eine tolle Überraschung auf der Leipziger Buchmesse


wäre mir beinahe entgangen.


Doch wurde ich noch zur rechten Zeit von Katja Spannuth, das ist die Frau, die mein Märchenbuch illustriert, darauf aufmerksam gemacht. Wir trafen uns schlendernder Weise in Halle 5, wo auch viele Hörbuchproduzenten ihre Stände hatten und sie fragte mich, ob ich schon gesehen hätte, da an dem einem Stand gibt es auf DVD über zwanzig Stunden unbekannte Märchen aus dem deutschen Märchenschatz.

Hatte ich nicht gesehen, wollte ich aber sehen. Unbekannte Märchen aus dem deutschen Märchenschatz ? Ist ja fast unmöglich, dachte ich. Und weiter: Aus dem deutschen Märchenschatz – klingt irgendwie nach Elisabeth Hering. Und?  Zu meiner großen Freude, es war die Märchensammlung der Elisabeth Hering, deren Froschkönigvariante ich besonders schätze und auch im Programm habe. Weil ich mich als Hering-Fan zu erkennen gab, bekam ich die DVD mit Messefanrabatt, was mich natürlich freute.

Gelesen werden die Märchen im Wechsel von Brigitte Trübenbach und Wolfgang Gerber. Beide haben sehr, sehr angenehme Stimmen und haben insgesamt einen guten Job gemacht. Bei Brigitte Trübenbach hätte ich mir machmal gewünscht, sie
wäre mehr „im Bild“ und hätte die Betonung sauberer gesetzt, bei dem Satz: „Keine neun Schweineborsten sollst du bekommen!“ zum Beispiel auf Schweineborsten ( der Drache wollte neun Schweine haben) und nicht auf keine….   Aber das sind jetzt ganz fachmännische, nein, fachfrauliche Mäkeleien, es ist eine schöne DVD. Eine stärkere Trennung der einzelnen Märchen hätte ich mir noch gewünscht, ein paar Klänge, bevor das nächste Märchen anfängt. Der Hörer sinnt ja immer noch kurz nach; aber auch dieser offengelassene Wunsch macht den Gesamteindruck nicht schlechter.
Wenn man auf das Foto der CD klickt, kommt man auf eine Seite mit kurzer Hörprobe, von der man sich die Daten auch herunterladen kann und der Preis einer Märchenstunde liegt unter einem Euro…

Allen Märchenfreunden zu empfehlen!

ausgehört: Stephen King – Das Mädchen


Es handelt sich hier um eine ungekürzte Fassung des Romans. Stephen King hatte den Roman „Das Mädchen“ damals, bevor er im Handel war, ja als pdf-Datei  frei ins Internet stellen lassen – ich weiß nicht warum, eine Kontrolle, wie groß die Lesernachfrage ist, ein Versuch, sich mit den Möglichkeiten des relativ neuen Mediums vertraut zu machen, egal – es war so und war interessant. Für mich – damals gab es noch keine anderen „Lesegeräte“ als den Monitor des PCs – die Erfahrung, dass Bücher nicht zu ersetzen sind, den vor dem PC zu sitzen und zu lesen ist nicht mit dem Lesevergnügen eines Buches gleichzusetzen, es auszudrucken um zu lesen -wird auch buchteuer und  ist doch nur ein Provisorium, es fehlt die Gemütlichkeit, die nur ein Buch anbieten kann.

Also kaufte ich mir dann doch das Buch, las es und konnte dann nicht sagen, wie ich es fand. Bücher sind auch auf die Stimmung des Lesenden angewiesen und damals fiel es mir nicht immer leicht, mich auf die Erlebnisse eines Neunjährigen, die, groß für ihr Alter,  sich im Wald verlaufen hatte und nur auf sich gestellt etliches ausstehen musste zu konzentrieren. Wald , was schreib ich, die sich im amerikanischen Urwald verlaufen hatte. Und doch  schien es mir wohl das Beste gewesen zu sein, was Stephen King geschrieben hatte, ich spürte den „Geist“, der mich aus den frühen Kurzgeschichten des Autors anweht – und der mich so fasziniert.

Nun also das Hörbuch, ungekürzte Fassung, von einer Sprecherin – Franziska Pigulla und einem Sprecher, Joachim Kerzel im CD-Wechsel gelesen. Ab und an wurden auf den CDs noch ein paar Geräusche eingespielt, Vogelzwischern, Hubschraubergeräusche, das Geräusch von fließendem Wasser … und wirklich, ich kann keine Aufnahme nennen, die mich bisher mehr fesselte. Pigulla und Kerzel sind wunderbare Sprecher, die sich auf ihren Job  gut vorbereitet hatten. Jede Betonung sitzt, jede Stimmfarbe hat die richtige Temperatur – ich behaupte: Besser geht es nicht!  Obwohl ich das Buch kenne, es war ein unbeschreiblich spannender Hörgenuss. Beurteilung: eine Milchstraße voll Sterne

ausgehört: Herzenspoesie


wie der Name sagt, ist was für Lyrische … ist was für mich. Ich glaube, es wäre auch ein schönes Geschenk um zu sagen, ich liebe Dich.

Gelesen wird es von Alexander Khuon, Anton G. Leitner und Anna Thalbach und Musik gibt es dazu von Martin Finsterlin.

Hatte ich mir bei Jockers mitbestellt, für sage und schreibe 1,99 € – nicht zu glauben, für 60 min gute Unterhaltung. Wie ich gesehen habe, wird das anderswo noch zum ursprünglichen Preis gehandelt.
Im Prinzip erlebt, erhört man ein ungeziert dargebrachtes gutes Programm mit Jahrhunderte übergreifender erotischer Lyrik. Gut für romantische Stunden, allein oder zu zweit, ich hörte es in der Küche beim Mittagmachen und fand es auch da toll.
In meinem Kopf tanzen noch immer Zeilen und Noten von : Die Liebe hat besondre Kraft … und machen mir Freude.

Hörprobe

Hörbuch: Blutmale von Tess Gerritsen


blutmale

Tess Gerritsen ist eine Autorin, die am laufenden Band Krimi-Bestseller fabriziert.
Sie hat eine eingeschworene Fangemeinde, die begierig jedes neue Buch erwartet. Mit dieser Geschichte hat sie aber viele ihrer alten Fans enttäuscht, da sie zwar die ermittelnden Personen früherer Romane fortführte, sich aber in diesem Buch von den realistischen Kriminalgeschichten fort, hin zur klassischen Gruselgeschichte bewegte.
Sieht man sich die Bewertungen bei amazon an, erkennt man, dass viele ihrer Fans das nicht verziehen haben.
Nun, ich kannte nichts Vorheriges von ihr und konnte mich deshalb ganz auf das Erzählte einlassen.
Ohnehin habe ich, wenn es grausam im Buch hergehen muss, es  lieber übernatürlich als realistisch. Viel lieber.
So wie hier, mit alttestamentarische Zwischenwesen aus dem Buch Hennoch, mit ägyptischen Totenzauber und einer Geheimorganisation, die dem Bösen auf die Spur kommen will.
Die Geschichte ist spannend , gruselig, lässt sich aber trotz Blut gut aushalten und, was alle ablehnenden Kritiker übersehen haben, in einem zweiten Teil kann das Erzählte doch noch auf den Boden der Realität geholt werden und die Geheimorganisation ist eine Vereinigung von intelligenten Leuten, die einem Irrtum nachjagen (sowas soll es ja geben) und die Mörder sind durchgekanllte Serienmörder wie sonst auch.  Alles Erkennen in der Geschichte beruhte auf Meinungen,  Gelesenes, nicht auf wahrgenommene Tatsachen. Es blieben die  ermittelnen Polizisten gegen die „Wächter-Theorie“ auch immer skeptisch.
Jedenfalls, mir hat es gefallen.

Gelesen wurde das Buch von Mechthild Grossmann, bei der ich schon zum Hörbuch „Der Schwarm“ eine Anmerkung zum Duktus machte.

Die Stimme der Mechthild Grossmann war ja immer bemerkenswert tief, jetzt ist sie auch sehr kratzig.
Wenn ich ehrlich bin, ich mag solche Stimmen  nicht so, für mich klingt das immer schwer krank ;  aber ich muss auch zugeben, dass eine „dreckige“ Stimme dem Hörer mehr Abwechslung bietet, man überhört sich nicht so schnell an ihr.
Nur fand ich, wiedermal, dass die Schauspielerin nicht bei jeder gesprochenen Person den richtigen Tonfall erwischte, auch sprach sie nicht jedes Fremdwort richtig aus. Mir erzeugte  manchmal, ganz kurz, ein ungutes Gefühl, wenn sie verliebte Gedanken versuchte wiederzugeben.
Und was sie da für Barry Frost stimmlich als Charakter anlegte… na, lassen wir das.
Trotz dieser kleinen Wunderlichkeiten waren es mehr als sieben Stunden Hörvergnügen, da würde ein Herumgemäkel an Kleinigkeiten ein falsches Bild entstehen lassen.
Wer Gruselgeschichten im Krimigewand oder Kriminalgeschichten im Gruselgewand mag, wird Freude an dem Hörbuch haben.
Von fünf möglichen Sternen erhielte es von mir vier.