langsam wird es Zeit zu werben…


Die Geschichtenauswahl ist beendet,  das Buch, dessen Arbeitstitel noch immer Mauerstücke-Erinnerungsgeschichten lautet (und meiner Meinung nach auch als Buch gut so heißen kann) hat sein Gepräge durch die ausgewählten Geschichten bekommen.

Jetzt wird es Zeit, die Leserschaft darauf aufmerksam zu machen. Auf ein Buch voller Geschichten, die  von politischen Ereignissen geprägt sind und die den Leser über diese Zeit  informieren, ihn tief anrühren oder schmunzeln lassen.

Hier wird wieder zum Vorteil, was  bei Anthologien sonst ein Nachteil ist. Die Vielfältigkeit der Autoren, ihre unterschiedliche Prioritäten lässt einen weitenläufigen Blick auf das Thema zu. Die Teilung unseres Landes und deren Überwindung als Thema ist  ausreichend Bindung, trotz vieler verschiedener Autoren ein homogenes Buch zum Zeitgeschehen zu gestalten.

Mauerstücke- Erinnerungsgeschichten


Mauerstücke – Erinnerungsgeschichten

Zwischen  Mauerfall und Wiedervereinigung lag ein Jahr,
aber was war das für ein Jahr!
Wir erlebten Weltgeschichte im Täglichen, und der Alltag
eines jeden änderte sich auffallend.

Irgendwann einmal werden nur noch Historiker und Geschichtslehrer davon sprechen, von den Politikern und Parteien dieser Zeit, von ihren Verhandlungen und Beschlüssen in dieser Zeit.

Davon, wie sich die Wendezeit lebte, was Hoffnung, Wunsch,Enttäuschung und Freude der Menschen war;  wie ihr Lebensgefühl, das werden sie nicht berichten können, weil so etwas  nicht wissenschaftlich überprüfbar ist.

Später , in anderen Zeiten, werden vielleicht die Autoren historischer Stoffe versuchen sich  vorzustellen, wie sich das alles “ Erlebte“  und darüber Romane schreiben, so wie sie  heute über Pharaonen, die Kreuzzüge, die Bartholomäusnacht  oder das Leben im dritten Reich schreiben.
Aber wird es ihnen auch gelingen die Zeit einzufangen ? Oder werden sie  geprägt durch einen rationalen Blick auf diese Epoche  schreiben, und somit ihren Protagonisten nur rationale Gefühle geben, dass das Papier nur so durch den Text raschelt?
Wird  das Lebensgefühl der Wendezeit, der Zeit davor und danach  für sie und somit für den Leser wirklich nachfühlbar sein?
Damit es so wird, hilft nur eines, selber schreiben, jetzt!
Aber die eigene Sicht ist subjektiv, es braucht viele Standpunkte, viele verschiedene Autoren, um die  Zeit  zu bewahren. Eine Anthologie, das ist es!

Das  war (in etwa) der Inhalt eines Gespräches zwischen Patricia Koelle, Autorin aus Westberlin und mir, Bettina Buske, Autorin aus Ostberlin- als wir uns vor Zeiten am Potsdamer Platz zu einem Kaffee trafen und uns wie Kinder darüber freuten, dass das möglich ist.
Aus diesem Treffen wurde Freundschaft und…
ein gemeinsames Projekt, das wir Dank der Unterstützung des  Dr. Ronald Henss Verlages in Angriff nehmen konnten.

Die Teilnahme an der Ausschreibung war rege, wir haben viele, sehr viele interessante Geschichten gelesen. Es war oft bedauerlich auswählen zu müssen, jede eingesendete Geschichte war des Erzählens Wert und ich möchte mich hiermit bei allen Einsendern für die Teilnahme bedanken.

Wir glauben, mit unserer Auswahl an Geschichten einen repräsentativen Querschnitt der Einsendungen getroffen zu haben.

Auf dieses Buch bin ich schon jetzt sehr stolz.