laut und leise literatur lesen

die Rezi-Tante zeigt Erlebtes und Erdichtetes, Geschichten und Geschichte

Fundort Spermüll


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was mich in meinem Kietz anstinkt (1)


Ich ärgere mich seit Wochen bei der Hunderunde über diese auf der Karl-Marx-Allee illegal abgelegten Möbelpolster, die auf wundersame Weise ab und an ihre Lage verändern aber nicht verschwinden.

Sperrmüll

Sperrmüll

Tagtäglich gehen dort Mitarbeiter des Ordnungsamtes vorbei, um Autos ohne gültige Parktikets zu erfassen, weiterhin werden die Grünflächen relativ regelmäßig durch Mitarbeiter einer Gartenbaufirma beharkt. Aber Spermüll haben wohl beide nicht auf ihrer Agenda, da scheint man vermutlich fest an das Gute im Menschen zu glauben und dass derjenige, welcher, sich noch einmal besinnt und selbst entsorgt, was er so versehentlich vergessen hatte.
Da die meisten Anwohner mit ihrem Kietz verwachsen sind, hat sich der Müllberg zum Glück in der langen Verweilzeit noch nicht vergrößert.

Da die Seite berlin.de die Kontaktadressen der Ordnungsämter und u.a. Folgendes ausweist:
… in Sachen illegaler Sperrmüll auf Grünflächen sind die Straßen- und Grünflächenämter, auf unbebautem Privatgelände die Umwelt- und Naturschutzämter und auf bebautem Privatgelände die Wohnungsaufsichtsämter der Bezirke zuständig. Die bezirkliche Zuständigkeit der einzelnen Ämter richtet sich nach dem Ort der Lagerung. Die Zentralen Anlauf- und Beratungsstellen der Ordnungsämter nehmen entsprechende Mitteilungen entgegen.

werde ich gleich eine Mail an das Friedrichhainer Ordnungsamt schicken in der Hoffnung, die klären dann, wer dafür zuständig ist, geben das weiter – und die Polster verschwinden endlich.


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Macht mir die Heimat nicht madig!


Bettina:

meine Leseempfehlung – dieser Beitrag von Claudia Sperlich

Ursprünglich veröffentlicht auf Mein Leben als Rezitatorin und Dichterin:

Damit meine ich ausdrücklich nicht Leute, die mit dem Begriff Heimat nichts verbinden können, weil sie der Ansicht sind, die Nazis hätten dies Wort erfunden.
Sondern damit meine ich die Leute, die sich für große Patrioten halten.

Ich liebe dies Land mit seinen romanischen Kirchen und barocken Palästen und Jugendstilwohnhäusern, ich liebe dies Land mit Norddeutscher Tiefebene und bayerischen Alpen, mit den trutzigen Wendenkirchlein der Mark Brandenburg und mit der eleganten Architektur des Saarlandes, ich liebe das derbe Berlinerisch, das gemütliche Sächsisch, das bodenständig freundliche Bayerisch und das hochges-tochene Hamburgsch, die vielen Flüsse und die Meeresstrände, die fetten Mischwälder und Blumenwiesen Westfalens.

Ich liebe die in diesem Land so lange kultivierten Künste, die vielfältige Dichtkunst, die alten Universitäten und Akademien, die Begeisterung für Philosophie.

Ich liebe die Orientbegeisterung von Goethe und Hauff, die wissbegierige Reiselust der Brüder Humboldt, die lange, auf so schreckliche Weise unterbrochene Freundschaftsgeschichte zwischen Polen und Deutschland.

Original ansehen noch 570 Wörter

Herrkatzisoldeundich


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ein besonderes Buch für junge Leseratten: Herr Katz, Isolde und ich


Wie man schon dem Buchdeckel entnehmen kann, dem noch ein Stück graue Pappe unter dem Cover hervorschaut; dieses Buch ist etwas anders als andere. Es hat zwei Ebenen, zum Einen erzählt es eine Geschichte über das Mädchen Amra, ihre Familie und Freunde und Kollegen der Eltern, zum Anderen lernt der junge Leser etliches über die Arbeit des Büchermachens, und was dabei die Tätigkeit von Autor, Illustrator, Grafiker, Drucker und Buchbinder ist. Zusätzlich aber auch, dass  ein Buch erst einmal  finanziert werden muss, damit es gefertigt werden kann.
All das ist in eine ansprechende Geschichte verpackt, so dass der Sachbuchcharakter gar nicht richtig zu erkennen ist – besser kann man nicht belehrt werden.

Herrkatzisoldeundich

Das Buch ist wie das Titelbild auf jeder Seite gefällig gestaltet und es macht Spass, diese Gestaltung mit den Informationen  im Buch  abzugleichen.
Wie  z.B.: Welche Farben wurden hier gemischt, welchen Schrifttypus hat man hier gewählt, welches Papier?
Das Gelernte dann auch noch auf das eigene Lieblingsbuch anzuwenden verschafft einen neuen Blick auf Bücher und eine Buchkompetenz, die über die Geschichteneinschätzung hinausgeht.
Ganz nebenbei gibt es auch noch ein Kochrezept, ein Lesezeichen zum Basteln (so man eine Seite aus dem Buch trennen möchte) und eine Anleitung zum Buch selber machen.
Ein Buch für Kinder, die Bücher lieben und die immer einen Tick mehr wissen möchten, ein Buch für wissensdurstige Kinder im Alter von 6-1o Jahren würde ich sagen, der Sachbuchinhalt ist aber gut bis 14 Jahre und somit ein Buch, das nicht nur für ein Kind in der Familie Unterhaltung und Wissen bietet.

  • Gebundene Ausgabe: 56 Seiten
  • Verlag: wacker und freunde Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3000480900
  • ISBN-13: 978-3000480904
  • Preis: 19,95 €

Und um das alles noch plastisch zu machen, gibt es auf youtube folgende Videos:

König


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Krimis lesen und Kuscheltiere häkeln


Bettina:

Gerade habe ich nicht so viel Zeit zum Bloggen, abends mache ich gern die eine oder andere Handarbeit – wenn es dafür nicht zu heiß ist.
Gelesen habe ich natürlich auch – werde demnächst dazu einen Blogbeitrag schreiben, jetzt aber denen, die es gepflegt kriminell mögen, schon als Urlaubsliteratur empfehlen:
Inspector Swanson und der Fall Jack the Ripper: Ein viktorianischer Krimi von Robert C. Marley
Den Krimi gibt es als E-Buch und als P-Buch (Broschüre) – und er ist wirklich spannend

London, East End, 1888: Ein unheimlicher Killer verübt im Stadtteil Whitechapel eine bis dahin beispiellose Mordserie, der ausschließlich Prostituierte zum Opfer fallen. Er nennt sich selbst »Jack the Ripper«. Scotland Yards Chief Inspector Donald Swanson und sein Team werden auf den Fall angesetzt. Doch alle Versuche, Licht ins Dunkel zu bringen, scheitern. Sogar Oscar Wilde und Lewis Carroll geraten in den Dunstkreis der Ermittlungen. Wer ist der perfide Killer? Und warum ordnet der Commissioner von Scotland Yard die Vernichtung von Beweismaterial an? Ist am Ende etwas dran an den Gerüchten, das britische Königshaus selbst habe seine Finger im Spiel?

Ursprünglich veröffentlicht auf Schönes zum Schenken und Schmücken:

Häkelviecher laufen den Plüschtieren gerade den Rang ab und auch ich wurde von diesem Trend mitgerissen. Mein erster Versuch war ein kleiner Teddy, den ich meiner Mutter schenkte – so hat sie etwas von mir am Krankenbett, auch wenn ich nicht da bin.

Ich bin ja nicht so der Typ, der akkurat nach Anleitungen arbeitet, doch ich lese gern Anleitungen und mache dann irgendwie meins danach.

Hier ein  Häkelkater für meine Enkeltochter, den sie König genannt hat und nun überall hin mitschleppt.

König

Gemacht aus Garnresten und – abfällen, Teddyaugen und Polsterwatte ist er ein durchaus ansehnliches Kerlchen geworden, wie ich finde.

König2

Ispiriert haben mich zu diesem Tierkörper die Anleitungen aus diesem Buch hier, das Gesicht habe ich dann nach eigenem Empfinden gestaltet

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Mantrailer at work


Mitarbeiter gesucht

Mitarbeiter gesucht – Mantrailer at work

Heutzutage nennt man Rettungshunde ja auch Mantrailer wenn man nicht aus dem englischen Sprachraum ist. Und als ich auf der Templiner Kirmes diese Bude sah, dachte ich diesen englischen Satz, der nun die Überschrift des Beitrags ergibt. Schleicht sich eben ein, ob man will oder nicht.

Ob der Hund in diesem Plüschprüll erfolgreich sein konnte, entzieht sich leider meiner Kenntnis.


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Eine Woche Meer, Strand und Wald und zwei Bücher mit Meer und so


Ich habe lange nicht mehr hier geschrieben, komme irgendwie nicht mehr dazu seit meine Mum dauerhaft bettlägerig und in der Pflegestufe 3 ist. Da teilt sich meine Woche in Berliner Zeit und in Templiner Zeit und ich habe stets das Gefühl, von beidem zu wenig zu haben. Zwar kein Grund zur Klage, denn in Templin finde ich weit mehr Zeit zum Lesen als zu Hause in Berlin und zwei Stunden für Wanderungen mit dem Hund fallen dort auch täglich für mich ab. Dazu die Hin- und Rückfahrten, Zeiten, die ich mit einem Hörbuch im Auto verbringe – lauter Dinge, die ich sehr mag und für die man sich Zeit nehmen muss. Doch dieser Zustand gehr nun ins dritte Jahr und beansprucht mich eigentlich mehr, als ich zugeben möchte. Nicht nur, dass ich keinen Nerv habe , eigene Geschichten zu schreiben und nicht zum Bloggen komme, auch für meine Enkelkinder bleibt wenig Zeit und die Broterwerb-Arbeit muss auch noch irgendwie und irgendwann erledigt werden. Zum Glück habe ich einen tollen Arbeitgeber der mir Flexibilität lässt. Aber kurzzeitig aussteigen aus dem steten Rhythmus von Pflichten – traumhaft.

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Von daher war das Angebot, mit Mann und Hund eine Woche Ostseeurlaub in der Ferienwohnung einer Freundin zu verbringen mir mehr als willkommen, von allein hätte ich mir keinen Urlaub gegönnt. Ich nahm ein schon  angelesenes Buch mit, das für mich sehr wichtig wurde. Es wurde von Daniela Gerlach geschrieben und heißt : Was das Meer nicht will, erschienen bei Stories &  Friends. Ich mag diesen Verlag unter anderem, weil er jedes seiner Bücher im selben Format und in der gleichen Papierqualität drucken lässt, so dass sie im Regal so eine schöne ordentliche Reihe gleichhoher Bücher ergeben, die optisch und haptisch alle den gleichen guten Eindruck erzeugen und auch beim Lesen gut in der Hand liegen. Und die bisher Autoren hatten, die gut, sehrgut mit der Sprache umgegangen sind, so dass immer etwas Nachklang und das für lange in einem blieb. So auch bei diesem Buch, Daniela Gerlach kann kleine Ereignisse und Beobachtungen so beschreiben, dass man sie mitfühlt und ganz in ihrer Beobachtung ist, dazu kommen so passend poetische Formulierungen, um die ich sie geradezu beneiden könnte – über die ich mich beim Lesen  freute. Erstaunlich empfand ich die Erzählperspektiven des Romans, ein gelungender Wechsel der Ich- Perspektive und auktorialen Erzählsituation, von der Gleichzeitigkeit von Innen- und Außenperspektive. Inhaltlich ist es die Geschichte eines Familiendramas, das sich langsam entwickelt, weil sich die Heldin nicht von den ihr Nahestehenden, von Mutter und Ehemann, abgrenzen konnte und sie manchmal eigenartig reagieren ließ, so dass ich mich fragte: “Was hat die denn? Was zickt die denn so?” Vermutlich fehlte ihr nur das Quent Überlastung, das normale Berufstätige so haben, um mit dem Leben zufrieden zu sein oder es aktiv zu ändern. Irgendwie war die Heldin charakterlich erstaunlich passiv, Ihr Problem, diese kleinen Missempfindungen gegen die Nähe zum Gatten und zur Mutter, die in meinen Augen zum ganz normalen Zusammensein gehören und durch Abgrenzung gelöst werden, überlagerten sich und türmten sich zu einer riesigen Welle, deren Sog dann …. naja, das müsst ihr selbst lesen. Das zweite Buch ist ein Band mit meinem Lieblingsgenre, Kurzgeschichten. Es heißt Meer Jung Frau – Neun Stories und eine, geschrieben von Holger Schaeben, erschienen bei OFFIZIN Zürich Verlag GmbH.Kurzgeschichten, die sich “weglesen”, gute. trocken erzählte Geschichten mit viel wörtlicher Rede.

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