very british – Krimis – tolle Urlaubslektüre


Dieses Buch war genau nach meinem Geschmack, ein gut und leicht erzählter historischer Krimi, indem sich Fiktion und Realität gekonnt mischen und eine spannende Story aus viktorianischen Zeiten ergeben. Eine schöne Urlaubslektüre, die ich erst – und das mit einem Bedauern – aus der Hand legen konnte, als sie ausgelesen war. In diesem Krimi geschehen einige abartige Morde und Chief Inspektor Donald Sutherland Swanson ermittelt mit den modernsten Methoden seiner Zeit.Auch „Personen der Zeitgeschichte“ findet man in der Geschichte und verursachten bei mir einen kleinen, netten Aha-Effekt. Sehr gekonnt gemacht. Die Aufklärung der Verbrechen ist für den Leser gut nachzuvollziehen und zum Ende sind auch die begangenen, geradezu perversen Verbrechen für den Leser schlüssig, logisch – und irgendwie akzeptabel. Das Buch gibt es als E-Buchdatei für 6,99 € und als Taschenbuch für 9,99 €   Mord am Lord ist eine kleine Homage an die Queen of Crime. denn die Agatha-Christina Sotheby des Romans und Agatha Christie haben viele Gemeinsamkeiten, besonders die elf Tage, die sie in ihrem Leben verschwunden sind. B.a.Robin hat sich hier eine nette Geschichte um die kauffreudige Josie, bekennender Agatha-Christina Sotheby- Fan, und Josies reiseunlustigen Freund Theo einfallen und dabei mehr als einen Menschen sterben lassen – und dies in unterhaltsamer witziger Behäbigkeit und mit einer Kombinationsfreude wie Agatha Christie erzählt. Das  Buch liest sich spannend aber nicht aufregend, richtig „gemütlich“; man mag es erst weglegen, wenn es ausgelesen ist. Literatur zum Entspannen, somit auch ideale Urlaubslektüre. Es gibt es als Kindle-Datei zum Preis von 6,99€  und als Taschenbuch zum Preis von 11,95 €

Mary Elizabeth Braddon ist eine englische Autorin des 19. Jahrhunderts. In ihren gut 80 Romanen vereinte sie Gothic-Novel-Elemente mit sozialkritischen Themen zu Kriminal- und Sensationsromanen und handelte so damals unaussprechliche Themen wie Kindsmord, Scheidung und anderes düstere ab. Braddon wollte mit ihrem Schreiben auf diese Themen aufmerksam machen. Zu ihrer Zeit war sie eine recht bekannte Schriftstellerin, deren Bücher  in mehreren Auflagen gedruckt wurden.

Dieser  leicht zu lesende Roman führt den Leser in die Welt der englischen Adligen des 19. Jahrhunderts und ist dabei ein wunderschöner Kriminalroman um „das Geheimnis der Lady Audley“ mit sehr ausführlicher Landschaftsbeschreibung, so richtig was für lauschige Stunden.

Die Kindle-Datei kostet 6,99 €,  das Taschenbuch 12,95 €

 

ausgelesen: Tausendschön


 

Auf die Autorin Kristina Ohlsson wurde ich aufmerksam, weil sie ihren Krimis Märchentitel gibt. „Aschenputtel“,“Tausendschön“ und „Sterntaler“ heißen die bisher herausgegebenen Krimis.

(Wer mit dem Märchentitel “ Tausendschön“ nichts anfangen kann, das ist im deutschen Märchengut eine andere Betitelung  für „Die Schöne und das Biest“.)

Ich kaufte „Aschenputtel“ und „Tausendschön“ und hatte vor, ganz ordentlich, der Reihe nach zu lesen, also Band 1, dann Band 2 – aber wie es so ist im Leben, es kam was dazwischen, ich hatte Band 1 verliehen und begann mit Band 2 – Tausendschön. Was auch unproblematisch war, da die Bücher gut für sich allein stehen können.

Durch die Vita der Autorin hatte ich mit ihren profunden Kenntnissen gerechnet und so eine Art  Enthüllungs- oder Aufklärungskrimi erwartet, der auf die Praktiken von Schleuserbanden , Flüchtlinge nach Europa zu verbringen eingeht und auf ihre  Hintermänner, doch hat mich das Gelesene in dieser Hinsicht mehr verwirrt als aufgeklärt, wenn auch für dieses Thema sensibilisiert.

In dem Buch nehmen die augenblicklichen Lebenssituationen von drei Kripo-Mitarbeitern sowie ihr Verhältnis zueinander ziemlichen Raum ein, gleichzeitig kann man lesend beobachten, wie ein Flüchtling fremdbestimmt in seinem Versteck davon träumt, mit seiner Verlobten frei zu leben, oder wie eine Frau in Bangkok überfallen wird und ihre Identität verliert.  Tote gibt es in dem Buch auch reichlich . Ja, was soll ich sagen ohne etwas spoilermäßig  zu verraten…

Alles das ist qualitativ gut erzählt, der Spannungsbogen ist bis zum Schluss gehalten worden und selbst für die Titelwahl kann man in gewisser Weise – und sogar in Motivdopplung – eine Berechtigung finden – und doch hat mich das alles nicht wirklich überzeugt.

Mir schien, immer, wenn es hätte tiefer gehen müssen, gab es einen Bildwechsel, so dass das letzte Quent, um den Leser emotional mitzunehmen und auch sein logisches Denken zu befriedigen fehlte.

Gut unterhalten fühlte ich mich trotzdem noch, auch wenn ich  sehr an Henning Mankells Romane erinnert war.

Irgendwie hat das Gelesene meine Empfindungen bestätigt, welche ich seit der Sache mit dem kriminellen Polizeichef und Serienvergewaltiger der Stadt Uppsala,  Göran Lindberg  habe, dass in meinem geliebten Ferienland Schweden neben der allgemeinen  unverbindlichen Freundlichkeit und dem Gleichheitsgetue, dem Jantelagen,  und neben der Vorreiterrolle Schwedens in Sachen Emanzipation  und der an die Grenzen des Machbaren stoßende Flüchtlingspolitik in der empathischen Tradition von Olof Palme etwas als Gegengewicht wuchert, das man nicht kennen lernen möchte.

E.T.A. Hoffmann – Des Vetters Eckfenster


E.T.A. Hoffmann steht auf der Liste meiner Lieblingsautoren und diese Erzählung gehört  zusammen mit „Ritter Gluck“ mit zu den mir liebsten. Da hole ich den schönen Beitrag doch gleich mal hierher, vielleicht findet der eine oder andere auch Freude an diesem  – in meinen Augen großartigen – Schriftsteller.

Tratschmodus an:
Wilhelm Grimm übrigens, den ich doch auch so schätze, mochte E.T.A. Hoffmann ganz und gar nicht und sagte über ihn: „Dieser Hoffmann ist mir widerwärtig mit all seinem Geist und Witz von Anfang bis zu Ende.“

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Ein kleines Stück Autobiografie dürfte der Schriftsteller in sein Werk hineingearbeitet haben; so ist sein Protagonist, wie er selbst, schwer von seiner Krankheit (Gicht) gezeichnet und kann nicht mehr selbst gehen.  Und auch Hoffmann lebte in Berlin, mit Blick auf den Gendarmenmarkt. „ Des Vetters Eckfenster“ wurde am 14. April 1822 vollendet. E.T.A Hoffmann starb am 25. Juni des gleichen Jahres.

Als letzte fertiggestellte Erzählung vor dem Tod Hoffmanns, gilt dieses Werk als Übergangstext zwischen den literarischen Epochen der Romantik und des Realismus. Für Hoffmann Erzählung dürfte das am Ende den 18. Jahrhundert von Karl Friedrich Kretschmann herausgegebene Werk „Scarron am Fenster“ als Anregung gedient haben.  In beiden Erzählungen bietet sich den erkrankten, gehbehinderten Hauptdarstellern, das bunte Leben auf dem Markt vor ihren Fenstern dar. Beide nehmen sie Menschen aus dem Gesamtbild heraus um diese charakteristisch zu skizzieren.

Im „Des Vetters Eckfenster“ erhält besucht der Ich-Erzähler seinen an den Rollstuhl gefesselten…

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ausgehört: Das total gefälschte Geheim-Tagebuch vom Mann von Frau Merkel


Eigentlich ist Politik nicht lustig und was uns manche „Volksvertreter“  so bieten schon gar nicht. Eigentlich. Denn mit diesem total gefälschten Tagebuch bekommt man eine relaxtere Sicht auf unsere Postdemokratie und das Parteiengehabe und kann herzhaft darüber lachen – gutes Mittel,  nicht zu heulen.

Ich habe es als Hörbuch konsumiert – und das war genau die richtige Entscheidung, denn dieser Text kann nicht besser gelesen werden, als es Christoph Maria Herbst hier macht. Jede Betonung sitzt, wo sie hingehört, nie eine Übertreibung, nie ein Tempofehler – das allein ist schon  Klasse, das hätte selbst der große Vorlese-Paganini Ludwig Tieck nicht besser gekonnt.

Ich mag Politiker-Satire nicht, wenn sie oberflächlich ist und nur böswillig auf Äußerlichkeiten und Eigenarten eingeht – aber diese CD (und so vermute ich, auch das Buch) ging mit einem erfurchtslosen, doch respektvoll freundlich,  geistreichen Blick auf Eigenarten ein;   auf  Tagesgeschehen in der deutschen Politik und auf  Personen der Zeitgeschichte . Es  ließ mich als Hörerin oft auflachen und ständig schmunzeln – was mir beim Zeitunglesen oder Fernsehen ja nicht unbedingt so geht.

Ich wünschte mir nun einen Teil 2 des Tagebuchs, denn die Regierungszeit geht weiter und das Regieren wird  keinesfalls leichter.