10-Klassifikation (zusammen mit Trichotillomanie, Kleptomanie und Pyromanie) unter die Abnormen Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle eingeordnet. Nicht dazu gezählt wird das exzessive Spielen während manischer Episoden sowie bei der dissozialen Persönlichkeitsstörung, wo es als Symptom des Grundproblems betrachtet wird. Im englischen Sprachbereich bzw. DSM-IV wird von „pathological“ oder „compulsive gambling“ bzw. oft auch „problem gambling“ gesprochen.

Ich kann hier weiterschreiben, denn gestern Nacht meldete sich
Longharry in der Daseinsform  Anna Sabel und meinte:

longharry27@freenet.de
03.02.2010 auf 23:46

Das ist mal ein dickes Ding

Ein dickes Ding – hmm, dickes Ding sagt man, wenn eine Sache ziemlich gewaltig ist, insofern ist das Problem, das phatologisches Spielen, Spielsucht mit sich bringt, damit ausreichend beschrieben. Spielsucht ist ein Ding, dass sich im Denken und Fühlen der Betroffenen breit macht und keinen Platz für anderes lässt.

Ursachen der Spielsucht

An der Entstehung und Aufrechterhaltung des pathologischen Spielens können vielfältige Ursachen beteiligt sein. In der Regel handelt es sich um eine Flucht vor Konfliktsituationen, z.B. bei:

  • beruflicher Überforderung
  • Kommunikationsproblemen
  • Partnerschaftsproblemen
  • Depressionen und Sinnkrisen
  • Schwierigkeiten mit einer sinnvollen Freizeitgestaltung
  • sozialen Problemen

Gedicht der Woche 04/2010


Seichte Dichter

Ließen jene doch das Schreiben!
Aber wortlos will nicht bleiben
was aus ihren Federn fließt.
Worte tropfen – mir zum Grause –
aus Autorenhirnes Pause,
daß dies Wortnichts jeder liest.

Unentwegt füllt sich die Brache
meiner siechen Muttersprache
ohne allzu viel Verstand.
Taumelnd fällt aus fremden Hirnen
hinter hohlen Denkerstirnen
Wort um Wort in nassen Sand.

Phrasen dreschen, Worte speien
wird euch hohen Ruhm verleihen,
freut des Lesers Schafsnatur.
Kritisiert man solche Nieten,
will Paroli ihnen bieten,
so kassiert man Schelte nur.

Nein, ich will nicht fürder tragen
freien Lektors Höllenplagen,
helfe keinen Laien mehr.
Jener Worte Honigsüße
zieht die Zähne, hemmt die Füße –
dazu geb ich mich nicht her.

© Claudia Sperlich

Märchen der Woche 04/2010


Das Märchen vom Kitschroman
von Claudia Sperlich


In jenem Lande, da der Mond des Nachts wie eine runde Scheibe Helva mit Pistazien den samtblauen sternenfunkelnden Himmel durchkugelt, lebte einst eines reichen Kaufmannes einzige Tochter, schön wie die selbigem Monde folgende Morgenröte. Als sie zur Jungfrau erblüht war, freiten viele wackere Männer um sie, aber keiner rührte ihr Herz. Der besorgte Vater begann schon zu argwöhnen, seine liebliche Tochter sei nach griechischer Art für die Köchin entflammt, aber sie zeigte sich ebenso sittsam wie spröde.
Eines Tages aber fand ihr Vater, da er morgens ihre Kammertür öffnete, seine geliebte Tochter in inniger Umarmung mit einer Schreibfeder. Schon entquoll der Feder purpurrote Tinte, und die schöne Kaufmannstochter seufzte vor Wonne, da sprang der erzürnte und gekränkte Vater auf die Feder zu und wollte sie seiner Tochter entreißen.
Die Liebenden zitterten vor Angst, aber die ebenso tapfere wie liebliche Maid ermannte sich rasch, riß das Fenster auf, hielt sich an der Schreibfeder fest und entschwebte mit ihr.
Fern in einem stillen Wald ließ das Paar sich nieder, und siehe, neun Monate darauf war die Frucht ihrer heimlichen Liebe ein honigtriefendes, rosenduftendes Büchlein. Ein frommer Eremit, der rein zufällig denselben Wald bewohnte, traute das junge Paar und fertigte eine Abschrift des Sprößlings an, die er dem Vater durch einen fahrenden Schüler überbringen ließ.
So entstand der Kitschroman, und der Kaufmann söhnte sich bald darauf mit seiner Tochter und dem leichten Schwiegersohn aus, da er merkte, wie gut die Kinder der beiden sich verkaufen ließen.
Ihre Nachkommen waren zahlreich wie der Wüstensand und die Sterne am Himmel, über den, wie bereits erwähnt, eine Scheibe Helva zu rollen pflegt.


Gedicht der Woche 03/2009


Heinrich Seidel

Die Wolken

Ich habe euch immer geliebt
Ihr Wolken des Himmels!
Gern wandre ich einsam
Auf weiter Heide,
Nachsinnend der Menschen Geschick
Und dem eignen Verhängniss,
Bei eurem Anblick.
Wechselnde Wolken.
Wie ihr euch wandelt.
Ihr Wolken des Himmels,
So wandeln sich ewig
Der Menschen Geschicke
Je nach des Glückes
Launiger Sonne.

Schimmernd und heiter
Schwebt ihr in blauen
Sonnigen Lüften
Wie holde Gedanken
Beseligter Liebe.
Grau und trübe
Verhüllt ihr der Sonne
Belebenden Lichtglanz.
Wie den umdüstern
Die trostlosen Träume,
Dem nichts geblieben
Als einsame Thränen.

Ihr sendet liebreich,
Selber zerschmelzend,
Befruchtenden Regen.
aus des Schmerzes
Vergehenden Spuren
Spriessen geläutert
Zu höherer Schönheit
Des Menschengemüthes
Herrlichste Blumen.

Ihr Wolken des Himmels –
Heiter und rosig
Strahlt ihr am Morgen.
Und ach, so selten
Bringt uns der Mittag
Schöne Erfüllung.
Doch nach der Stürme
Grausigem Tosen
Und nach des Regens
Unsäglichen Fluthen
Taucht euch des Abends
Versinkende Sonne
Schwindend noch einmal
In rosigem Schein –
Hoffnungsvoll deutend,
Dass hinter des Todes
Dunklem Verhängniss
Wohl noch ein schönerer
Morgen uns blüht.