Steuerreformen 1875


Jemand, der die Familienforschung nicht wie ein Hobby sondern wie eine Berufung betreibt, erzählte mir kürzlich, dass es früher so viele Johannesse gab, liegt daran, dass – dem Täufer zu Ehren – für Jungen, die auf Johannes getauft wurden, nur die halbe Taufgebühr gezahlt werden musste. Auch dass es nur sehr selten die Namenskombination von Johannes und Martin gegeben hat und die Söhne von Schmieden oft auf den Name Martin getauft wurden.
Das fand ich interessant und gut um eine Geschichte darauf aufzubauen. Deshalb wollte ich mehr darüber wissen und googelte. Fand aber noch nichts , falsch, fand nichts, was die Taufgebühr für die Namen Martin und Johannes betraf.
ich fand aber mindestens genauso interessantes, nämlich den Wegfall der erhöhte Taufgebühren für uneheliche Kinder und der Bußgelder für die Geburt eines unehelichen Kindes in Mecklenburg.

Großherzoglich Mecklenb. Landvogtei des Fürstenthums Ratzeburg.
F. Graf Eyben.

Politische Rundschau.

Mecklenburg. Am 9. Dez. ist der auf Grund des § 202 des Erbvergleiches durch den Engeren Ausschuß berufene Konvent der Ritter= und Landschaft zusammengetreten. Nach den demselben zugegangenen schwerinischen Propositionen sollen vom 1. Jan. 1876 an die Gebühren für die kirchliche Proklamation und die Trauungen, sowie das Opfer bei Trauungen, der Haustaufthaler für die Kirche, der Bußthaler bei unehelichen Geburten und die höhere Taufgebühr für uneheliche Kinder, soweit sie über die Taufgebühr für eheliche Kinder hinausgeht, in Wegfall kommen; und die Bestimmungen über die in den einzelnen Städten und Flecken zu zahlenden Begräbnißgebühren sollen einer Revision unterzogen werden.

http://wafr.lbmv.de/show.php?action=1875-12-14

Lesetip für immer


Claudias Empfehlung gebe ich gern weiter -denn besseres gibt es nicht weshalb ich  dieses nur unterstreichen kann, auch wenn dadurch dieser Blog bald zum Re-Blog wird…

Mein Leben als Rezitatorin und Dichterin

Es gibt ein Buch – eigentlich eine Anthologie, wobei viele Einzelbücher (vom Umfang her teils eher Kapitel, teils wirklich Buchlänge) auf andere bezogen sind; die literarischen Verflechtungen sind vielfältig -, das sollte jeder lesen, der irgendein Interesse an bildender Kunst, Literatur, Musik, Architektur, Sprache oder Philosophie hat. Man muß dabei nicht unbedingt in der Reihenfolge von vorn bis hinten lesen, es ist aber unumgänglich, es mit der Zeit wirklich ganz zu lesen – jedes einzelne Buch darin.

Wer dies Buch nicht liest, versteht von sämtlichen europäischen und vorderasiatischen Kulturen nicht einmal fünf Prozent.

Es ist die Bibel.

Ganz unabhängig davon, ob Sie irgendetwas von dem, was in der Bibel steht, glauben – machen Sie folgendes Gedankenexperiment: Stellen Sie sich vor, es gäbe die Bibel nicht. Streichen sie aus der Kulturgeschichte alles, was auch nur im Entferntesten mit der Bibel (und damit auch mit dem Judentum und dem Christentum) zu tun…

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Märchenhafte Bösewichte


Ich mag Märchenverfilmungen, auch wenn sie Spielarten sind, doch wie Claudia hier analysiert, manche Auslegungen richten sich gegen die Weltsicht des Urhebers und werden dadurch verfälschend.

Mein Leben als Rezitatorin und Dichterin

Ich gestehe: Ich mag Märchenfilme. Ich bin dabei wählerisch, es gibt äußerst kitschige und altbackene Märchenverfilmungen – aber eben auch sehr hochkarätige. Im Fernsehen gibt es zahlreiche in den letzten Jahren entstandene Produktionen, einige davon wirklich preiswürdig.

Aber weil die Welt eben nicht immer so ist wie im Märchen, habe ich auch was zu meckern.

Der Produzent kinderfilm drehte im Auftrag des ZDF Die sechs Schwäne, eine wunderschöne Adaption eines Märchens von Hans Christian Andersen. Zauberhaft.

Aber in einer Hinsicht ist die Adaption alles andere als werktreu – und fällt dem Autor in den Rücken, dessen tiefe protestantische Frömmigkeit sich in seinem Werk deutlich zeigt. Das geschieht subtil genug, um den Film nicht als religionsfeindlich oder in irgendeiner anderen Hinsicht intolerant zu zeigen. Aber es geschieht deutlich genug, um den Eindruck zu erwecken, die Bösen im Märchen seien Christen, die anderen nicht.

Ein Kreuz kommt mehrmals in dem…

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Brauchtumsmappe: der Adventskranz


Der Adventskranz, in Österreich Adventkranz, ist ein meist aus Tannenzweigen geflochtener Tisch- oder Hängeschmuck im Advent mit vier Kerzen, den Adventskerzen. Die Kerzen werden im Laufe der Adventszeit nacheinander entzündet: Am ersten Adventssonntag wird eine Kerze angezündet, ab dem zweiten Advent auch die zweite und so weiter.

 

Geschichte

Wichernscher Adventskranz

Adventskranz (nach J. H. Wichern)

Der Adventskranz wurde 1839 von dem evangelisch-lutherischen Theologen und Erzieher Johann Hinrich Wichern (1808–1881) im evangelischen Norddeutschland eingeführt. Knapp hundert Jahre später war er auch in katholischen Gegenden zu finden.

Der Erzählung nach nahm der Hamburger Wichern sich einiger Kinder an, die in großer Armut lebten. Er zog mit ihnen in das Rauhe Haus, ein altes Bauernhaus, und betreute sie dort. Da die Kinder während der Adventszeit immer fragten, wann denn endlich Weihnachten sei, baute er 1839 aus einem alten Wagenrad einen Holzkranz mit 20 kleinen roten und vier großen weißen Kerzen als Kalender. Jeden Tag der Adventszeit wurde nun eine weitere Kerze angezündet, an den Adventssonntagen eine große Kerze mehr, so dass die Kinder die Tage bis Weihnachten abzählen konnten.

Diese große Ausführung mit minimal 18, wenn der Heiligabend mit dem vierten Adventssonntag zusammenfällt, bis maximal 24 kleinen, wenn Heiligabend auf einen Sonnabend fällt, und vier großen Kerzen hängt in der Advents- und Weihnachtszeit beispielsweise im Kirchenraum der Sankt-Michaelis-Kirche in Hamburg sowie dem Rauhen Haus.

Aus dem traditionellen Wichernschen Adventskranz hat sich der Adventskranz mit vier Kerzen entwickelt. Seit etwa 1860 wird der Adventskranz aus Tannengrün gefertigt. 1925 wurde erstmals ein Adventskranz in einer katholischen Kirche aufgehängt. Dies geschah in Köln, 1930 folgte der erste Adventskranz in München.

Die gelegentlich geäußerte Vermutung, der Adventskranz habe schon lange vor der Zeit von Johann Hinrich Wichern existiert, beruht auf einem Gedicht, in dem der Adventskranz beschrieben und das häufig fälschlich Matthias Claudius (1740–1815) zugeschrieben wird. Tatsächlich stammt das Gedicht von seinem Urenkel Hermann Claudius (1878–1980)

Symbolik

Es gibt verschiedene Deutungen der Symbolik des Adventskranzes. Die ursprüngliche Symbolik ist die Zunahme des Lichtes als Ausdruck der steigenden Erwartung der Geburt Jesu Christi, der im christlichen Glauben als „Licht der Welt“ bezeichnet wird.

Hinzu sind verschiedene Deutungen getreten, die sich auf die Kreisform, die Symbolik des Kranzes, das Tannengrün im Winter sowie die verwendeten Farben der Kerzen bzw. auch der Schleifen beziehen: So wird der Adventskranz gern in Bezug auf den Erdkreis und die vier Himmelsrichtungen gedeutet.
Der Kreis symbolisiert auch die mit der Auferstehung gegebene Ewigkeit des Lebens, das Grün die Farbe der Hoffnung und des Lebens, und die Kerzen das kommende Licht, das in der Weihnachtsnacht die Welt erleuchtet.

Das Benediktionale der katholischen Kirche enthält einen Ritus für die Segnung des Adventskranzes. In der katholischen Kirche und katholischen Gegenden ist es zum Teil üblich, den Adventskranz mit drei violetten Kerzen und einer rosa Kerze zu schmücken.

 

Die rosa Kerze wird am dritten Adventsonntag, dem Sonntag Gaudete (lateinisch für Freuet euch!), entzündet. Die Farbsymbolik richtet sich nach der liturgischen Farbe der Paramente:
Die liturgische Farbe des Advents ist Violett; am dritten Adventsonntag können alternativ rosa (= violett, durch das die festliche Farbe Weiß hindurchscheint)

Manchmal wird der Adventkranz mit Kerzen in den vier Farben violett, rot, rosa und weiß geschmückt, die in dieser Reihenfolge entzündet werden.

Auch sind mit den einzelnen Kerzen Bezeichnungen verbunden, die der Liturgie des jeweiligen Adventssonntags entsprechen:

IsaiaskerzeJohanneskerzeMarienkerze etc.

Im katholischen Teil Irlands besteht der Adventskranz aus fünf Kerzen, drei violetten und je einer in rosa und weiß. Die drei violetten Kerzen sind für den ersten, zweiten und vierten Adventssonntag, die rosa Kerze für den Sonntag Gaudete. Die fünfte, weiße Kerze steht in der Mitte des Adventskranzes und ist für den Heiligabend.

Auch das protestantische Norwegen kennt die Tradition, die Kerzen nach der liturgischen Farbe zu wählen. Das sind nach der Tradition der lutherischen norwegischen Kirche vier violette Kerzen. In Schweden ist die erste Kerze traditionell weiß, die anderen drei violett. Das Weiß steht für die Paradiesfarbe, wie Kristin Solli Schøien im Buch „I en kurv til min datter“ aus dem Jahr 2003 beschreibt.

Es gibt die Tradition, dass am Adventskranz nebeneinanderliegende Kerzen oder die Kerzen immer gegen den Uhrzeigersinn entzündet werden. Das Anzünden der gegenüberliegenden Kerze am zweiten Advent wird in dieser Tradition als falsch betrachtet.