für die Woche 22/2009 erzählt


Der Puderpinsel

Marlis David

Prüfend betrachte ich mein Gesicht im Spiegel. Langsam, bedächtig ergreife ich meinen Puderpinsel und stäube einen matten Schimmer auf mein Gesicht.

Der Puderpinsel liegt schwer in meiner Hand. Der Griff ist aus einer – Delfter Fayence. Er schimmert in einem wunderschönen, dunklen Blau. Auf dem hellglasierten Keramikuntergrund ist ein ostasiatisches Motiv, alles in dunkelblau, abgebildet.

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Gedicht der Woche 22/2009


Pfingstbestellung

Joachim Ringelnatz

Ein Pfingstgedichtchen will heraus

ins Freie, ins Kühne.

So treibt es mich aus meinem Haus

ins Neue, ins Grüne.

Wenn sich der Himmel grau bezieht,

mich stört’s nicht im geringsten.

Wer meine weiße Hose sieht,

der merkt doch: Es ist Pfingsten.

Nun hab ich ein Gedicht gedrückt,

wie Hühner Eier legen,

und gehe festlich und geschmückt –

Pfingstochse meinetwegen –

dem Honorar entgegen.

Pfütze

55 ist eine Schnapszahl


Heut hab ich Geburtstag und ich schnapszahle!
Fünfundfünfzig, das ist eine beeindruckende Zahl. Da ist man sich sicher, seinen Lebenszenit längst überschritten und nur noch ein, mit Glück  noch zwei,  höchstens drei, allerhöchstens und fast nicht mehr gewünscht, vier  solcher Geburtstage vor sich zu haben.
Grund in sich zu gehen und nachzudenken, was war, was ist, was wird kommen? Welche Träume habe ich erreicht? Auf welche musste ich verzichten? Und an welchen arbeite ich noch immer?
War das, was schlecht war, wirklich schlecht für mich?
War das, was gut war, wirklich gut für mich?
Was würde ich genau so machen, wenn ich es wiederholen könnte, was ganz anders? Wo gab ich zuviel von mir, wo zuwenig?

Ja, so nachdenklich wirds mir, wenn ich daran denke: Fünfundfünfzig Jahre bin ich nun auf dieser Welt.
Eigentlich bin ich dankbar. Dankbar dafür, dass ich Freundschaft und Liebe erfahren habe und noch erfahre, dankbar dafür, dass ich zwei Kinder gesund großziehen konnte, dankbar für   zwei Enkel, dankbar auch für die Erfahrung, der so gewöhnlich klingende Spruch :
„Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Licht daher.

hat viel mehr Echtes in sich, als man beim ersten Hören vermutet, und dankbar bin ich dafür, den Kopf voller Märchen und Geschichten zu haben.

So bleibt mir nur noch zu sagen:

„Happy Birthday für mich!“

schmetterlinge

und die Geburtstagsfeier vorzubereiten…

Workshop Gewaltfreie Kommunikation in Berlin


Am 30. Mai 2009
findet in der Zeit von 15.00 UIhr bis 20.00 Uhr

im Haus der Stille,
Am kleinen Wannsee 9, 14109 Berlin

ein

WORKSHOP

von
der Psychotherapeutin und Trainerin für GfK Barbara Höllfritsch,

„Gewaltfreie Kommunikation“

nach Marshall Rosenberg
statt.

Durch Übungen in „Gewaltfreier Kommunikation“

Zugang finden zu unseren Gefühlen und unseren Bedürfnissen –

und dadurch vertiefende Erkenntnisse gewinnen

über uns und unsere Nächsten

und

Beziehungen tragfähig gestalten lernen

Kosten: 36,- € ermäßigt: 24,- €

zuzüglich 5,- € Unkostenbeitrag für Imbiss und Getränke

zur Planungssicherung bitte möglichst bis zum 22. Mai anmelden!

Tel: 030/805 30 64  oder info@haus-der-stille.de

Gedicht der Woche 21/2009


friedhofsengel

Himmelfahrt

Heirich Heine

Der Leib lag auf der Totenbahr,

Jedoch die arme Seele war,

Entrissen irdischem Getümmel,

Schon auf dem Wege nach dem Himmel.

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für die Woche 21/2009 erzählt


Der Wunderkot

Marianne Schaefer

Die alte Frau wohnte abgeschieden in einer kleinen Kate am Ende des Dorfes, in der Nähe einer Kleinstadt. Im Dorf wusste man nicht viel von ihr. Jemand erzählte, sie hätte ihren Mann und zwei Kinder überlebt, deshalb lebe sie so zurück gezogen. Die Frau sprach lieber mit ihren Blumen als mit Menschen, denn ihre größte Freude war ihr kleiner Garten. Dort pflanzte sie viele Sorten von Blumen, die sie jeden Samstag in der Stadt als Zubrot verkaufte. Die Erde war karg, sehr steinig und die Blumen kümmerlich, so wie ihre Rente, die nicht vorne noch hinten reichte. An den kommenden Winter durfte sie überhaupt nicht denken. Sie brauchte dringend einen warmen Wintermantel und warme Schuhe, aber woher nehmen und nicht stehlen!

Die Frau stand im Garten. Sie schaute zuerst auf die mickrigen Blumen und die Steine, die täglich zu wachsen schienen, obwohl sie von ihr immer entfernt wurden und dann mit einem flehenden Blick in den Himmel.

„Du, da oben“, den Namen Gott nahm sie schon lange nicht mehr in

den Mund, „kannst Du nicht einmal einen Blick auf meine Blumen werfen oder mir ein Wunder schicken?“

Dann setzte sie sich auf die Bank vor dem Häuschen und grübelte vor sich hin.

Plötzlich verdunkelte ein riesiger Schwarm schwarzer Vögel den Himmel. Wie auf Kommando machte es platsch, platsch, platsch. Es platschte nur so vom Himmel herunter. Der Vogelkot lag überall. Auf der Straße, im Garten, auf ihren Schuhen, sie konnte nur noch das Weite suchen.

„Was war das denn?“ fragte sich die Frau verwundert als die Vögel vorbei gezogen waren.

Wohin damit? Sie holte einen Besen und Spaten und schippte alles in ihren Garten zwischen den Blumenbeeten.

Bald danach, traute sie ihren Augen nicht. In ihrem Garten blühten die Blumen in einer Pracht, wie sie es noch nie erlebte hatte. Satte grüne Stängel und Blätter, Blüten so bunt und leuchtend, wie im Paradies. War sie bisher nur einmal in der Woche in die Stadt gefahren, um ihre Blumen zu verkaufen, so musste sie es jetzt dreimal tun.

Der Winter konnte kommen, ihr war nicht mehr bange wegen dem Mantel und der Schuhe. Sie ahnte, wem sie das zu verdanken hatte!

Nach vielen Jahren faltete sie wieder ihre Hände und sagte schlicht und einfach: „Ich danke Dir für Deine Hilfe – Du, da oben!“

Illustration: Marianne Schaefer
Illustration: Marianne Schaefer

Katzenhilfe braucht Hilfe !


Eine liebe Freundin schrieb mir eine Mitteilung, welche ich hier veröffentlichen möchte.

Es geht um Samira, einer, dieser etwa 15 Jahre alten Schildpattkatze.

Samira

Samira ist ein Sonderfall und ich wende mich mit ihr an alle Möglichkeiten, die ich finde.

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