Die Göttinger Sieben – zwei davon waren Jacob und Wilhelm Grimm


Als Ernst August I. 1837 im Königreich Hannover den Thron bestieg und damit die 123-jährige Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover beendet wurde, hob er die relativ freiheitliche Verfassung, die seine Vorgänger nur vier Jahre zuvor erlassen hatten, zum 1. November wieder auf. Am 18. November reichten die Göttinger Sieben schriftlich Protest ein.

Am 12. Dezember 1837 entließ Ernst August I. die Professoren und verwies sogar drei von ihnen – Dahlmann, Jacob Grimm und Gervinus – des Landes. Diese wurden dann 1840 vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. empfangen, der politisch Verfolgte teilweise rehabilitierte. Gleichzeitig zeigte sich der große Solidarisierungseffekt in der Bevölkerung, die den drei Ausgewiesenen ihr Gehalt aus Spendengeldern zahlte. Spätestens hier wurde erkennbar, dass der Liberalismus als Massenbewegung nun nicht mehr länger durch Beschlüsse und Verordnungen unterdrückt werden konnte.

Die Protestaktion, der Protestbrief, fand in ganz Deutschland Verbreitung und förderte eine liberale Gesinnung. Jacob Grimm begründete später seine Entscheidung zu dem Protest in einer Rechtfertigungsschrift:

Die Geschichte zeigt uns edle und freie Männer, welche es wagten, vor dem Angesicht der Könige die volle Wahrheit zu sagen; das Befugtsein gehört denen, die den Mut dazu haben. Oft hat ihr Bekenntnis gefruchtet, zuweilen hat es sie verderbt, nicht ihren Namen. Auch die Poesie, der Geschichte Widerschein, unterläßt es nicht, Handlungen der Fürsten nach der Gerechtigkeit zu wägen. Solche Beispiele lösen dem Untertanen seine Zunge, da wo die Not drängt, und trösten über jeden Ausgang.
– Jacob Grimm, Über meine Entlassung, 1838.

In der Frankfurter Nationalversammlung 1848 hatte Jacob Grimm einen Ehrenplatz inne, Albrecht, Dahlmann und Gervinus waren Mitverfasser der gesetzgebenden Initiativen. Der Ruf der Göttinger Universität litt noch lange Zeit an der Entlassung dieser hervorragenden Lehrer.

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