ausgelesen: Die Tochter eines Arztes


Vor einiger Zeit begann ich mich hier mit dem Thema „Frauenroman“ auseinander zu setzen und mit dem, was man unter „Frauenroman“ eigentlich zu verstehen hat.
Denn zu unterschiedlich sind die schriftstellerischen Produkte, die so betitelt werden. Da gibt es die Romane, die eine oberflächliche, leichte Unterhaltung bieten und heutzutage die Bezeichnung „Chick – lit“ verpasst bekommen, zuvor hießen sie „Trivialliteratur“.
Dann gibt es Literatur, geschrieben von Männern oder Frauen, die den Stand der Frau in der Gesellschaft zum Thema hat, die unter dieser Bezeichnung „Frauenliteratur“ eingeordnet werden könnte
Und es gibt Literatur von Frauen, die sich mit der Gesellschaft auseinander setzen.
Alles das könnte man unter der Hauptüberschrift „Frauenliteratur“ ablegen, von Sophie von La Roche  über Hedwig Courths-Mahler bis Christa Wolf oder Juli Zeh  – ein breites Spektrum. Zu breit, um zu vergleichen und gleichzusetzen.
Dieser Roman hier ist nun ebenfalls ein „Frauenroman“. Geschrieben von einer Frau über das Leben und Lieben einer Frau.

„Die Tochter eines Arztes“ von Martina Frey hatte meine Mutter gelesen und sie war gänzlich begeistert. Sie erzählte mir bei jedem Besuch von diesem Buch, wie sie mit der Protagonistin mitfühlen konnte, wie sie von der Geschichte begeistert war, so sehr nahm sie mit, dass eine Berufswahl Frauen nicht möglich war und auch die Partnerwahl von anderen Kriterien als der empfundenen  Liebe bestimmt wurden. Meiner Mutter zu Liebe, und weil ich die Epochen von der Aufklärung bis zur Gründerzeit besonders interessant finde, habe ich dieses Buch auch gelesen – jeden Abend ein, zwei Stündchen vor dem Einschlafen. Der Roman liest sich leicht herunter, bietet eine romantische Liebesgeschichte und geschichtliche Ereignisse. Ich war zwar nicht ganz so begeistert wie meine Mutter, hatte die eine oder andere Unstimmigkeit empfunden, habe ihn aber gern und zügig gelesen. Er war für mich eine angenehme Unterhaltung, die mich nicht dümmer machte und meine Aufmerksamkeit in die „Badische Gegend“ lenkte. Wer gern Romane mit „Frauenthemen“ liest, liest auch diesen Roman bestimmt gern, wer historische Romane mag, vielleicht auch.

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ausgehört: Hausschatz deutscher Weihnacht


Heute möchte ich etwas Weihnachtliches vorstellen: die Audio-CD Hausschatz deutscher Weihnacht vom Audiobuch Verlag OHG.
Von diesen Hausschätzen gibt es noch mehr : Hausschatz deutscher Dichtung, Hausschatz deutscher Balladen, Hauschatz deutscher Liebesgeschichten, Hausschatz deutscher Märchen, Hausschatz orientalischer Märchen  und was nicht noch alles. Ich bekam dieses hier geschenkt:

Ich kannte diese Hörbuch-Hausschatz- Ausgaben bisher nicht (was vielleicht an der frugalen Titelgestaltung liegt), bin aber über die Qualität dieser Ausgabe „Hausschatz deutscher Weihnacht“ richtig begeistert. Zu einem die gelungene Zusammenstellung von Gedichten, Geschichten, Briefen, DER Weihnachtsgeschichte und auch Märchen, zum anderen die gekonnte Interpretation dieser durch die Sprecher.
Hier läuft kein betulicher Weihnachtskitsch ab, hier entsteht echte Advent- und Weihnachtsstimmung. Nur der morgensternsche „Schnupfen“ hat sich in die Auswahl irgendwie eingeschlichen – und wird vom Zuhörer wohl gern als ungeladener Gast geduldet, da er ja irgendwie immer passt.

Dieser „Weihnachtsschatz“ wurde mit 290 Minuten Spielzeit auf 4 CDs gepresst und enthält Texte, die sich für Weihnachten über Jahrzehnte, einige sogar über Jahrhunderte bewährt haben, zumeist aber nicht „zu“ bekannt sind, als dass sie beim Hörer Überdruss erzeugen würden, alles wirkt in der Darreichung frisch und neu:

CD1
Theodor Fontane – Noch ist der Herbst nicht ganz entflohen
Rainer Maria Rilke – Die hohen Tannen atmen leiser
Theodor Storm – Weihnachslied
Joseph Roth – Weihnachten in Cochinchina
Wilhelm Busch – Die Meise
A.H. Hoffmann von Fallersleben – Nussknacker
Walter Benjamin – Wintermorgen
Georg Trakl – Ein Winterabend
Theodor Storm – Brief an Gottfried Keller
Rainer Maria Rilke – Ich ließ mein Engel lange nicht los
Heinrich Heine – Altes Kaminstück
Christian Morgenstern – Der Schnupfen
Kurt Tucholsky – Himmlische Nothilfe
Fritz und Emely Koegel – Der Bratapfel
Rainer Maria Rilke – Es gibt so wunderweiße Nächte
Joachim Ringelnatz – Stille Winterstraße
Wilhelm Raabe – Weihnachtsabend in der Sperlingsgasse
Conrad Ferdinand Meyer – Die Schlittschuhe
Jakob und Wilhelm Grimm – Hänsel und Gretel
Jacob Loewenberg – An der Straßenecke
Christian Morgenstern – Winternacht
Rosa Luxemburg – Brief an Sophie Liebknecht, Dezember 1917
Friedrich Hölderlin – Winter

CD2
Peter Rosegger – Der erste Christbaum bei den Waldbauern
Rainer Maria Rilke – An der Ecke
Clemens Brentano – Wiegenlied
Richard von Volkmann-Leander – Von der Königin, die keine Pfefferkuchen backen, und dem König, der nicht das Brummeisen spielen konnte
A.H.Hoffmann von Fallersleben – Der Traum
Klabund – Winterschlaf
Theodor Fontane – Noch einmal ein Weihnachtsfest
René Schickele – Des Doktors Advent!
Christian Morgenstern – Die drei Spatzen
Theodor Fontane – Der erste Schnee
Ludwig Thoma – Christkindl-Ahnung im Advent
Georg Weissel – macht hoch die Tür
Rainer Maria Rilke – Es treibt der Wind im Winterwalde
Theodor Fontane – Des armen Mannes Weihnachtsbaum
Paula Dehmel
Weihnachtsgang
Joachim Ringelnatz – Kindergebetchen
Theodor Storm – Knecht Ruprecht
Julius Stinde – Der Weihnachtsmarkt
Kurt Tucholsky – Weihnachten
Paula Dehmel – Sankt Niklas‘ Auszug
Georg Philipp Harsdörffer – Lob des Winters
Ludwig Thoma – Der Christabend

CD3
Rainer Maria Rilke – Der Abend kommt von weit gegangen
Arthur Schnitzler – Weihnachtseinkäufe
Ludwig Thoma – Anbetung der Hirten
Anna Ritter – Vom Christkind
Das Weihnachtsevangelium nach Lukas
Arno Holz – Weihnachten
Conrad Ferdinand Meyer – Weihnacht in Ajaccio
Victor Auburtin – Grüne Weihnachten in Oberhof
Ferdinand von Saar – Christnacht
Paul Gerhardt – Wie soll ich dich empfangen
Herman Bang – Einsam am heiligen Abend
Rainer Maria Rilke – Weihnachten ist der stillste Tag im Jahr
Theodor Storm – Weihnachtsabend
J.W.von Goethe – Brief an J.Chr.Kestner, 25.Dezember 1772
Achim von Arnim – Weihnacht
Joseph Roth – Weihnachten bei den Alten
Joseph Freiherr von Eichendorff – Weihnachten
Christian Friedrich Hebbel – Die Weihe der Nacht
Bogumel Goltz – Eine Weihnachtsreise ins altpreußische Land
Eduard Mörike – Die heilige Nacht
Wilhelm Hey – Alle Jahre wieder
Franz Hessel – Lektüre unterm Weihnachtsbaum

CD4
Ludwig Thoma – Die heilige Nacht
Karl Kraus – Weihnacht
Theodor Fontane – Die Brücke am Tay
Franz Grillparzer – Weihnachten (Bei einer Zurücksetzung im Dienste)
Joachim Ringelnatz – Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuddel Daddeldu
Heinrich Seidel – Das Weihnachtsfest
Kurt Tucholsky – Groß-Stadt-Weihnachten
Joachim Ringelnatz – Einsiedlers Heiliger Abend
Christian Morgenstern – Das Weihnachtsbäumlein
Kurt Tucholsky – Was unternehme ich Silvester?
Ludwig Thoma – Neujahr bei Pastors
Heinrich von Kleist – Neujahrswunsch eines Feuerwerkers an seinen Hauptmann, aus dem Siebenjährigen Kriege
Peter Panter alias Kurt Tucholsky – Neues Leben
Heinrich Heine- Die Heil’gen drei Könige aus Morgenland
Sebastian Brant – Schenken und bereuen
Rainer Maria Rilke – Wie der Verrat nach Russland kam
Wilhelm Busch – Der Stern
Joachim Ringelnatz – Schenken
Jacob und Wilhelm Grimm – Die Sternthaler
Rainer Maria Rilke – Die heiligen drei Könige
Annette Droste-Hülshoff – Am Feste der Hl. Drei Könige

Den CDs liegt noch ein Booklett bei,das kurz auf Weihnachtsbräuche eingeht und die Biografien der SprecherInnen vorstellt. Und wirklich kamen mir diese beim Hören so Nahe, dass ich mehr über sie wissen wollte – Fotos dazu wären nett gewesen.