gestorben 13. Juli 1975 – Hertha Vogel-Voll


Hertha Vogel-Voll

Hertha Vogel-Voll (* 15. Oktober 1898 in Bad Kissingen; † 13. Juli 1975 in Dresden) war eine Theater- und Buchautorin.

Kindheit

Hertha Romana Voll wurde als Tochter einer Malerin und eines Bildhauers in Bad Kissingen geboren.

Als ihr Vater – Roman Voll – an Tuberkulose starb, gab die Mutter die drei älteren ihrer fünf Kinder in katholisch-klösterliche Waisenhäuser. Hertha war damals kaum zwei Jahre alt. Die folgenden sechs Jahre waren bestimmt durch die besonders strenge Erziehung im Kloster. Die dort erfahrenen psychischen und physischen Misshandlungen, die durchlebten Entbehrungen und Ängste prägten sie lebenslang.

Mit acht Jahren kehrte Hertha Voll zu ihrer Mutter nach Altötting zurück. Nach erneuter Heirat der Mutter zog die Familie in die Nähe von Dresden. Der Stiefvater bestimmte als künftigen Beruf für Hertha Lehrerin. Sie erhielt einen Freiplatz als Zögling der Erziehungsanstalt der Dominikanerinnen im Kloster Wettenhausen. Anfangs durch die vorangegangenen Erfahrungen mit klösterlicher Erziehung und die erneute Trennung von der Mutter stark verängstigt und schwerkrank, eröffnete sich später hier für sie eine neue Welt. Unter der Obhut feinsinniger Nonnen erhielt sie eine vielseitige musische Ausbildung, die ebenso wie der tief verinnerlichte christliche Glauben bestimmend für ihr künftiges Werk wurden.

Mit 15 Jahren verließ Hertha Voll die Klosterschule und besuchte ab 1913 die Handelsschule in Dresden. In diesem Jahr erhielt das Mädchen, das bis dahin nur Heiligen-Legenden kannte, sein erstes Märchenbuch zu Weihnachten.

Frühe Karriere

Nach dem Ersten Weltkrieg begann Hertha Voll neben ihrer beruflichen Tätigkeit mit dem Schreiben von Geschichten: kurze Erzählungen und Märchen. Diese Werke zeichneten sich durch die phantasievolle Schaffung neuer Figuren, Warmherzigkeit und tiefen Glauben ohne die Bindung an kirchliche Institutionen aus. Einige der Arbeiten, unter anderem Das Märchen  wurden in Zeitschriften veröffentlicht.

1926 wirkte Hertha Voll unter anderem am Aufbau großer Ausstellungen mit. Im Rahmen dieser Tätigkeit lernte sie den Arzt Dr. Martin Vogel vom Deutschen Hygiene-Museum Dresden kennen. Sie heirateten im selben Jahr und ein Jahr später kam in ihrem Heim in Hellerau bei Dresden ein Wunschkind zur Welt: Annemarie Vogel.

1933 schied Martin Vogel, nun Professor, als wissenschaftlicher Direktor aus dem Hygiene-Museum, ließ sich als Arzt in Dresden nieder und begründete ab 1937 ein Forschungsinstitut für Ernährung. Herta Vogel-Voll unterstützte die Arbeit ihres Mannes und arbeitete auch an ihren Erzählungen weiter, darunter auch mehrere Vorstufen ihres Hauptwerkes Die Silberne Brücke.

Erfolg und Vergessenheit

Den Zweiten Weltkrieg überstand die Familie, bei der Zerstörung Dresdens wurde jedoch Martin Vogels Institut vernichtet. Er baute sich zu Hause eine neue Praxis auf, doch im November 1947 erlitt er einen tödlichen Motorradunfall – am Tage der Immatrikulation seiner Tochter. Hertha drohte an seinem Tod und dem erneuten Wegfall der Existenzgrundlage zu zerbrechen.

Der plötzliche Erfolg stellte sich 1948 ein, als ihr Theaterstück „Verwunschen, verzaubert“ in Dresden und später in mehreren Städten Deutschlands erfolgreich aufgeführt wurde. In einer Dresdner Aufführung spielte der junge Rolf Ludwig in einem seiner ersten festen Engagements den Märchenteufel.

Durch den Erfolg bestätigt, veröffentlichte Hertha Vogel-Voll 1949 die bereits seit 1937 vorliegende Prosa-Überarbeitung des Stückes als „Die Silberne Brücke“. 1956 folgte die Märchen- und Kurzgeschichtensammlung „Das blaue Wunder“. Beide Bücher waren große Erfolge mit Gesamtauflagen von geschätzten 150.000 Exemplaren und avancierten in den folgenden Jahren zu Kultbüchern.

Ende der 1950er Jahre schrieb sie das Auftragswerk „… und dann das goldene Lachen“, ein Einakter für den Frieden, der erfolgreich in Dresden aufgeführt wurde. Nach nur wenigen Wochen wurde die Theaterleitung zur Absetzung des Stückes angewiesen. Die Autorin erhielt dafür nie eine Erklärung und wurde seitdem in der Literatur- und Kulturlandschaft der DDR „totgeschwiegen“. Es wurden für ihre Werke keine weiteren Druckgenehmigungen mehr erteilt. Zwar arbeitete sie intensiv weiter – u.a. an einem Roman und der phantastischen Erzählung „Das Licht auf dem vergessenen Stern“ – aber es kam zu keinen weiteren Veröffentlichungen alter oder neuer Werke zu ihren Lebzeiten.

Hertha Vogel-Voll verstarb 1975 in Dresden. Sie erlag einem Magenleiden, das sie seit Kindheitstagen belastete.

Veröffentlichungen zu Lebzeiten

Werke vor 1945 (Auswahl)

  • „Das Märchen“ (1932)
  • „Warum die Birke einen weißen Stamm hat“
  • „Wie das Hanskasperle in den Himmel kam“
  • „Verwunschen, verzaubert“, Theatermanuskript, 1937 Verlag S. Fischer

Werke nach 1945

  • „Verwunschen, verzaubert“ als Theateraufführung
  • „Die Silberne Brücke“, 1949/50 Verlag L. Ehlermann, Dresden
  • „Die Silberne Brücke“, 1951/52 Peter-Paul-Verlag, Feldberg
  • „Das blaue Wunder“, 1956/58 Altberliner Verlag Lucie Groszer
  • „… und dann das goldene Lachen“, Theaterstück

Veröffentlichungen nach ihrem Tod

  • „Die Silberne Brücke“ als Sonderausgabe mit einem Vorwort von Peter Sodann, 2004 [Maechler-Verlag] Altenfeld, ISBN 3-9809174-0-1
  • „Die Silberne Brücke“ als Hörbuch auf 4 CDs, gelesen von Volker Lechtenbrink, 2004 [Maechler-Verlag] Altenfeld, ISBN 3-9809174-4-4
  • „Das blaue Wunder“ mit einem Vorwort von Karlheinz Böhm (enthält auch „Die Silberne Brücke“), 2005

geboren 05.12.1797 – märchenhafte Biografie


Anton Dietrich

Anton Gotthelf Dietrich wurde am 5. Dezember 1797 Chemnitz geboren und starb am 3. März 1868 in Pirna.

Er studierte 1818 bis 1825 in Leipzig und Berlin Medizin. Seine Neigungen galten der Psychiatrie und der Literatur. In Dresden lebte er als Übersetzer von Werken aus dem Dänischen, Schwedischen und Niederländischen. Er schrieb wenig bedeutende Lyrik und publizierte eine von Ludwig Tieck eingeleitete Anthologie deutscher Gedichte »Braga«. 1827 wurde er Hilfsarzt an der Heil- und Verpflegungsanstalt Pirna-Sonnenstein zur Betreuung psychisch kranker, vornehmlich ausländischer Patienten. Hier begegnete er 1828 dem russischen Romantiker Konstantin Nikolaevic Batjuškov und betreute den unheilbar Kranken 1828 bis 1830 in Moskau. Seine Begegnungen mit herausragenden Schriftstellern, wie Aleksandr Puškin und Vasilij Žukovskij, regten ihn zu Lyrik-Übertragungen aus dem Russischen an. Bedeutung gewannen seine sehr beachteten »Russischen Volksmärchen«, eingeleitet von Jacob Grimm, die erste russische Märchensammlung in Deutsch überhaupt, auf Gutenberg hier zu finden und als Gratis-e-book hier

 

 

 

geboren 04.11.1776 – märchenhafte Biografie


Karoline Stahl

Karoline Stahl (geb. Dumpf; * 4. November 1776 auf Gut Ohlenhof, Livland; † 1. April 1837 in Dorpat, Estland) war eine deutsche Schriftstellerin, Pädagogin und Erzählforscherin.

Leben

Karoline Stahl wurde als Tochter des Landgerichtssekretärs Dumpf in Livland geboren. In Russland und Dorpat war sie als Erzieherin tätig und arbeitete von 1808 bis 1820 unter anderem in Weimar und Nürnberg als Erzieherin.

Im Jahr 1816 veröffentlichte sie ihr erstes Werk Fabeln, Mährchen und Erzählungen für Kinder, die hauptsächlich moralisch-erzieherischen Charakter haben. Darin enthalten ist auch das Märchen vom Däumling und „Der undankbare Zwerg“ auch ein Werk, was Wilhelm Grimm später neu bearbeitete und das heute als „Schneeweißchen und Rosenrot“ eines der bekanntesten deutschen Märchen ist.
Nach Ende ihrer Tätigkeit in Deutschland ging Karoline Stahl nach Dorpat und wurde in den folgenden Jahren als Erzieherin unter anderem in Weißrussland tätig. Sie kehrte 1828 nach Deutschland zurück und arbeitete hier bis 1832 als Erzieherin.

Werke
 Fabeln, Mährchen und Erzählungen für Kinder. 1818, 2. Auflage 1821
 Kleine Romane. 2 Teile, Verlag Reclam, Leipzig, 1819
 Romantische Dichtungen. Nürnberg, 1819
 Erzählungen. Wien, 1820
 Die Familie Müller: Ein Buch für die Jugend; mit Kupfern. Verlag Campe, Nürnberg, 1821
 Moralische Erzählungen, Schauspiele und Reisebeschreibungen für die Jugend. Riga, 1822
 Scherz und Ernst, ein Lesebuch für die Jugend. Riga, 1823
 Alwinens Abendstunden. Riga, 1823
 Mährchen. Riga, 1824
 Woldemar. 1830
 Rosalinde, oder die Wege des Schicksals. 1833

In Ermangelung eines Bildnisses hier ein Gedicht von Karoline Stahl:

Die vier Brüder

Vier Brüder ziehn Jahr aus Jahr ein
Im ganzen Jahr spazieren;
Doch Jeder kömmt für sich allein,
Uns Gaben zuzuführen.

Der erste kömmt mit leichtem Sinn,
In reines Blau gehüllet,
Streut Knospen, Blätter, Blüten hin,
Die er mit Düften füllet.

Der zweite tritt schon ernster auf,
Mit Sonnenschein und Regen,
Streut Blumen aus in seinem Lauf,
Der Ernte reichen Segen.

Der dritte naht mit Überfluss
Und füllet Küch und Scheune;
Bringt uns, zum süßesten Genuss,
Viel Früchte, Korn und Weine.

Verdrießlich braust der vierte her,
In Nacht und Graus gehüllet,
Sieht zürnend Wald und Wiesen leer,
die er mit Schnee erfüllet.

Wer sagt mir wer die Brüder sind,
Die so einander jagen?
Leicht rät sie wohl ein jedes Kind,
Drum brauch ich’s nicht zu sagen.

geboren 13. September 1752 – märchenhafte Biografie


Benedikte Naubert – eine zu Unrecht vergessene Märchensammlerin

Ihre Biografie war aber auf wikipedia zu finden :

Benedikte Naubert 1806 mit Pflegesohn

Christiane Benedikte Naubert, (* 13. September 1752  in Leipzig als Christiana Benedicta Hebenstreit ; † 12. Januar 1819 in Leipzig) war eine deutsche Schriftstellerin, die – überwiegend anonym– über 50 historische Romane veröffentlichte. Sie gilt als eine der Begründerinnen des historischen Romans in Deutschland.
Als Tochter des Medizinprofessors Johann Ernst Hebenstreit und Halbschwester des Theologieprofessors Hebenstreit erhielt sie eine fundierte Ausbildung in Philosophie, Geschichte, Latein und Griechisch. Sie war zweimal verheiratet, zunächst 1797 mit dem Rittergutsbesitzer und Kaufmann Lorenz Wilhelm Holderrieder aus Naumburg und nach dessen Tod im Jahr 1800 mit Johann Georg Naubert, der ebenfalls Kaufmann in Naumburg war.

Leben

C.B. Naubert veröffentlichte fast alle ihre Bücher anonym.
Aufgrund der Gelehrsamkeit der Bücher kamen mehrere Männer, darunter Johann Friedrich Wilhelm Müller, als mögliche Verfasser ins Gespräch.

Ohne ihre Erlaubnis wurde ihre Identität in einem Artikel in der Zeitung für die elegante Welt 1817 aufgedeckt. Ihren Roman Rosalba (1817) zeichnete sie darauf mit ihrem eigenen Namen. Heute ist Benedikte Naubert weitgehend unbekannt.

Werke

Ihre historischen Romane wurden teilweise auch ins Französische und Englische übersetzt, wodurch Walter Scott sie kennenlernte.

In Romanen wie Ulrich Holzer oder Walter von Montbarry nutzt sie bereits das Prinzip, Nebenpersonen der Geschichte zu Hauptpersonen ihrer Romane zu machen. Beispielsweise erleben in Konradin von Schwaben fiktive Personen die Weltgeschichte an der Seite von Königen mit – literarische Techniken, die Walter Scott dann übernahm.

Daneben ist sie auch durch ihre Sammlung der Neuen Volksmärchen der Deutschen (1789–1793; Neuauflage 2001) lange vor der Sammlungder Brüder Grimm (1812-15) wichtig geworden. Es handelt sich freilich um Kunstmärchen, literarische Gestaltungen historischer Stoffe unter Einbeziehung volkstümlicher Motive, nicht um eine Märchensammlung im späteren Sinn. Vergleichbar sind die wenig zuvor erschienenenMärchen von Johann Karl August Musäus.
Achim von Arnim schrieb  in einer Rezension der neuen Volksmärchen 1808″ … ich bin unerschöpflich in dem Lobe dieses Buches, das mir sehr traurige Nächte erhellte“

IM PROJEKT GUTENBERG-DE VORHANDEN