eine der anrührendsten Weihnachtsgeschichten


hat für mich O.Henry geschrieben. Ich frage mich, ob ihm eine antike Sage bekannt war, die zusammengefasst so ging:

Jupiter und noch zwei andere Götter wandelten unerkannt auf der Erde um die Menschen zu prüfen. Doch diese ehrten das Gastrecht nicht und überall, wo sie anklopften, wurden sie abgewiesen. dann kamen sie zu einer armseligen Hütte hoch oben in den Bergen, da lebte ein altes Ehepaar, das sie freundlich aufnahm und mit dem wenigen, das es besaß, herzlich bewirtete.

Am anderen Morgen gaben sich die Götter zu erkennen und wollten die Leute belohnen, doch die dankten und wünschten sich nur, gemeinsam zu sterben, wenn ihre Zeit gekommen ist.

Die Zeit verging, und als sie merkten, dass der Tod schon Nahe war, setzten sie sich auf die Schwelle ihres Hauses, blickten ins Tal hinunter und erklärten sich, was sie einander bedeuteten.
„Weißt du,“ sagte der Mann „wir hatten ja nie viel und unser Leben war hart, ab und an ein Hühnerbraten war unser Luxus. Da war das Einzigste, wie ich Dir meine Liebe zeigen konnte, dich die Keulen des Huhnes essen zu lassen, die ja das leckerste am Huhn sind.“

„Achherrje,“ sagte da seine Frau. „Und ich habe aus Liebe zu dir immer auf die Hühnerbrust, die ich so gern mag, verzichtet.“

Sie umarmten sich und starben und aus ihren Körpern wuchsen später dann Zypressen.

Und hier ist die anrührende Weihnachtsgeschichte von O.Henry zu lesen.

22. Türchen


Weihnachten und Schnee … gehört in unserem Denken irgendwie zusammen. Dabei ist es gar nicht so selbstverständlich, dass Weihnachten Schnee liegt, nicht wahr? Deshalb sollte man sich stimmungsmäßig nicht von weißer Pracht abhängig machen, den Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude.

„Vorfreude“ heißt auch das Gedicht von Nils Pickert hier

 

 

 

H.C.Andersen Die Schneekönigin – 7. Geschichte


Siebente Geschichte

Was im Schloß der Schneekönigin geschehen war
und was dort später geschah

Die Wände des Schlosses waren aus treibendem Schnee und Fenster und Türen aus schneidenden Winden; es waren über hundert Säle darin, ganz wie sie der Schnee zusammengeweht hatte; der größte erstreckte sich viele Meilen lang, alle wurden von dem starken Nordlicht beleuchtet, und sie waren so groß, so leer, so eisig kalt und so glänzend! Niemals gab es hier Fröhlichkeit, nicht einmal soviel wie einen kleinen Bärenball, wo der Sturm hätte blasen und die Eisbären auf den Hinterbeinen gehen und ihre feinen Manieren zeigen können; niemals eine kleine Spielgesellschaft mit Maulklapp und Tatzenschlag; nie ein kleines bißchen Kaffeeklatsch der Weißfuchsfräulein; leer, groß und kalt war es in den Sälen der Schneekönigin. Die Nordlichter flammten so deutlich, daß man zählen konnte, wann sie am höchsten und wann sie am niedrigsten standen. Mitten in diesem leeren, unendlichen Schneesaal war ein zugefrorener See, der war in tausend Stücke zersprungen, aber jedes Stück glich dem anderen so genau, daß es ein ganzes Kunstwerk war; und mitten auf dem See saß die Schneekönigin, wenn sie zu Hause war, und dann sagte sie, daß sie im Spiegel des Verstandes sitze und daß er der einzige und beste in dieser Welt sei.

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H.C.Andersen Die Schneekönigin – 6. Geschichte


Sechste Geschichte

Die Lappin und die Finnin

Bei einem kleinen Haus hielten sie an; es war sehr jämmerlich. Das Dach ging bis zur Erde herunter, und die Tür war so niedrig, daß die Familie auf dem Bauch kriechen mußte, wenn sie heraus oder hinein wollte. Hier war außer einer alten Lappin, die bei einer Tranlampe Fische kochte, niemand im Hause; und das Rentier erzählte Gerdas ganze Geschichte, aber zuerst seine eigene, denn diese erschien ihm weit wichtiger; und Gerda war so angegriffen von der Kälte. daß sie nicht sprechen konnte.

„Ach, ihr Armen!“ sagte die Lappin; „da habt ihr noch weit zu laufen! Ihr müßt über hundert Meilen weit in Finnmarken hinein, denn da wohnt die Schneekönigin auf dem Lande und brennt jeden Abend bengalische Flammen. Ich werde einige Worte auf einen trocknen Stockfisch schreiben, Papier habe ich nicht; den werde ich euch für die Finnin dort oben mitgeben. Sie kann euch besser Bescheid erteilen als ich!“

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