geboren 05.12.1797 – märchenhafte Biografie


Anton Dietrich

Anton Gotthelf Dietrich wurde am 5. Dezember 1797 Chemnitz geboren und starb am 3. März 1868 in Pirna.

Er studierte 1818 bis 1825 in Leipzig und Berlin Medizin. Seine Neigungen galten der Psychiatrie und der Literatur. In Dresden lebte er als Übersetzer von Werken aus dem Dänischen, Schwedischen und Niederländischen. Er schrieb wenig bedeutende Lyrik und publizierte eine von Ludwig Tieck eingeleitete Anthologie deutscher Gedichte »Braga«. 1827 wurde er Hilfsarzt an der Heil- und Verpflegungsanstalt Pirna-Sonnenstein zur Betreuung psychisch kranker, vornehmlich ausländischer Patienten. Hier begegnete er 1828 dem russischen Romantiker Konstantin Nikolaevic Batjuškov und betreute den unheilbar Kranken 1828 bis 1830 in Moskau. Seine Begegnungen mit herausragenden Schriftstellern, wie Aleksandr Puškin und Vasilij Žukovskij, regten ihn zu Lyrik-Übertragungen aus dem Russischen an. Bedeutung gewannen seine sehr beachteten »Russischen Volksmärchen«, eingeleitet von Jacob Grimm, die erste russische Märchensammlung in Deutsch überhaupt, auf Gutenberg hier zu finden und als Gratis-e-book hier

 

 

 

geboren 17.08.1838 – märchenhafte Biografie


Richard von Volkmann

Richard von Volkmann

Richard von Volkmann (* 17. August 1830 in Leipzig; † 28. November 1889 in Jena) war Chirurg und Verfasser der Träumereien an französischen Kaminen. Für seine literarische Arbeiten verwendete er das Pseudonym Richard Leander.

Der Sohn des Universitätsprofessors Alfred Wilhelm Volkmann besuchte die Fürstenschule Grimma. Ab 1850 studierte er Medizin an den Universitäten Halle, Gießen und Berlin, wo er 1854 zum Dr. med. promovierte. 1851 wurde er Mitglied der Corps Starkenburgia und Marchia Halle.

Er trat eine Assistentenstelle bei Ernst Blasius in der Chirurgischen Universitätsklinik Halle an und habilitiertesich 1857. Während einer langen Erkrankung von Blasius vertrat er diesen in der Leitung der Klinik. Wegen der zunehmenden Spannungen mit dem zurückgekehrten Blasius verließ Volkmann die Klinik und den Lehrkörper der Universität und ließ sich in Halle als praktischer Chirurg nieder. 1863 kehrte Volkmann als a.o. Professor an die Universität zurück.

Am Krieg gegen Österreich nahm er als Chefarzt des Lazaretts Trautenau in Böhmen teil. 1867 wurden Volkmann das Ordinariat für Chirurgie und die Leitung der Chirurgischen Universitätsklinik übertragen. Während des Krieges gegen Frankreich war er als konsultierender Generalarzt beimIV. Armee-Korps, später an der Maas und bei der Südarmee eingesetzt.

Volkmann, der zu den bedeutendsten Chirurgen des 19. Jahrhunderts zählt, entwickelte neue Methoden zur Resektion der Gelenke, zur Operation komplizierter Brüche sowie zur Chirurgie undOrthopädie der Wirbelsäule und der Extremitäten. Er führte als erster deutscher Arzt dieantiseptische Wundbehandlung mit Karbol (nach Lister) ein, wodurch die Überlebenschance bei Operationen sprunghaft anstieg und Bauchchirurgie im eigentlichen Sinne erst möglich wurde. Volkmann selbst entwickelte Verfahren zur Resektion von Mastdarmkrebs.

Volkmann wurde 1885 geadelt. Rufe an die Universitäten Berlin, Erlangen, Breslau, Heidelberg undWürzburg lehnte er ab, nicht zuletzt deshalb, weil er den Neubau der chirurgischen Universitätsklinik Halle selbst konzipiert und nach seinen Vorstellungen eingerichtet hatte. Volkmann gehörte 1872 zu den Gründern der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie und war viele Jahre ihr Vorsitzender.

Sein Grab befindet sich auf dem hallischen Stadtgottesacker.

Neben zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen (u. a. „Beiträge zur Chirurgie“, 1875) veröffentlichte er unter dem Pseudonym „Richard Leander“ literarische Arbeiten. Zum Erfolg wurden seine während des Kriegseinsatzes verfassten Märchen „Träumereien an französischen Kaminen“. Im Krieg 1870/71 infizierte er sich mit Syphilis, was unter anderem dazu führte, dass sich ein schleichendes Rückenmarksleiden entwickelte, das Schmerzen von großer Heftigkeit verursachte, die ihn öfter an der Ausübung seiner Berufspflichten hinderten und ihn zur Erholung zwangen. Er starb drei Jahre später an einer Lungenentzündung in Jena.

IM PROJEKT GUTENBERG-DE VORHANDEN

geboren 19. Juli 1786 – 30. märchenhafte Biografie


Albert Ludewig Grimm

gehört zu den deutschen Märchensammlern , die in unserer Zeit nicht sehr bekannt sind, da die Brüder Grimm ihre Arbeit „überstrahlen“. Auf wikipedia steht:

Albert Ludewig Grimm (* 19. Juli 1786 in Schluchtern; † 1. Dezember 1872 in Baden-Baden) war ein deutscher Schriftsteller und Politiker. Wie die mit ihm nicht verwandten Brüder Jacob und Wilhelm Grimm lieferte er für Achim von Arnims und Clemens Brentanos Sammlung Des Knaben Wunderhorn Beiträge und begeisterte sich für das Sammeln volkstümlicher Überlieferungen.

Leben

Grimm studierte von 1804 bis 1806 Theologie und Philologie an den Universitäten von Tübingen und Heidelberg. Ab 1807 arbeitete er zunächst in Weinheim als Lehrer, später als Leiter des Pägagogiums. 1809 veröffentlichte er erstmals einen Band „Kindermährchen“, wie es in der damaligen Orthografie heißt, dem zahlreiche weitere Werke folgten.

Von 1829 bis 1838 bekleidete Grimm das Amt des Bürgermeisters in Weinheim und war als Anhänger der gemäßigten Fortschrittspartei mehrmals Abgeordneter für die zweite Kammer desBadischen Landtags.

auf zeno findet man eine ausführlichere Biografie hier

geboren am 11.07.1811 -29. märchenhafte Biografie


Johann Georg von Hahn

Man kann diese Biografie mit manchem Märchenerzählgut vergleichen, es ist nur ein Bruchstück vorhanden, kaum Wert Biografie genannt zu werden. Aber es ist eine Möglichkeit, auf diesen Sammler  griechischer und albanischer Märchen aufmerksam zu machen.
Leider finde ich kein Bild von ihm.

Auf wikipedia steht:  

Johann Georg von Hahn, (* 11. Juli 1811 in Frankfurt am Main; † 23. September 1869 in Jena) war österreichischer Diplomat undAlbanologe.

Hahn war 1847 Konsul in Janina, 1851 in Syra und ab 1869 Generalkonsul in Athen. Er gilt als Begründer der Albanien-Forschung. Er sammelte vor Ort Material, lernte Albanisch und wies die Zugehörigkeit des Albanischen zur indogermanischen Sprachfamilie nach.

geboren 23.7.1826 – 28. märchenhafte Biografie


Russlands großer Märchensammler war Aleksander Nikolajewitsch Afanassjew (russ. Александр Николаевич Афанасьев; )

Geboren wurde er 1826 nach julianischem Kalender am 11. Juli ./ das entspricht dem 23. Juli nach gregorianischem Kalender in Bogutschar im Gouvernement Woronesch;

Gestorben ist er am 23. Septemberjul./ 5. Oktober 1871greg. in Moskau an der Schwindsucht.

Afanassjew besuchte das Gymnasium in Woronesch und  studierte danach vier Jahre lang Rechtswissenschaften an der Universität Moskau.
In dieser Zeit beschäftigte er sich  erstmals mit historischer Kulturforschung. Ab 1849 war er Archivar des Moskauer Außenministeriums. 1856 übernahm er die Leitung der Kommission zur Publikation staatlicher Urkunden und Verträge.

Afananssjew, ein großer Bewunderer der Brüder Grimm, sammelte im 19. Jahrhundert nach ihrem Vorbild Märchen in Russland, wobei er sich besonders für die Gemeinsamkeiten der Märchen verschiedener Volksgruppen interessierte, ein sinnvoller Ansatz, um den Untertanen eines Vielvölkerstaates eine gemeinsame Identität zu ermöglichen.
Ich hatte beim vergleichendem Lesen der Märchen den Eindruck, dass er auch die ersten Ausgaben der Grimmschen Märchensammlung zur Grundlage nahm, um eigene, von der russischen Kultur und Mentalität geprägte Märchen zu schreiben, so wie Wilhelm Grimm durch seine Bearbeitungen aus klitzekleinen Bruchstücken einer Geschichte etwas Eigenes, von der deutschen Kultur und Mentalität geprägtes schuf. Aber das ist eine geradezu ketzerische These, weil sie der offiziellen Lehre widerspricht. Weshalb ich das meine, werde ich an anderer Stelle ausführlicher erklären.
Nicht von ungefähr haben sich die Romantiker zu Beginn des 19. Jahrhunderts so intensiv der Welt der Märchen zuwandten. Es war eine Zeit dramatischer Veränderungen und die Menschen waren auf der Suche nach Identität als Nation bzw. als Staat.
Alexander Nikolajewitsch Afanassjews wesentlichstes Verdienst ist es, in der Zeit zwischen 1855 und1863 „Russische Volksmärchen“ herausgegeben zu haben. Sie wurden in Russland, wie Grimms Märchen in Deutschland, ein riesiger Erfolg, auch als Kinderliteratur.
Wie auch die Grimms wollte er ethnologisch und literaturwissenschaftlich den Mythen der Märchenwelt auf die Spur zu kommen. Dabei konnte er auf seit 1840 bei der Russischen Geographischen Gesellschaft archivierte Aufzeichnungen von Sammlern aus ganz Russland, zurückgreifen und so entstand eine Sammlung von gut 450 Märchen.
Es heißt, Afanassjew hätte sie dabei nur sehr wenig bearbeitet, hätte sie nur von Elementen der Schriftsprache bereinigt um die ursprüngliche Erzählsprache so authentisch wie möglich zu vermitteln.
Afanassjew hatte die These, dass es viele Ähnlichkeiten zwischen den Märchen verschiedener indo-germanischer Völker gibt und dass die Märchen verschiedener Kulturen zum Teil auf ähnliche oder gleiche Mythen zurückgehen und diese Mythen weiter Bestand haben, weil sie den Menschen über alle religiösen und kulturellen Unterschiede hinweg zu eigen sind.

Hier ein link zu einer Sendung des WDRs:

http://gffstream-6.vo.llnwd.net/c1/m/1366980998/radio/zeitzeichen/WDR5_Zeitzeichen_20110723_0920.mp3

geboren 15.04.1861 – 27. märchenhafte Biografie


Ulrich Jahn

In diesem Jahr begehen wir den 150. Geburtstag von

Ulrich Jahn

* 15. April 1861 in Züllchow bei Stettin;

† 20. März 1900 in Berlin

Er war ein deutscher Germanist, Erzählforscher und Märchensammler für das Gebiet Pommern.  Viel Biografisches findet man leider nicht über ihn, es gibt keine Bilder und  ist eher eine rudimentäre Biografie – wie manches Erzählgut ja auch nur noch rudimentär ist – von daher irgendwie passend die Bezeichnung märchenhafte Biografie. Das ist aber ziemlich erstaunlich, weil sein Wirken in der Erzählforschung und Volkskunde trotz seiner kurzen Lebenszeit bedeutend war, auf wikipdia steht:

Jahn studierte Theologie und Germanistik in Leipzig, Berlin und Breslau. Er promovierte bei Karl Weinhold. Ab 1885 arbeitete er als Oberlehrer in Stettin. Er widmete sich dem Erfassen von Sagen in Pommern, sein Bestand umfasste 670 Sagen, von denen er nach eigener Aussage 2/3 selbst gesammelt hatte. Später begann er mit dem Sammeln von Bauerntrachten und Bauerngerätschaften. Zusammen mit dem Bankier Alexander Meyer-Cohn und dem Arzt Rudolf Virchow gründete er 1889 das Museum für deutsche Volkstrachten und Erzeugnisse des Hausgewerbes, aus dem das Berliner Museum für Volkskunde hervorging. Die erhaltenen Bestände wurden 1999 vom Museum Europäischer Kulturen übernommen.

Schriften

* Die deutschen Opferbräuche bei Ackerbau und Viehzucht. 1884

* Hexenwesen und Zauberei in Pommern. 1886.

* Schwänke und Schnurren aus Bauernmund. 1889.

* Volksmärchen aus Pommern und Rügen. Norden/Leipzig, 1891.

gestorben 30.01.1916 – 26. märchenhafte Biografie


Joseph Jacobs

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Joseph Jacobs
* 29. August 1854 in Sydney;
† 30. Januar 1916

War ein jüdischer Historiker, der sich vor allem mit Literatur befasste. Er war nicht nur einer der Verfasser der Jewish Encyclopedia, sondern zeigte sich auch für einige bemerkenswerte Märchensammlungen verantwortlich.

Jacobs war der Sohn von John und von Sarah Jacobs. Er besuchte die Sydney-Grammar-School und schließlich auch die Universität von Sydney, letztere dank eines Stipendiums für Klassik, Mathematik und Chemie. Er schloss sein Studium allerdings nicht in Sydney ab, sondern reiste im Alter von 18 Jahren nach England und schrieb sich am St. John’s College in Cambridge ein, wo er 1876 seinen Bachelor erwarb. Ab 1877 studierte er an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er war von 1878 bis 1884 Sekretär der Gesellschaft für hebräische Literatur. Von 1884 bis 1900 arbeitete er an diversen anthropologischen Studien, Artikeln und Büchern mit.

Zwischen 1890 und 1912 gab er fünf Märchensammlungen heraus: Englische Märchen, Weitere englische Märchen, keltische Märchen, weitere keltische Märchen und europäische Völkmärchen. Er wurde diesbezüglich durch die Brüder Grimm, Charles Perrault und den romantischen Nationalismus beeinflusst. Unter anderem wurden die Märchen Hans und die Bohnenranke und Die drei kleinen Schweinchen durch ihn bekannt.