Das Spielhaus – 3 Hörbücher


Das Spielhaus ist eine dreiteilige Fantasy – Novellenserie von Claire North. Man kann sie als E-Buch und als Hörbuch preiswert erwerben und bekommt einmaliges,  denn die Fantasy wirkt nicht aufgesetzt und das Erzählte ist geschichtlich gut betrachtet und gewährt kleine Alltagseinblicke in das jeweilige Jahrhundert.
In den Novellen sind jeweils eine andere Person Held der Geschichte – und doch haben sie miteinander Berührungspunkte – diese über Raum und Zeit, denn in diesem Spielhaus spielt man in der oberen Etage nicht mit normalen Spielsteinen und nicht mit normalen Einsätzen.

Teil 1: Venedig in der Renaissance: Die junge Thene führt eine unglückliche, arrangierte Ehe. Doch im Spielhaus erweist sie sich als geschickte Spielerin. Bald wird sie in ein ebenso reizvolles wie grausames Ränkespiel verwickelt: Die Spielfiguren sind echte Menschen, und es geht um Leben und Tod.

Teil 2: Bangkok 1938: Nach einer durchzechten Nacht wacht der legendäre Spieler Remy Birke auf und erinnert sich nur vage an das Versteckspiel, auf das er sich eingelassen hat. Das Spielfeld: Ganz Thailand. Der Einsatz: All seine Erinnerungen. Eine atemlose Jagd beginnt!

Teil 3: New York, Gegenwart: Silver ist einer der besten Spieler der Welt. Nun will er es mit der Spielmeisterin aufnehmen, der Herrin des Spielhauses. Dieses ultimative Duell wird auf dem gesamten Globus ausgetragen. Silver riskiert nicht weniger als seine Seele – doch das Spiel wird auch das Antlitz der Welt verändern.

Die ersten beiden Teile sind aus einer personalen Erzählsituation geschildert, doch im  dritten und letzten Teil erfolgte dann der Wechsel auf eine Ich-Erzählsituation.
Eingelesen wurde diese Serie von Stefan Kaminski und ich bekenne mich jetzt als begeisterte Stefan-Kaminski-Hörerin. Dabei ist seine Stimme ganz normal, nichts besonderes, aber wie er damit den Text lebendig macht und wie er jeden Satz „auf den Punkt“ bringt – so etwas habe ich bisher bei keinen anderen Vorleser erleben können -dieser Kaminski ist da einmalig .

Teil 1 Die Intrige von Venedig           Spieldauer: 4 Stunden 28 Minuten, Preis: 1,82 €
Teil 2 Die Treibjagd von Siam            Spieldauer: 4 Stunden 09 Minuten, Preis: 1,82 €
Teil 3 Das Duell der Spielmeisterin  Spieldauer: 4 Stunden 32 Minuten, Preis: 1,82 €

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Der Giftpilz – ein Märchen von Manfred Kyber


Der Giftpilz

Es hatte mal geregnet und dann hatte es aufgehört; und als es aufgehört hatte, da saß was auf dem grünen Moosboden im Walde – klein und dick und unangenehm – und das war ein Giftpilz. Giftpilze kommen immer so etwas unvermittelt als Tageslicht; sie sind eben da, und wenn sie da sind, gehen sie nicht mehr weg, ganz gewiss nicht. Sie sitzen im Moos und sehen furchtbar geärgert und giftig aus. Es sind eben Giftpilze!

Der Giftpilz saß auch so da und ärgerte sich und hatte einen roten Hut mit weißen Tupfen und mit einem ganz schrecklich breiten Rande. Was unter dem Rand war, war eigentlich nichts – und das war zu vermieten.

Zuerst zog eine Mausefamilie darunter ein: eine graue Mama und sehr viele kleine schlüpfrige Mausekinder. Wie viele es waren, wusste der Giftpilz nicht. Sie waren stets so lebendig und beweglich, dass er immer eins statt zweien zählte oder zwei statt einem. Aber es waren sehr viele. Und wenn die Mausemutter, wie meistens, nicht zu Hause war und Futter suchte, dann spielten die Kleinen Fangen und sausten auf ihren weichen Pfötchen wie toll um den Giftpilz herum, und das sah eisig niedlich aus. Aber der Giftpilz ärgerte sich furchtbar darüber, er stand da und ärgerte sich den ganzen Tag und sogar nachts, wenn die Mausefamilie schlafen ging. Er wurde immer giftiger und schließlich, als er mal ganz giftig wurde und es vor lauter Gift nicht mehr aushalten konnte, da sagte er zur Mausemama:
»Ich kündige Ihnen! Sie haben Kinder! Das ist ekelhaft! Sie müssen ausziehn!«

Die Mausemama weinte und barmte und die Kleinen fiepten und rangen die Pfoten, aber der Giftpilz war unerbittlich. Und so zog die arme Mausegesellschaft traurig von dannen, sich eine neue Wohnung zu suchen, der Giftpilz aber nahm sich’s ganz giftig vor, nie und nie wieder an eine Familie zu vermieten, höchstens an einen einzelnen Herrn.

Es dauerte auch gar nicht lange, da kam ein junger, alleinstehender Frosch und zog beim Giftpilz ein. Zuerst war er sehr angenehm und still, er schlief nämlich bis zum Abend. Als aber der Mond schien, wachte er auf und ging zum nahen Teich in den Gesangsverein. Das war ja soweit alles ganz gut, aber es wurde spät und später und der Frosch kam nicht wieder. Endlich, gegen Morgen, erschien er, mit grässlich großen Augen und sang sehr laut und tat dabei den Mund so weit auf, dass man bequem einen Tannenzapfen hineinwerfen konnte. Er sang das Leiblied des Gesangvereins:

Immer feucht und immer grün,
vom Geschlecht der Quappen,
hupfen wir durchs Leben hin –
Füße wie die Lappen!

»Brüllen Sie nicht so!«, keifte der Giftpilz. »Das ist Ruhestörung ,und zwar nächtliche. Haben Sie gar keine Moral?«
»Füße wie die Lappen!«, sang der Frosch noch einmal und dann legte er sich höchst fidel und ungeniert unter den giftigen Giftpilz, schlug die feuchten Beine übereinander dass es klatschte und schlief ein.

Der Giftpilz ärgerte sich furchtbar, er ärgerte sich die ganze Nacht und den ganzen Tag, und als es Abend wurde und der Frosch aufstand, um in den Gesangsverein zu gehen, da wurde ihm gekündigt.
»Ich kündige Ihnen!« sagte der Giftpilz. »Sie gehen in den Gesangsverein! Das ist ekelhaft. Sie müssen ziehen!«

Der Frosch machte Vorstellungen, der Gesangsverein sei durchaus einwandfrei – lauter feine, feuchte Leute – aber es half nichts, der Giftpilz blieb dabei.
Da wurde der Frosch böse: »Sie sind ein ekelhafter Kerl!«, sagte er. »Glauben Sie vielleicht, dass Ihr lächerlicher Hut mit seinen weißen Tupfen die einzige Wohnung ist? Ich miete mir ein Klettenblatt, das ich persönlich kenne, Sie albernes Geschöpf!«
Damit drehte er sich um und ging, die Hände auf dem Rücken, in den Gesangverein. Und nachts schlief er schon unterm Klettenblatt, das er persönlich kannte. Der Giftpilz aber nahm sich vor, von nun ab an niemand mehr zu vermieten.

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Eine Weile blieb’s auch still, auf einmal aber saß was unter ihm und das war ein Sonnenscheinchen. Ein Sonnenscheinchen ist ein verirrter Sonnenstrahl, der eigentlich in den Himmel gehört, aber auf der Erde geblieben ist – und da ist ein süßes kleines Mädel draus geworden mit goldnen Haaren und Augen, wie lauter Sonnenschein. Als nun der Giftpilz das Sonnenscheinchen sah, war er sehr unangenehm berührt und sagte giftig: »Ich vermiete nicht mehr!«
Das Sonnenscheinchen lachte.
»Ich vermiete nicht!«, schrie der Giftpilz noch einmal. »Machen Sie, dass Sie hinauskommen!«

Das Sonnenscheinchen lachte wieder und streckte sich ganz behaglich unterm Giftpilz aus, so dass ihr Haar in tausend goldnen Fäden übers dunkle Moos huschte. Der Giftpilz war eine Zeitlang sprachlos, dann aber raffte er sich auf, nahm all sein Gift zusammen und sagte: »Ich kündige Ihnen! Das ist ekelhaft. Sie müssen ziehn!«
Das Sonnenscheinchen blieb aber sitzen und lachte so sonnenhell und vergnügt, dass der Giftpilz ordentlich zitterte vor Wut. Aber es war nichts zu machen und es ging auch so weiter: der Giftpilz kündigte und schimpfte und das Sonnenscheinchen lachte und blieb.

Endlich, eines Nachts, war der Giftpilz so giftig geworden, dass ihm’s selbst unheimlich wurde vor lauter Gift. Und da hat er sich mit einem Ruck auf seine kleinen Füße gestellt und ist vorsichtig und ängstlich weggewackelt. Das Sonnenscheinchen aber lachte hinter ihm her und streckte behaglich seine feinen Gliederchen, dass ihr Haar in tausend goldnen Fäden übers dunkle Moos huschte. Der Giftpilz wackelte weiter, halbtot vor Wut – und als er um die Ecke bog, sah er die Mausefamilie in ihrem neuen Heim und es waren schon wieder Junge angekommen! Und die ganze Gesellschaft piepste ihm schadenfroh nach.

Und als er um die nächste Ecke bog, da wanderte der alleinstehende Frosch übern Wiesenhang; er kam vom Gesangverein und ging zum Klettenblatt, das er persönlich kannte. Dazu sang er ganz laut und voller Heiterkeit:

Immer feucht und immer grün,
vom Geschlecht der Quappen,
hupfen wir durchs Leben hin –
Füße wie die Lappen!

Da ist der giftige Giftpilz ganz weit fortgegangen und ist niemals wiedergekommen.
Und wenn heute noch so viele davon im Walde stehen, so kommt das daher, dass es so sehr viele Giftpilze in der Welt gibt und sehr, sehr wenig Sonnenscheinchen.

Die Krosann-Saga


Noch vor einem Jahr habe ich  gesagt: Fantasy ist nicht so meins…., seit ich eine audible-Mitgliedschaft habe, hat sich das aber gewaltig geändert. Ich weiß jetzt gar nicht, wie ich mich an dieses Genre angeschlichen habe, ob es die Gier war, für meine 9,95 € möglichst viel Text erzählt zu bekommen oder ob es ein preisgesenktes Angebot war – jedenfalls war die Krosann-Saga von Sam Feuerbach mein erstes Fantasy-Hörbuch.
Es gibt diese Saga als Buchserie, als E-Book-Serie und  eben als Hörbuch-Serie, eingelesen vom Sprecher Robert Frank.
Robert Frank liest perfekt, er trifft in jedem Satz den richtigen Erzählton, das allein macht das Zuhören schon zur Freude.
Aber auch am Buch- naja ich am ehesten am E-Buch – hätte ich an der Geschichte viel Freude gehabt, denn Sam Feuerbach kann seine Figuren so gestalten, dass man sie hasst oder liebt und unbedingt wissen muss, wie es mit ihnen weitergeht.

Da ist Prinz Karek, wirklich dick und ziemlich verfressen, dabei aber einsam, herzensgut und intelligent, da ist eine Auftragsmörderin ohne Namen, ohne Herkunft aber mit Erinnerungsfetzen und ganz großer Entschlossenheit,welche den Prinzen töten soll, da ist der Vater des Prinzen, der seinen Antrieb etwas verloren hat- kurzum, es ist spannend und niemals nur eindimensional.
Eigentlich ist diese Saga ein wunderbarer Entwicklungsroman, spannend wie ein Thriller – ein kleines bisschen Magie kommt auch noch vor – und so fantastisch die Länder um Toladar auch sind, die Figuren und ihre Handlungen sind verständlich, man kann die Beweggründe ihres Handelns nachvollziehen und ist dadurch immer dicht dabei. Das war richtig gute Unterhaltung.

Der Autor hat eine Eigene Homepage, auf der er seine Werke – und somit auch die Krosann-Saga – vorstellt : Sam Feuerbach

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was mich an Journalisten ärgert


… ist, dass Beiträge kaum mehr aus einer neutralen, alles hinterfragenden Sicht geschrieben werden, sondern auf Grund einer festen politischen Gesinnung, die im Beitrag dargestellt wird. Dadurch wird nichts mehr hinterfragt und Falsches unbewusst verbreitet, weil es „gefühlt“ richtig ist.

Heute ist der 08. März – Internationaler Frauentag, was der Tagesspiegel unter anderem mit  einen Artikel von Ronja Ringelstein Der Feminismus muss sich auf das Wesentliche konzentrieren berücksichtigt, in dem sie auch auf die lächerliche Aussage des polnischen EU-Abgeordnete Janusz Korwin-Mikke über die Rechtmäßigkeit ungleicher Entlohnung von Frauen einging, sowie auf die damals in den Medien anders dargestellte Grundlage der Anrede aller Profesurinhaber*innen der Leipziger Universität mit Professorin – welche, wenn sie so wie in ihrem Artikel erklärt wird, eigentlich folgerichtig war. Dass der Fakt der Anrede zu so einem negativen Echo führte, ist der falschen Darstellung in den Medien geschuldet – die von den Intentionen der genderbezweifelnden Journalisten und nicht von deren Recherche geleitet wurden.

Was mich nun an diesem Artikel von Ronja Ringelstein aber beißt – und zum Schreiben bringt – ist der folgende Passus:

Das Sternchen mitten in einem Wort, um die weibliche Endung *innen anzufügen, ist nicht schön. Doch es ärgert schon ein bisschen, über den Ursprung der Worte „herrlich“ und „dämlich“ nachzudenken. Gegen diese Ungerechtigkeit, die schwarz auf weiß im Duden geschrieben steht, gibt es einfach keine schlagfertige Antwort. Zu fordern, diese Worte nicht mehr zu benutzen, wäre dennoch albern.

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 Liebe Ronja Ringelstein, das lese ich also und erinnere mich an den Kindheitsspruch:

Denke nie, gedacht zu haben, denn das Denken der Gedanken                      
ist gedankenloses Denken

Hier wäre es besser gewesen, statt lange nachzudenken und sich heiß zu machen einen Blick ins DWDS (Das Wortauskunftssystem zur deutschen Sprache in Geschichte und Gegenwart) zu werfen, das ist sogar online zugänglich.
So hätten Sie bezüglich der Herkunft und Bedeutung des Wortes dämlich für sich Klarheit geschaffen und sich jeglichen bisschen Ärger vermieden.
War das nun Ihr Unwissen oder sitzt bei Ihnen der Wunsch, die Diffamierung des Weiblichen zu beweisen so tief, dass Tatsachen nicht reichen und Vermutungen gepflegt werden müssen?
Zur Info:

dämlich Adj. ‘dumm, beschränkt’. Die seit dem 18. Jh. belegte, vom Nd. ausgehende und erst nach 1900, vornehmlich als derbe Schelte, im größten Teil des dt. Sprachgebiets geläufige Bildung setzt wie das mit anderem Suffix abgeleitete, heute noch im Bair.-Öst. allein geltende gleichbed. obd. und md. Adjektiv damisch (ältere Nebenform dämisch, 15. Jh., bis ins 19. Jh. auch ‘benommen, schwindlig’) germ. *þēm- voraus, das sich mit aind. tā́myati ‘erstickt, wird betäubt’, lat. tēmētum ‘berauschendes Getränk’, tēmulentus ‘berauscht’, aslaw. tomiti, russ. tomít’ (томить) ‘quälen’ auf die Wurzel ie. *tem- ‘geistig benommen,

Kurzgefasst, es wäre dämlich, eine Ableitung von Dame zu herzuleiten.
Dame bedeutet übrigens laut DWDS

Dame f. ‘Frau von Bildung und gepflegtem Äußeren’, heute allgemein höfliche Bezeichnung für eine weibliche Person. Aus lat. domina (synkopiertdomna, 1. Jh.) ‘Herrin, Gebieterin, Hausfrau’ hervorgegangenes gleichbed. afrz. dame findet sich gelegentlich in mhd. Texten als Teil fremdsprachiger Floskeln; Ende des 16. Jhs. wird frz. dame ins Dt. entlehnt, ist in der Bedeutung ‘geliebte Frau, Herrin’ zunächst Modewort der höfisch-galanten Dichtung (wie ↗Kavalier und ↗Galan, s. d.) und seit Mitte des 17. Jhs. die übliche Benennung für Frauen des Adels; auf bürgerliche Frauen wird es erst gegen Ende des 18. Jhs. angewendet. Daneben tritt im 17. Jh. die (wohl durch Euphemismus entstandene) Bedeutung ‘Geliebte, Mätresse, Dirne’ auf (so auch das Deminutivum Dämchen), die in der 2. Hälfte des 19. Jhs. erneut gebräuchlich wird. Im 17./18. Jh. kommt häufig noch frz. Pluralbildung Dames vor. Bis Anfang des 18. Jhs. ist neben Dame auch die aus dem Ital. oder Span. entlehnte Form Dama bezeugt (ital. span. dama nach frz. dame, dagegen regelrecht aus lat. domina entwickelt ital. donna, span. dueña, doña). Übertragene Verwendungen von Dame sind ‘dritthöchste Spielkarte’ (Mitte 17. Jh.) und ‘zugstärkste Figur des Schachspiels’ (Mitte 18. Jh.), doch kann hier auch gesonderte Übernahme aus dem Frz. vorliegen, ebenso wie bei Dame ‘dem Schach ähnliches Brettspiel’ (17. Jh., auch als Mask. Dam), zuerst bekannt im Kompositum Damespiel (Anfang 17. Jh., ohne Zusammenhang mit mnd. dōmspil, das zu mnd. dōm m. ‘Urteil, Gesetz’ gehört) nach dem Vorbild von frz. jeu de dames, span. juego de damas; zur möglichen Umdeutung eines anders motivierten arab. Namens im Span. vgl.Lokotsch Wörter oriental. Ursprungs (1927) 149.

Auch das herrlich ist längst nicht so geschlechtsbezogen , wie es Ihnen vielleicht vorkommt.

herrlich Adj. ‘hervorragend, ausgezeichnet’, ahd. hērlīh (um 1000), mhd. hērlich (daneben md. hirlich, herrelich), asächs. mnd. hērlīk, mnl. heerlijc, nl. heerlijk ist ursprünglich Ableitung von dem unter ↗hehr (s. d.) angeführten Adjektiv, wird jedoch schon im Ahd. vereinzelt mit hē̌r(r)o (s. ↗Herr) in Verbindung gebracht. Der Anschluß an Herr zeigt sich seit mhd. Zeit auch in der Form ( Kürzung des Stammvokals und Doppelkonsonanz), obwohl andererseits weiterhin Schreibungen wie hehrlich (16. Jh.) und herlich (19. Jh.) auf die lautliche und inhaltliche Nähe von hehr verweisen.herrlich bedeutet zunächst ähnlich wie hehr soviel wie ‘erhaben, hervorragend’, nimmt unter Einfluß von Herr im Mhd. und Frühnhd. auch den Sinn ‘herrenmäßig, herrisch’ an und ist in der Sprache der Gegenwart Ausdruck für ‘in hohem Maße als gut oder schön empfunden’. Herrlichkeit f. ‘Großartigkeit’, mhd. hērlīcheit, mnd. hērlichēt, herrlich(c)eit. Mnd. und mhd. seit dem 14. Jh. insbesondere rechtssprachlich im Sinne von ‘Gesamtheit der Herrschaftsrechte, Gerichtsbarkeit’, ferner ‘Herrschaftsgebiet’ und nhd. in respektvoller Anrede Eure Herrlichkeit (17. Jh., für lat.exellentia und dignitās).

weshalb es ja auch den Herren und die Herrin gibt, oder die Herr*in, falls man nicht beides schreiben will und sich vor dem Stern nicht graust.
Kurzum, die Worte unserer Sprache sind nicht die Ursache des Problems, sie sind gänzlich wertneutral. Erst  falsche Interpretationen machen sie zu einem Mittel der Unterdrückung und hier kann man immer mit Wissen gegensteuern.

 

01.03.1880


Manfred Kyber wurde (nach gregorianischem Kalender) am 01.März 1880 in Riga (damals noch damals Russisches Kaiserreich) geboren.
Das ist nun 137 Jahre her, aber seine Märchen und Grotesken haben noch immer Weisheit und Witz die den Leser/Zuhörer bereichern können.
Auf Grund seiner religiösen Einstellung scheute er sich nicht auch den Tod als Thema zu wählen und beschenkt uns so in aller Leichtigkeit  Antworten auf die Fragen nach einem gerechten Leben .

Danke – Manfred Kyber,  für die Freude an Deinen wohl hundertjährigen Märchen und Geschichten, die noch immer frisch sind und für die Tier- und Menschenliebe in ihnen, die damit weitergegeben wird.

Ich habe nun entdeckt, dass es auf amazon  Hörbücher mit Manfred-Kyber-Geschichten auf amazon von einem mir bisher unbekannten  Krawuzi Verlag gibt.

Man kann dort auch in die Geschichten hineinhören, sie sind gut gelesen, wenn auch für meinen Geschmack die Stimmen der Sprecher für die Geschichten fast zuviel Volumen haben bin ich mir sicher, dass es den Zuhörern gefallen wird.

Die einzelnen Geschichten/Märchen dauern ca. 10  bis 27min und kosten 0,88€ – ideal als Einschlafhilfe,  um den Alltag hinter sich zu lassen.

Da gibt es zum Beispiel
Der Drache mit dem Kaffeekrug;
Mittsommernacht,
Der Meisterkelch,
Porzellan,
Die Postkutsche ,
Der Generaloberhofzeremonienmeister
und weitere – alle zum Preis von 0,88€ herunterzuladen und immer mal wieder anzuhören.

Aber auch „richtige“ Märchensammlungen kann man erstehen, zum Beispiel 

„Die schönsten Tiermärchen“ mit einer Spieldauer knapp über zwei Stunden, welche man sich für den Preis von 4,95€ herunterladen kann oder als CD für 11,57 erstehen kann.

Alles in allem ein feines Hörvergnügen, dass man sich des öfteren gönnen wird, wenn man erst einmal damit angefangen hat und Märchen- LiebhaberIn ist.

 

 

 

Seefeld in Tirol und Im Vollbesitz des eigenen Wahns


Seit einigen Jahren habe ich Freude am Winterwandern, weshalb ich gern Winterurlaub mache.
Ich hatte auch ein Roman zum Rezensieren mit dabei, hatte anfangs aber Mühe, mich dort einzulesen, so dass ich zwischenzeitlich auch immer mal zu einem Gedichtebuch griff und unter anderem das folgende Gedicht gefunden hatte, welches für mein Empfinden  direkt und schlicht wiedergibt, was ich am Winterwandern so schätze.

Hermann Löns (1866-1914)
Bergwaldwildnis

Was frag ich nach den Menschen
Und nach der lauten Stadt,
Wenn mich die Bergwaldwildnis,
Die weiße Stille hat.

Die Buchenstämme stehen
So schwarz im weißen Schnee,
Seinen Schlafbaum sucht der Bussard,
Zu Felde zieht das Reh.

Der Fuchs bellt unten im Grunde,
Die Eule gibt keine Ruh,
Der Abendwind rührt an den Zweigen,
Der Schnee fällt immerzu.

Im Tale funkeln die Lichter,
Was kümmert mich ihr Schein,
Ich stehe oben am Hange
Und bleibe für mich allein.

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Aber, auch wenn ich anfangs schwer den Einstieg in diesen Rezensions- Roman gefunden hatte, er ließ mich nicht los und von Abend zu Abend griff ich lieber zu diesem Buch.

Ursprünglich fand den Titel humorvoll und hatte das Buch deshalb mit in den Urlaub genommen, aber was ich las, war dann doch  heftig .
Dazu nervte mich anfangs der Satzbau der Übersetzung , welcher dem Leser  schon auf Seite 24 den 10. eingeschobenen Nebensatz „dachte sie“ bescherte und kein Lesevergnügen versprach – zum Glück bin ich langmütig und halte durch, denn der Stil wurde dann viel besser und bereitete  Lesevergnügen; was ich auch von der Story sagen kann.
Hilary Mantel schaffte es, von Leuten zu erzählen, über die keiner berichten möchte und trostlose Lebensumstände zu beschreiben – und der Leser will am Ball bleiben und will miterleben und doch wird er nicht endgültig verstehen können, was mit der Hauptheldin Myriel nun eigentlich ist.

Wie ich erst nach dem Lesen erfahren habe, ist dieses Buch eine Weiterführung des Romans Jeder Tag ist Muttertag und vielleicht hilft es, erst diesen Roman zu lesen um mit der Geschichte klar zu kommen.
Zwar wird der Leser „Im Vollbesitz des eigenen Wahns“ im Verhältnis der der Personen zueinander geführt, aber das reichte nicht, so finde ich, Myriel wirklich verstehen zu können. Man ist hier wie in einem Horror-Film Zuschauer und muss mit wohligem Grusel konsumieren, was angeboten wird.
Spannend ist das allemal, es verschafft einen auch eine andere Sicht, aber ob man das Buch als endgültig befriedigend empfindet, hängt vom Anspruch ab.
Mir hat das Buch gefallen, weil ich gut mit Geschichten klar komme, die mir nicht alles erklären. An solchen Büchern habe ich auch nach dem Lesen noch zu „knappern“, das mag ich.

Rügen


Die panische Angst meiner kleinen alten Hündin vor lauten Geräuschen brachte uns dazu, eine Einladung freudig anzunehmen und den Jahreswechsel auf Binz zu begehen – und wenn man schon mal auf Rügen ist, auch gleich ein paar weitere Tage dort zu verbringen.

Ich liebe Rügen, die Insel ohne  „Inselfeeling“, die so voller Geschichte steckt und diese dazu noch mit Artefakten dokumentiert, die es mir besonders angetan haben,  weil in ihnen etliche Märchenwurzeln zu finden oder zumindest zu vermuten sind.
Eigentlich kann wohl jede Autorin oder jeder Autor dort seine Geschichte finden, entwickeln, niederschreiben, denn bei aller Betriebsamkeit herrscht auf Rügen weder Hektik noch Stress – sodass man zur Ruhe kommen kann und vor dem weiten Horizont seine Gedanken gezielt schweifen lassen, anderseits die Natur geradezu körperlich wahrnehmen kann.Erfahrungen, die fabuliert werden wollen.
Ich selbst kam leider nicht dazu, hoffe aber, doch etwas von dem Gefühl in mir mit nach Berlin genommen zu haben – und ein paar Fotos für vorbeischauende Leser habe ich auch noch.