nur für mich Geburtstagsgedichte


Und weil ich heut Geburtstag hab
Da hab ich mir gedacht
Poetron macht mir ein Gedicht
Weil es sonst keiner macht.

Doch als ich das Ergebnis las
Da bin ich ausgetickt
So ungeschminkt sprach man noch nie
zu mir ,  ich bin geknickt.

Poetron, die Dichtmaschine findet man  hier, man füttere sie nur mit Subjekt, Objekt, Verb und Adjektiv, dann legt sie los. Das da unten hat sie für mich geschaffen, ich habe es nur minimal bearbeiten müssen…

meine Lieblingspoetronergüsse sind farbig markiert

Geburtstage

freut euch Geburtstage
ja ihr Geburtstage
freut und hopst
so wie Bettina!
aber hopst sechsundfünfzig – EUCH
wirr doch nimmermehr blausam
ihr Geburtstage
seid sechsundfünfzig
so sechsundfünfzig
allezeit

                            Gedicht Nummer 2838939

Geburtstag für Bettina

Es war ein Geburtstag
Im Bett ach so sechsundfünfzig
Ach so arm
Doch die Intrige
Nicht im Bett, doch unter der Welt
Die war so frei
Und so – ach oweih?

He, Bettina!
Die Götter sind allzeit so fern!

                            Gedicht Nummer 2838942

Geburtstag

Feiern oder lästern…
Geburtstag erfordern!
Sie feiern!

Ach sechsundfünfziges Jahr…
Oh grame Zeit,…
Geburtstage rollen!

Bettina ist sechsundfünfzig!
Bettina ist zerknickt!
Und froh!
Und alles ist gerecht!

                            Gedicht Nummer 2838945

Geburtstag

Feier dich Geburtstag
oh du Geburtstag
feier und wimmer Bettina!
Bettina! Du bist gemeint!
ja, wimmer sechsundfünfzig
wahnsinnig aber doch duftig
Dein Geburtstag !
Sei sechsundfünfzig,
so sechsundfünfzig
allezeit !

                            Gedicht Nummer 2838954

Geburtstag für Bettina

Es fand ein Geburtstag
Im Kühlschrank ganze sechsundfünfzig
Fast nur intelligent
Doch der Tag
Nicht im Kühlschrank, doch jenseits der Nacht
Der war stark
Da wurde es begierig

He, Bettina!
Erzittre vor Wut!

                            Gedicht Nummer 2838955

geboren 31.05.1773 – 8. märchenhafte Biografie


Ludwig Tieck

überwiegend aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Ludwig Tieck nach einem Gemälde von Joseph Karl Stieler aus dem Jahr 1838

Johann Ludwig Tieck (* 31. Mai 1773 in Berlin; † 28. April 1853 ebenda) war ein deutscher Dichter, Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer der Romantik. Er publizierte auch unter den Pseudonymen Peter Leberecht und Gottlieb Färber.

Leben

Geboren am 31. Mai 1773, wuchs Tieck in Berlin in der Roßstraße nahe des Cöllnischen Fischmarktes als Sohn eines Seilermeisters zusammen mit seinen jüngeren Geschwistern Friedrich und Sophie auf. Er besuchte seit 1782 das unter Friedrich Gedikes Leitung stehende Friedrich-Werdersche Gymnasium, wo er sich eng an Wilhelm Heinrich Wackenroder anschloss, und studierte Geschichte, Philologie, alte und neue Literatur in Halle (Saale) (1792), Göttingen (1792/1793, 1793/1794) und Erlangen (1793, dort zusammen mit Wackenroder). Das eigentliche Ziel des Studiums war ihm wohl die Ausbildung zum freien Schriftsteller; schon damals beschäftigte er sich eingehend mit Shakespeare. Während der Studienzeit in Erlangen unternahm er zusammen mit Wackenroder Reisen nach Nürnberg sowie durch die Fränkische Schweiz bis ins Fichtelgebirge, aber auch zum barocken Schloss Weißenstein bei Pommersfelden; die Erlebnisse auf diesen Touren hielt er in nachmals berühmten Reisebeschreibungen fest.

Erste dichterische Arbeiten verfasste er bereits in Berlin, bevor er das Studium begann. 1794 brach Tieck das Studium ab und kehrte nach Berlin zurück (bis 1799). Unterhaltungsliteratur und literarische Experimente aus dem Geiste der späten Aufklärung veröffentlichte er in den »Straußfedern« (seit 1795); z. T. entstanden die Prosastücke als Gemeinschaftsarbeiten mit seiner Schwester Sophie.

Es erschienen seine ersten Erzählungen und Romane: „Peter Lebrecht, eine Geschichte ohne Abenteuerlichkeiten“ (1795, 2 Bde.), „William Lovell“ (1795-96, 3 Bde.) und „Abdallah“ (1796), worauf er, seinen Übergang zur eigentlichen Romantik vollziehend, die bald dramatisch-satirische, bald schlicht erzählende Bearbeitung alter Volkssagen und Märchen unternahm und unter dem Titel „Volksmärchen von Peter Lebrecht“ (Berlin 1797, 3 Bde.) veröffentlichte. Mit Franz Sternbalds Wanderungen (1797 fertiggestellt, 1798 veröffentlicht), einem Künstlerroman, gab Tieck die Richtung für die romantischen Romane an (Novalis, Joseph von Eichendorff).

Ende des Jahres 1797 traf Tieck erstmals mit Friedrich Schlegel zusammen. Nachdem er sich 1798 in Hamburg mit einer Tochter des Predigers Alberti verheiratet hatte, verweilte er 1799-1800 in Jena, wo er zu den beiden Schlegels (August Wilhelm Schlegel und Friedrich Schlegel), Novalis, Clemens Brentano, Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling in freundschaftliche Beziehungen trat.

Der so genannten Jenaer Frühromantik gehörten auch August und Friedrich Schlegel an.
Ludwig Teck lieferte für die von den Schlegels entwickelten Theorien die literarischen Beispiele (und umgekehrt). 1801 nahm er mit Friedrich Schlegel seinen Wohnsitz in Dresden.

1801 endlich zog Tieck mit der Familie nach Ziebingen, östlich von Frankfurt (Oder), auf das Landgut seines alten Bekannten Burgsdorff; dieser hatte den Dichter eingeladen und er wohnte dann dort bis 1819, wenn auch mit Unterbrechungen.

Er lebte seit 1803 teils in Berlin, teils auf dem gräflich Finkensteinschen Gut Ziebingen bei Frankfurt a. O., wohin er auch nach der Rückkehr von einer Reise nach Italien zurückkehrte, die er 1805 zum Zwecke des Studiums der im Vatikan aufbewahrten altdeutschen Handschriften unternommen hatte. Während dieses Zeitraums waren erschienen: Prinz Zerbino, oder die Reise nach dem guten Geschmack (1799), „Franz Sternbalds Wanderungen“ (Berlin 1798), ein die altdeutsche Kunst verherrlichender Roman, an welchem auch sein Freund Wackenroder wohl konzeptionellen Anteil hatte, und „Romantische Dichtungen“ (Jena 1799-1800, 2 Bde.) mit dem Trauerspiel „Leben und Tod der heil. Genoveva“ (separat, Berlin 1820) sowie das nach einem alten Volksbuch gearbeitete Lustspiel „Kaiser Octavianus“ (Jena 1804), Werke, in denen sich der Autor rückhaltlos der romantischen Richtung hingegeben hatte.

Daneben veröffentlichte er eine Übertragung des Don Quixote von Cervantes (1799-1801), die Übersetzung einer Anzahl Shakespeare zugeschriebener, aber zweifelhafter Stücke unter dem Titel Altenglisches Theater (1811), eine Bearbeitung des Frauendienstes von Ulrich von Lichtenstein (Tübing. 1812) sowie eine Auswahl dramatischer Stücke von Rosenplüt, Hans Sachs, Ayrer, Gryphius und Lohenstein („Deutsches Theater“, Berlin 1817, 2 Bde.) und gab unter dem Titel „Phantasus“ (das. 1812-17, 3 Bde.; 2. Ausg., das. 1844-45, 3 Bde.) eine Sammlung früherer Märchen und Schauspiele heraus, erweitert durch neue Erzählungen und das Märchenschauspiel „Fortunat“, die das Interesse des deutschen Lesepublikums wieder stärker auf Tieck zogen. In der Tat werden Märchen und Erzählungen wie „Der getreue Eckart„, „Die Elfen„, „Der Pokal„, „Der blonde Eckbert“ etc. schon ihrer formalen Vorzüge wegen ihren dichterischen Rang wohl für lange Zeit behaupten. Das Kriegsjahr 1813 sah den Dichter in Prag; nach dem Frieden unternahm er größere Reisen nach London und Paris, hauptsächlich im Interesse eines großen Hauptwerks über Shakespeare, das er nie vollendete.

1819-1841 lebte er in Dresden. Trotz des Gegensatzes, in dem sich Tiecks geistige Vornehmheit zur Trivialität der Dresdner Belletristik befand, gelang es ihm, hauptsächlich durch seine fast allabendlich stattfindenden dramatischen Vorlesungen, die deutschlandweit bekannt waren, einen Kreis um sich zu sammeln, der seine Anschauungen von der Kunst als maßgebend anerkannte.

Als Dramaturg des Hoftheaters gewann er namentlich in den 1820er Jahren eine bedeutende Wirksamkeit, die ihm freilich durch Kabalen und Lügen der trivialen Gegenpartei oft verleidet wurde. Als Dichter bediente er sich seit der Niederlassung in Dresden beinahe ausschließlich der Form der Novelle. Die Gesamtheit seiner „Novellen“ (vollständige Sammlung, Berlin 1852-54, 12 Bde.) zeigte sein großes Erzählertalent. In den vollendetsten gab er wahrhafte Kunstwerke, in denen eine wirklich dichterische Aufgabe mit rein poetischen Mitteln gelöst wurde; mit zahlreichen anderen bahnte er hingegen jener bedenklichen Gesprächsnovellistik den Weg, in der das epische Element ganz zurücktritt und die Erzählung nur das Vehikel für die Darlegung gewisser Meinungen und Bildungsresultate wird. Zu den bedeutendsten der ersteren Kategorie zählen: „Die Gemälde“, „Die Reisenden“, „Der Alte vom Berge“, „Die Gesellschaft auf dem Lande“, „Die Verlobung“, „Musikalische Leiden und Freuden“, „Des Lebens Überfluß“ u. a.

Unter den historischen haben „Der griechische Kaiser“, „Der Tod des Dichters“ und vor allen der unvollendete „Aufruhr in den Cevennen“ Anspruch auf bleibende Bedeutung. In allen diesen Novellen entzückt nicht nur die einfache Anmut der Darstellungsweise, sondern auch die Mannigfaltigkeit lebendiger und typischer Charaktere und der Tiefsinn der poetischen Idee. Auch in den prosaischen Novellen zeigte Tieck seine Meisterschaft des Vortrags. Sein letztes größeres Werk, „Vittoria Accorombona“ (1840), entstand unter den Einwirkungen der neufranzösischen Romantik und hinterließ trotz der aufgewendeten Farbenpracht einen überwiegend peinlichen Eindruck.

Auch Tiecks sonstige literarische Tätigkeit war während der Dresdener Periode sehr ausgeprägt. 1826 übernahm er die Herausgabe und Vollendung der von A. W. v. Schlegel begonnenen Shakespeare-Übertragung und gab die hinterlassenen Schriften Heinrich v. Kleists (Berlin 1821) heraus, denen die „Gesammelten Werke“ desselben Dichters (das. 1826, 3 Bde.) folgten. Johann Gottfried Schnabels „Die Insel Felsenburg“ (Breslau 1827), „Lenz‘ gesammelte Schriften“ (1828) sowie „Shakespeares Vorschule“ (Leipz. 1823-29, 2 Bde.) etc. wurden mit Vorreden und Abhandlungen von bleibendem Wert begleitet. Aus seiner dramaturgisch-kritischen Tätigkeit erwuchsen die „Dramaturgischen Blätter“ (1826/1852; vollständige Ausgabe 1852).

1841 rief König Friedrich Wilhelm IV. den Dichter nach Berlin, wo er, durch Kränklichkeit zumeist an das Haus gefesselt und durch den Tod fast aller näheren Angehörigen sehr vereinsamt, ein zwar ehrenvolles und sorgenfreies, aber im ganzen sehr resigniertes Alter verlebte und am 28. April 1853 starb. Seine „Kritischen Schriften“ erschienen gesammelt in 2 Bänden (1848).

Tiecks vielfach widerspruchsvolle Natur kann nicht bloß aus der Zwiespältigkeit seiner Bildung, in welcher sich der Rationalismus des 18. Jahrhunderts und die mystische Romantik fortwährend bekämpften, erklärt werden, sondern ist zumeist auch noch auf das Improvisatorische, vom zufälligen Augenblick Abhängende seiner Begabung zurückzuführen, das ihn selten zu reiner Ausgestaltung seiner geist- und lebensvollen Entwürfe gelangen ließ.

Märchen der Woche 21/2010


Ludwig Tieck

Das Jüngste Gericht

Eine Vision

Ich hatte schon manches Jahr in der Welt gelebt, und niemals war es mir im Traum eingefallen, daß man dergleichen Dinge träumen könnte, wie ich sogleich beschreiben werde. Ich hatte mich immer mit dem gewöhnlichen angenehmen Schlafe beruhigt und geglaubt, es sei schon genug, die Augen zuzumachen und auszuruhen, als ich in einigen Büchern las, wie es die Autoren bedauerten, daß sie die Zeit der Nacht als wahre unnütze Faulenzer einbrachten, ohne im Schlaf ihre Pflichten und Berufsgeschäfte forttreiben zu können, zu denen doch gleichsam nur wenig Wachen gehöre; aber es sei pur unmöglich. Durch diese Winke ging mir über mein eignes unnützes Schlafen ein Licht auf, und ich beschloß, den Fehler, den ich bisher gemacht hatte, zu verbessern und durchaus meinen wachenden und schlafenden Zustand in einander zu ziehen, und zu einem einzigen zusammenhängenden Lebenslaufe zu verarbeiten, was bei mir auch weit eher, als bei Andern möglich ist, weil mein Wachen schon ein Träumen und Phantasieren ist, so daß ich fast nichts zu tun hatte, als meine Imagination noch etwas mehr überhand nehmen zu lassen, und die Sache war geschehn. Welche Aussichten, sagte ich zu mir selbst, bieten sich auf diesem Wege dar! Du brauchst keine Minute deines Lebens unnütz und ohne Beschäftigung verschwinden zu lassen, du wirst der Erste sein, der sogar seinen Schlaf nützlich und fleißig anwendet.

Im Anfang aber ging es übel. Aus Angst, ob ich auch schicklich und zweckmäßig träumen möchte, konnte ich in der ersten Zeit nicht einschlafen, denn die Materie war gleichsam noch zu zähe, daß sie sich nicht wollte verarbeiten lassen, so daß ich den folgenden Morgen recht verdrüßlich war und besser getan hätte, lieber gleich bei einem guten Buch aufzusitzen, da ich doch einmal überwacht war und nun den ganzen folgenden Tag schlafen mußte. Diesen verschlafenen Tag zog ich nun natürlich nicht mit in die Beschäftigung, weil es ein außerordentlicher Zufall war, und auf diese Art hatte ich von meiner Bemühung mehr Schaden als Vorteil. Bald darauf geriet es mir ein wenig besser, nur versah ich es darin, daß es, bei’m Lichte besehn, Lappalien waren, die ich geträumt hatte, fast nur Wiederholungen meiner Beschäftigungen und Gedanken am Tage, was mir auch nicht viel helfen konnte; doch war ich in der Kunst immer schon um einen Schritt weiter gekommen, und ich mußte mich damit trösten, daß der Anfang von allen Dingen schwer sei.

Als ich weiter kam, hatt‘ ich wieder damit meine Not, daß ich die schönsten Träume bei’m Aufwachen vergaß, oder mich während des Träumens so ängstigte, Alles zu behalten, daß ich darüber erwachen mußte. Ein andermal schien es, als wenn ich Alles recht gut behalten würde, aber wenn ich mich recht besann, so war es Tag, und ich wachte wirklich, so daß mir über die Anstrengung mein klares Bewußtsein verkümmert wurde. Kurz, ich sah ein, wie schwer es sei, selbst in der geringsten Kunst zu einer gewissen Vollendung und Vortrefflichkeit zu gelangen.

Durch meine wiederholten und fortgesetzten Bemühungen ist es mir nun aber endlich so gelungen, daß ich fast träumen kann, was ich will, so daß ich mir ordentlich des Abends ein Thema aufgebe, worüber ich nachsinnen, oder mir Vorstellungen erwecken will; so lege ich mich nieder und führe meinen Vorsatz gut durch, indem ich auch im Schlafe meine Phantasie in Schranken halte und keinen Gedanken passieren lasse, der mir nicht gut und brauchbar scheint.

Mit dieser Übung kam ich darauf, einige Bücher von den Leuten zu revidieren, die schon vor mir auf demselben Wege gewandelt waren. Ich las die Träume des Quevedo und die seines Nachahmers Moscherosch, der unter dem Namen Philander von Sittewalt geschrieben und seinen Vorgänger sehr übertroffen hat. Ohne einen von Beiden übertreffen zu wollen, setzte ich mir einen Traum zum Thema, den Beide geträumt und geschildert haben, um zu sehn, welchen Weg ich einschlagen würde, nämlich den vom jüngsten Gericht, und so mag ihn der Leser, indem ich ihn hier wieder darstelle, mit jenen beiden vergleichen, und um mir nichts übel zu nehmen, niemals vergessen, daß es nichts als ein Traum ist, in welchem die Imagination immer alle ihre Ufer und Schranken übertritt und gleichsam ihr höchstes Vergnügen darin setzt, dem gesunden Menschenverstand vor den Kopf zu stoßen, der zum Glücke tüchtige Kopfstöße vertragen kann. Wie es nichts Ungewöhnliches ist, daß viele denkende Männer über mancherlei Materien ihre Gedanken dem Publikum mitgeteilt haben, so werde ich es auch in Zukunft nicht unterlassen, über sehr verschiedentliche Gegenstände für Wißbegierige meine Träume niederzuschreiben.

Weiterlesen „Märchen der Woche 21/2010“

Gedicht der Woche 21/2010


Es fiel ein Himmelstaue

(Variation von Der Winter ist vergangen)
Musik :1536

ndl. Volkslied

Es fiel ein Himmelstaue
vor mein’s Lieb´s Fensterlein
ich weiß keine schönre Fraue
sie steht im Herzen mein
Sie hat mein Herz gefangen
das ist so sehr verwundt
könnt ich ihm Trost erlangen
so wär ich ganz gesund

Der Winter ist vergangen
Ich seh des Maien Schein
Ich seh die Läuber hangen
Und Blumen sprießen fein
In jenem grünen Tale
Da ist gar lieblich sein
Da singt Frau Nachtigalle
Und so manch Vögelein

Ich will den Mai gehn hauen
Vor mein’s Lieb´s Fensterlein
Will schenken meine Treue
Der Allerliebsten mein
Und sagen: Lieb, willst kommen
für dein klein Fenster stahn
Empfang den Mai mit Blumen
Er ist so wohlgetan

Es fiel ein Himmelstaue/ Der Winter ist vergangen

Pfingsten – aus der Brauchtumsmappe


Weil das Datum des Osterfestes variiert, da es an den ersten Frühlingsvollmond gebunden ist, fällt Pfingsten auch auf variable Termine zwischen dem 10. Mai und 13. Juni.
Der Begriff „Pfingsten” entstand aus dem griechischen Wort Pentecoste, der fünfzigste (Tag), denn laut Apostelgeschichte wurde das erste Pfingstfest am „Fest der (Weizen-) Ernte – Schawuot – fünfzig Tage nach dem österlichen Paschafest gefeiert.
Am Tage Schawuot, der später bei den Christen den Namen „Pfingsten” erhielt, ereignete sich durch die biblisch berichtete Herabkunft des Heiligen Geistes, das Pfingstwunder: Durch Feuerzungen sichtbar kam der Heilige Geist über die Jünger und bewirkte ihr Sprechen in vielen fremden Sprachen.

Das pfingstliche Brauchtum spielt entweder das pfingstliche Geschehen nach oder hat jahreszeitliche Bezüge als Frühlings- oder Maienbrauchtum.

Symbole für den Heiligen Geist ( Spiritus Sanctus),
im Johannesevangelium auch Paraklet genannt:

  • der unsichtbare Wind
    (Joh 3, 8 EU), aufgegriffen in Briefen von Athanasius und den katechetischen Lektionen von Cyril von Jerusalem
  • fließendes Wasser, Quellwasser
    (Joh 7, 37f EU; Offb 22, 17 EU) aufgegriffen z.B. von Ambrosius von Mailand in De Spiritu Sancto und von Johannes Chrysostomos in der 51. Predigt über das Johannesevangelium
  • Feuer
    (Pfingstereignis), bei Athanasius, Ambrosius von Mailand, Cyril von Jerusalem, Hildegard von Bingen
  • Salböl
    (Lk 4, 18 EU), aufgenommen in den Apostolischen Konstitutionen,
    bei Cyril von Jerusalem, im Sakrament der Firmung von der orthodoxen und der katholischen Kirche.
  • Taube
    (Taufe Jesu Matth 3, 16 EU)

Weiterlesen „Pfingsten – aus der Brauchtumsmappe“

das und dass


Mach ich auch manchmal falsch, wenn ich ohne nachzudenken schreibe, steht in meinem Text nach einem Komma – dass – selbst wenn da eigentlich ein – das- hingehört hätte. Ich muss mich also wegen so eingeschliffener Eigenarten immer selbst noch einmal kontrollieren – kann also gut verstehen, wenn Fehler gemacht werden.

Das und Dass haben den gleichen Klang, das weiche s des das ist nicht so weich, dass es sich vom harten s-Laut des dass unterscheiden lässt;  da braucht es also andere Überlegung. Man muss wohl  die Funktion der Worte betrachten, um das Problem zu knacken. Was ist das Das eigentlich?

Als erstes ein bestimmter Artikel, hier kann das auch mit dieses ersetzt werden

das Tier, das Kind, das Haus, das Auto

dazu  ein hinweisendes Fürwort (ein Demonstrativpronomen), auch hier kann das das mit dieses (oder dies) ersetzt werden.

Das hab ich schon gesagt. Zeig mir mal das Haus.

Das kann auch ein bezügliches Fürwort, ein Relativpronomen sein und lässt sich durch welches ersetzen.

Das Kleid, das ich in die Reinigung gab, ist eingelaufen.

Das Buch, das ich von Hans geborgt hatte, hat der Hund zernagt.

Deshalb MERKSATZ:

Wenn man dies/es und welches  einsetzen kann, schreibt man das.

Nun zum dass (vor der Rechtschreibreform noch daß geschrieben)

Dass ist ein Bindewort (eine Konjungation) und leitet den Nebensatz ein. Ein Nebensatz kann nicht für sich allein stehen, er gehört zum Hauptsatz. Der Nebensatz wird mit einem Fügewort eingeleitet, wie zum Beispiel mit der Konjunktion dass.

Ich glaube, dass dieser jetzt folgende Merksatz verständlich ist.

MERKSATZ:

Wenn dies(es) und welches nicht eingesetzt werden kann, schreibt man dass

 

 

Hier noch ein interessanter Blog mit Regeln

http://www.dassdas.com/regeln.php

gestorben 16.05.1703 – 7. märchenhafte Biografie


Charles Perrault

Geboren: 1201.1628 in Paris
Gestorben: 16.05.1703 in Paris

Geboren als jüngster von vier Brüdern aus wohlhabender Juristenfamilie studierte er Jura und wurde Anwalt.
Er beginnt früh zu schreiben und wird 1653 von seinem ältesten Bruder, der einen hohen Posten in der Finanzverwaltung der Krone bekleidet, am Hof eingeführt.
Er brilliert als vielseitiger Literat und brillanter Unterhalter, wird Gefolgsmann des ab 1661 machtreichen Ministers Colbert. Dank ihm wird Perault 1662 zunächst eine Art Zensor für alle dem König zugeeigneten Kunstwerke und später Oberaufseher aller königlichen Bauvorhaben.
1671 wird er mit Nachhilfe Colberts in die Académie gewählt und zu deren Sekretär ernannt. Zur gleichen Zeit (1672) heiratete er, wurde rasch vierfacher Vater, aber bald auch (1678) Witwer. 1680 gab er seinen Posten an der Académie zugunsten des Sohnes von Colbert auf. Er verliest 1687 seinen Vers-Traktat Le Siècle de Louis XIV, worin er, nicht ohne auf den Beifall des Königs zu schielen, die Überlegenheit seiner eigenen Epoche über die Antike postuliert, die bis dahin in allem als vorbildhaft galt.
Er löst damit ganz unerwartet die heftige „Querelle des Anciens et des Modernes“ aus, den wohl berühmtesten Literatenstreit der an querelles so reichen französischen Literaturgeschichte.
Interessanterweise sind fast alle großen Autoren seiner Generation (Racine, La Fontaine und vor allem Boileau) zunächst gegen die These Perraults, dass die Neuzeit sich in Kunst und Wissenschaft mit der Antike nicht nur messen könne, sondern sie inzwischen überholt habe.
Schon wenige Jahre später allerdings wird diese Vorstellung selbstverständliches Allgemeingut sein. 1694 veröffentlicht Perrault drei märchenähnliche Vers-Erzählungen.
Nach deren Erfolg publiziert er 1697 die Contes de ma mère l’Oie, eine Sammlung von 8 Märchen mit jeweils einer ironisch-witzigen Moral in Versen am Schluss.
Diese Sammlung bedeutet den Durchbruch einer anschließend sehr erfolgreichen Gattung, der contes de fées.
Etliche Märchenthemen Perraults sind schon bei Basile zu finden, so dass davon ausgegangen werden kann, dass ihm das Pentamerone bekannt war.