ausgelesen: Tatort Dorf


Dierses Buch ist im Landwirtschaftsverlag Münster erschienen, was einen Städter vielleicht erstmal  nicht  animiert, es zu lesen, was aber – wenn er an  Kriminalgeschichten und historischen Ereignissen interessiert ist – wirklich ein Fehler wäre.

Dieses Buch hat auch eine interessante Entstehungsgeschichte, die man noch auf der Homepage zur Buch  Tatort Dorf nachlesen kann und die mit ein Grund ist, dass man vom Buch bis zum Schluss gefesselt ist.
Im Buch werden inTatort2 einer Zeitspanne über gut sieben Jahrhunderte insgesamt 27 Kriminalfälle -zumeist aus Westphalen-abgehandelt und es gibt somit einen Einblick in die dortigen Lebensbedingungen der jeweiligen Zeit und in die herrschende Rechtsprechung.

Tatort3

Das Buch ist ansprechend gestaltet und reich illustriert und ich empfinde nicht nur unterhaltsam und bildend, sondern als gutes Grundlagenwerk für jemand, der nach Stoff für einen historischen Krimi sucht.

Ich bin ja ein totaler E-Buchfan, aber für dieses Werk empfinde ich die Buchform angenehm, da es fast schon wie ein Bildband wirkt. Trotzdem würde ich dem Verlag anraten wollen, auf das E-Buchgeschäft nicht zu verzichten und die Wahl der Darreichung dem Leser zu überlassen, denn wenn er auf den sinnlichen Bucheindruck verzichten möchte, hat er Gründe, die nicht den Verzicht auf den Inhalt beinhalten. Wer zum Beispiel einen langen Anfahrtweg zur Arbeit mit der Bahn hat, liest häufig gern, will sich aber nicht mit dem Lesestoff abschleppten. Nur mal so als Hinweis.

Jetzt wünschte ich mir noch einen zweiten Band  der selben Machart mit Historischen Kriminalfällen aus Städten – ob man dafür einen Landwirtschaftsverlag begeistern kann, hängt wohl zu allererst vom Verkaufserfolg von Tartort Dorf ab – einen solchen Erfolg hätte das Buch wirklich verdient.

Tatort

Nachlese „Mauerstücke-Erinnerungsgeschichten“ am 01. und 02.November 2014


leer.

Die Aufregung vor einer Lesung kennt wohl jeder Autor, kommt überhaupt jemand, der das hören möchte, oder läuft irgendwo vermeintlich interessanteres?

Doch  die Skepsis  war unnötig und die gute Vorbereitung der Veranstaltung durch Silvia Friedrich konnte Früchte tragen: volles Haus, oder besser gesagt,  ein Grenzwachturm voll mit interessierten Publikum, sogar der Bürgermeister von Kleinmachnow war darunter, welcher die Veranstaltung eröffnete. Es wurde nicht nur aus den „Mauerstücken – Erinnerungsgeschichten“ gelesen , sondern auch Gedichte gelesen von Rainer Hans Drodz, der in ihnen seine Erlebnisse nach dem Ausreiseantrag verarbeitete.

Buergermeister

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Dass die Veranstaltung gut gelungen war, zeigt, glaube ich, das Gruppenfoto der daran beteiligten Autoren:

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                                                                                 von li nach re:
Silvia Friedrich; Ingeborg Wrobel; Rainer H. Drozd, Regina Sander, Christiane Schlenzig,  Bettina Buske und Thomas Stefan

          Auch am nächten Abend in der Villa Schöningen in Potsdam standen wir vor der Frage:  Ob wohl jemand kommen wird?

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Auch wenn es nicht so viele waren wie am Abend zuvor, so  konnten wir uns doch über Publikum freuen.
Dieses mal lasen wir nicht nur unsere Beiträge aus  „Mauerstücke – Erinnerungsgeschichten“ sondern auch andere unserer Arbeiten, welche diese Zeit betrafen.
So wurde der Abend  für die  Autoren  sehr interessant durch bisher unbekannte Texte. Schade, dass wir soweit auseinander wohnen, solche Veranstaltungen könnte man gut öfter machen.

Mauerstücke-Erinnerungsgeschichten(5)


Vorsicht, das ist Werbung fürs Buch…

welches man genießen kann wie  guten Kaffee.

tasse

das Bild wurde mit Hilfe der web-Seite photo-funia gestaltet

Hier zwei weitere Leseproben:

Vier Ananas

Sandy Green

An den Geschmack von Kaffee konnte er sich kaum noch erinnern. Früher, als Marga noch lebte, brachte sie ab und zu ein Päckchen mit. Der Kaffee hatte ihre Sonntage zu etwas ganz Besonderem werden lassen.

Der Eisverkäufer

Christiane Schlenzig

Die Menschenschlange drängelt und schiebt. „Nicht so drängeln, nicht so schieben. Sie kriegen alle was ab“, dröhnt seine Stimme über den Platz.
Ich schäme mich: „Ist unser Lebensinhalt nun zur Banane geworden?“

Mauerstücke-Erinnerungsgeschichten(4)


Wie versprochen, hier die nächsten 3-Satz-Auszüge aus den im Buch Mauerstücke-Erinnerungsgeschichten enthaltenen Erzählungen:

Tonträger im Turnschuh

Birgit Jennerjahn-Hakenes
„Der Führer ist schon lange tot!“, sagte die Volkspolizistin zu meiner Mutter. „Das heißt Fahrerlaubnis“, setzte sie erklärend hinzu, als sie erkannte, dass meine Mutter ihre Sprache nicht verstand. Beinahe wäre sie ob ihrer eigenen spontanen Freundlichkeit aus dem Konzept gekommen.

Die Alleinfahrerin

Martine Lombard

Ich zeige dem Grenzer den Reisepass mit meinem neuen französischen Namen und werde durchgewinkt. Schleppe meine Koffer an bewaffneten Männern und Frauen vorbei, mehr Uniformierte als Abzufertigende. Wer weiß, was man hier alles falsch machen kann.

gasmasken

das Bild wurde mit Hilfe der web-Seite photo-funia gestaltet