ich glaub ich muss mein Telefon wegschmeißen


Über die plötzliche Anrufflut habe ich ja schon berichtet, Anrufe mit unterdrückter Nummer, Anrufe mit Nummernübertragung, deutschlandweit. Eben hatte ich ein ganz besonders cleveres Exemplar, das gar nicht erst nach dem Herrn, der mir die Telefonrechnung bezahlt fragte, sondern  gleich loslegte:

Schön guten Tag, (im Hintergrund ein Getöse von Stimmen) sie sind doch Frau Herr Rezitante, Sie sprechen mit Katrin Sch… herzlichen Glückwunsch, sie haben gewonnen. Ein Preis zwischen 100 und 500 Euro von der Firma Nuschenuschel GmbH. Ihre Bank ist doch noch die Volksbank?
Ich: Erzählen Sie mal weiter.
Da legt sie auf.
Wer also meinen Preis  von der genuschelten Firma haben möchte:
Ihre Rufnummernübertragung war: +4932223320581, aber ich wette, wenn man da anruft heißt es: Die von ihnen gewählte Rufnummer ist nicht vergeben.

Kann man sowas eigentlich anzeigen, das geht mir nämlich langsam auf den Docht, und das soll was heißen. Aber das vielleicht positive daran ist, ich bekomme Lust, eine Kriminalgeschichte zu schreiben, bei der ein harmlos wirkender, schon alter Rentner den Betreiber eines solchen Callcenters mit einer Telefonschnur erdrosselt, weil der ihm das versprochene Geschenk nicht gibt und der Tat verdächtigt und verurteilt wird die Telefonistin Katrin, die dort seit einer Woche engagiert den Job macht, und  doch nichts verdient hat. Oder noch besser, auf einer Kaffeefahrt schließen sich Rentner zusammen und rotten deutschlandweit die Betreiber der kriminellen Callcenter aus und deren Programmierer noch dazu. Lass ich sie dann davonkommen? Ich kann ja nicht davon ausgehen, dass man mir abnimmt, ein Richter ersparte ihnen dann Untersuchungshaft, weil sie regelmäßig in ihren Seniorentreff gehen und sonst ganz unauffällig sind, und  ihnen noch eine Zeit lang ein bisschen Mord durchgehen lässt. Sowas gibt es nur im echten Leben, aber da ist das Motiv dann nicht sowas Böses wie Rache und übertriebener Gerechtigkeitssinn , sondern sportlicher Spass an der Freude beim Totmachen, mit engagiert körperlichen Einsatz eines durch Alkohol enthemmten jugendlichen Gymnasten aus  „gutem Hause“.

e-book: Mauerstücke-Erinnerungsgeschichten


Nun gibt es das Buch auch als e-book im pdf-Format, mit einem Klick aufs Coverbild ist man schon bei libreka.de und kann es für 7,99 € herunterladen

Beschreibung
Geschichten zur Erinnerung an die Berliner Mauer und die deutsch-deutsche Grenze, die das Land von 1961 bis 1989 in zwei feindliche Lager teilten und bis heute tiefe Wunden hinterlassen haben. Mehr als zwei Dutzend Autoren aus Ost und West haben ihre Erinnerungen, Erlebnisse und Erfahrungen in Geschichten geformt. Autoren, die sich noch an den Bau der Mauer im Jahre 1961 erinnern können; und Autoren, die noch Kind waren, als im Jahre 1989 die Mauer fiel. Autoren, die in der DDR aufgewachsen sind; und Autoren, die gelernt haben, „DDR“ stets nur in Anführungszeichen zu schreiben. Autoren, die die Wirren der Friedlichen Revolution und die dramatischen Veränderungen im Gefolge der Wiedervereinigung hautnah miterlebt haben; und Autoren, die die historischen Umwälzungen nur als ferne Beobachter verfolgten.

und hier kann man etwas im Buch blättern…

Mauerstücke – Erinnerungsgeschichten

plötzliche Anrufflut …


Rezitanten können sich normalerweise nicht über heißgeklingelte Telefone beklagen, so auch ich nicht. Doch seit Tagen klingelt mein Telefon in der Zeit von 9.00 bis 16.00 Uhr fast im Stundentakt und dubiose Menschen fragen nach dem Herrn, der meine Mobiltelefonrechnung netterweise bezahlt und der meine Nummer nie für seine Zwecke verwenden würde.
War schon lästig aber auch amüsant zu bemerken, wie die Leute am anderen Ende den Ton ändern, wenn sie nicht erreichen, was sie erreichen wollten.
Eben nun die Krönung des Ganzen, mit Rufnummerübertragung: +4930201640xx

Fast ne Dame: „Guten Tag, den Herrn  Rezi Tante (Name redaktionell geändert ) hätte ich gern gesprochen.“

Rezitante: „Guten Tag, sind Sie schon wieder so ein dubioses Callcenter?“

Fast ne Dame: „Ach, halt doch die Schnauze.“

Das nenne ich mal eine eindeutige Ansage, trotzdem unverständlich, denn nicht ich habe sie angerufen. Ich hatte ohnehin die Absicht das zu tun und eigentlich kann ich es  nicht leiden, wenn man meint, mir selbstverständliche Handlungen anweisen zu müssen.

Werte stalkende Telefonisten, ich weiß, das Geldverdienen kann hart sein, und ich kann mir vorstellen, dass es für Leute, die nichts gelernt haben noch härter ist. Muss schon frustrierend sein, vor dem Monitor einer PC-Anlage zu sitzen, die automatisch eine Adressdatei durchtelefoniert und drauf zu warten, irgendjemanden durch eine Lüge über ein Preisausschreiben ein Lotterieabo überzuhelfen um dann die Glocke im Arbeitsraum beim gemachten Abschluss bimmeln lassen zu können, man kassiert in etwa eine Provision um 30 € für den Abschluss, wenn man  die viele Zeit bedenkt, die man da sitzt, stiert und wartet, dann lügt und doch nicht bezahlt bekommt, weil man vertraglich Erfolg schuldet und nicht nur Bemühen – mal ehrlich, ist es das Wert oder ist da nicht jeder ehrliche Ein-Euro-Job eine bessere Alternative?

geboren 15.04.1861 – 27. märchenhafte Biografie


Ulrich Jahn

In diesem Jahr begehen wir den 150. Geburtstag von

Ulrich Jahn

* 15. April 1861 in Züllchow bei Stettin;

† 20. März 1900 in Berlin

Er war ein deutscher Germanist, Erzählforscher und Märchensammler für das Gebiet Pommern.  Viel Biografisches findet man leider nicht über ihn, es gibt keine Bilder und  ist eher eine rudimentäre Biografie – wie manches Erzählgut ja auch nur noch rudimentär ist – von daher irgendwie passend die Bezeichnung märchenhafte Biografie. Das ist aber ziemlich erstaunlich, weil sein Wirken in der Erzählforschung und Volkskunde trotz seiner kurzen Lebenszeit bedeutend war, auf wikipdia steht:

Jahn studierte Theologie und Germanistik in Leipzig, Berlin und Breslau. Er promovierte bei Karl Weinhold. Ab 1885 arbeitete er als Oberlehrer in Stettin. Er widmete sich dem Erfassen von Sagen in Pommern, sein Bestand umfasste 670 Sagen, von denen er nach eigener Aussage 2/3 selbst gesammelt hatte. Später begann er mit dem Sammeln von Bauerntrachten und Bauerngerätschaften. Zusammen mit dem Bankier Alexander Meyer-Cohn und dem Arzt Rudolf Virchow gründete er 1889 das Museum für deutsche Volkstrachten und Erzeugnisse des Hausgewerbes, aus dem das Berliner Museum für Volkskunde hervorging. Die erhaltenen Bestände wurden 1999 vom Museum Europäischer Kulturen übernommen.

Schriften

* Die deutschen Opferbräuche bei Ackerbau und Viehzucht. 1884

* Hexenwesen und Zauberei in Pommern. 1886.

* Schwänke und Schnurren aus Bauernmund. 1889.

* Volksmärchen aus Pommern und Rügen. Norden/Leipzig, 1891.