Brauchtumsmappe: Weihnachtsdekorationen – die Weihnachtskrippe (1)


nach einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt am Opernpalais gingen wir an der Märchenhütte vorbei, um zu schauen, wie lange der Spielplan noch läuft (geht bis zum 29.02.2012 – nur falls das jemand interessiert). Dabei entdeckte ich, dass sie dort eine wunderschöne alte Krippe aufgebaut haben, eine aus Neapel.
Ein paar Schnappschüsse, leider ist die Qualität nicht so, im Dunkeln, ohne Stativ… aber reicht um neugierig zu machen, glaub ich.

  1. Schaukasten beschreibt die Szene, in der der Wirt der überfüllten Herberge dem Paar einen Platz im Stall anbietet

Der zweite Schaukasten zeigt eine Straßenszene geschäftigen Treibens in Neapel – wenn man so will, eine Situation wie in der überfüllten Herberge …
Oder wie jetzt in der Vorweihnachtszeit, ach was, wie  alle Tage – wer würde in seinem Treiben bemerken, dass sich da etwas Großes anbahnt, wer?


Ich wollte hier über das wirkliche Alter der Krippenfiguren berichten, sie ist schon ziemlich alt, und 100% richtiges über die ausgestellten Szenen und hatte nochmal gegoogelt (könnte mir nicht alles merken), fand auf die Schnelle aber nicht das, was ich suchte, dafür aber den Eilantrag der Linksfraktion für die Baugenehmigung der Weihnachtskrippe.
 Alle Menschen lieben Weihnachtskrippen

Ob alle Menschen, weiß ich nicht zu sagen, ich jedenfalls mag die Weihnachtsbotschaft, sie gehört zu unserer kulturellen Prägung; selbst wenn man nicht getauft wurde, kann und will man sich ihr nicht entziehen.

Ich habe übrigens seit diesem Jahr auch eine kleine Weihnachtskrippe. Sie steht auf meinem Sekretär.

Leider gehören keine Hirten dazu. Ich habe sie jetzt so aufgestellt, dass die  drei Weisen noch auf dem Weg sind,  etwas abseits .
Der Brauchtum Weihnachtskrippe bekommt morgen noch einen eigenen Beitrag.

Teil2

Brauchtumsmappe: Weihnachtsdekorationen – der Christbaum


Zur Geschichte des Brauches, einen Nadelbaum in die Stube zu stellen, findet man auf wikipedia eine ausführliche Abhandlung, das Wesentliche davon:

Geschichte

Die Verwendung des Christbaumes hat keinen historisch nachweisbaren Anfang, sondern findet in Bräuchen verschiedener Kulturen ihren Ursprung. Immergrüne Pflanzen verkörperten Lebenskraft, und darum glaubten die Menschen in früheren Zeiten, sich Gesundheit ins Haus zu holen, wenn man sein Zuhause mit Grünem schmückte. So bekränzten bereits die Römer zum Jahreswechsel ihre Häuser mit Lorbeerzweigen. Durch das Schmücken eines Baums zur Wintersonnenwende ehrte man im Mithras-Kult den Sonnengott. Auch in nördlichen Gegenden wurden im Winter schon früh Tannenzweige ins Haus gehängt, um bösen Geistern das Eindringen und Einnisten zu erschweren, gleichzeitig gab das Grün Hoffnung auf die Wiederkehr des Frühlings.

Schon im Mittelalter bestand vielerorts der Brauch, zu bestimmten öffentlichen Festlichkeiten ganze Bäume zu schmücken, wie zum Beispiel den Maibaum oder den Richtbaum.
Zu Weihnachten wurden in der Kirche Paradiesspiele aufgeführt, weil der 24. Dezember früher der liturgische Gedenktag Adam und Evas war, an dem ein Paradiesbaum, der durchaus auch ein Laubbaum sein konnte, mit Äpfeln behängt wurde. Der Apfel diente dabei als Zeichen der verbotenen Frucht vom Baum der Erkenntnis und erinnerte an den Sündenfall und an die Befreiung des Menschen von der Erbsünde durch Jesus Christus. Noch bis ins 19. Jahrhundert schmückte man in Norddeutschland seinen Christbaum mit Adam und Eva und Schlange aus Holz oder Gebäck.

Die Aussage, dass die erste urkundliche Erwähnung eines Christbaumes aus dem Jahre 1419 stammt, ist weit verbreitet, kann allerdings mittlerweile nicht mehr durch Quellen belegt werden. Die Freiburger Bäckerschaft soll nach dieser unbelegten Aussage einen Baum mit allerlei Naschwerk, Früchten und Nüssen behängt haben, den die Kinder nach Abschütteln an Neujahr plündern durften.

Von 1521 datiert ein Eintrag in einem Rechnungsbuch der Humanistischen Bibliothek in Schlettstadt: „Item IIII schillinge dem foerster die meyen an sanct Thomas tag zu hieten“ (4 Schillinge dem Förster zu bezahlen, damit er ab dem St. Thomastag, dem 21. Dezember, die Bäume bewacht). Ab dieser Zeit steht der Weihnachtsbaum in den Häusern der vornehmen Bürger als weihnachtlicher Schmuck.

Von den Schwarzhäuptern in Riga und Reval wurden in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts gegen Ende der Weihnachtszeit Tannenbäume (aus den Gildehäusern?) auf den Markt getragen, geschmückt und zum Schluss verbrannt.

Von 1539 gibt es wieder einen urkundlichen Beleg, dass im Straßburger Münster ein Weihnachtsbaum aufgestellt wurde. Die Zünfte undVereine waren es schließlich, die ein immergrünes Bäumchen in die Zunfthäuser stellten. Die ersten Aufzeichnungen über den Christbaum als einen allgemein üblichen Gebrauch stammen aus dem Jahre 1605. Wieder ist es ein Elsässer, der die entscheidenden Zeilen festgehalten hat. Er schreibt: „Auff Weihnachten richtet man Dannenbäume zu Straßburg in den Stuben auf. Daran henket man Roßen auß vielfarbigem Papier geschnitten, Aepfel, Oblaten, Zischgold [dünne, geformte Flitterplättchen aus Metall] und Zucker“. 1611 schmückte Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien den ersten Weihnachtsbaum mit Kerzen.

Auch die nächste Nachricht über den Weihnachtsbaum stammt aus Straßburg. In einer zwischen 1642 und 1646 verfassten Schrift ereiferte sich der Prediger am Münster Johann Conrad Dannhauer gegen den Brauch, in den Häusern Weihnachtsbäume aufzustellen: „Unter anderen Lappalien, damit man die alte Weihnachtszeit oft mehr als mit Gottes Wort begehet, ist auch der Weihnachts- oder Tannenbaum, den man zu Hause aufrichtet, denselben mit Puppen und Zucker behängt, und ihn hernach abschüttelt und abblühen (abräumen) lässt. Wo die Gewohnheit herkommt, weiß ich nicht; ist ein Kinderspiel“.

Seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts werden die Nachrichten über den Weihnachtsbaum dann häufiger. Johann Heinrich Jung-Stilling, 1740 im Nassauischen geboren, scheint eine Erinnerung an seine Kindheit zu bringen, wenn er in seinem 1793 veröffentlichten „Heimweh“ von dem hell erleuchtenden Lebensbaum mit vergoldeten Nüssen, zu dem das Kind am Morgen des Christtages geführt wird, spricht. Das weitere Auftreten des Weihnachtsbaumes ist an den Namen Goethes geknüpft, der ihn auch in Die Leiden des jungen Werther 1774 erstmals in die deutsche Literatur einführte: Werther kommt am Sonntag vor Weihnachten zu Lotte und spricht von den Zeiten, da einen die unerwartete Öffnung der Türe und die Erscheinung eines „aufgeputzten Baumes“ mit Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfeln in paradiesisches Entzücken versetzte. Schiller hat in seinen Werken zwar keine Weihnachtsszene geschildert, aber er liebte das Fest unter dem Baum. 1789 schrieb er an Lotte, dass er zu Weihnachten nach Weimar komme und meinte: „Ihr werdet mir hoffentlich einen grünen Baum im Zimmer aufrichten“. Im Jahre 1805 wurde der Weihnachtsbaum einem großen Leserkreis dadurch bekannt, dass ihn Hebel in seinen Alemannischen Gedichten in dem Lied Die Mutter am Christabend erwähnte.E.T.A. Hoffmanns Märchen Nussknacker und Mausekönig vom Jahre 1816 ist das erste Berliner Literaturdenkmal, in dem der lichterglänzende, mit goldenen Äpfeln und Bonbons geschmückte Tannenbaum in der Mitte der Weihnachtsbescherung erscheint.

Da Tannenbäume in Mitteleuropa selten waren, konnten sich diese zunächst nur die begüterten Schichten leisten und die Stadtbevölkerung musste mit Zweigen und anfallendem Grün auskommen. Erst als ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vermehrt Tannen- und Fichtenwälder angelegt wurden, konnte der städtische Bedarf gedeckt werden.

Heute nur noch selten zu sehen: eine Kiefer als Weihnachtsbaum

Die Kirche, der große Waldgebiete gehörten, schritt gegen das Plündern des Waldes zur Weihnachtszeit ein und billigte diesen „heidnischen“ Brauch nicht. Mit der Zeit übernahm sie den Brauch. Als in evangelischen Kreisen der Christbaum ins Brauchtum übernommen wurde, trat der Christbaum seinen Siegeszug an. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ist der Weihnachtsbaum auch in den katholischen Regionen Deutschlands und Österreich bezeugt. Der erste Weihnachtsbaum in Wien wurde 1814 vonFanny von Arnstein, einer aus Berlin stammenden angesehenen jüdischen Gesellschafts-Dame aufgestellt, in deren Hause auch Vertreter des Hochadels ein- und ausgingen. Bereits 1816, anderen Quellen zufolge 1823,wurde diese Tradition von Henriette von Nassau-Weilburg, der Gattin Erzherzog Karls, aufgegriffen und breitete sich von da an in allen Gesellschaftsschichten Österreichs aus.

1815 verbot die niederösterreichische Landesregierung „das Abstämmeln und Ausgraben der Bäume zum Behuf der Frohnleichnams-Prozessionen, Kirchenfeste, Weihnachtsbäume und dergleichen“. „Mit ‚dergleichen‘ waren wohl die Nikolausbäumchen gemeint, die 1782 als ‚grüner Baum mit brennenden Kerzchen bestekket, auf welchem etwelche Pfunde candirtes Zuckerbacht ebenso glänzen wie der vom Reife candirte Kirschenbaum zur Winterszeit schimmert‘ beschrieben wurden. Offensichtlich bestanden eine Zeitlang beide Geschenktermine nebeneinander.“

1832 stellte der deutschstämmige Harvard-Professor Karl Follen als erster einen Weihnachtsbaum in seinem Haus in Cambridge (Massachusetts) auf und führte so diesen Brauch in Neuengland ein.

Als sich die Königin Viktoria 1840 mit Albert von Sachsen-Coburg und Gotha vermählte, kam der Weihnachtsbaum nach London. Auch die Niederlande, Russland, besonders Petersburg und Moskau, wo er allerdings nur in den höchsten Kreisen üblich war, und Italien verdanken ihren Weihnachtsbaum den Deutschen. 1837 führte die Herzogin Helene von Orleans den Weihnachtsbaum in die Tuilerien ein, später machte sich die Kaiserin Eugenie um seine Verbreitung verdient.
Zwei Jahrzehnte später wurden in Paris bereits 35.000 Christbäume verkauft. Nach Nordamerika gelangte der Christbaum durch deutsche Auswanderer und Matrosen. Alte US-Zeitungen berichten, Gustav Körner habe die typisch deutsche Sitte des beleuchteten und geschmückten Weihnachtsbaums in den USA eingeführt – und dies schon bald nach Ankunft im Bundesstaat Illinois zu seinem ersten Weihnachtsfest in den USA im Jahr 1833.

Brauchtumsmappe: Weihnachtsdekorationen – Schwibbögen


Schwibbögen, in DDR-Zeiten DAS Weihnachtsrequisit des Plattenbaus. In allen Blöcken, auf allen Etagen gab es zumindest ein Fenster der Wohnung, welches durch einen Schwibbögen beleuchtet wurde.
Damals war das irgendwie nicht meins, hatte etwas uniformes, doch seit es Kompanien von Weihnachtsmännern aus Plast und Fahnenstoff gibt, die an Seilen in Fenster klettern, seit  bunte oder weiße Fensterdeko-Elemente hysterisch blinkend Aufmerksamkeit erheischen ist mir der Schwibbogen lieb und wert geworden, auch, weil ich in Schweden das Anheimelnde, das Willkommenheißende eines solchen oder ähnlichen Lichtbogens im Fenster nachempfunden habe und somit diese Tradition schätzen lernte.

Meiner ist eine Warenhausmodell der unteren mittleren Preisklasse, die richtig Guten sind Handarbeit aus Seiffen und sehen dann so aus ( ich habe jetzt nur nach meinem Motiv „Seiffener Dorf mit Kurrende“ gesucht):

elektrisch beleuchtet
wird mit Kerzen beleuchtet

Auf wikipedia schreibt man über diesen Brauch:

Erzgebirgischer Schwibbogen:

Als Schwibbogen bezeichnet man einen Lichterbogen aus dem Erzgebirge. Hier sind Schwibbögen ein fester Bestandteil der Erzgebirgischen Volkskunst. Der Name leitet sich von seiner Form, der eines Schwebe- oder Strebebogens, ab, die sich in ähnlicher Form in der Architektur wiederfindet.

Entgegen der oft geäußerten Behauptung, die Form des Schwibbogens symbolisiere das Mundloch eines Stollens, werden im Halbrund einiger früher Schwibbogen Sonne, Mond und Sterne dargestellt.
Die Symbolisierung des Himmelsbogens ist daher weitaus wahrscheinlicher. Bis weit ins 20. Jahrhundert wurden Schwibbogen meist aus Metall gefertigt. Heute ist Holz als Werkstoff am verbreitetsten.

Form und Symbolik
Die auf dem Bogen aufgesetzten Lichter waren Ausdruck der Sehnsucht der Bergleute nach Tageslicht, das sie vor allem in den Wintermonaten oft über Wochen nicht zu Gesicht bekamen; zum Arbeitsbeginn am frühen Morgen war es noch dunkel, und nach dem Ende der Schicht am Abend war die Sonne bereits untergegangen.

Die im Schwibbogen dargestellten Motive spiegeln den Alltag der Bergleute und ihrer Familien wider. Eines der bekanntesten Motive zeigt neben verschiedenen Symbolen zwei Bergleute, einen Schnitzer und eine Klöpplerin und verkörpert damit drei der Haupterwerbsquellen der erzgebirgischen Landbevölkerung des 18. und 19. Jahrhunderts. Weitere Varianten zeigen christliche Motive aus der Weihnachtsgeschichte oder den Wald und dessen Tiere. Ein weiteres bekanntes Motiv ist die Kirche des für seine Volkskunst bekannten Erzgebirgsdorfes Seiffen. Die Darstellung des Sündenfalls und der Vertreibung Adams und Evas aus dem Garten Eden, welche sich durchweg auf den ältesten erhaltenen Schwibbögen des 18. Jahrhunderts findet, ist demgegenüber heute nicht mehr gebräuchlich.

Vornehmlich zur Advents- und Weihnachtszeit werden die heute in der Regel elektrisch beleuchteten Bögen seit Mitte des letzten Jahrhunderts in die Fenster vieler Häuser, auch weit außerhalb der Erzgebirgsregion gestellt und finden als Großbögen auch im Außenbereich Verwendung.

Mit dem beleuchteten Schwibbogen im Fenster war eine weitere Symbolik verbunden: das Licht des Schwibbogens sollte den Bergleuten den sicheren Weg zurück ins Heim weisen.

Geschichte

Der älteste bekannte Schwibbogen datiert auf das Jahr 1740, entstand in Johanngeorgenstadt und besteht aus Metall. Erst 2003 wurde die Jahreszahl unter einer jüngeren Farbschicht entdeckt. Bis dahin war man davon ausgegangen, dass sich der Bogen mit der Aufschrift „1778“ und „J. C. Teller“ in seiner ursprünglichen Bemalung befunden hatte. Weitere frühe Schwibbögen stammen von 1796 und um 1810.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Schwibbögen zunehmend in Holz gefertigt. Da die Nachfrage in der DDR größer als das Angebot war, wurden Schwibbögen oft als Laubsägearbeit nach dem Vorbild einer nachgezeichneten Vorlage (z.B. eines Blechschwibbogens) privat gefertigt.

Sonderformen

Lichterspitze aus Oberwiesenthal

Seit den 1990er Jahren bildeten sich Abweichungen von der traditionellen, halbrunden Form heraus. Die als Dreieck ausgeführte Bauart trägt die Bezeichnung Lichterspitze und zeigt häufig als Motiv Waldszenen, Forsthaus, Christkrippe, Nikolaus oder Sakralbauten wie die Dresdner Frauenkirche. Als Neuheit seit 2010 finden sich Gotische Bögen. Diese Form versieht den Bogen mit einer ausgeprägten, mittigen Spitze im Stile eines gotischen Kirchenfensters und wird von den üblichen winterlich-weihnachtlichen Motiven geschmückt.

Brauchtumsmappe: Weihnachtsdekorationen – Julböcke


Unsere Wohnung ist schon ziemlich weihnachtlich dekoriert, das hebt die Stimmung. Und als ich mich entschied, darüber zu bloggen, dachte ich, dass ich aber einen ziemlichen Spagat machen muss, um die unterschiedlichen Bräuche zu erklären. Am besten in Etappen. Ich fange mit meinem rechten Wohnzimmerfenster an, da stehen zwei Julböcke. Weshalb huldigt die skandinavischen Bräuchen, wird da so mancher fragen. Doch Julböcke sind durchaus auch eine deutsche Tradition, jedenfalls bei Nachfahren von Bewohnern des Teils Pommerns, der von 1648 bis 1815 zu Schweden gehörte. Aber ich gebe zu, in meiner Kindheit hingen nur kleine Julböcke als  am Tannenbaum,


so große besitze ich, seit IKEA sich hier breit gemacht hat. Ich mag sie, wie ich die schwedischen Weihnachtsbräuche generell mag und nach Möglichkeit auch gern „vor Ort“ feiere.

Auf wikipedia ist ein guter Beitrag über den Julbock, den Teil über die Herkunft hole ich mal per Copy/Paste herüber:

Die Julbock-Tradition ist in Verbindung mit der bei vielen indogermanischen Völkern und insbesondere bei den Germanen verbreiteten Verehrung der Ziege (und des Widders) als Verkörperung der von den Göttern gegebenen, alljährlich wiederkehrenden Fruchtbarkeit zu sehen. Entsprechende Indizien gehen bis in die Bronzezeit zurück. Der Bock war entweder einer Muttergottheit beigestellt (Beispiele: Die römische Göttin Juno, die allenthalben mit einer Ziege auftritt oder die dreigestaltige Ziege auf der Rückseite des aufanischen Matronen-Denkmales des Bonner Altars Nr. 7) oder galt selbst als ziegengestaltige Verkörperung eines Gottes. So hatte der germanische Gott Thornach den Untersuchungen von Franz Rolf Schröder ehemals die Gestalt eines Ziegenbockes. Später wird er auch mit dem Beinamen „hafra dróttin“ – Herr der Böcke – bezeichnet. Analog zur Gottheit Nerthus, (nord. ggf. Njörd) wird sein Wagen von zwei Ziegenböcken gezogen, die als Tanngrísnir (‘Zähnefletscher’) und Tanngnjóstr (‘Zähneknirscher’) bekannt sind. Nach einer Erzählung werden sie zum Mahl geschlachtet, erstehen anschließend aber wieder auf. Neben dieser wiederkehrenden Fruchtbarkeit sind auch verschiedene Beziehungen zu Blitz und Gewitter belegt, deren Symbol häufig Ziegenhörner sind. Durch Blitzschlag getötete Ziegen durften nicht verspeist werden, sie wurden als Thorsopfer betrachtet. Dies alles sind Hinweise auf die dem Bock innewohnende göttliche Natur im germanischen Glauben.

Nach der Christianisierung der Germanen wird der Ziegenbock als Tier des Teufels (der hier für die heidnischen Götter steht) geächtet. Dennoch blieb gerade die Verehrung solcher mythisch bedeutender Tiere im Volksglauben viel länger erhalten als die direkte – und verbotene – Verehrung der Götter selbst. Im Brauchtum zum skandinavischen Julbock wird deutlich, wie der alte Glaube sich innerhalb des Christentumes behauptete, indem der als Julbock erscheinende (Fruchtbarkeitsgott) Thor ausgerechnet zu Christi Geburt alljährlich wieder auftritt. Es gibt auch Hinweise darauf, dass die christlichen Missionare heidnische Bräuche geschickt in die neue Religion eingeflochten haben, sofern diese sich nicht „ausrotten“ ließen. Eine sehr ähnliche Rolle als versteckte Verkörperung heidnischer Gottheiten wie der Julbock nimmt auch Knecht Ruprecht ein. In den deutschsprachigen Alpenländern gibt es die Bezeichnung Krampus. Der Auftritt eines Krampus hat deutliche Ähnlichkeit mit dem norwegischen „julebukklaufen“. Auf jedem Fall so wie es bis Mitte des zwanzigsten Jahrhundert praktiziert wurde. Allerdings erscheint der Krampus am Nikolaustag während der Julebukk zwischen „Jul“ und Silvester zwischen den Gehöften läuft.