Warum eigentlich hoffentlich?


hoffendlich statt hoffentlich: das Adverb hat nichts mit hoffend oder endlich zu tun; fehlerhafte Analogiebildungen führen zu diesem Fehler

heißt es auf dem interessanten, leider nicht mehr gepflegten Blog Wunderland -deutsch in einem Beitrag, der sich mit den 10 häufigsten Rechtschreibfehlern befasst.
Und leider ist die Erklärung so abgefasst, dass die richtige Schreibung nur Menschen mit einem fotografischen Gedächtnis in Erinnerung bleiben wird.
Womit hat hoffentlich denn nun zu tun?
Nicht mit hoffend , aha, aber noch mit Hoffnung?
Und wenn nicht in der Bedeutung das Ende ist irgendwann (bald) erreicht – also endlich;  ist dann das Präfix ent-
von ahd. int-, got. and- (vgl. Präfix ant-) mit der Bedeutung
„entgegen; von etwas weg“ die Grundlage ?

In der lebendigen Sprache wird das Wort „hoffentlich“ eingesetzt,
wenn zum Ausdruck gebracht werden soll, dass man mithofft, auch dass man die Erfüllung der Hoffnung wünscht, da passt das (positive) Ende der Hoffnung mehr noch als ein positiv gemeintes – weg von Hoffnung -,
auch erzielt der sonstige Gebrauch des Präfix ent- eher ein negatives Empfinden, wie enttäuscht, entlassen, entliebt, – naja zumeist ein negatives Empfinden, entlaust oder entmüllt ist angenehm, da liegt das negative Empfinden auf -laust und -müllt.

Aber von daher glaube ich, solange es keine anderen, nachvollziehbaren Begründungen für das hoff- und das –ent- im hoffentlich gibt, wird dieser Fehler weiterhin unter der Hitliste der Fehler bleiben, jedenfalls
so lange Menschen noch hoffen und wünschen.

Also, große Fragen :
Was bedeutet das -hoff-  und  was  das -ent- in hoffentlich?

Im Grimmschen Wörterbuch steht:

HOFFENTLICH, adj. und adv. was zu hoffen ist; mhd.hoffenlîch neben hofflîch (Lexer wb.1, 1322), das später eingetretene t ist nicht zeichen eines participii präsentis, sondern hat (wie der gleiche laut in flehentlich, allenthalben u. ähnl.) keinen etymologischen wert. die adjectivische verwendung, die mhd. statt hat, findet sich in der neuern sprache nur noch selten: in guten stunden hoffentlicher friedensruhe.Göthe briefe an Voigt 275;gewöhnlich ist es nur adverb:hoffentlich, ut spero, ut spes est.Frisch 1, 461b; ich will dich hoffentlich bald sehen, te ut spero, propediem videbo. Steinbach 1, 768; hoffentlich werden sie mich kennen.Schiller kab. u. liebe 1, 2; wo doch hoffentlich deine ehre nichts einwenden wird? 1, 7;

es wird ihr hoffentlich nicht schaden.
Göthe 12, 184.

Aha, so ist das mit dem hoffen- t- lich:

In der Aussage: Was zu hoffen ist …
gibt es hier keine Bedeutung tragende Silbe  ent- oder end; ursprünglich hieß das Wort hoffenlich, abgeleitet von hoffen (so wie sich schmerzlich von schmerzen/Schmerz ableitet)  und irgendwann wurde der besseren Aussprache wegen in hoffenlich ein t eingefügt und versaut nun Schülern die Rechtschreibzensur. Hoffentlich nur noch solange, bis sie diesen Beitrag gelesen haben 😉

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