was mich an Journalisten ärgert


… ist, dass Beiträge kaum mehr aus einer neutralen, alles hinterfragenden Sicht geschrieben werden, sondern auf Grund einer festen politischen Gesinnung, die im Beitrag dargestellt wird. Dadurch wird nichts mehr hinterfragt und Falsches unbewusst verbreitet, weil es „gefühlt“ richtig ist.

Heute ist der 08. März – Internationaler Frauentag, was der Tagesspiegel unter anderem mit  einen Artikel von Ronja Ringelstein Der Feminismus muss sich auf das Wesentliche konzentrieren berücksichtigt, in dem sie auch auf die lächerliche Aussage des polnischen EU-Abgeordnete Janusz Korwin-Mikke über die Rechtmäßigkeit ungleicher Entlohnung von Frauen einging, sowie auf die damals in den Medien anders dargestellte Grundlage der Anrede aller Profesurinhaber*innen der Leipziger Universität mit Professorin – welche, wenn sie so wie in ihrem Artikel erklärt wird, eigentlich folgerichtig war. Dass der Fakt der Anrede zu so einem negativen Echo führte, ist der falschen Darstellung in den Medien geschuldet – die von den Intentionen der genderbezweifelnden Journalisten und nicht von deren Recherche geleitet wurden.

Was mich nun an diesem Artikel von Ronja Ringelstein aber beißt – und zum Schreiben bringt – ist der folgende Passus:

Das Sternchen mitten in einem Wort, um die weibliche Endung *innen anzufügen, ist nicht schön. Doch es ärgert schon ein bisschen, über den Ursprung der Worte „herrlich“ und „dämlich“ nachzudenken. Gegen diese Ungerechtigkeit, die schwarz auf weiß im Duden geschrieben steht, gibt es einfach keine schlagfertige Antwort. Zu fordern, diese Worte nicht mehr zu benutzen, wäre dennoch albern.

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 Liebe Ronja Ringelstein, das lese ich also und erinnere mich an den Kindheitsspruch:

Denke nie, gedacht zu haben, denn das Denken der Gedanken                      
ist gedankenloses Denken

Hier wäre es besser gewesen, statt lange nachzudenken und sich heiß zu machen einen Blick ins DWDS (Das Wortauskunftssystem zur deutschen Sprache in Geschichte und Gegenwart) zu werfen, das ist sogar online zugänglich.
So hätten Sie bezüglich der Herkunft und Bedeutung des Wortes dämlich für sich Klarheit geschaffen und sich jeglichen bisschen Ärger vermieden.
War das nun Ihr Unwissen oder sitzt bei Ihnen der Wunsch, die Diffamierung des Weiblichen zu beweisen so tief, dass Tatsachen nicht reichen und Vermutungen gepflegt werden müssen?
Zur Info:

dämlich Adj. ‘dumm, beschränkt’. Die seit dem 18. Jh. belegte, vom Nd. ausgehende und erst nach 1900, vornehmlich als derbe Schelte, im größten Teil des dt. Sprachgebiets geläufige Bildung setzt wie das mit anderem Suffix abgeleitete, heute noch im Bair.-Öst. allein geltende gleichbed. obd. und md. Adjektiv damisch (ältere Nebenform dämisch, 15. Jh., bis ins 19. Jh. auch ‘benommen, schwindlig’) germ. *þēm- voraus, das sich mit aind. tā́myati ‘erstickt, wird betäubt’, lat. tēmētum ‘berauschendes Getränk’, tēmulentus ‘berauscht’, aslaw. tomiti, russ. tomít’ (томить) ‘quälen’ auf die Wurzel ie. *tem- ‘geistig benommen,

Kurzgefasst, es wäre dämlich, eine Ableitung von Dame zu herzuleiten.
Dame bedeutet übrigens laut DWDS

Dame f. ‘Frau von Bildung und gepflegtem Äußeren’, heute allgemein höfliche Bezeichnung für eine weibliche Person. Aus lat. domina (synkopiertdomna, 1. Jh.) ‘Herrin, Gebieterin, Hausfrau’ hervorgegangenes gleichbed. afrz. dame findet sich gelegentlich in mhd. Texten als Teil fremdsprachiger Floskeln; Ende des 16. Jhs. wird frz. dame ins Dt. entlehnt, ist in der Bedeutung ‘geliebte Frau, Herrin’ zunächst Modewort der höfisch-galanten Dichtung (wie ↗Kavalier und ↗Galan, s. d.) und seit Mitte des 17. Jhs. die übliche Benennung für Frauen des Adels; auf bürgerliche Frauen wird es erst gegen Ende des 18. Jhs. angewendet. Daneben tritt im 17. Jh. die (wohl durch Euphemismus entstandene) Bedeutung ‘Geliebte, Mätresse, Dirne’ auf (so auch das Deminutivum Dämchen), die in der 2. Hälfte des 19. Jhs. erneut gebräuchlich wird. Im 17./18. Jh. kommt häufig noch frz. Pluralbildung Dames vor. Bis Anfang des 18. Jhs. ist neben Dame auch die aus dem Ital. oder Span. entlehnte Form Dama bezeugt (ital. span. dama nach frz. dame, dagegen regelrecht aus lat. domina entwickelt ital. donna, span. dueña, doña). Übertragene Verwendungen von Dame sind ‘dritthöchste Spielkarte’ (Mitte 17. Jh.) und ‘zugstärkste Figur des Schachspiels’ (Mitte 18. Jh.), doch kann hier auch gesonderte Übernahme aus dem Frz. vorliegen, ebenso wie bei Dame ‘dem Schach ähnliches Brettspiel’ (17. Jh., auch als Mask. Dam), zuerst bekannt im Kompositum Damespiel (Anfang 17. Jh., ohne Zusammenhang mit mnd. dōmspil, das zu mnd. dōm m. ‘Urteil, Gesetz’ gehört) nach dem Vorbild von frz. jeu de dames, span. juego de damas; zur möglichen Umdeutung eines anders motivierten arab. Namens im Span. vgl.Lokotsch Wörter oriental. Ursprungs (1927) 149.

Auch das herrlich ist längst nicht so geschlechtsbezogen , wie es Ihnen vielleicht vorkommt.

herrlich Adj. ‘hervorragend, ausgezeichnet’, ahd. hērlīh (um 1000), mhd. hērlich (daneben md. hirlich, herrelich), asächs. mnd. hērlīk, mnl. heerlijc, nl. heerlijk ist ursprünglich Ableitung von dem unter ↗hehr (s. d.) angeführten Adjektiv, wird jedoch schon im Ahd. vereinzelt mit hē̌r(r)o (s. ↗Herr) in Verbindung gebracht. Der Anschluß an Herr zeigt sich seit mhd. Zeit auch in der Form ( Kürzung des Stammvokals und Doppelkonsonanz), obwohl andererseits weiterhin Schreibungen wie hehrlich (16. Jh.) und herlich (19. Jh.) auf die lautliche und inhaltliche Nähe von hehr verweisen.herrlich bedeutet zunächst ähnlich wie hehr soviel wie ‘erhaben, hervorragend’, nimmt unter Einfluß von Herr im Mhd. und Frühnhd. auch den Sinn ‘herrenmäßig, herrisch’ an und ist in der Sprache der Gegenwart Ausdruck für ‘in hohem Maße als gut oder schön empfunden’. Herrlichkeit f. ‘Großartigkeit’, mhd. hērlīcheit, mnd. hērlichēt, herrlich(c)eit. Mnd. und mhd. seit dem 14. Jh. insbesondere rechtssprachlich im Sinne von ‘Gesamtheit der Herrschaftsrechte, Gerichtsbarkeit’, ferner ‘Herrschaftsgebiet’ und nhd. in respektvoller Anrede Eure Herrlichkeit (17. Jh., für lat.exellentia und dignitās).

weshalb es ja auch den Herren und die Herrin gibt, oder die Herr*in, falls man nicht beides schreiben will und sich vor dem Stern nicht graust.
Kurzum, die Worte unserer Sprache sind nicht die Ursache des Problems, sie sind gänzlich wertneutral. Erst  falsche Interpretationen machen sie zu einem Mittel der Unterdrückung und hier kann man immer mit Wissen gegensteuern.

 

„Wessi“ versus „Ossi“: alltäglicher Rassismus?


Ein kleiner Facebook-Skandal um Silke St….. hat mich diesen Blog finden lassen, eine dumme Hetze gegen die „blöden Ossis“, die viel und zum Teil auch dummes Echo hatte.

Desto klüger aber diese Betrachtungen :

"Wessi" versus "Ossi": alltäglicher Rassismus?.

Huch, was ist denn das?


In einer e-mailadresse, die ich schon lange nur für das Einstellen von Büchern benutze, hatte heute diese mail gefunden:

Email textGuten Tag Benutzer Tina,

als registrierter Nutzer bei Dating Tuwi GmbH erhalten Sie diese Mail.

Ihr Premiumbeitrag wird in den nächsten Tagen von Ihrem angegebenen Bankkonto abgebucht.
Die Premiumdienste können Sie danach wie gewöhnlich für 12 Monate zum Preis von 424,99 EUR in Anspruch nehmen.

Entnehmen Sie die Zahlungsdetails bitte dem dem zugefügtem Zip Ordner, da finden Sie auch die Bestelldetails und Kündingungsadresse.

Mit besten Grüßen
Rechnungsstelle Tubu-billing
Aken der 08. August 2012

Ich unter meinem Kindernamen bei einer Dating Tuwi GmbH ? Wie das? Dating ist das letzte, was ich wünsche, kriege meine Termine so schon nicht auf die Reihe und mal ehrlich, mir reicht mein Herr Gatte voll und ganz – und das schon lange.(Hihi, klingt so schön zweideutig wie es manchmal ist.)
Mach ich jetzt die Zip-Datei auf oder nicht? Haben die wirklich meine Bankverbindung? Wer sind die überhaupt, die GmbH finde ich im Internet nicht. Kommt mir  wie ein Internetbetrugsversuch vor, oder ein Versuch, einen Trojaner oder Wurm auf meiner Festplatte zu hinterlassen. Na,  mal sehen, wie sich das entwickelt, jetzt erstmal gucken, wie aktuell mein Virenschutz ist…

Recht und Gerechtigkeit


Durch den Medienhype hatte ich den Kachelmannprozess verfolgt, denn da stimmte was nicht. Er hatte mich sogar zu einer neuen Rapunzelfassung animiert, denn es waren neben Hass und Neid auf anderer Seite seine grundsätzlichen Verhaltensmuster, welche zwar blöd, aber durchaus archaisch sind, die ihn in diese Situation brachten.
Nun hatte er ja sein Erleben des Falls (die Sicht darauf ist subjektiv verschoben, etwa so wie das rechte Auge ein Ding in anderer Entfernung ausmacht als das linke) mit seiner jetzigen Frau bei Heyne veröffentlicht, das Buch heißt „Recht und Gerechtigkeit“ und ich habe es mir als E-Buch gekauft.

Hier meine Einschätzung, die mir, kaum dass sie auf amazon stand, drei Negativklicks brachte:

 was jetzt polarisiert, wird irgendwann ein Zeitdokument sein

Ein Mann, der vor etlichen Jahren den Wetterbericht von einer mehr oder weniger stimmigen, auf jeden Fall aber öden Datenmitteilung zu einer kleinen interessanten Sendung für jedermann kraft seiner Flapsigkeit und Kompetenz mischenden Persönlichkeit umgestaltete, der sich auf Grund dieser Persönlichkeit auch andere Medienbereiche erschloss und sich so eine Art Wettervoraussagemonopol erarbeitete, wird von einer Nebenbeziehung der schweren Vergewaltigung bezichtigt und die meisten deutschen Medien stürzen sich blindwütig auf diesen Fall mit einer irren Begierde, den „Täter“ zu Fall zu bringen, ähnlich wie mit Blut ernährte Jagdhunde, die sich auf Wild stürzen. Das war der Grund, warum ich mich für dieses Gerichtsverfahren zu interessieren begann, denn jedem Laien war hier ersichtlich, dass da etliches schief lief und Meinung über die Medien zum Schaden des Beschuldigten gesteuert wurde oder werden sollte.Dazu kommt die ungeheuerliche Tatsache, dass Staatsvertreter Informationen gezielt weitergeben haben müssen , eigentlich ein krimineller Akt, und dass, wie sich nach der Verhandlung erwies, gezielt gesetzten Falschmitteilungen von Staatsvertretern an die Öffentlichkeit gegeben wurden.

Dieses Buch berichtet von dem Prozess aus der Sicht des Betroffenen. Man merkt dem Buch an, dass es nicht lange Zeit hatte „zu erkalten“ und Stil zu bekommen, man liest in den ersten Kapiteln noch die emotionalen Empfindungen der Betroffenen mit. Doch die Beiden haben ein Recht empört zu sein über das, was sie erlebten und es zum Ausdruck zu bringen – das macht aber keine gute Literatur. Doch darum geht es auch nicht, wer das sucht sollte Kafka oder Hesse lesen. Im weiterem Verlauf der Kapitel wird der Erzählton dann auch sachlicher, weil der Prozess analysiert wird.
Nachdem ich das Buch gelesen habe, bestreite ich entschieden die nun in den Medien zu lesende oder zu hörende Behauptung, dass hier von den Kachelmanns Vergewaltigungsopfer diskreditiert werden indem über Falschbeschuldigungen berichtet wird, sie stellen nicht in Abrede, dass Vergewaltigung ein schlimmes Verbrechen ist und bestraft werden sollte, nennen selbst die geringe Höhe der angezeigten Vergewaltigungsstraftaten und dass sich das ändern muss. Wenn etwas verwerflich ist, dann doch der Tatbestand, aus Rache eine solche Beschuldigung zu konstruieren, auf Kosten und zum Schaden der echten Vergewaltigungsopfer.
Inwieweit die Vermutung der Höhe falscher Vergewaltigungsvorwürfe stimmig ist, kann ich nicht einschätzen,kann niemand einschätzen, der die Fälle nicht studiert hat. Das ist hier an Hand des eigenen Erlebens und berichteter Verfahren geschlussfolgert und steht ihm als Meinung zu, sollte aber weitergehend begründet werden. Ich mache mir da aber nichts vor, die Lüge ist die Brutalität der Schwachen und wenn man auf Rache sinnt – oder wenn bei manch psychisch Kranken das Unwohlsein in der eigenen Haut ein Ventil braucht…
Jede durch Falschbeschuldigung zerstörte Existenz ist genauso eine zuviel, wie eine durch Vergewaltigung zerstörte.
Der Wert des Buches liegt in meinen Augen in der Analyse des Gerichtsverfahrens und dem Aufzeigen der Schwachstelle eines Verfahrens vor dem Landesgericht- mangelnde Dokumentation – und das ist dann ein Problem, das jeder Beschuldigte aber auch jeder Anzeigenerstatter haben kann, egal, was angeklagt wird, aber was sich für die Gerechtigkeitsfindung ändern ließe.
Das Buch hat den Untertitel: Ein Märchen aus der Provinz. Ich bin Märchenerzählerin und hasse es eigentlich, wenn der Begriff Märchen als Synonym für Lüge oder groteske Abläufe gebraucht wird, denn für mich sind Märchen auf einer höheren Ebene wahrhaftig. Und der Fall des Kachelmanns hat für mich nach dem Lesen des Buches eine wirkliche Märchenkomponente: Der Dummling, der in die Welt zieht, dort eine schwere Lebensaufgabe gestellt bekommt, diese mit Hilfe eines klugen,treuen Mädchen meistert und geläutert und geprägt …
Märchenhafter Ausgang wäre ihnen zu wünschen – obwohl mich ihr Persönliches normalerweise nicht interessiert, wohl aber die Bürgerrechte in Deutschland.

Da ich das Buch als Kindle-Ausgabe gelesen habe: Die Kindle-Datei ist schrecklich formatiert,ich meine, das liegt an der Art, wie die Entertaste benutzt wurde – Kindle gibt auch Anleitung, wie Dateien zu erstellen sind.Wer auch immer im Verlag dafür zuständig ist, sollte sich dilettantisch formatierte Datei noch einmal vornehmen, für Belletristik hätte ich reichlich Punktabzug dafür gegeben. Da sind mittlerweile die selbstverlegenden Autoren weit versierter und leserfreundlicher in der Gestaltung ihrer E-Bücher.