und ein schickes Weihnachtsgeschenk aus Mord und Folter…


Pelze sind ja wieder im kommen. Man zeigt immer noch auf diese Art, dass mans sich leisten kann…

nur zu teuer darf auch nicht sein, man ist ja preisbewußt,
ein Pelz aus einer Pelztierfarm

da ist die modebewußte Frau doch geradezu eine Tierretterin, das arme Vieh von seiner Existenz unter solchen Bedingungen erlösen zu lassen

und an seiner Stelle den Pelz spazieren zu tragen, kriegt der Pelz endlich mal Bewegung…

Oder soll es lieber ein Tier aus freier Wildbahn sein?

Der muss nicht lange leiden, nach vier, fünf Tagen ist

der hin und reicht doch für einen Muff, oder eine Mütze,
eine halbe Pelzstola ,die man bestimmt drei bis fünf Jahre
lang trägt bis zur nächsten.

Was man noch so alles aus Tieren machen kann,
Handytaschen aus gerupften Nerz –
dafür lohnt doch wirklich, ein paar Viecher zu killen und
vorher zu quälen, das putzt doch ungemein.

Wer lieber Karnickel trägt – daran denkend,
dass da vielleicht das Fleisch gegessen wurde, wird hier eines
besseren belehrt:

Für den schmaleren Geldbeutel gibt es dann mit schönen Fantasienamen ausgestattet:

echter Hund aus China, manchmal sogar als Kunstfell angeboten.

… und denkt nicht, ihr habt damit nichts zu tun, Desinteresse und Gedankenlosigkeit fördert

Böse Dinge Teil 2…


Ich hatte ja an dieser Stelle von der Ausstellung:

Böse Dinge – eine Enzekopädie des Ungeschmacks berichtet, die ich gemeinsam mit Claudia Sperlich besucht hatte, und deren Eintritt wir uns mit dem Gastgeschenk eines „bösen Dinges“ erkauften.

Gerade fand ich eine Einladung  in meinem E-Mailkasten:

Liebe Spender „böser Dinge“,

wir haben uns erlaubt, Ihre Email – Adressen einmalig zu benutzen, um Sie

zu unserem  Jour fixe einzuladen:

JOUR FIX im Museum der Dinge

Am Montag, den 07.12.2009 um 19:00 Uhr

Böse / schlecht / nicht relevant / zu gut

Das Museum – ein Ort der Verhandlung

Die Besucher der Ausstellung „Böse Dinge, eine Enzyklopädie des Ungeschmacks“ haben dem Museum

in den letzten fünf Monaten an die 300 „Geschmacksverirrungen“ mitgebracht – einbreites Spektrum

an missglückten Geschenken, unerwünschten Erbstücken, „gut gemeinten“ Mitbringseln oder ärgerlichen

Fehlkäufen.

Beim nächsten Jour Fix werden die AusstellungskuratorInnen Renate Flagmeier, Rüdiger Schlömer und

Imke Volkers die Qualität der Gaben begutachten und erklären, ob und weshalb sie welche Objekte

zu dauerhaften Sammlungsstücken machen. Das Publikum ist zu reger Beteiligung an der Beurteilung

aufgefordert.

Wir würden uns freuen, wenn Sie kommen und gegebenenfalls Ihre „Geschmacklosigkeit“ erläutern,

verteidigen oder verwünschen.

Eintritt frei

Werkbundarchiv – Museum der Dinge

Oranienstraße 25

10999 Berlin

Tel.:030 – 921 063 – 11

www.museumderdinge.de

info@museumderdinge.de

Gedicht der Woche 48/2009


Herbstsonnenschein,
Der liebe Abend lacht so still herein,
Ein Feuerlein rot
Knistert im Ofenloch und loht.

So! – Meinen Kopf auf deinen Knien,
So ist mit gut;
Wenn mein Auge so in deinem ruht.
Wie leise die Minuten ziehn! …

Johannes Schlaf


erzählt für die Woche 48/2009



Brüder Grimm

aus: Kinder- und Haus-Märchen Band 1,
Große Ausgabe. 1. Auflage
Erscheinungsdatum: 1812

Fragmente.

a) Schneeblume.

Eine junge Königstochter hieß Schneeblume, weil sie weiß, wie der Schnee war, und im Winter geboren. Eines Tags war ihre Mutter krank geworden, und sie ging in den Wald und wollte heilsame Kräuter brechen, wie sie nun an einem großen Baum vorüber ging, flog ein Schwarm Bienen heraus und bedeckten ihren ganzen Leib von Kopf bis zu Füßen. Aber sie stachen sie nicht und thaten ihr nicht weh, sondern trugen Honig auf ihre Lippen, und ihr ganzer Leib strahlte ordentlich von Schönheit. – –

Aus den Anmerkungen der Kinder- und Hausmärchen dazu:

a) Ein französ. Volksmärchen, perceneige, (Frühlingsblume, Schneeglöcklein, Primel neulich in ein Gedicht: Thibaut ou la naissane du comte de champagne. Paris 1811. pag. 97. 98. verflochten.

b) Prinzessin mit der Laus.

Es war einmal eine Prinzessin, die war so reinlich, gewiß die reinlichste von der ganzen Welt, nie sah man den kleinsten Schmutz oder Flecken an ihr. Einmal aber fand man eine Laus auf ihrem Kopf sitzen, welches für ein wahres Wunder galt, und man wollte darum die Laus nicht umbringen, sondern beschloß sie mit Milch groß zu füttern. Dies geschah, die Laus wuchs immer mehr, so daß sie endlich so groß wie ein Kalb war. Wie nun diese Laus starb, ließ ihr die Prinzessin das Fell abziehen und sich ein Kleid daraus machen. Kam nun ein Freier und hielt um sie an, so gab sie ihm aufzurathen, von welchem Thier das Fell wäre, das sie zum Kleid trug. Da dies nun keiner rathen konnte, mußten sie alle abziehen. Endlich kam ein schöner Prinz auf folgende Art dahinter. – –

Aus den Anmerkungen der Kinder- und Hausmärchen dazu:

b) Erinnert an eine Variante zu Droßelbart. Das Ganze vollständig im Pentamerone I, 5. la polece.

c) Vom Prinz Johannes.

Von seinem Wandeln in Sehnen und Wehmuth, von seinem Flug mit der Erscheinung, von der rothen Burg, von den vielen herzbewegenden Prüfungen, bis ihm der einzigste Anblick der schönen Sonnenprinzessin gewährt wurde.

Aus den Anmerkungen der Kinder-und Hausmärchen dazu:

]

c) Dieses Märchen erinnert sich Karl Graß in seiner Kindheit in Liefland von einer deutschen Amme, die Marie hieß, erzählen gehört zu haben. Er hat daraus ein Gedicht in 12 Gesängen gemacht, welches schwerlich dem Märchen beikommen wird. S. Erheiterungen 1812. Stück 5, 391-393.

d) Das gute Pflaster.

Zwei Näthersmädchen hatten nichts geerbt, als ein gutes, altes Pflaster, welches Geld machte, und wovon sie außer ihrem Nähverdienst lebten. Die eine Schwester war sehr klug, die andere sehr dumm.

Eines Tags, als die älteste in die Kirche gegangen ist, kam ein Jude zu der dummen; „schönes, neues Pflaster zu verkaufen, oder zu vertauschen gegen altes, nichts zu handelen?“ Da ging die dumme hin und holte dem Juden das alte Pflaster für ein neues Stück, und der Jude wußte wohl, welche Tugend das alte hatte.

Wie die älteste heim kam, sprach sie: es geht schlimm mit unserm Nähverdienst, ich muß uns ein bischen Geld schaffen, wo ist unser Pflaster? – desto besser, sprach die Dumme, ich hab auch während du aus warst, ein neues und frisches Stück gehandelt für das alte – – – – – – – – – – – – – – – – –

(Nachher wird der Jude ein Hund, die zwei Mädchen Hüner, die Hüner aber endlich Menschen und prügeln den Hund zu Tode.)

d) der gute Lappen.

Zwei Näthersmädchen hatten nichts geerbt, als einen guten alten Lappen, der machte alles zu Gold, was man hineinwickelte, damit hatten sie genug und nähten dabei noch zu kleinem Verdienst. Die eine Schwester war sehr klug, die andere sehr dumm. Eines Tags, war die älteste in die Kirche gegangen, da kam ein Jude die Straße her und rief: „Schöne, neue Lappen zu verkaufen oder zu vertauschen gegen alte, nichts zu handlen?“ Wie die dumme das hörte, lief sie hin und vertauschte ihren guten alten Lappen für einen neuen; das wollte der Jud gerad, denn er kannte die Tugend des alten gar wohl. Als die älteste nun heimkam, sprach sie: „mit dem Nähverdienst geht’s schlecht, ich muß uns ein bischen Geld schaffen, wo ist unser Lappen?“ „Desto besser,“ sprach die dumme, „ich hab’ auch während du aus warst einen neuen und frischen dafür eingehandelt für den alten.“ – – (Nachher wird der Jude ein Hund, die zwei Mädchen Hühner, die Hühner aber endlich Menschen, und prügeln den Hund zu Tode.)

Aus den Anmerkungen zu den Kinder- und Hausmärchen dazu:

d) In der 1001. N. von der kupfernen Lampe, die auch aus Dummheit gegen eine neue gegeben wird. Einigermaßen verwandt ist auch das Fabliau vom Sperber den die Tochter kauft, während die Mutter zur Kirche ist.