Gedicht der Woche 07/2010


Dat Koffedrinken
Fritz Reuter

En annermal kamm Jochen Schmul
Ut Hanschendörp tau Stadt herin.
Oll Jochen was en Leckermul:
’ne Potschon Koffe süll dat sin!
Hei hadd so vel von Koffe hürt
Un hadd sin Dag em nich prebiert –
Hei et des Morgens Klütersupp.
Hüt steg em nu so’n Giwwel up,
Hei wull hüt mal ens vörnehm leben
Un let sick also Koffe geben.
De Koffe würd herinner bröcht,
Oll Jochen set’t sick nu taurecht
Un süht sick de Geschicht irst an:
De Tass‘, den Läpel un de Kann,
Wotau de Dinger woll sünd nütt!
De Läpel schint em gor tau lütt,
Hei is tau lütt för sine Finger.
Un denn de beiden Tassendinger!
Na, endlich möt hei doch heran.
Hei langt sick also her de Kann
Un schenkt sick ok ’ne Tass‘ vull in,
Un as hei dit Stück hett taurecht,
Nimmt hei den Läpel, süfzt un seggt:
»Je, ‚t mag jo Mod woll jetzund sin!«
Un fängt nu langsam an tau läpeln.
Hei ett un ett, dat will nich schäpeln:
De Sak kümmt em tau tahrig vör,
Un as de Wirt geiht ut de Dör,
Dunn kickt hei sick so wild herüm,
Ob em ok wer woll wohren künn
Un ob hei wir ok ganz allein.
»Je, wenn ick wüßt, dat sehg mi kein«,
Seggt hei, »ick ded’t, ick ded’t, der Düwel hal!
Ick nem de Tass‘ un söp enmal!«

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