Impressionen Leipziger Buchmesse (3)


Wie ich schon berichtete, waren auch viele mir unbekannte Verlage auf dieser Messe, Verlage, die mit Autorenbeteiligung arbeiten, aber auch frische Nischenverlage und  Selbstverleger. Ich fand sogar einen Stand, auf dem nur ein einziges Buch beworben wurde: Harry beißt sich durch erschienen bei einem Verlag mit Namen fern-edition. Es geht dabei nicht um die gleichlautende Magazinberichtserie von Sat.1, wo ein Imbisstester sich tapfer durch alle möglichen europäischen Imbissangebote futtert, es geht um die Abenteuer eines Wellensittich. Das Buch ist wirklich hübsch illustriert und diese Illustrationen wurden auch als Postkarten und kleine Poster (total preiswert) verkauft, Merchandising – wird ja als die zeitgemäße Werbung propagiert.  Ich denke aber, dass es mehr als Werbung ist bzw. sein kann, nämlich die optimale wirtschaftliche Ausschöpfung eines Buchthemas. Hier aber hatte man nur – ganz zu Unrecht – an Werbung gedacht und wollte für eine Karte 0,30 € , dafür bekomme ich bei manchen Bäckern nicht mal eine Schrippe. Ich hatte drei Postkarten gekauft, die werden nun gerahmt das Osterkörbchen für Enkeltochter Pia aufhübschen. Mal was anderes als rosa Elfen oder Feen und doch so niedlich, wie es kleinen Mädchen gefallen könnte –  hoffe ich.

Die größeren Verlage haben das Merchandising zum Teil schon sehr weit getrieben und ich vermute, dass der Umsatz dieser Produkte – Plüschtiere, Puppen, Schreibwaren ect. schon eine größere Position in ihren Bilanzen ausmacht. Nun fürchte ich, es erzeugt bei umsatzorientierten Verlagen  die Neigung, überwiegend Werke, die  für Merchandising brauchbar sind zu verlegen. Mich persönlich nervt ja das Trendreiten der meisten Verlage, welches das Angebot von Büchern so gleich erscheinen lässt. Aber genug genörgelt.
Ich alte Märchentante fand bei Brockhaus zwei Bücher zum niederknien und anhimmeln. Besitzen will ich sie gar nicht, doch vor meinem geistigen Auge sehe ich diese Bücher auf einem  eigenen Lesepult mit viel Raum drumherum… anbetungswürdig. Hätte man wirklich etwas stilvoller präsentieren müssen, diese edlen Ausgaben der Märchen der Welt und der Sagen und Legenden. Die Seiten Goldschnitt, durchgehend illustriert, abgefüttert in Leder gebunden, die Schrift auf dem Einband goldgeprägt und dazwischen eine Beschriftung in einer Abhefthülle aus Plast… Aber, guckt mal, schön, wa? Der Preis übrigens auch,  Brockhaus ist ja auch was für Generationen.

Suchbegriffe der Woche


Das dashbord von wordpress zeigt an, mit welchen Suchbegriffen die Leute meinen Blog gefunden haben.
Meine liebsten Suchbegriffe der Woche waren:

grämliches krokodil

die gebrüder grimm wo sie klein waren
patrick süskind das kontrabass

урфин джюс википедия

ich staune ja immer wieder, dass kyrillische Buchstaben so oft auf meinen Blog führen, hier kann ich nur Urfin und wikipedia erkennen, джюс kann ich nicht mal aussprechen, aber mein russisch ist ja auch grottenschlecht, ich vermute, da wollte jemand was über den Schlauen Urfin – das Märchen von Wolkow auf wikipedia lesen

Irgendwie staune ich auch, dass die Leipziger Buchmesse bisher so … ungesucht ist. Aber, kommt bestimmt noch. Zur Zeit gibt es auch einen run mit Suchbegriffen, die auf den Film : Alice Paul – der Weg ins Licht hinführen, einen Artikel, den ich hier vor ewigen Zeiten einstellte

Impressionen von der Leipziger Buchmesse 2011 (2)


Nach zwei Stunden in Halle 2 war ich schon pausenreif. Zwischen Halle 2 Und Halle 3 befand sich ein gutbesuchter Imbiss, nicht weniger begangen als die Messehalle – für mich kein Ort zum Kräftesammeln, aber da war so eine Treppe, die in das Souterrain führte, das sah so idyllisch ruhig aus, so schön farblos, leere Tische und Stühle, junge Kellnerinnen in graugestreiften Westen, mit langen weißen Vorbindern und roten Halstüchern und an der Treppe stand eine junge Frau im Kostüm, deren Aufgabe es war, den Leuten eine offene Speisekarte vor Augen zu halten. Das fand ich zwar etwas übertrieben, aber ja, das war er, mein Ort der 20 minütigen Ruhe.

Das Foto machte ich, als ich den friedlichen Ort zwar entspannt, aber unbefriedigt verließ; als ich kam, war es viel leerer. Jedenfalls, ich machte dort den Fehler und entschied mich um 11. 45 Uhr zum Mittagessen. Schollenfilet  mit Bratkartoffeln stand auf der Karte, darunter Lachs mit Petersilienkartoffel. Ich bestellte das Schollenfilet aber mit Petersilienkartoffeln und bekam paniertes Schollenfilet. An der Panade war zu erkennen, dass es aus so einer Plastverpackung stammt, wie sie bei Edeka und Aldi in der Tiefkühltruhe liegen und dass es in einer Fritteuse zubereitet wurde, die Kartoffeln wurden vermutlich (freundlich geschätzt) schon am Vortag gekocht, im Kühlschrank aufbewahrt und nun mit etwas Butter in die Microwelle gestellt, aber das nicht lange genug, um sie zu erwärmen. Als die Kellnerin kam, um abzukassieren, hatte ich schon in meinen Gedanken fast einen Mitleidsbonus für den Betreiber, der so gern etwas darstellen möchte und so Erbärmliches ablieferte, da nahm ich ihre Anmerkung: „Ich werde in der Küche Bescheid geben.“ gelassen hin und diskutierte nicht, ob es so altruistisch von mir gemeint war und ich nur kommenden Besuchern für ihr Geld  besseres gönne oder ob es mir um mich ging.
Ich hatte mich in der Stille wieder erholt und nun schöneres vor, als Personal anderer Firmen zu belehren, ich traf mich gleich mit der Autorin  Antonia Stahn in Halle 3, mit der ich am Telefon wegen eines Buches von ihr schon Bekanntschaft geschlossen hatte.

Antonia Stahn las am Abend aus ihrem Märchenroman: Ich bleib dann mal da und ihr Bruder Mauritius Mense stellte sein Gedichtband : Marke Mauritius vor.
War richtig schön, sich  beim miteinander quatschen ins Gesicht zu sehen. Wir sind dann gemeinsam zum Stand vom Noel-Verlag gegangen, dort musste ich auch mal
“ Hallo“ sagen (alte Forenbekanntschaft). Dummerweise habe ich gerade da keinen Fotoapparat mitgenommen…
Gern hätte ich hier  gezeigt, wie viele Bücher der Noel-Verlag  so ausgestellt hatte. Das hier schon besprochene „Wolfskind“ von Martina Decker, der Märchenroman von Antonia und der Gedichteband von Mauritus waren nur ein Bruchteil der Auslagen. Für Neugier-Besucher ist ohnehin ein Stand so interessant wie der andere, deshalb hier noch ein paar Impressionen von der Messe, bevor ich in Teil 3 über meinen Glücksfund berichte.