24. Türchen


Illustration: Katja Spannuth

1. Dies ist der Tag, den Gott gemacht,
sein wird in aller Welt gedacht:
Ihn preise, was durch Jesum Christ
im Himmel und auf Erden ist!

2. Die Völker haben dein geharrt,
bis dass die Zeit erfüllet ward;
da sandte Gott von seinem Thron
das Heil der Welt, Dich, seinen Sohn.

3. Wenn ich dies Wunder fassen will,
so steht mein Geist vor Ehrfurcht still,
er betet an, und er ermisst,
dass Gottes Lieb unendlich ist.

4. Damit der Sünder Gnad erhält,
erniedrigst Du Dich, Herr der Welt,
nimmst selbst an unsrer Menschheit teil,
erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil.

5. Herr, der Du Mensch geboren wirst,
Immanuel und Friedefürst,
auf den die Väter hoffend sahn,
Dich, Gott Messias, bet ich an.

6. Du, unser Heil und höchstes Gut,
vereinest Dich mit Fleisch und Blut,
wirst unser Freund und Bruder hier,
und Gottes Kinder werden wir.

7. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt,
den Tag der heiligsten Geburt;
und Erde, die ihn heute siehst,
sing Ihm, dem Herrn, ein neues Lied!

8. Dies ist der Tag, den Gott gemacht,
sein wird in aller Welt gedacht;
ihn preise, was durch Jesum Christ
im Himmel und auf Erden ist.

(Weihnachtslied, Autor: Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769)

23. Türchen


Erwartung der Weihnacht

Otto Ernst (1862-1926)

Noch eine Nacht und aus den Lüften
herniederströmt das goldne Licht
der wundersamen Weihnachtsfreude,
verklärend jedes Ungesicht.

Und wieder klingt die alte Sage,
wie einst die Lieb geboren ward,
die unbegrenzte Menschenliebe
in einem Kindlein hold und zart.

Nun zieht ein süß erschauernd Ahnen
durch Höhn und Tiefen, Flur und Feld.
Nun deckt geheimnisvoll ein Schleier
des trauten Heimes kleine Welt.

Dahinter strahlts und lachts und flimmerts
und ist der süßen Rätsel voll,
durch alle Räume weht ein Odem
der Freude, die da kommen soll.

Und draußen nicken Bäum und Büsche
So leis in winterklarer Luft.
Die Kunde kommt, dass neues Leben
sich wieder regt in tiefer Gruft.

Es knarrt die Eiche vor dem Fenster,
sie träumt von langer Zeiten Lauf,
da steigt wohl auch ein froh Erinnern
in ihre Krone still hinauf.

O weilt, ihr jugendschönen Stunden,
verweile du, der Hoffnung Glück!
Vermöcht ichs nur mit allen Kräften
der Seele hielt ich dich zurück.

Ihr süßen Träume des Erwartens,
der Wunder und Gedicht voll,
ihr seid noch schöner als der Jubel,
die Freude, die da kommen soll.

21. Türchen


Lustloser Weihnachtsmann
© Bettina Buske

Der Weihnachtsmann hat keine Lust
sich mit Geschenken abzuplagen.
In ihm entwickelte sich Frust,
sind Jahr für Jahr dieselben Gaben,
sind Jahr für Jahr dieselben Schleifen
und Packpapier – immer dasselbe,
mit Sternen und mit Silberstreifen
und funkelnd Kerzen, ganz goldgelbe.
Wie gern würde er mal verstecken
in bunten Nestern seine Gaben.
Als Ostermann sich dann ausstrecken,
der Andre kann als Weihnachtshase
im roten Zeug die Eier bringen.
Der Weihnachtsmann greift seine Nase,
er kann nicht glauben ans Gelingen,
er denkt, dass so ein kleiner Hase
kann Weihnachtseier doch nicht bringen
im großen Sack –
und wie eine Blase platzt die Idee.
Doch dann fällt ihm ein:
Pfingstochsen solls ja auch noch geben!
Da ist schönes Wetter,
das wäre ein Leben…


20. Türchen


Illustration: Katja Spannuth

dieser vom Weihnachtsrummel leicht angenervte Weihnachtsengel bringt eine Weihnachtsgeschichte von Silvia Friedrich mit, sie heißt: geheimnisvoller Weihnachtsabend

von Silvia Friedrich ist auch diese Zauberabenteuergeschichte – vielleicht noch ein Geschenketipp für den „letzten Drücker“ , gut zum Vorlesen und für lesefreudige Leseanfänger. In Kapitel unterteilt, angenehm groß gedruckt und spannend, mit einem muffelndem alten Zauberer, Kindern vom Dorf und ner Katze – na und noch ne ganze Menge anderes, Freundschaft ist wichtig dabei …