Impressionen vom Naumburger Dom – Teil 4


Teil 3

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Der Naumburger Dom St. Peter und Paul in Naumburg (Saale) ist die ehemalige Kathedrale des Bistums Naumburg.
Der Bau des Domes wird zum  größten Teil aus die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts datiert und dieser Dom ist eines der bedeutendsten Bauwerke der Spätromanik in Sachsen-Anhalt.
Sein Westchor  entstand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und ist mit dem Westlettner und den Stifterfiguren aus der Werkstatt des sogenannten „Naumburger Meisters“ eines der wichtigsten Bauwerke der Frühgotik überhaupt. Wer war der „Naumburger Meister? Es gab ihn nicht, man hat diese Bezeichnung als Anerkennung für die qualitativ einmaligen Skulpturen  geschaffen, die eine so lebendige Wirkung erzielen. Doch so ein Werk kann kein Einzelner hervorbringen. Es handelt sich hier um eine ganze  Arbeitsgruppe von Bildhauern und Steinmetzen, die aber innerhalb des Bauhüttenwesens des europäischen Mittelalters eine herausragende Stellung einnahm, denn ihre Arbeiten findet man von Frankreich ausgehend, in vielen Kirchenbauten.
Ihren Weg kann man an Hand der Skulpturen so verfolgen:  Ausbildung an den nordfranzösischen Kathedralbauten der Île de France, der Champagne und Picardie, ab  1220 über die Grenzen des Königreichs Frankreich hinaus, über Mainz nach Naumburg und Meißen. Die Anzahl und die Qualität der erhaltenen Skulpturen sind von Weltrang.


Zur Geschichte der Stifter:

An der Ostgrenze des Deutschen Reiches lies in der Zeit um 1000 Ekkehard I. († 1002), Markgraf von Meißen auf einer 25 m hohen Erhebung am rechten Ufer der Saale Nahe der Unstrutmündung seinen neuen Stammsitz errichten, da sich hier mehrere Handelsstraßen kreuzten.
Den Namen Naumburg leitet man von neweburg oder Nuwenburg ab.

Seine Söhne Hermann und Ekkehard II. gründeten kurz darauf im westlichen Teil des Vorburggeländes eine kleine, der Hl. Maria geweihte Stiftskirche, die zum Jahr 1021 in der Merseburger Bischofschronik als praepositura noviter fundata erwähnt wird.
Weil Zeitz ein unsicherer Ort war, verlegte König Konrad II. auf Drängen der beiden Brüder 1028 den Bischofssitz von Zeitz nach Naumburg.
Diese Verlegung wurde von Papst Johannes XIX. im Dezember 1028 genehmigt.
Bald nach der Genehmigung etwa Frühjahr 1029, wurde unmittelbar östlich der Stiftskirche mit dem Bau der ersten frühromanischen Naumburger Kathedrale begonnen.
Sie wurde in der Amtszeit des Merseburger Bischofs Hunold, der zwischen 1036 und 1050 regierte, vor dem Jahr 1044 geweiht.
Das Patrozinium Peter und Paul wurde von der Zeitzer Kirche übernommen.

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Die erste Naumburger Kathedrale war eine dreischiffige, kreuzförmige Basilika, die aber kleiner als der heutige Dom war.Um 1160/70 erhielt der frühromanische Dom eine Hallenkrypta. Diese Krypta wurde in den ab etwa 1210 entstehenden Domneubau übernommen. An der Stelle des heutigen Westchores erhob sich ursprünglich die Stiftskirche der ekkehardingischen Burg, die Kirche des Kollegiatstiftes St. Marien. Reste ihrer Mauern blieben in den Westtürmen erhalten.

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Impressionen vom Naumburger Dom – Teil 3


Teil 2

Leider durfte man den Domschatz nicht fotografieren, aber ein Bild von der in den Imperssionen Nr.1 schon gezeigten Tür  aus geschossen zeigt schon etwas von der Atmosphäre, die dieses Gewölbe hat.

Domschatz

Bevor ich zu den Stifterfiguren komme, von denen zwei den Dom in ganz Deutschland bekannt machten, möchte ich noch die Elisabethkapelle erwähnen und von den Fenstern dort das zeigen, was mir  möglich war aufzunehmen. Denn außen war eitel Sonnenschein , der sich auch durch die Scheiben drängte und jeden weiteren Fotoversuch sinnlos machte.

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Anlässlich des 800. Geburtstages der Heiligen Elisabeth von Thüringen wurde die Firma Domglas Naumburg Ende 2007 durch den  Naumburger Dom  betraut, die Arbeit des Leipziger Künstlers Neo Rauch, der seine Entwürfe gespendet hatte, umzusetzen.
Neo Rauch gehört zu den Malern der neuen Leipziger Schule und ist nach der Wende in Amerika ein sehr geschätzten Künstler geworden. Brad Pitt soll eines seiner Bilder (Titel: Etappe) besitzen – ein bisschen Tratsch muss sein 😉 .

Die drei Darstellungen in rotem Überfangglas umfassen den Abschied, die Kleiderspende sowie Elisabeth am Bett einer Aussätzigen, alle Motive in das 20. Jhd. übertragen, auf jeweils etwa 1,4 m hohen, metallgefaßten Scheiben.

Das Rot gibt der Kapelle eine ganz eigene Stimmung.

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Diese Figur ist eine der ältesten Darstellungen der hlg. Elisabeth von Thüringen, sie wird auf 1235 datiert.

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Impressionen aus Naumburg – Teil 2


Teil 1

Alles habe ich nicht gesehen an diesem Tage in Naumburg, aber was ich sah, hat mich beeindruckt. Mir schien, als ob der Dom mit seiner Schönheit die Bürger beeinflusste, auch die eigenen Häuser schön zu gestalten mit den Mitteln, die ihnen gegeben sind.

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Impressionen aus Naumburg – Teil 1


Marktplatz in Naumburg

Im Urlaub war  ich mal wieder alte Spuren deutscher Geschichte suchen und gelangte so über die Südroute der Straße der Romanik in die wunderschöne Stadt Naumburg.
Naumburg, kennt wohl jeder aus dem Geschichtsunterricht wegen dem Naumburger Dom.
Und diesen Dom wollte ich  endlich mal besuchen, die edle Uta und die fröhliche Reglindis sehen. Werde auch noch davon berichten.
Aber zuerst möchte ich zeigen, was mich am intensivsten beeindruckte, Kleinigkeiten scheint es, gemessen am riesigen Dom, Arbeiten des Leipziger Künstlers Heinrich Apel um 1972/73.
Erst fielen mir die von ihm gestalteten Türen zum Domschatz , den ich zuerst besichtigte, auf.

Naumburger Dom - Jakob träumt die Himmelsleiter
Ganz nebenbei bemerkte ich einen Handlauf aus Bronze, auf dem die Spuren nackter Füße zu sehen , die von einer Tür wegführten, auf der die Geschichte des „verkauften“ Erstgeborenenrechts dargestellt war.
Alten-Naumburg 136Detail Tür zum Domschatz - LinsengerichtDetail Tür zum Domschatz Esau

Handlauf zum Domschatz

Im Dom selbst dann entdeckte ich einen weiteren Handlauf, der unschwer als „Der heilige Franziskus predigt den Tieren“ zu erkennen.
Wer es nicht kennt, es wird  aus dem Leben des heiligen Franz überliefert:

„Als er sich Bevagna näherte, kam er an einen Ort, an dem eine große Menge Vögel verschiedener Art zusammengekommen war: als Franziskus dieselben sah, lief er zu ihnen und begrüßte sie, als wären sie der Vernunft teilhaftig. Sie aber alle erwarteten ihn und wandten sich zu ihm, als er sich ihnen näherte, Franziskus ermahnte sie alle , das Wort Gottes zu hören, indem er sprach:

»Meine Brüder Vöglein, gar sehr müsst ihr euren Schöpfer loben der euch mit Federn bekleidet und die Flügel zum Fliegen gegeben hat; die klare Luft wies er euch zu und regiert euch, ohne dass ihr euch zu sorgen braucht«.

Als er ihnen aber dies und ähnliches sagte, begannen die Vögel, in wunderbarer Weise ihre Freude bezeugend, die Hälse zu recken und die Flügel auszubreiten. Er selbst aber  schritt mitten durch sie hin und berührte sie mit seinem Gewande; und dennoch bewegte keins sich von der Stelle, bis er das Zeichen des Kreuzes machte und ihnen mit dem Segen des Herrn die Erlaubnis gab.
Da flogen sie alle zugleich von dannen. Dies alles sahen die Genossen des Franziskus, die am Wege warteten und erzählten es weiter.“

Handlauf im Naumburger Dom -  Franziskus predigt

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Naumburger Dom-Franziskushandlauf

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