Grimms Märchen Update 1.3


Grimms Märchen Update 1.3 heißt ein Band, ein Bändchen märchenhafter Erzählungen auf amazon, das man zum Preis von 0,89 € kaufen kann.

Ich habe es gelesen und meine Meinung darüber:

Die Märchen der Brüder Grimm sind für viele Meilensteine im Leben, und für manche sind sie auch Wegweiser zu eigenen Geschichten. So auch für die Autoren dieser märchenhaften Anthologie. Anthologien sind ja immer so eine Sache, sie brauchen ein starkes Thema, damit die Mühe, sich mit jeder Geschichte auf einen anderen Erzähler einzustellen nicht ermüdend wirkt und die Freude an der Spannung in den Geschichten diese Mühe überwiegt. Und das ist der Herausgeberin auch dadurch gut gelungen, dass sie  mehr als nur eine Geschichte je Autor hier veröffentlichte. Ich nehme an, dieses E-Buch entstand durch eine Ausschreibung und mache ihr hier das Kompliment, ein „gutes Händchen“ bei der Auswahl bewiesen zu haben. (Etwas erstaunt hatte mich, dass die Fehler im Werk, die mir auffielen, in der Inhaltsangabe und Kopierrechten stecken – kann man vielleicht noch mal schnell überarbeiten.)
Alle Märchengeschichten haben etwas makaberes, da hätte ich gern den Text zur Ausschreibung in einem Vor- oder Nachwort  gelesen, das hätte das Bändchen abgerundet.

Von Mira Draken gibt es drei Geschichten in diesem Band, alle gut erzählt, angefangen mit „Rapunzel haarlos“, die aber eher „Rapunzel zopflos“ heißen müsste und ein optimistisches Ende hat, dem „Prinzessinnenopfer“, wo sich die Autorin eines Aspekts des Froschkönigmärchens bedient und der Leser wirklich Mitleid mit der Prinzessin haben kann bis zu „Frau Holles Versprechen“, bei der Gold wirklich zu Pech wird.

Gerd Münscher steuerte zwei Geschichten bei, die leichtes Gruseln verursachen. Die erste, „Nur ein kleiner Wunsch“ gibt dem Dornröschen die Ehre und „Scheintot“ dem Schneewittchen. Richtig schöne Novembergruselvorlesegeschichten für den späten Abend sind das geworden.

Mir gefiel in diesem Rahmen auch die Geschichte von Clemens Mentiri, in der der Autor – vom Wolf und den sieben Geißlein inspiriert – die für meinen Geschmack aber doch zu klischeehaft die Verhältnisse einer asoziale Familie schilderte. Lebenssituationen zu Klischees zu formulieren, ist zwar Märchenkunst, jedoch ist die dann frei von stumpfen Motiven wie „sieben verschiedene Väter“, und Märchen werten nicht.
Jede Geschichte ist mit einem – vermutlich hübsch gestalteten – farbigen Bild ausgestattet, das kommt auf dem Kindle-Lesegerät natürlich nicht so beim Leser an wie es gewünscht ist, da die Bildgestaltung nicht auf die Möglichkeiten der Darstellung eines Kindle-Lesegerätes angepasst ist und somit zuviele in der Tiefe ähnliche Graustufen gezeigt werden.

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