ausgelesen: Tatort Dorf


Dierses Buch ist im Landwirtschaftsverlag Münster erschienen, was einen Städter vielleicht erstmal  nicht  animiert, es zu lesen, was aber – wenn er an  Kriminalgeschichten und historischen Ereignissen interessiert ist – wirklich ein Fehler wäre.

Dieses Buch hat auch eine interessante Entstehungsgeschichte, die man noch auf der Homepage zur Buch  Tatort Dorf nachlesen kann und die mit ein Grund ist, dass man vom Buch bis zum Schluss gefesselt ist.
Im Buch werden inTatort2 einer Zeitspanne über gut sieben Jahrhunderte insgesamt 27 Kriminalfälle -zumeist aus Westphalen-abgehandelt und es gibt somit einen Einblick in die dortigen Lebensbedingungen der jeweiligen Zeit und in die herrschende Rechtsprechung.

Tatort3

Das Buch ist ansprechend gestaltet und reich illustriert und ich empfinde nicht nur unterhaltsam und bildend, sondern als gutes Grundlagenwerk für jemand, der nach Stoff für einen historischen Krimi sucht.

Ich bin ja ein totaler E-Buchfan, aber für dieses Werk empfinde ich die Buchform angenehm, da es fast schon wie ein Bildband wirkt. Trotzdem würde ich dem Verlag anraten wollen, auf das E-Buchgeschäft nicht zu verzichten und die Wahl der Darreichung dem Leser zu überlassen, denn wenn er auf den sinnlichen Bucheindruck verzichten möchte, hat er Gründe, die nicht den Verzicht auf den Inhalt beinhalten. Wer zum Beispiel einen langen Anfahrtweg zur Arbeit mit der Bahn hat, liest häufig gern, will sich aber nicht mit dem Lesestoff abschleppten. Nur mal so als Hinweis.

Jetzt wünschte ich mir noch einen zweiten Band  der selben Machart mit Historischen Kriminalfällen aus Städten – ob man dafür einen Landwirtschaftsverlag begeistern kann, hängt wohl zu allererst vom Verkaufserfolg von Tartort Dorf ab – einen solchen Erfolg hätte das Buch wirklich verdient.

Tatort

ein besonderes Buch für junge Leseratten: Herr Katz, Isolde und ich


Wie man schon dem Buchdeckel entnehmen kann, dem noch ein Stück graue Pappe unter dem Cover hervorschaut; dieses Buch ist etwas anders als andere. Es hat zwei Ebenen, zum Einen erzählt es eine Geschichte über das Mädchen Amra, ihre Familie und Freunde und Kollegen der Eltern, zum Anderen lernt der junge Leser etliches über die Arbeit des Büchermachens, und was dabei die Tätigkeit von Autor, Illustrator, Grafiker, Drucker und Buchbinder ist. Zusätzlich aber auch, dass  ein Buch erst einmal  finanziert werden muss, damit es gefertigt werden kann.
All das ist in eine ansprechende Geschichte verpackt, so dass der Sachbuchcharakter gar nicht richtig zu erkennen ist – besser kann man nicht belehrt werden.

Herrkatzisoldeundich

Das Buch ist wie das Titelbild auf jeder Seite gefällig gestaltet und es macht Spass, diese Gestaltung mit den Informationen  im Buch  abzugleichen.
Wie  z.B.: Welche Farben wurden hier gemischt, welchen Schrifttypus hat man hier gewählt, welches Papier?
Das Gelernte dann auch noch auf das eigene Lieblingsbuch anzuwenden verschafft einen neuen Blick auf Bücher und eine Buchkompetenz, die über die Geschichteneinschätzung hinausgeht.
Ganz nebenbei gibt es auch noch ein Kochrezept, ein Lesezeichen zum Basteln (so man eine Seite aus dem Buch trennen möchte) und eine Anleitung zum Buch selber machen.
Ein Buch für Kinder, die Bücher lieben und die immer einen Tick mehr wissen möchten, ein Buch für wissensdurstige Kinder im Alter von 6-1o Jahren würde ich sagen, der Sachbuchinhalt ist aber gut bis 14 Jahre und somit ein Buch, das nicht nur für ein Kind in der Familie Unterhaltung und Wissen bietet.

  • Gebundene Ausgabe: 56 Seiten
  • Verlag: wacker und freunde Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3000480900
  • ISBN-13: 978-3000480904
  • Preis: 19,95 €

Und um das alles noch plastisch zu machen, gibt es auf youtube folgende Videos:

Eine Woche Meer, Strand und Wald und zwei Bücher mit Meer und so


Ich habe lange nicht mehr hier geschrieben, komme irgendwie nicht mehr dazu seit meine Mum dauerhaft bettlägerig und in der Pflegestufe 3 ist. Da teilt sich meine Woche in Berliner Zeit und in Templiner Zeit und ich habe stets das Gefühl, von beidem zu wenig zu haben. Zwar kein Grund zur Klage, denn in Templin finde ich weit mehr Zeit zum Lesen als zu Hause in Berlin und zwei Stunden für Wanderungen mit dem Hund fallen dort auch täglich für mich ab. Dazu die Hin- und Rückfahrten, Zeiten, die ich mit einem Hörbuch im Auto verbringe – lauter Dinge, die ich sehr mag und für die man sich Zeit nehmen muss. Doch dieser Zustand gehr nun ins dritte Jahr und beansprucht mich eigentlich mehr, als ich zugeben möchte. Nicht nur, dass ich keinen Nerv habe , eigene Geschichten zu schreiben und nicht zum Bloggen komme, auch für meine Enkelkinder bleibt wenig Zeit und die Broterwerb-Arbeit muss auch noch irgendwie und irgendwann erledigt werden. Zum Glück habe ich einen tollen Arbeitgeber der mir Flexibilität lässt. Aber kurzzeitig aussteigen aus dem steten Rhythmus von Pflichten – traumhaft.

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Von daher war das Angebot, mit Mann und Hund eine Woche Ostseeurlaub in der Ferienwohnung einer Freundin zu verbringen mir mehr als willkommen, von allein hätte ich mir keinen Urlaub gegönnt. Ich nahm ein schon  angelesenes Buch mit, das für mich sehr wichtig wurde. Es wurde von Daniela Gerlach geschrieben und heißt : Was das Meer nicht will, erschienen bei Stories &  Friends. Ich mag diesen Verlag unter anderem, weil er jedes seiner Bücher im selben Format und in der gleichen Papierqualität drucken lässt, so dass sie im Regal so eine schöne ordentliche Reihe gleichhoher Bücher ergeben, die optisch und haptisch alle den gleichen guten Eindruck erzeugen und auch beim Lesen gut in der Hand liegen. Und die bisher Autoren hatten, die gut, sehrgut mit der Sprache umgegangen sind, so dass immer etwas Nachklang und das für lange in einem blieb. So auch bei diesem Buch, Daniela Gerlach kann kleine Ereignisse und Beobachtungen so beschreiben, dass man sie mitfühlt und ganz in ihrer Beobachtung ist, dazu kommen so passend poetische Formulierungen, um die ich sie geradezu beneiden könnte – über die ich mich beim Lesen  freute. Erstaunlich empfand ich die Erzählperspektiven des Romans, ein gelungender Wechsel der Ich- Perspektive und auktorialen Erzählsituation, von der Gleichzeitigkeit von Innen- und Außenperspektive. Inhaltlich ist es die Geschichte eines Familiendramas, das sich langsam entwickelt, weil sich die Heldin nicht von den ihr Nahestehenden, von Mutter und Ehemann, abgrenzen konnte und sie manchmal eigenartig reagieren ließ, so dass ich mich fragte: „Was hat die denn? Was zickt die denn so?“ Vermutlich fehlte ihr nur das Quent Überlastung, das normale Berufstätige so haben, um mit dem Leben zufrieden zu sein oder es aktiv zu ändern. Irgendwie war die Heldin charakterlich erstaunlich passiv, Ihr Problem, diese kleinen Missempfindungen gegen die Nähe zum Gatten und zur Mutter, die in meinen Augen zum ganz normalen Zusammensein gehören und durch Abgrenzung gelöst werden, überlagerten sich und türmten sich zu einer riesigen Welle, deren Sog dann …. naja, das müsst ihr selbst lesen. Das zweite Buch ist ein Band mit meinem Lieblingsgenre, Kurzgeschichten. Es heißt Meer Jung Frau – Neun Stories und eine, geschrieben von Holger Schaeben, erschienen bei OFFIZIN Zürich Verlag GmbH.Kurzgeschichten, die sich „weglesen“, gute. trocken erzählte Geschichten mit viel wörtlicher Rede.