das 196. der Kinder-und Hausmärchen


 

 heißt: Oll Rinkrank und ist eigentlich in friesisch erzählt. Ich liebte diese schlichte Erzählweise des Märchens schon als Kind.Bei der Namensdeutung kam und komme ich aber allein nicht weiter und muss mich bei wikipedia bedienen:

Namensdeutung

Auf niederdeutsch heißt rink Ring, Kreis und rank lang und dünn, man bzw. mân kann neben Mann auch Mond heißen, rôt bedeutet Ruß, Talg oder rot, rote das Verrotten.Auf friesisch heißt ring schlecht, minderwertig, kränkelnd, kümmerlich und krak auch hinfällig, schwach, mageres Tier oder boshafter Mensch.
In meiner Gegend hieße der Oll Rinkrank vermutlich nur der Olle.
Aber die Bezeichnung für die gefallene Prinzessin, Frau Mansrot, bei der habe ich schon meine Schwierigkeiten. Ich vermute jetzt, sie ist eine, die man nicht sieht (speziell Männer nicht), neumondartig, Mondruß sozusagen.

Oll Rinkrank

Dar war mal ’n König wän, un de har ’n Dochter hat: un de har ’n glasen Barg maken laten, un har segt de dar över lopen kun, an to vallen, de schull sin Dochter to ’n Fro hebben. Do is dar ok en, de mag de Königsdochter so gärn liden, de vragt den König of he sin Dochter nich hebben schal? „Ja,“ segt de König, „wenn he dar över den Barg lopen kan, an dat he valt, den schal he är hebben.“ Do segt de Königsdochter den wil se dar mit hüm över lopen un wil hüm hollen, wen he war vallen schul. Do lopt se dar mit ’nanner över, un as se dar miden up sünt, do glit de Königsdochter ut un valt, un de Glasbarg de deit sick apen, un se schütt darin hendal: un de Brögam de kan nich sen war se herdör kamen is, den de Barg het sick glick wär to dan. Do jammert un went he so väl, un de König is ok so trorig un let den Barg dar wedder weg bräken un ment he wil är wedder ut krigen, man se könt de Stä ni finnen wär se hendal vallen is. Ünnertüsken is de Königsdochter ganz dep in de Grunt in ’n grote Höl kamen. Do kumt är dar ’n ollen Kärl mit ’n ganzen langen grauen Bart to möt, un de segt wen se sin Magd wäsen wil un all don wat he bevelt, den schal se läven bliven, anners wil he är ümbringen. Do deit se all wat he är segt. ’S Morgens den kricht he sin Ledder ut de Task un legt de an den Barg un sticht darmit to ’n Barg henut: un den lukt he de Ledder na sick ümhoch mit sick henup. Un den mut se sin Äten kaken und sin Bedd maken un all sin Arbeit don, un den, wen he wedder in Hus kumt, den bringt he alltit ’n Hüpen Golt un Sülver mit. As se al väl jaren bi em wäsen is un al ganz olt wurden is, do het he är Fro Mansrot, un se möt hümoll Rinkrank heten. Do is he ok ins enmal ut, do makt se hüm sin Bedd un waskt sin Schöttels, un do makt se de Dören un Vensters all dicht to, un do is dar so ’n Schuf wäsen, war ’t Lecht herin schint het, dat let se apen. As d’ oll Rinkrank do wedder kumt, do klopt he an sin Dör un röpt „Fro Mansrot, do mi d’ Dör apen.“ „Na,“ segt se, „ik do di, oll Rinkrank, d’ Dör nich apen.“ Do segt he

„hir sta ik arme Rinkrank
up min söventein Benen lank
up min en vergüllen Vot,
Fro Mansrot, wask mi d’ Schöttels.“

„’k heb din Schöttels al wusken“ segt se. Do segt he wedder

„hir sta ik arme Rinkrank
up min söventein Benen lank,
up min en vergüllen Vot,
Fro Mansrot, mak mi ’t Bedd.“

„’k heb din Bedd al makt“ segt se. Do segt he wedder

„hir sta ik arme Rinkrank
up min söventein Benen lank,
up min en vergüllen Vot,
Fro Mansrot, do mi d’ Dör apen.“

Do löpt he all runt üm sin Hus to un süt dat de lütke Luk dar apen is, do denkt he „du schast doch ins tosen wat se dar wol makt, warüm dat se mi d’ Dör wol nich apen don wil.“ Do wil he dar dör kiken un kan den Kop dar ni dör krigen van sin langen Bart. Do stekt he sin Bart dar erst dör de Luk, un as he de dar hendör het, do geit Fro Mansrot bi un schuft de Luk grad to mit ’n Bant, de se dar an bunnen het, un de Bart blift darin vast sitten. Do fangt he so jammerlik an to kriten, dat deit üm so sär: un do bidd’t he är se mag üm wedder los laten. Do segt se er nich as bet he är de Ledder deit, war he mit to ’n Barg herut sticht. Do mag he willen oder nich, he mot är seggen war de Ledder is. Do bint se ’n ganzen langen Bant dar an de Schuf, un do legt se de Ledder an un sticht to ’n Barg herut: un as se baven is, do lukt se de Schuf apen. Do geit se na är Vader hen un vertelt wo dat är all gan is. Do freut de König sick so un är Brögam is dar ok noch, un do gat se hen un gravt den Barg up un finnt den ollen Rinkrank mit all sin Golt ün Sülver darin. Do let de König den ollen Rinkrank dot maken, un all sin Sülver un Golt nimt he mit. Do kricht de Königsdochter den ollen Brögam noch ton Mann, un se lävt recht vergnögt un herrlich un in Freuden.

Oll Rinkrank

Es war einmal ein König, und der hatte eine Tochter; der hatte er einen gläsernem Berg machen lassen und hatte gesagt: Wer darüber laufen könne, ohne zu fallen, der sollte seine Tochter zur Frau haben.
Nun war da auch einer, der mochte die Königstochter von Herzen gern leiden. Der fragte den König, ob er seine Tochter nicht haben könnte?
„Ja“, sagte der König; „wenn er über den Berg laufen könnte, ohne zu fallen, dann könnte er sie haben.
Da sagte die Königstochter, sie wollte mit ihm hinüber laufen und ihn halten, wenn er fallen sollte. Da lief sie nun mit ihm hinüber; wie sie aber mitten drauf waren, glitt die Königstochter aus und fiel, und der Glasberg öffnete sich, und sie stürzte da hinein, und der Bräutigam konnte nicht sehen, wo sie geblieben war; denn der Berg hatte sich gleich wieder geschlossen. Da jammerte und weinte er so sehr; und der König war auch so sehr traurig und ließ den Berg wieder abbrechen und meinte, er könnte sie so wieder herausbekommen; aber man konnte die Stelle nicht finden, wo sie hinuntergefallen war.

Unterdessen war die Königstochter ganz tief auf den Grund in eine große Höhle gekommen. Da kam ihr so ein alter Kerl mit einem ganz langen grauen Bart entgegen; und der sagte, wenn sie seine Magd werden wollte und alles täte, was er ihr befehle, dann sollte sie am Leben bleiben; sonst würde er sie umbringen.

Da tat sie alles, was er ihr sagte. Am Morgen nahm er seine Leiter aus der Tasche, legte sie an den Berg und stieg damit aus dem Berg heraus; und dann zog er die Leiter zu sich herauf.

Und dann musste sie sein Essen kochen und sein Bett machen und alle Arbeit tun; und wenn er dann wieder nach Hause kam, brachte er immer einen Haufen Gold und Silber mit.

Als sie viel Jahre bei ihm gewesen und ganz alt geworden war, da nannte er sie „Frau Mansrot“, und sie musste ihn „Oll Rinkrank“ nennen.

Als er wieder einmal hinaus war, da machte sie ihm sein Bett und wusch seine Schüsseln. Und dann machte sie alle Türen und Fenster dicht zu, da war nur ein Schiebefenster, wo Licht hineinschien; das ließ sie offen.

Als der alte Rinkrank nun wiederkam, da klopfte er an die Tür und rief: „Frau Mansrot, mach mir die Türe auf!“

„Nein“, sagte sie, „ich tu‘ dir, oll Rinkrank, die Türe nicht auf.“

Da sagte er:

„Hier steh ich armer Rinkrank!
auf mein siebzehn Beinen lang
auf mein einem vergoldeten Fuß
Frau Mansrot,wasch meine Schüsseln!“

„Ich habe deine Schüsseln schon gewaschen!“ sagte sie.

Da sagte er wieder:

„Hier steh ich armer Rinkrank!
auf mein siebzehn Beinen lang
auf mein einem vergoldeten Fuß
Frau Mansrot,mach mir mein Bett!“

„Ich habe dein Bett schon gemacht“, sagte sie.

Da sagte er wieder:

„Hier steh ich armer Rinkrank!
auf mein siebzehn Beinen lang
auf mein einem vergoldeten Fuß
Frau Mansrot,mach mir die Tür auf!“

Da lief er rund um sein Haus und sah, dass die kleine Luke offen war; da dachte er: „Du musst doch einmal nachgucken, was sie da wohl macht und warum sie die Tür nicht aufmachen will.“

Da will er nun durch die Luke hindurchgucken und kann den Kopf nicht durchkriegen wegen seinem langen Bart. Da steckt er seinen Bart erst durch die Luke, und als er ihn da hindurch gesteckt hatte, da kam die Frau Mansrot herbei und zog die Luke grade mit einem Band zu, das sie daran gebunden hatte, und so blieb der Bart fest darin sitzen. Da fing er jämmerlich an zu schreien, das täte ihm so weh. Und da bat er sie, sie möchte ihn doch wieder loslassen.

Da sagte sie : Eher nicht, als bis er ihr die Leiter gäbe, mit der er zum Berg heraus steige.

Da mochte er nun wollen oder nicht, er musste ihr sagen, wo die Leiter wäre.

Da band sie ein ganz langes Band an das Schiebefenster, und dann legte sie die Leiter an und stieg aus dem Berg heraus; und wie sie oben ist, da zieht sie das Schiebefenster auf.

Dann ging sie zu ihrem Vater und erzählte ihm, wie es ihr ergangen war. Da freute sich der König sehr und ihr Bräutigam lebte auch noch.

Und nun gingen sie hin und gruben den Berg auf und fanden den alten Rinkrank mit all seinem Gold und Silber darin.

Da ließ der König den alten Rinkrank töten und sein Gold und Silber nahm er mit sich fort. Die Königstochter aber bekam den früheren Bräutigam zum Mann und sie lebten vergnügt und herrlich und in Freuden.

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das 51. der Kinder- und Hausmärchen


heißt  Fundevogel (in den ersten Ausgaben noch: Vom Fundevogel ) und gehörte zu meinen Lieblingsmärchen als ich Kind war, und ich schätze es noch immer. Es war mir  lieber als das Märchen von  Hänsel und Gretel, mit dem es viel Gemeinsames hat, weil die Eltern hier keinen so „bösen Part“ haben, allerdings kommt die Not in diesem Märchen auch nicht so zum Vorschein. Die aufgezählten Verwandlungen in: Rosenstock und Rose; Kirche und Krone; Wasser und Ente gibt es öfter im Märchen und jedes Mal wundere ich mich über Kirche und Krone; diese Produkte der Zivilisation zwischen der „Natur“. Eine Erklärung kann man sich nur denken und die wird dann vermutlich falsch sein.  Hinweise habe ich in den Anmerkungen keine gefunden.

Eugen Drewermann, der die Kinder- und Hausmärchen mal psychologisch ausdeutete, schrieb über die Bedrohung des Todes im Fundevogel den Verwandlungen folgende(mir für das Märchen zu weit hergeholte, aber interessant und schön zu lesende) Bedeutung zu:

Rosenstock und Rose ist die Antwort der Jugend,die „unmittelbarste, fröhlichste und heiterste Reaktion auf die Nähe des Todes, sich seinen Augen zu entziehen in dem Blühen und Reifen jugendlicher Schönheit.“
Kirche und Krone ist die Antwort in der Mitte des Lebens; „jeder Mensch ist der Souverän seines eigenen Lebens und besitzt in sich selbst  Würde und Größe, ist autonom in seinem Fühlen und Denken“
See und Ente ist die Antwort im vorrückenden Alter und „Symbol einer Verwandlung, die den Tod selber zu töten vermag, indem sie das Wunder der Schöpfung der Welt im Leben eines einzelnen Menschen erneuert und ihn, der in der Zeit aus dem Nichtsein entstand, aus der Vergänglichkeit der Zeit in ein Dasein jenseits von Zeit und Raum entläßt.“

Die Grimms schrieben in den Anmerkungen zu den KHM: 
Aus der Schwalmgegend in Hessen. Es wird auch erzählt daß die Köchin die böse Frau des Försters war, und Fragen und Antwort werden anders gestellt z. B. „ihr hättet die Rose nur abbrechen sollen, der Stock wäre schon nachgekommen“. Voß hat das Märchen in seiner Jugend erzählen hören und theilt Bruchstücke daraus mit in den Anmerkungen zu seiner neunten Idylle. Ein ähnliches Aufsuchen der Flüchtigen in Rolf Krakes Sage Cap. 2. Bei Colshorn Nr. 69. Verwandt ist das Märchen vom Liebsten Roland (Nr. 56).

 Fundevogel

Es war einmal ein Förster, der ging in den Wald auf die Jagd, und wie er in den Wald kam, hörte er schreien, als ob es ein kleines Kind wäre. Er ging dem Schreien nach und kam endlich zu einem hohen Baum, und oben darauf saß ein kleines Kind. Es war aber die Mutter mit dem Kinde unter dem Baum eingeschlafen, und ein Raubvogel hatte das Kind in ihrem Schoße gesehen: da war er hinzu geflogen, hatte es mit seinem Schnabel weggenommen und auf den hohen Baum gesetzt.

Der Förster stieg hinauf, holte das Kind herunter und dachte: „Du willst das Kind mit nach Haus nehmen und mit deinem Lenchen zusammen aufziehn.“
Er brachte es also heim, und die zwei Kinder wuchsen mit einander auf. Das aber, das auf dem Baum gefunden worden war, und weil es ein Vogel weggetragen hatte, wurde Fundevogel geheißen. Fundevogel und Lenchen hatten sich so lieb, nein so lieb, dass wenn eins das andere nicht sah, ward es traurig.

Der Förster hatte aber eine alte Köchin, die nahm eines Abends zwei Eimer und fing an Wasser zu schleppen, und ging nicht einmal sondern viele Mal hinaus an den Brunnen. Lenchen sah es und sprach: „Hör einmal, alte Sanne, was trägst du denn so viel Wasser zu?“
„Wenn du es keinem Menschen wieder sagen willst, so will ich dir es wohl sagen.“
Da sagte Lenchen nein, sie wollte es keinem Menschen sagen und so sprach die Köchin: „Morgen früh, wenn der Förster auf die Jagd ist, da koche ich das Wasser, und wenn es im Kessel siedet, werfe ich den Fundevogel hinein, und will ihn darin kochen.“

Des andern Morgens in aller Frühe stieg der Förster auf und ging auf die Jagd, und als er weg war, lagen die Kinder noch im Bett. Da sprach Lenchen zum Fundevogel: „Verlässt du mich nicht, so verlass ich dich auch nicht:“ und sprach der Fundevogel: „Nun und nimmermehr.“
Da sprach Lenchen: „Ich will es dir nur sagen, die alte Sanne schleppte gestern Abend so viel Eimer Wasser ins Haus, da fragte ich sie warum sie das täte, so sagte sie, wenn ich es keinem Menschen sagen wollte, so wollte sie es mir wohl sagen; sprach ich, ich wollte es gewiss keinem Menschen sagen: da sagte sie, morgen früh, wenn der Vater auf die Jagd wäre, wollte sie den Kessel voll Wasser sieden, dich hineinwerfen und kochen. Wir wollen aber geschwind aufsteigen, uns anziehen und zusammen fortgehen.“

Also standen die beiden Kinder auf, zogen sich geschwind an und gingen fort. Wie nun das Wasser im Kessel kochte, ging die Köchin in die Schlafkammer, wollte den Fundevogel holen und ihn hinein werfen. Aber, als sie hinein kam und zu den Betten trat, waren die Kinder alle beide fort: da wurde ihr grausam angst, und sie sprach vor sich: „Was will ich nun sagen, wenn der Förster heim kommt und sieht dass die Kinder weg sind? Geschwind hinterher, dass wir sie wieder kriegen.“

Da schickte die Köchin drei Knechte nach, die sollten laufen und die Kinder einholen. Die Kinder aber saßen vor dem Wald, und als sie die drei Knechte von weitem laufen sahen, sprach Lenchen zum Fundevogel: „Verlässt du mich nicht, so verlass ich dich auch nicht.“ Da sprach Fundevogel:„Nun und nimmermehr.“
Da sagte Lenchen: „Werde du zum Rosenstöckchen, und ich zum Röschen darauf.“
Wie nun die drei Knechte vor den Wald kamen, so war nichts da als ein Rosenstrauch und ein Röschen oben drauf, die Kinder aber nirgends. Da sprachen sie: „Hier ist nichts zu machen,“ und gingen heim und sagten der Köchin, sie hätten nichts in der Welt gesehen als nur ein Rosenstöckchen und ein Röschen oben darauf.
Da schalt die alte Köchin: „Ihr Einfaltspinsel, ihr hättet das Rosenstöckchen sollen entzwei schneiden und das Röschen abbrechen und mit nach Haus bringen, geschwind und tut es.“


Sie mussten also zum zweiten Mal hinaus und suchen. Die Kinder sahen sie aber von weitem kommen, da sprach Lenchen: „Fundevogel, verlässt du mich nicht, so verlass ich dich auch nicht.“ Fundevogel sagte:„Nun und nimmermehr.“
Sprach Lenchen: „So werde du eine Kirche und ich die Krone darin.“
Wie nun die drei Knechte dahin kamen, war nichts da als eine Kirche und eine Krone darin. Sie sprachen also zueinander: „Was sollen wir hier machen, lasst uns nach Hause gehen.“
Wie sie nach Haus kamen, fragte die Köchin ob sie nichts gefunden hätten: so sagten sie nein, sie hätten nichts gefunden als eine Kirche, da wäre eine Krone darin gewesen.
„Ihr Narren,“ schalt die Köchin, „warum habt ihr nicht die Kirche zerbrochen und die Krone mit heim gebracht?“
Nun machte sich die alte Köchin selbst auf die Beine und ging mit den drei Knechten den Kindern nach.
Die Kinder sahen aber die drei Knechte von weitem kommen, und die Köchin wackelte hinten nach. Da sprach Lenchen: „Fundevogel, verlässt du mich nicht, so verlass ich dich auch nicht.“ Da sprach der Fundevogel: „Nun und nimmermehr.“
Sprach Lenchen: „Werde zum Teich und ich die Ente drauf.“
Die Köchin kam an und als sie den Teich sah, legte sie sich drüber hin und wollte ihn aussaufen. Aber die Ente kam schnell geschwommen, fasste sie mit ihrem Schnabel beim Kopf und zog sie ins Wasser hinein, da musste die alte Hexe ertrinken.
Da gingen die Kinder zusammen nach Haus und waren herzlich froh; und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch.

das 33. der Kinder- und Hausmärchen


heißt Die drei Sprachen. In den Anmerkungen schrieben die Grimms: Aus Oberwallis, von Hans Truffer aus Visp erzählt. Unter dem Pabst ist vielleicht Silvester II. (Gerbert) gemeint, von dem Vincent. Bellov. (Spec. hist. 24, 98) sagt ibi (zu Sevilla) didicit et cantus avium et volatus mysterium. Aber auch von der Wahl Innocenz  III. (im J. 1198) wird erzählt drei Tauben seien in der Kirche umher geflogen und zuletzt habe sich eine weiße zu seiner rechten gesetzt; s. Raumer Hohenstaufen 3, 74.
Heute ist für die meisten eher  interessant und wichtig, dass, wie auch in Hans mein Igel, ein vom Vater  nicht geschätzter, ja sogar  gehasster Sohn konsequent seinen Weg gemacht hat und es so weiter gebracht hat, als jeder andere.

Die drei Sprachen.

In der Schweiz lebte einmal ein alter Graf, der hatte nur einen einzigen Sohn, aber er war dumm und konnte nichts lernen. Da sprach der Vater: „Höre, mein Sohn, ich bringe nichts in deinen Kopf, ich mag es anfangen wie ich will. Du musst fort von hier, ich will dich einem berühmten Meister übergeben, der soll es mit dir versuchen.“
Der Junge ward in eine fremde Stadt geschickt, und blieb bei dem Meister ein ganzes Jahr. Nach Verlauf dieser Zeit kam er wieder heim, und der Vater fragte: „Nun, mein Sohn, was hast du gelernt?“

„Vater, ich habe gelernt was die Hunde bellen“ antwortete er.
„Dass Gott erbarm,“ rief der Vater aus, „ist das alles, was du gelernt hast? ich will dich in eine andere Stadt zu einem andern Meister tun.“
Der Junge ward hingebracht, und blieb bei diesem Meister auch ein Jahr. Als er zurückkam, fragte der Vater wiederum: „Mein Sohn, was hast du gelernt?“
Er antwortete „Vater, ich habe gelernt was die Vögli sprechen.“
Da geriet der Vater in Zorn und sprach: „Oh, du verlorener Mensch, hast die kostbare Zeit hingebracht und nichts gelernt, und schämst dich nicht mir unter die Augen zu treten? Ich will dich zu einem dritten Meister schicken, aber lernst du auch diesmal nichts, so will ich dein Vater nicht mehr sein.“
Der Sohn blieb bei dem dritten Meister ebenfalls ein ganzes Jahr, und als er wieder nach Haus kam und der Vater fragte:„Mein Sohn, was hast du gelernt?“ So antwortete er: „Lieber Vater, ich habe dieses Jahr gelernt was die Frösche quacken.“
Da geriet der Vater in den höchsten Zorn, sprang auf, rief seine Leute herbei und sprach: „Dieser Mensch ist mein Sohn nicht mehr, ich stoße ihn aus und gebiete euch dass ihr ihn hinaus in den Wald führt und ihm das Leben nehmt.“
Sie führten ihn hinaus, aber als sie ihn töten sollten, konnten sie nicht vor Mitleiden und ließen ihn gehen. Sie schnitten einem Reh Augen und Zunge aus, damit sie dem Alten die Wahrzeichen bringen konnten.

Der Jüngling wanderte fort und kam nach einiger Zeit zu einer Burg, wo er um Nachtherberge bat. „Ja,“ sagte der Burgherr, „wenn du da unten in dem alten Turm übernachten willst, so gehe hin, aber ich warne dich, es ist lebensgefährlich, denn er ist voll wilder Hunde, die bellen und heulen in einem fort, und zu gewissen Stunden müssen sie einen Menschen ausgeliefert haben, den sie auch gleich verzehren.“
Die ganze Gegend war darüber in Trauer und Leid, und konnte doch niemand helfen. Der Jüngling aber war ohne Furcht und sprach:„Lasst mich nur hinab zu den bellenden Hunden, und gebt mir etwas, das ich ihnen vorwerfen kann; mir sollen sie nichts tun.“ Weil er nun selber nicht anders wollte, so gaben sie ihm etwas Essen für die wilden Tiere und brachten ihn hinab zu dem Turm. Als er hinein trat, bellten ihn die Hunde nicht an, wedelten mit den Schwänzen ganz freundlich um ihn herum, fraßen was er ihnen hinsetzte und krümmten ihm kein Härchen. Am andern Morgen kam er zu jedermanns Erstaunen gesund und unversehrt wieder zum Vorschein und sagte zu dem Burgherrn: „Die Hunde haben mir in ihrer Sprache offenbart warum sie da hausen und dem Lande Schaden bringen. Sie sind verwünscht und müssen einen großen Schatz hüten, der unten im Turme liegt und kommen nicht eher zur Ruhe als bis er gehoben ist, und wie dies geschehen muss, das habe ich ebenfalls aus ihren Reden vernommen.“
Da freuten sich alle die das hörten, und der Burgherr sagte er wollte ihn an Sohnes statt annehmen, wenn er es glücklich vollbrächte. Er stieg wieder hinab, und weil er wusste was er zu tun hatte, so vollführte er es und brachte eine mit Gold gefüllte Truhe herauf. Das Geheul der wilden Hunde ward von nun an nicht mehr gehört, sie waren verschwunden, und das Land war von der Plage befreit.

Über eine Zeit kam es ihm in den Sinn, er wollte nach Rom fahren. Auf dem Weg kam er an einem Sumpf vorbei, in welchem Frösche saßen und quakten. Er horchte auf, und als er vernahm was sie sprachen, ward er ganz nachdenklich und traurig. Endlich langte er in Rom an, da war gerade der Papst gestorben, und unter den Kardinälen großer Zweifel wen sie zum Nachfolger bestimmen sollten. Sie wurden zuletzt einig derjenige sollte zum Papst erwählt werden, an dem sich ein göttliches Wunderzeichen offenbaren würde. Und als das eben beschlossen war, in demselben Augenblick trat der junge Graf in die Kirche, und plötzlich flogen zwei schneeweiße Tauben auf seine beiden Schultern und blieben da sitzen. Die Geistlichkeit erkannte darin das Zeichen Gottes und fragte ihn auf der Stelle ob er Papst werden wolle. Er war unschlüssig und wusste nicht ob er dessen würdig wäre, aber die Tauben redeten ihm zu dass er es tun möchte, und endlich sagte er „ja.“
Da wurde er gesalbt und geweiht, und damit war eingetroffen, was er von den Fröschen unterwegs gehört, und was ihn so bestürzt gemacht hatte, dass er der heilige Papst werden sollte. Darauf musste er eine Messe singen und wusste kein Wort davon, aber die zwei Tauben saßen stets auf seinen Schultern und sagten ihm alles ins Ohr.

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Eine junge Frau, deren einziger Halt eine Mandoline zu sein scheint und ein Mann, der verzweifelt gegen den Diebstahl seiner Erinnerungen kämpft.
Ein Käfig, in den sich eine Frau gesperrt hat, die nicht weiß, ob sie aus ihm ausbrechen soll. Eine ältere Dame, welche immer zuerst ihre Monster wegsperren muss.
Ein Kind, fasziniert von einer exotischen Frau im benachbarten Wintergarten, die sie nur aus ihrem Versteck heraus beobachten kann.Neun Kurzgeschichten. Neun Seelenabgründe. Neun Hoffnungsschimmer. Wer zwischen den Zeilen liest, erkennt oftmals das, was ihn zutiefst ängstigt. [9402 Wörter]Auszug aus -Verblasst-
[»Was ist los, Jens?«
Er zog die Brauen zusammen, musterte sie. Sein Lächeln schien verkehrt herum. Er spürte das, fühlte wie sich seine Lippen auflösten, als ob sie jemand wegradierte. Plötzlich wurde er ernst, sein Blick glitt in die Ferne und verharrte an einem Punkt, den er nur verschwommen sah. Eine Straßenlaterne, eine Neonreklame, vielleicht.
»….Niemand kann dir etwas wegnehmen, was sich in deinem Kopf befindet.» Ihre Stimme klang ungewohnt streng.][Ab und zu saß Frau Wieloch im Wintergarten und strickte. Immer an dem selben Pullover, der vielleicht aber auch ein Schal werden sollte. Egal was sie tat, ich war fasziniert von dem, wie sie es tat. Mit ihrem dunklen Teint und den schwarzen langen Haaren sah sie aus, wie ich mir eine indische Prinzessin vorstellte. ] Die Prinzessin im Wintergarten

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