Festung Königstein Teil 2


Die Bilder meines Berichtes in Teil 1 über die Festung Königstein lassen noch nicht erkennen, dass es für etliche Menschen ein Ort des Schreckens war, denn die Festung wurde auch als Gefängnis benutzt.

Berühmte Gefangene auf der Festung Königstein

1591 wurde der erste Gefangene  dort eingesperrt und bis 1922  blieb der „Königstein“ das gefürchtetste Staatsgefängnis Sachsens.
Viele  Gefangene wurden hier zwischen einem und zehn Jahren unter erbärmlichen Bedingungen eingesperrt und für so manchen Häftling  war Selbsttötung die einzige Möglichkeit,  der schlimmen Gefangenschaft zu entfliehen.

Georgenburg1

Einer der Ersten , die dort gefangen waren, war:

NICOLAUS KRELL

Nikolaus Krell, (geboren um 1550 in Leipzig, hingerichtet am 9. Oktober 1601 in Dresden ) war ab 1589 Kanzler des Kurfürsten Christian I. von Sachsen, auf den er großen Einfluss hatte.

Nicolaus Krell hatte auf seinen Reisen den Calvinismus kennengelernt und teilte die reformatorischen Ideen dieser Glaubensausrichtung, welche sich vom orthodoxen lutheranischen Glaubensbekenntnis u.a. beim Abendmahl und in der Taufformel unterschied und auf den Exorzismus bei der Taufe bewusst verzichtete.
Nach dem Tod Christians I. 1591 ließ dessen Witwe, Sophie von Sachsen, einer orthodoxen Lutheranerin, Nicolaus Krell verhaften und auf der Festung Königstein in dem später nach ihm benannten Krellturm einkerkern. Ihr jüngstes Kind wurde gegen ihren Willen mit einer Taufformel ohne Exorzismus getauft – wohl der eigentliche Grund, warum sie ihn persönlich so sehr mit Hass verfolgte, auch hatten
die Anhänger der lutherische Orthodoxie und der Adel, welche Krells Reformbemühungen feindlich gegenüber standen ihren Einfluss spielen lassen.

2013-09-07 05.02.14
Nach zehnjährigem Prozess, bei dem sich die meisten Anklagepunkte als haltlos erwiesen, wurde Nicolaus Krell 1601 nach Dresden gebracht und als Anhänger des Kryptocalvinismus am 9. Oktober hingerichtet. An der Stelle seines Todes vor dem Dresdener Stallhof erinnert ein Pflasterstein mit der Aufschrift „Kr.“ an den Politiker.

JOHANN FRIEDRICH BÖTTGER

In der Georgenburg lebte, hinter vergitterten Fenstern, von 1706 bis 1707 der Erfinder des europäischen Porzellans als Gefangener des sächsischen Hofes. Schon als Lehrling des Berliner Apothekers Zorn, träumte Böttger davon, durch alchimistische Versuche, Gold herzustellen. Auf das Talent, das er dabei entwickelte, wurden sehr bald die beiden mächtigen Höfe Preußens und Sachsens aufmerksam. Einen „Goldmacher“ zu besitzen war der Traum eines jeden Fürsten. Als Böttger in Gefahr geriet, von Preußen festgehalten zu werden, flüchtete er nach Sachsen, wo ihn nichts Besseres erwartete. Er kam dem prunksüchtigen August dem Starken gerade recht, um ihm die geschwächte Staatskasse wieder mit Gold zu füllen.

Böttger bekam in Dresden zunächst im Fürstenbergschen Haus ein Laboratorium zur Herstellung von Gold zur Verfügung gestellt. 1702 wurde erstmals ein Contubernium erwähnt, dem als Repräsentanten Statthalter Fürstenberg, Gottfried Pabst von Ohain, die Brüder Nehmitz, Böttger und Baron von Schenck angehörten, um merkantilistische Ziele zu verfolgen und die Goldmacherei voranzubringen. Der Naturforscher Ehrenfried Walther von Tschirnhaus wurde 1704 ebenfalls hinzugezogen und musste die nähere Aufsicht über Böttger übernehmen. 1705 erfolgte die Verlegung der Experimentierarbeiten nach Meißen auf die Albrechtsburg. Hier erfolgten auch erste Versuche auf keramischem Gebiet, zunächst zur Herstellung von Schmelztiegeln und von künstlichem Marmor, der für die Ausstattung der Prachtbauten am Dresdner Hof gedacht war. Bei diesen Arbeiten wurden dunkle und helle Massen zu marmorierten Platten verarbeitet. Dabei wurde die wichtige Entdeckung gemacht, dass sich zwar die dunklen Keramiken dicht sintern ließen, die hellen Partien blieben jedoch porös. Erste Vorprodukte eines roten Steinzeugs, welche später zur Erfindung des Jaspisporzellans führten, sind in dieser Zeit unter der Leitung von Tschirnhaus entstanden.

Im September 1706 wird Böttger deshalb kriegsbedingt sicherheitshalber auf die Festung Königstein gebracht und in der Georgenburg hinter vergitterten Fenstern untergebracht. Niemand darf wissen, wer der geheimnisvolle Gefangene ist. Auf Königstein wird er nur als der „Herr mit den drey Dienern“ bezeichnet.

Georgenburgfenster

Georgenburg

Nach der kriegsbedingten Zwangspause auf der Festung Königstein wurden die Versuche zur Porzellanherstellung in Dresden von Böttger und Tschirnhaus im dafür errichteten Labor in den Kasematten der Jungfernbastei erneut aufgenommen.

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