Das alte Lied oder Wie der Iler sein Ding bekam


so heißt ein Märchen von mir,welches man jetzt auch als Buch kaufen kann. Es ist mir  durch  schweifende Betrachtungen über den Berliner Mauerfall 1989 und der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1845/48  plötzlich im Kopf gewesen, zusammen mit dem Bürgerlied von 1845/48, das ich  mag und auch gern singe.
So ganz nebenher lasse ich meine Helden darin auch noch das Kreuzworträtsel erfinden, denn ich war mir schon immer fast sicher, dass das Wort Iler extra für das Kreuzworträtsel entstanden sein muss.
Oder kennt  jemand einen Menschen, der dieses Wort benutzt und ohne Kreuzworträtsel eine Vorstellung von seiner Bedeutung hat ?

 

 

 

Es gibt es als Kindle-Datei zum Preis von 2,–€ und als Buch zum Preis von 3,99 €

Inhaltlich unterscheiden sich die beiden Varianten durch die verwendeten Illustrationen, textlich sind sie gleich.

 

 

O König von Preußen


O König von Preußen
(um 1800)
auch Deserteurslied genannt, Gesungen nach der Melodie des Marschlied „Wir preußischen Husaren“ war jederzeit ein Wechsel in den unverfänglicheren Text möglich

O König von Preußen, du großer Potentat
Wie sind wir deines Dienstes so überdrüssig satt!
Was fangen wir jetzt an in diesem Jammertal
Allwo ist nichts zu finden als Mühsal, Not und Qual.

Und kommt das Frühjahr an, da ist die große Hitz‘
Da heißt es exerzieren dass ein’m der Buckel schwitzt.
Da heißt es exerzieren von Morgen bis Mittag
Und das verfluchte Leben das währt den ganzen Tag.

Vom Exerzieren weg, geht’s wieder auf die Wacht,
Kein Teufel tut dich fragen, ob man zu essen hat.
Kein Branntwein in der Flaschen, kein weißes Brot dabei,
Ein schlechtes Tabakrauchen das ist der Zeitvertreib.

Und kommt ein frisch Parad, tut man ein falschen Tritt,
Dann hört man es schon rufen: Der Kerl muss auf den Glied!
Patronentasche runter, den Säbel abgelegt,
Und tapfer drauf geschmissen bis er sich nicht mehr regt.

Ihr Herren nehmt’s nicht wunder wenn einer desertiert,
Wir werden wie die Hunde mit Schlägen strapaziert;
Und bringen Sie uns wieder, sie hängen uns nicht auf,
Das Kriegsrecht wird gesprochen: Der Kerl muß Gassen lauf!

Und wann wir Gassen laufen so spielet man uns auf
Mit Waldhorn und Trompeten, dann geht es tapfer drauf.
Da werden wir gehauen von manchem Musketier
Der eine hats Bedauern, der andre gönnt es mir.

Und werden wir dann alt, wo wenden wir uns hin?
Die Gesundheit ist verloren, die Kräfte sind dahin.
Und endlich wird es heißen: Geh‘ Vogel ohne Nest!
Hey Alter, nimm den Bettelsack, bist auch Soldat gewest!

es waren zwei Königskinder


auf dem Musäusblog hatte ich das Thema angerissen und dabei dieses schöne Video entdeckt und nicht benutzen können, zeig ich es also hier 😉

Gedicht der Woche 40/2010


Storm, Theodor (1817-1888)

Oktoberlied

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Und geht es draußen noch so toll,
Unchristlich oder christlich,
Ist doch die Welt, die schöne Welt,
So gänzlich unverwüstlich!

Und wimmert auch einmal das Herz –
Stoß an und laß es klingen!
Wir wissen’s doch, ein rechtes Herz
Ist gar nicht umzubringen.

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Wohl ist es Herbst; doch warte nur,
Doch warte nur ein Weilchen!
Der Frühling kommt, der Himmel lacht,
Es steht die Welt in Veilchen.

Die blauen Tage brechen an,
Und ehe sie verfließen,
Wir wollen sie, mein wackrer Freund,
Genießen, ja genießen!