Nach Antragstellung


kann man Ämterfrust besser formulieren, als es Claudia Sperlich hier tat ? Nein!

 

Mein Leben als Rezitatorin und Dichterin

Wem Gott ein Amt gibt, gibt Er auch Verstand,
Doch pflegt Er dabei nicht zu übertreiben.
Zum Lesen langt es meistens, und zum Schreiben,
Wer mehr erwartet, baut auf eitel Sand.

Ein Amt zu haben und im Amt zu bleiben
Und Dienst zu tun für Leute und für Land
Ist nicht verwerflich, doch es riecht nach Brand,
Sobald sich Ämter Menschen einverleiben.

Es scheint des Amtes Amt, mir aufzubürden,
Von einem Amt zum anderen zu hasten.
In jedem sitzt vor mir ein Potentat.

Auch sind nicht alle Ämter, alle Würden
Der Gnade unsres Schöpfers anzulasten –
Denn sicher ist der Teufel Bürokrat.

© Claudia Sperlich

Ursprünglichen Post anzeigen

Advertisements

ausgehört: Die große „Begine Altmut“ – Box


Ha, da habe ich beim Schreiben der Überschrift ja richtig Probleme gehabt, denn irgendwie ist beides groß , Begine Almut und die Box mit Hörbüchern dieser Romanserie. Genaugenommen sind es fünf Romane über das Leben der Begine Almut in einer Box. Die Romane sind schon durch alle Medien gelobt, manchmal aber auch gelobthudelt worden, nämlich wenn der Artikel mehr oder weniger nur dem Wortlaut der Verlagswerbung glich – keine eigenen Eindrücke des Redakteurs,  das hat die Romanserie wirklich nicht verdient.
Von den Beginen-Krimis hatte ich gehört und mir damals gedacht. „Musste mal lesen!“- nun bekam ich diese Box Hörbücher geschenkt (und  spar mir nun das Lesen).
Wer sich fragt, was eine Begine ist, findet hier die Kurz-Erklärung von wikipedia,( lohnt aber dort die Langversion zu lesen):

Als Beginen und Begarden wurden ab dem 12. Jahrhundert in den Niederlanden und dem 13. Jahrhundert in Deutschland, Frankreich, Oberitalien und der Schweiz die Angehörigen einer Gemeinschaft christlich andächtigen Lebens ohne Klostergelübde bezeichnet. Beginen (weibliche Mitglieder) und Begarden (männliche Mitglieder, auch Lollarden oder Lollharden genannt) führten ein frommes, eheloses Leben in ordensähnlichen Hausgemeinschaften, wurden von der Kirche teilweise als häretisch gebrandmarkt und sahen sich der Verfolgung durch die Inquisition ausgesetzt. Zu Beginn der Frühen Neuzeit wurden diese Glaubensgemeinschaften, sofern sie noch bestanden, kirchlich integriert oder schlossen sich der Reformation an.

 


Die Autorin Andrea Schacht hat eine gute Entscheidung getroffen, als sie ihre mittelalterlichen Krimis um die Beginenbewegung angelegt hat . So konnte sie vom Mittelalter erzählen und trotzdem eine Heldin schaffen, die nicht fremdbestimmt in der Zeit lebt und die somit wunderbar geeignet ist, Verbrechen aufzuklären. Almut Bossart, so heißt die Begine, ist bei ihren Ermittlungen aber nicht auf sich allein gestellt, Pater Ivo stärkt sie, wo immer er kann. All das ist unterhaltsam mit etwas Witz erzählt, mit der Leichtigkeit populärer Unterhaltung.

Diese Box enthält folgende Romane, bei denen es neben dem Leben im mittelalterlichen Köln darum geht:

Der dunkle Spiegel – in diesem Roman wird die Begine Almut selbst eines Giftmordes verdächtigt – und nebenher wurde das Kölnisch Wasser erfunden

Das Werk der Teufelin – in diesem Roman wird ein Domherr von einer herabstürzenden Glocke erschlagen und seine letzten Worte sind: “ Sucht die Teufelin bei den Beginen“ – das machen die Beiden dann auch.

Die Sünde aber gebiert den Tod:- in diesem Roman gibt es ein ausgesetztes Baby mit einem Feuermal im Gesicht und einem Pergament in der Windel und dazu eine kopflose Leiche – und das Kölsch wird erfunden

Die elfte Jungfrau – in diesem Roman häufen sich tödliche Unfälle junger Frauen und eine Schülerin verschwindet aus dem Beginen-Konvent – um bald darauf mit gebrochenem Genick aufgefunden zu werden. Begine Almut und Pater Ivo entdecken eine Mordserie , der bereits zehn Jungfrauen zum Opfer gefallen waren.

Das brennende Gewand – in diesem Roman warten Begine Almut Bossart und Pater Ivo auf den Dispens des Erzbischofs. Doch es gibt eine Absage – und zu allem Überfluss wird Pater Ivo auch noch des Mordes verdächtigt, doch das wird Begine Almut nicht hinnehmen und klärt die Sache auf ihre Art.

All diese spannenden Romane wurden von den Sprecherinnen so lebendig gelesen, dass das Zuhören eine Freude ist. Besonders begeisterte mich Ulrike Hübschmann als Vorleserin und ich freute mich sehr, dass ich drei Romane von ihr hören konnte, da sie für jede Person einen eigenen Charakter mit dem Klang ihrer Stimme anlegen kann, ohne ihre Stimme zu verstellen. Doch auch Janina Sachau, von der zwei Romane gelesen werden hatte bei mir Wiedererkennensfreude ausgelöst und vermutlich wäre es mir bei Sandra Maria Schöner auch so gegangen – alle drei zähle ich zur Elite der Vorleserinnen, die mit ausgesprochen angenehmer Stimme dem Text stets das passende Tempo und den passenden Ton geben.

Diese Romanbox machte mich geradezu süchtig – und ich bedauerte es richtig, wenn ich mir mal aus irgendeinem Grund nicht meine Nachmittagsstunde mit der Begine Almut gönnen konnte. Nun hoffe ich, dass es auch bald über die Ermittlungen der Tochter der Begine, Alyss, so eine Box geben wird.

Mörderinnen


wenn es anderswo interessante Literaturbesprechnungen gibt, die man rebloggen kann, mach ich das gerne und verbreite den Beitrag. Kommentare sind  auch lesens- und bedenkenswert , ich empfehle somit zum Original zu klicken – Erstausgaben sind eben nicht zu ersetzen.

Aus Liebe zur Freiheit

mörderinnen Mörderinnen faszinieren, denn sie verstoßen nicht nur gegen die Moral und die Gesetze, sondern auch gegen Weiblichkeitsnormen. Deshalb werden sie in Filmen, in Krimis und in den Medien groß rausgebracht, während Mörder hingegen fast schon langweilig, weil so normal sind.

Dabei sind die Frauen, so könnte man die Statistik interpretieren, eigentlich ziemlich gut darin, andere Menschen umzubringen: Der Anteil der von ihnen insgesamt verübten Gewaltverbrechen beträgt zwar, über Kulturen und Zeitepochen hinweg ziemlich stabil, bloß ungefähr zehn Prozent. Ihr Anteil an „erfolgreich“ zu Ende gebrachten Tötungen hingegen satte zwanzig Prozent.

Das ist eine der Zahlen, die man aus diesem Band erfährt. Er versammelt Beiträge einer interdisziplinären Tagung Ende 2011 zum Thema „Mörderinnen: Verbrechen – Körper – Inszenierung“ an der Uni Siegen. Die unterschiedlich interessanten Texte beschäftigen sich mit allen möglichen Darstellungen von Mörderinnen, von Amazonen über Kindsmörderinnen à la Gretchen bis hin zu Bette Davis als schwestermordender „Baby Jane“ oder…

Ursprünglichen Post anzeigen 648 weitere Wörter

ausgehört: Das total gefälschte Geheim-Tagebuch vom Mann von Frau Merkel


Eigentlich ist Politik nicht lustig und was uns manche „Volksvertreter“  so bieten schon gar nicht. Eigentlich. Denn mit diesem total gefälschten Tagebuch bekommt man eine relaxtere Sicht auf unsere Postdemokratie und das Parteiengehabe und kann herzhaft darüber lachen – gutes Mittel,  nicht zu heulen.

Ich habe es als Hörbuch konsumiert – und das war genau die richtige Entscheidung, denn dieser Text kann nicht besser gelesen werden, als es Christoph Maria Herbst hier macht. Jede Betonung sitzt, wo sie hingehört, nie eine Übertreibung, nie ein Tempofehler – das allein ist schon  Klasse, das hätte selbst der große Vorlese-Paganini Ludwig Tieck nicht besser gekonnt.

Ich mag Politiker-Satire nicht, wenn sie oberflächlich ist und nur böswillig auf Äußerlichkeiten und Eigenarten eingeht – aber diese CD (und so vermute ich, auch das Buch) ging mit einem erfurchtslosen, doch respektvoll freundlich,  geistreichen Blick auf Eigenarten ein;   auf  Tagesgeschehen in der deutschen Politik und auf  Personen der Zeitgeschichte . Es  ließ mich als Hörerin oft auflachen und ständig schmunzeln – was mir beim Zeitunglesen oder Fernsehen ja nicht unbedingt so geht.

Ich wünschte mir nun einen Teil 2 des Tagebuchs, denn die Regierungszeit geht weiter und das Regieren wird  keinesfalls leichter.

Woher kommt schummeln?


Gestern hatte ich mich gefragt, woher das Wort schummeln kommt und was es wohl ursprünglich für eine Bedeutung trug. Heute wird es ja für kleine Unehrlichkeiten benutzt,die jemand anwendet, um sich einen kleinen Vorteil zu verschaffen, Regeln bricht, was man demjenigen aber nicht wirklich krumm nimmt.
Immer, wenn mich Fragen nach der Wortherkunft umtreiben, setze ich mich an den PC und schlage die online-Version „Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm“ 16 Bde. in 32 Teilbänden. Leipzig 1854-1961. auf.
Quellenverzeichnis Leipzig 1971. Online-Version vom 05.02.2014.
Gefunden habe ich:
schummeln, verb. , in volksthümlicher rede und in mundarten weit verbreitet, in verschiedener bedeutung, denen die vorstellung einer unordentlichen,schlotterigen oder hastigen bewegung (transitiv und reflexiv) zu grunde zu liegen scheint. es findet sich in allen deutschen mundarten,
auch holl. als schommelen; die litteraturbelege reichen nicht über das 16. jahrh. zurück.
eine sichere etymologie ist noch nicht gefunden,vgl. Weigand 2, 650. Franck 855.

1) intransitiv, hin und her laufen Schm. 2, 420;
geschäftig hin und her laufen Kehrein 1, 369;
stöbern, suchen, wirtschaftenten DoornkaatKoolman 3, 159a;
überhaupt laufen, gehen Weinhold 88a;
nd. bes. unordentlich, nachlässig,schlotterig einhergehen, beim gehen den körper
viel und unnötig bewegen. Adelung. Richey 372.Strodtmann 208. brem. wb. 4, 712. Schütze 4,81. Dähnert 418a:

gut geschlafen, Sofie! ja
schummele mit dem gepäck
nur
ohne zu grüszen vorbei!
Voss 2, 99 (idyll. 6, 1).
vgl.umschummeln taumeln, umstürzen:
nach dem das maul hat hoch
erhaben
sein fusz, und schlug da mit
begirn
den wolff frey mitten an sein
stirn,
das er umbschümmelt wie ein
topff.
H. Sachs 2, 4, 34d.

2) ähnlich in der ältern sprache sich schummeln,ostfries.,
sich fertig machen, sich tummeln, tüchtig rühren, beeilen, beeifern, wehren ten Doornkaat
Koolman 3, 159a, doch mehr in dem sinne ’sich davon schleichen, sich heimlich aus dem
staube machen, sich wegstehlen‘ (vgl. unten 3 u.4): ich schumelte mich damit, wuste aber nicht
wohin. Simpl. 1, 109, 1 Kurz (1, cap. 33); ich aber schumelt mich die stiege hinunter, und weil alles zulieffe, zu sehen, wie es umb die jungfer stunde, fande ich den saal von jederman gantz läer. 4, 350, 30 (vogeln. 1, 10).

3) auch transitiv, einen antreiben, wegjagen, jagen, plagen, auch in zusammensetzung fort-,
weg-, hinausschummeln. Schm. 2, 420. Höfer 3,117. Schröer 205a;
tirolisch, hin und her stoszen Schöpf 651. Hintner 215;
hin und her schieben Frommann 5, 460 (in Iglau).

4) etwas heimlich fortschaffen, entwenden, ungesehen bei seite bringen, fortpraktizieren Castelli 252:
verloren — ja versteckt! weggeschummelt!in meine tasche praktizirt! Gotter 3, 354.

5) ‚durch geschwindigkeit oder list betrügen‘ Adelung,
schweiz. schummele Seiler 265a.Albr. 207b. Frischbier 2, 322. nd. Danneil 189a.Mi 78a. ten Doornkaat Koolman 3, 159a; meist steht daneben das gewöhnlichere beschummeln (theil 1, 1598). Hintner 215. Weinhold 88a.brem. wb. 4, 712 kennen nur das letztere in dieser bedeutung. — ohne object, schwindeln Hertel sprachsch. 222,
betrügerisch spielen Spiesz 227. die verwendung geht aus von der gewandtheit des taschenspielers (bez. falschspielers), durch rasche griffe und bewegungen die leute hinters licht zu führen.

6) eine andre wendung der grundbedeutung ist die eines eiligen, ruscheligen thuns Weigand 2,
650. so besonders von küchenarbeit: schummeln, verb. raro .. schiumare la pignata, it. far fuoco, portar‘ acqua e legna in cucina, lavar‘ i piatti; scopare, fregare etc. far‘ il guattaro ò la guattera. in der küche schummeln, herumschummeln [Bd. 15, Sp. 1998] Kramer dict. 2, 682a; ebenso nl. schommelen, culinaria opera facere, agere mediastinum, despumare carnes, pisces, et lavare scutellas, expurgare supellectilem culinariam. Kilian vgl.schummelkoch, schummelmädchen. — so im heutigen nd. verbreitet für scheuern, reinigen, fegen Adelung. Richey 423. brem. wb. 4, 712
(dithmars.); vom reinigen des zinn-, messing und kupfergeräts mit wasser, sand und stroh
Schütze 4, 81; das haus oder den körper reinigen Stürenburg 238b. ten Doornkaat Koolman 3,
158b. vgl. auch sik schummeln oder schubbeln, sich scheuern, schütteln, reiben Woeste 234a.
7) kinder auf den armen wiegen, schaukeln (vgl. oben 3) Schm. 2, 420. Weinhold 88a:
wurde mit blumen geputzt, im arme geschummelt. Geisheim ged. 1, 301, s.Frommann 4, 184.
im holl. ist ’schaukeln‘ die gewöhnliche bedeutung.

8) kurzes gras mit der sichel abschneiden Campe,
so thür. Jecht 100b.

– und somit hat mich das Nachschlagen diesmal zwar weitergebildet, mir aber leider nicht die so gewünschte eindeutige Herkunft vermittelt ,4 und 5 hat bei mir den Zusammenhang des Wortes zu Bewegungen vertieft und 7 zusätzlich auch noch eine Assoziation zu „verschaukeln“ ermöglicht.

Die Königin von Saba


oder man zeigt Beiträge anderer Blogs, die einem wie aus dem Herzen geschrieben sind, so wie dieser hier über Euthanasievorhaben

Mein Leben als Rezitatorin und Dichterin

Jessica ist die jüngste Tochter der Familie Saba in Montreal. Sie wurde mit einem Herzfehler geboren und ist nun Dank moderner Medizin eine fröhliche, lebhafte und von ihren Eltern und Geschwistern innig geliebte Vierjährige.
Zur Zeit wird in Belgien darüber debattiert, ob man sich behinderter Kinder durch Euthanasie entledigen darf. Wenn ein solches Gesetz beschlossen wird, muß es, um gültig zu werden, vom König abgezeichnet werden. Die Familie Saba – auch die kleine Jessica – äußern sich hierzu in einem anrührenden Video.

Ursprünglichen Post anzeigen

Ein dichtender Kunsthistoriker


Herrlich, diese Rebloggen-Funktion, so kann man auf Beiträge anderer, die einem sehr liegen, auf dem eigenen Blog zeigen, wie diesen hier:

Mein Leben als Rezitatorin und Dichterin

Karl_Woermann[1]

Vor 81 Jahren starb der vielgereiste Kunsthistoriker Karl Woermann. Nach väterlichem Willen hatte er Reeder werden sollen, studierte stattdessen Jura, gab aber später die Anwaltspraxis auf, um Kunstgeschichte zu studieren – und war 27jährig promovierter Kunsthistoriker mit Berufserfahrung als promovierter Jurist.
Als Direktor der Dresdener Gemäldegalerie sorgte er für zahlreiche Neuerwerbungen. Er schrieb übrigens nicht nur Bücher über Kunstgeschichte und nahm als erster auch Werke von Naturvölkern als kunstgeschichtlich relevant wahr. Er schrieb auch Gedichte, ein besonders schönes davon über Jacob Isaackszoon von Ruisdael, vielleicht angesichts dieses Bildes.

Ruisdael
I.
1682.

Von Dünen, Wäldern, Wasserfällen kann
Auch solch ein Priester der Natur nicht leben.
Den Todesengel sieht der sieche Mann
Mit düstrem Fittich schon ums Haupt sich schweben.

Die Amsterdamer haben längst ihn satt,
Sein Malen und sein Hungern und sein Borgen;
Sie schicken ihn nach seiner Vaterstadt,
Nach Haarlem, heim; dort mag man für ihn sorgen.

Ursprünglichen Post anzeigen 214 weitere Wörter