Impressionen von der Leipziger Buchmesse 2011 (2)


Nach zwei Stunden in Halle 2 war ich schon pausenreif. Zwischen Halle 2 Und Halle 3 befand sich ein gutbesuchter Imbiss, nicht weniger begangen als die Messehalle – für mich kein Ort zum Kräftesammeln, aber da war so eine Treppe, die in das Souterrain führte, das sah so idyllisch ruhig aus, so schön farblos, leere Tische und Stühle, junge Kellnerinnen in graugestreiften Westen, mit langen weißen Vorbindern und roten Halstüchern und an der Treppe stand eine junge Frau im Kostüm, deren Aufgabe es war, den Leuten eine offene Speisekarte vor Augen zu halten. Das fand ich zwar etwas übertrieben, aber ja, das war er, mein Ort der 20 minütigen Ruhe.

Das Foto machte ich, als ich den friedlichen Ort zwar entspannt, aber unbefriedigt verließ; als ich kam, war es viel leerer. Jedenfalls, ich machte dort den Fehler und entschied mich um 11. 45 Uhr zum Mittagessen. Schollenfilet  mit Bratkartoffeln stand auf der Karte, darunter Lachs mit Petersilienkartoffel. Ich bestellte das Schollenfilet aber mit Petersilienkartoffeln und bekam paniertes Schollenfilet. An der Panade war zu erkennen, dass es aus so einer Plastverpackung stammt, wie sie bei Edeka und Aldi in der Tiefkühltruhe liegen und dass es in einer Fritteuse zubereitet wurde, die Kartoffeln wurden vermutlich (freundlich geschätzt) schon am Vortag gekocht, im Kühlschrank aufbewahrt und nun mit etwas Butter in die Microwelle gestellt, aber das nicht lange genug, um sie zu erwärmen. Als die Kellnerin kam, um abzukassieren, hatte ich schon in meinen Gedanken fast einen Mitleidsbonus für den Betreiber, der so gern etwas darstellen möchte und so Erbärmliches ablieferte, da nahm ich ihre Anmerkung: „Ich werde in der Küche Bescheid geben.“ gelassen hin und diskutierte nicht, ob es so altruistisch von mir gemeint war und ich nur kommenden Besuchern für ihr Geld  besseres gönne oder ob es mir um mich ging.
Ich hatte mich in der Stille wieder erholt und nun schöneres vor, als Personal anderer Firmen zu belehren, ich traf mich gleich mit der Autorin  Antonia Stahn in Halle 3, mit der ich am Telefon wegen eines Buches von ihr schon Bekanntschaft geschlossen hatte.

Antonia Stahn las am Abend aus ihrem Märchenroman: Ich bleib dann mal da und ihr Bruder Mauritius Mense stellte sein Gedichtband : Marke Mauritius vor.
War richtig schön, sich  beim miteinander quatschen ins Gesicht zu sehen. Wir sind dann gemeinsam zum Stand vom Noel-Verlag gegangen, dort musste ich auch mal
“ Hallo“ sagen (alte Forenbekanntschaft). Dummerweise habe ich gerade da keinen Fotoapparat mitgenommen…
Gern hätte ich hier  gezeigt, wie viele Bücher der Noel-Verlag  so ausgestellt hatte. Das hier schon besprochene „Wolfskind“ von Martina Decker, der Märchenroman von Antonia und der Gedichteband von Mauritus waren nur ein Bruchteil der Auslagen. Für Neugier-Besucher ist ohnehin ein Stand so interessant wie der andere, deshalb hier noch ein paar Impressionen von der Messe, bevor ich in Teil 3 über meinen Glücksfund berichte.

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3 Kommentare zu „Impressionen von der Leipziger Buchmesse 2011 (2)

  1. Liebe Bettina,
    ich war auch auf der Buchmesse, und war abends total erschöpt. Ich fand sie doch sehr interessant. Es war für mich das erste Mal. Ich wußte gar nicht wohin nun zuerst, denn alle paar Meter tat sich ja ein neuer Stand auf.
    Lass mal wieder was von Dir hören. Ich suche eine Autorengruppe, die ihre Texte bespricht, und natürlich auch an Lesungen interessiert ist. Weißt Du was?
    Herzliche Grüße
    Ina

  2. Autorengruppe… hab ich ja gerade nicht so die Zeit dafür, aber ich weiß, das es im Friedrichshain eine gibt/gab – recht rührig, ich gucke mal
    Schön wiedermal von Dir zu lesen Ina! Ist Deine Gruppe nicht mehr aktiv? ich fand das so schön mit den Lesungen…

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