Gedicht der Woche 19/2017


Das Märchen
Manfred Kyber
Der Mondnacht Zaubersegen
im weichen Winde weht,
und auf waldwilden Wegen
das Märchen lautlos geht.

Blauaugen, kinderreine,
Blauaugen lieb und fremd,
aus Spinnweb und Mondenscheine
ein Königshemd.

Ihr Haar von Gold gesponnen,
bis auf die Hüften rollt,
wie tausend sinkender Sonnen
verträumtes Dämmergold.

Blauaugen, kinderweiche,
sie tragen ein heilig Mal
aus heiligem Rätselreiche:
es war einmal …

 

das Gedicht ist erstmalig 1902 erschienen, hier übernommen aus dem Gedichtband Der Schmied vom Eiland;  Ausgabe von 1922, Walter Seifert Verlag, Stuttgart/Heilbronn

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s