Märchenhafte Bösewichte


Ich mag Märchenverfilmungen, auch wenn sie Spielarten sind, doch wie Claudia hier analysiert, manche Auslegungen richten sich gegen die Weltsicht des Urhebers und werden dadurch verfälschend.

Mein Leben als Rezitatorin und Dichterin

Ich gestehe: Ich mag Märchenfilme. Ich bin dabei wählerisch, es gibt äußerst kitschige und altbackene Märchenverfilmungen – aber eben auch sehr hochkarätige. Im Fernsehen gibt es zahlreiche in den letzten Jahren entstandene Produktionen, einige davon wirklich preiswürdig.

Aber weil die Welt eben nicht immer so ist wie im Märchen, habe ich auch was zu meckern.

Der Produzent kinderfilm drehte im Auftrag des ZDF Die sechs Schwäne, eine wunderschöne Adaption eines Märchens von Hans Christian Andersen. Zauberhaft.

Aber in einer Hinsicht ist die Adaption alles andere als werktreu – und fällt dem Autor in den Rücken, dessen tiefe protestantische Frömmigkeit sich in seinem Werk deutlich zeigt. Das geschieht subtil genug, um den Film nicht als religionsfeindlich oder in irgendeiner anderen Hinsicht intolerant zu zeigen. Aber es geschieht deutlich genug, um den Eindruck zu erwecken, die Bösen im Märchen seien Christen, die anderen nicht.

Ein Kreuz kommt mehrmals in dem…

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3 Kommentare zu „Märchenhafte Bösewichte

  1. Das betrifft aber nicht nur Märchen, sondern allgemein Verfilmungen eines Stoffes. Es gab vielbekannte Schlachten zwischen Schriftstellern und Regisseuren um den Inhalt. EIne Sache wenn der Schreiber noch lebt und sein Werk verteidigen kann, aber eine andere, wenn sein Werk nach seinem Tod von den gierigen Geiern der Filmindustrie ausgeschlachtet wird – wie bspw. Jules Vernes „In 80 Tagen um die Welt“ und „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ oder Jonathan Swifts Klassiker „Gullivers Reisen“ – was für filmische Untiefen durch die Neuverfilmungen erreicht wurden, will ich hier lieber aussparen.

    1. Grundsätzlich gebe ich Dir Recht, doch findet hier keine Verflachung der Aussage statt sondern eine Verkehrung. Der Film selbst ist, wie Claudia schrieb, entzückend, doch werden christliche Symbole nur für die Dekoration von Negativempfindungen hergenommen.
      Auch wenn ich meine, dass bei diesem Film die Grimm-Variante des Märchens die Grundlage war , auch dort gibt es keine Abfälligkeiten gegen Kirche oder kirchliche Symbole und würden der Weltsicht der Verfasser widersprechen, so dass solch ein Tenor eine ideologische Verfälschung ist.
      Andersen hat ja einige Grimm-Märchen nacherzählt und dabei seinen ganz eigenen Märchenton draufgelegt, da kann man schnell mal übersehen, dass es die Grimms schon 1812 in der 1. Ausgabe hatten auf Platz 49.

      1. Ich meine ja auch nicht die Verflachung, sondern allgemein, die Veränderung von fremden Gedankengut aus Profitgier.
        Ja, auch die Vorlage der Grimms entspringt ja christlichen Gedankengut. In Märchen und Sagen werden wir kaum Kirchenfeindlichkeiten finden. Sie beziehen sich ja meist aus eben dieser Mythologie – wie sollten sie sich da gegen diese wenden?

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