100. Todestag Conrad Duden


In den yahoo-Nachrichten entdeckt:

Berlin (dapd). Der Schriftsteller Peter Schneider hält eine verbindliche Rechtschreibung in Deutschland für entbehrlich. Mit Blick auf den 100. Todestag von Konrad Duden sagte Schneider am Montag im Deutschlandradio Kultur, die Ordnungsfunktion der Rechtschreibung sei weder dringlich noch wünschenswert.

Große Geister wie Schiller und Goethe hätten im selben Satz manchmal unterschiedliche Schreibweisen für das gleiche Wort benutzt. „Sie wussten ganz genau, was sie da schreiben, das wird verstanden“, sagte Schneider. Der Schriftsteller bekannte, er greife selbst nie zum Duden und beharre auf seinem „Recht auf Unbelehrbarkeit“.

dapd

Ich sehe es ja ähnlich, den mich nervt es, wenn so getan wird, als wäre eine andere Schreibweise ein blasphemischer Akt.
Jedoch erleichtert eine allgemeine Schreibweise nach Regeln in einem Land mit vielen Mundarten das Leseverständnis ungemein und hat Berechtigung. Ich habe von Peter Schneider „Lenz“ gelesen und da ich ohnehin als Korrektor nicht gut zu gebrauchen bin, weil ich meist lese, was da stehen soll, habe ich den fehlenden Griff zum Duden nicht vermisst, inwieweit sich da jemand im Verlag damit abzuplagen hatte,kann ich nicht beurteilen, ist aber auch unwahrscheinlich, das zu vermuten.

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14 Kommentare zu „100. Todestag Conrad Duden

  1. Der Duden ist einfach falsch. Ich will mich nicht mit dem aristocratischen Reactionär Otto von Bismarck verbrüdern — nein, dazu bin ich zu sehr democratische Socialistin (eigentlich eher liberal im US-Sinne). Was aber Duden mit Lateinischen Wörtern angestellt hat IST ein blasphemischer Act. Dies verdunkelte nicht allein Jahrtausende geistesgeschichtlichen Hintergrundes. Es war genauso ein Act der Isolation von weltweiter Schreibcultur. Im Englischen bedient man sich nach wie vor der c-Schreibung und keiner ist daran gestorben.

    Die Wilhelminischen Socialreformen waren ja sehr zu begrüßen. Wir könnten heute mehr sociale ‚Gleichmacherei‘ gebrauchen (besonders wenn ich an Friseure, Callcenterwesen und Gastronomie denke). Die Tendenz zu intellectueller Gleichmacherei (alle sollen gleich doof sein?) ist in Deutschland aber unerträglich. Es gibt in Deutschland eine Cultur des Neids, eine Ablehnung des Besonderen, des sich Abhebenden. „Merkwürdig“ hieß immer DES MERKENS WÜRDIG/ sehenswürdig. Heute ist es negativ verfälscht. Sehr bezeichnend für die Wilhelminische Ignoranz der Zeit Dudens!

    Seit Jahren betätige ich mich mehr im Englischen — wohne zwar in Deutschland, bin aber regelrecht emigrirt. Weil das deutsche Internet einfach lau und uninteressant ist. Hier ist alles auf Thomas-Gottschalk-Niveau. Wer mehr erwartet erscheint verdächtig und wird spöttisch angesehen: „Wieso, willst du etwa mehr sein als wir?“

    Unerträglich auch, daß man Namen wie Leibnitz einfach nivelirt. Comischerweise hat man das mit Bismar(c)k nicht gewagt — den T(h)ron hat sich Wilhelm I. ja seinerzeit verbeten. Wenn heute einer Schultz heißt, heißt er nicht „Schulz“! Haben Verstorbene kein Anrecht auf ihren wahren Namen mehr? Daß heißt aber nicht, daß ich für die alten tz/ck/th-Schreibungen einträte. Nostalgie liegt mir fern, ich lege Wert auf Anspruch.

    1. Demoiselle, das liest sich irgendwie verbittert und ebenso verhärtet, wie sonst die Rechtschreibfanatiker, die am liebsten einen Eid auf den Duden ablegen würden.
      Dein Beitrag ist zu komplex, um im Ganzen darauf eingehen zu können, aber auf einen Dialog mit Dir darüber habe ich schon Lust, irgendwie.
      Meines Wissens dürfen alle Schultzen Schultz oder Schultze bleiben, und alle Schulzen Schulze oder Schulz, den Eigennamen sind von Rechtschreibreformen unberührt und den Job selbst gibt es in der ursprünglichen Form nicht mehr.
      Ein Beamter, „der Schuld heischt“ – ist jetzt vielleicht zwischen Politesse und Finanzbeamter anzusiedeln, Schade, dass es keine Nachnamenbildung mehr gibt, Politesse ist doch kein unflotter Familienname.

  2. Liebe Rezi-Tante, wenn ich eine „Rechtschreibfanatikerin“ bin, liegt mein Fanatismus in der Verneinung jeglichen Dudens. Ich habe versucht zu recherchiren, in wie weit Conrad Duden in die völkische Bewegung eingebunden war. Die Völkischen waren damals bestrebt, nicht allein mit adeligen, gräflichen und fürstlichen Ständen zu brechen, sondern allgemein auch mit der bürgerlichen Intelligenz des heiligen Römischen Reiches. Durch radicale Veränderung der Schreibung kann man einen Schlußstrich erzwingen. Dies ist damals gelungen : heute blickt man zu den Preußen auf, die Cultur des hl. Römische Reichs ist uns dagegen entfremded. Dabei hat das 1870er Reich nicht mal 50 Jahre überdauert, das alte Reich hingegen um die 1000 Jahre. Nach 1945 hat man oberflächlich entnazificirt, es wurde aber niemals ‚entalldeutscht‘. Die heutige geisteswissenschaftliche Ausbildung ist noch immer voll von völkischen Cliches.

    Wer sich mit dem Factum begnügt, die Dudenrechtschreibung in der Schule gelernt zu haben, um vielleicht noch hinzu zufügen, Eltern und Großeltern hätten bereits gleiches gelernt, dem erschließt sich Dudens Radicalität wohl nicht. Schaue ich aber Culturgeschichtlich darüber hinaus, gemahnt es mich der Zerstörung buddistischer Statuen durch die Taliban. Die Lateinische Sprache hat eine weitaus ältere Schrifttradition im deutschen Culturraum und darüber hinaus weltweit, als die deutsche. Diese Tradition hat man künftigen Generationen damals verschlossen, ebenso wie alte deutschsprachige Geistesliteratur. Es ist auch nicht so, daß man seit Duden so schreibe wie man spricht:

    dir – Tier
    Lust – musst

    Dudens Reform war in vielen Puncten sinnlos und hat Vergangenes einfach nur zerstört. Es war auch ein isolationistischer Act, welcher uns von den Schreibungen maßgeblicher Weltsprachen entfernte. Es ist auch unwahr, daß vor Duden Rechschreibchaos geherrscht hätte. Die Regel war : man richtet sich nach renomirten Autoren. Das hat bestens functionirt und es war weit mehr Übereinstimmung zu finden als Quellenunkundige glauben. Was aber gut an der prä-dudenschen Schreibung gewesen ist, war die Möglichkeit zu entscheiden, was einem sinnvoll und logisch vorkam.

  3. Zu Leibnitz und Schultze:

    Einem gewöhnlichen Schultze wird dies wahrscheinlich für immer erspart bleiben. Es ist aber ein Factum, daß Leibnitz sich seinerzeit mit tz schrieb. Man hat die Namen bekannter Personen einfach der Dudenschreibung angepaßt und nicht allein bei Leibnitz das t gestrichen. Ich meine auch zu erinnern, daß der Buchdrucker sich Guthenberg schrieb.

    Hat Conrad Duden sich seines C geschämt? Auf seiner alten Ausgabe steht nur sein Nachname. Das alte Römische C erschien offensichtlich nicht völkisch sondern ungermanisch. Es erinnerte zu sehr an die Eliten des alten Römischen Reiches. Preussen hatte Östereich besiegt und nun schuf man neue Facten. Wer die Sprache controllirt, hat die Macht….

    1. Hallo und Guten Tag Demoiselle, liebes unbekanntes Fräulein!
      Ob Schultze, Guthenberg , Leibnitz – soviel ich weiß, wurden die früher alle so geschrieben, wie der Schreiber schreiben wollte, es nach seinem Verständnis richtig war, innerhalb üblicher Regeln. Was bei den vielen Dialekten zu sehr unterschiedlichen Varianten führen konnte.
      DER alte Geheimrat selbst schrieb sich mal Göthe mal Goethe – je nach Lust und Laune. War er besonders deutschtümelnd, wenn er launig auf das ö war?
      Ob sich der Duden wirklich Conrad statt Konrad schrieb möchte ich sogar bezweifeln. Er war ein Verfechter von: schreiben wie mans spricht
      und sein Grabstein sieht so aus:

      Dudens Rufname wurde eine zeitlang Conrad geschrieben – aber da war das C im Bildungsbürgertum auch ziemlich modisch, eine Form des Heraushebens aus dem einfachen Volk. (Mein Vater schrieb sich übrigens Claus.)
      Aber zur Schreibweise von Namen und evtl. Änderungen zurück. Ich hatte gerade das Thema. Durch die – ziemlich vernünftige – Änderung der Rechtschreibregeln zum ß,( vernünftig solange, wie man nicht ganz drauf verzichten möchte – was ich befürworten würde,) kann der Nachname Voß ja nicht mehr so ausgesprochen werden, wie er eigentlich ausgesprochen wurde. Denn klanglich heißt ein Voß Voss. Ich bin eher Ohrenmensch als Augenmensch und würde für eine Änderung der Schreibweise aller Voße plädieren, Du würdest anscheinend eher die Aussprache ändern lassen, so dass es Dank der Rechtscheibreform nun zwei unterschiedlich phonetische
      Namen gibt, einmal mit langem o, einmal mit kurzem.
      Über die Namensbedeutung (Fuchs) gehend gibt es noch mehr Schreibweisen, je nachdem, in welcher Gegend.
      Wikipediazitat:
      Die Varianten des Namens „Voß“ und „Voss“ kommen im ganzen norddeutschen Raum vor und sind, soweit das mit dem bloßem Auge zu beurteilen ist, nahezu deckungsgleich. Nur die relative Konzentration der beiden Varianten im Nordosten ist üblicherweise mehr „Voß“ als „Voss“. Die Variante „Vos“ kommt dahingegen mehr zur Westgrenze vor, zu den Niederlanden. Damit ist diese eine deutlich mehr westorientierte Schreibweise dieses Namens. Ein Grund hierfür ist sicherlich , die Nähe zum niederländischen Raum wo noch immer vos (also Fuchs, vulpes vulpes) mit einem „s“ geschrieben wird. Vermutlich ist diese Schreibweise in der Modernen Zeit in Deutschland weitgehend verdrängt worden zugunsten von den anderen beiden Varianten „Voß“ und „Voss“.

  4. Dudens Generation hat die deutsche Sprache völlig durcheinander gebracht und verunstaltet. Ich will gar nicht Conrad Duden allein verantwortlich machen. Im 18. Jahrhundert war ziemlich gängig : Preussen, über die Massen, heissen; meßen, vergeßen, biß ect. Dies widerspricht sich zwar mit dem gleichfalls gängigen diß (dies), im großen und ganzen ist modernes Dudendeutsch aber weniger logisch.

    Die galanten Höflichkeitsregeln des 18. Jahrhunderts verlangen Aufmerksamkeit und daß man sich genau „nach der Person zu richten“ (Menantes) habe. D.h. auch, daß man genau hinsieht, wie der Name ausgschrieben wird, welche Anreden und Titel noch zustehen. Das ist auch vorher schon so gewesen. Zu Luthers Zeiten war deutsche Orthographie freilich sehr vage, da sie damals noch jung war. Die Drucktechnik machte die deutsche Sprache ja erst gängig und alphabetisirte die Massen. Im 17. Jahrhundert findet man in renomirten Büchern schon eine recht consequente Rechtschreibung. Diese war nicht verordnet, sie setzte sich einfach als üblich durch. Wer damals gute Bücher las, übernahm das automatisch. Das wurde damals so empfohlen und es functinirte.

    Es gibt in der Frage der tz-Schreibung unterschiedliche Meinungen im 18. Jahrhundert und teils auch schon im 17ten. Grundsätzlich gab es zumeist z ohne t nur am Silbenanfang. Zu Goethes Zeiten ist das durchgängige tz/ck weitgehend unüblich. Trotzdem wurden alte Namen weiterhin so geschrieben, wie sie überkommen waren. Veränderungen stehen nur dem Namensinhaber zu. Namen sind ein wichtiger Teil unserer persönlichen Identität! Wenn Goethe mit seinem Namen spielt, ist das sein gutes Recht. Im übrigen, waren die ö-Striche ohnehin nichts als kleine e, welche man über das o setzte (im Link gleich in der 1. Zeile bei „mögen“ zu sehen):

    http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/vester/content/pageview/2502780

    Lateinische C waren keine vorübergehende Moden! Der Name Conrad wurde schon im Mittelalter meist mit latinisirtem C geschrieben (obwohl er, wie ich gerade nachsah, ursprünglich kein lateinischer Name war). Alle die Könige, mit Namen Carl, wurden durchgängig mit C geschrieben. Secundärmedien verfälschen, Quellen orthographiren ganz anders. Von der Gothik, bis Mitte des 19ten Jahrhunderts ist C-Schreibung absolut überwiegend. Die Änderung zum K war eine völkische Cultur-Revolution – reine Bilderstürmerei. Warum? Weil die Germanen tatsächlich zum k tendirten und der Chauvinismus des 19. Jahrhundert die Germanen verklärt (Vorsicht, prä-NS-Ideologie!!).

    Schreiben wie man spricht? Im Englischen schreibt man Carl wie man spricht. Im Deutschen hat man das vor Duden auch so getan: „Carl V., Carolus Magnus, ect.“ Was ist plötzlich mehr wie gesprochen am k? Duden hat Deutschland lediglich sprachlich isolirt. Wir sind jetzt weiter weg von den Weltsprachen. Die Welt draußen ist überwiegend der Meinung, daß Deutsch schwer zu lernen sei. Nach dem Chaos welches Duden angerichtet hat kein Wunder! Im Englischen, Spanischen und Französischen hat man immer noch lateinische C-Schreibungen. Und Englisch gilt als leichter zu lernen. Die Goethe-Institute blasen sich zu sehr auf. Deutsch ist keine Welthauptsprache. Nach der Dudenreform ist Deutsch mit Consonanten-Clustern dermaßen verunstaltet, daß die Sprache einfach unschön klingt. Ich lobe mir das alte, vocalreichere Teutsch. Die Generation der Alldeutschen hatte einfach einen Vogel und wir nehmen den Unsinn heute noch immer viel zu ernst.

    Ich hatte oben nachgewiesen, daß Duden-Deutsch überhaupt nicht durchgängig „so schreibt wie man spricht“:

    dir – Tier
    Lust – musst

    Ich könnte viele Beispiele anführen, worin die übliche Rechtschreibung des frühen 18. Jahrhunderts viel consequenter erscheint. Alles was der Chauvinismus des 19. Jahrhunderts im Kopf hatte war Ausmerzung aller „welscher“ Einflüsse im Deutschen. Man wollte alles „undeutsche“/ „ungermanische“ beseitigen. Schaut man sich die Schriften der alten Gothen an, dominirt das k (was kein Wunder ist, denn in Antike und Frühmittlelalter ist Griechisch die Welthauptsprache und wurde erst später vom Lateinischen abgelöst).

    In der Bibliothek der Humbold-Uni habe ich „Konrad Duden“ als Verfasser bereits gefunden. Ich werde mir mal genauestens seine Vorwörter ansehen, weil ich wissen will, wie Chauvinistisch dieser Mann womöglich argumentirt hat…..

  5. Übrigens kleinere Orte hatten früher häufig mehrere Namensvarianten. Dies sieht man z.B. bei Lützel/ Lietze// Lietzen/ Lützen — jenes Dorf das früher bei der Charlottenburg gewesen ist. Mit Personennamen verfuhr man aber keinesfalls willkürlich.

  6. Die Rechtschreibreform um 2000 scheint das Chaos welches Duden angerichtet hat glätten zu wollen. Was gar nicht functioniren kann und so hat man nur verschlimmbessert. Ich habe diese Reform aber nie lauthals critisirt. Ich critisire vorrangig die Reform von 1901/1902. Die hätte man 2000 einfach zurück nehmen wollen. Das wäre meine Rereform gewesen.

    Ich fühle mich der Zeit um 1700 verbunden, würde aber nicht DIESE Rechtschreibung empfehlen. Die zu Goethes Zeit war eigentlich ideal. Ich würde vor allem die Herkunft von Fremdwörtern und eingewanderten Endungen nicht verschleiern, was der Duden tut. Wo was welschen Ursprungs war, hat mans einfach unkenntlich gemacht. Was nichts als alldeutscher Etitettenschwindel gewesen ist.

    1. Naja, ich sehe das „Eindeutschen“ als an – und aufnehmen an und nicht als Etikettenschwindel, auch wenn ich die alten Schreibweisen gerne mal lese.
      Wenn ich reformieren würde, würde ich die von Jacob Grimm angeregte gemäßigte Kleinschreibung umsetzen wollen. Wie sie in vielen anderen Sprachen auch üblich ist. Schnellerer Lesefluss ist zwar bei der bisherigen Schreibweise festzustellen, aber macht das die höhere Fehlerquote und den langsameren Schreibfluss wett?Alles eine Frage der Betrachtung. So müssen wir eben annehmen was wir haben und das Beste draus machen.
      Du schreibt: Mit Personennamen verfuhr man aber keinesfalls willkürlich.
      Mein Bruder, der das( komische) Hobby Familienforschung betreibt, berichtet da aber ganz anderes …

  7. Daß es früher Leute gab die nachlässig geschrieben haben, ist klar. Ich müßte die Quellen des Bruders schon sehen, um zu beurteilen was es damit auf sich hat. Grundsätzlich wurde Leibnitz stets mit tz geschrieben. Er tat das so, er wurde in Briefen so angesprochen und er wurde in anderen Medien so erwähnt.

    Dieses „Eindeutschen“ empfinde ich als typisch deutsche Ignoranz und Arroganz. Der Wilhelminismus ist noch nicht vorbei, das habe ich schon gemerkt. Und im Ausland findet man das immer noch seltsam.

    „Eindeutschen“ ist nicht nur überflüssig, es verdunkelt auch die Herkunft und macht die Sprache etymologisch undurchsichtig. Das machen wirklich nur die Deutschen. Ich haue online meist in den Englischen Sprachraum ab. Gesundheitsinformationen sind da z.B. auch viel besser und reichhaltiger.

    1. Dear Damsel, 😉 das mit den besseren Gesundheitsinformationen auf englischsprachigen Seiten kann ich bestätigen – musste wegen meinem Hund in Sachen Mastzellentumor recherchieren und wurde dort viel, viel besser aufgeklärt
      Das Übernehmen von Fremdworten in die eigene Sprache machen die Schweden z.Bsp. noch viel gründlicher als wir, da wird eingeschwedet, was das Zeug hält kafe´ist das Cafe´; kafe ist der Kaffee amatör ist der Amateur … und immer so weiter. Über Dänen und Norweger kann ich nichts sagen, denke aber die machen das auch so.

  8. Muß eine Germanoide Erbkrankheit sein…. 🙂

    Ich habe jetzt genug citisirt. Schuldig bin ich noch MEINE Lieblingsreform (nachdem ich von der schon Kleinschreibung gehört habe): Sie liefe ebenfalls auf eine gewisse Kleinschreibung hinaus…..
    Also, ich wäre optimal glücklich, würde man Englisch zur Amtsprache machen. Was das Deutsche angeht, so glaube ich, daß es nicht mehr zu retten ist. Ich würde halt das alte Teütsch des 17. und frühen 18. Jahrhunderts weiter als Liebhaberei betreiben und sonst alles in Englisch machen. Neulich habe ich einen meiner Englischen Articel mal spaßeshalber ins Deutsche übersetzt : gut ein Drittel länger.

    Gewisse Dinge schreibt man im U.S. Englischen groß, wenn es nämlich um Respect geht und das war im Teütschen in der Regel auch so. Ich würde niemals „Französisch“ (alt : Frantzösisch) klein schreiben. In America schreibe ich sogar „Republican“ groß (obwohl ich die Tropfen hasse) — bei Congressional ist mir das noch wichtiger.

    Es wäre kein Problem, eine Rechtschreibreform zu entwerfen, wonach wirklich so geschrieben würde wie man sprich:

    „In Berlīn lūd ain Man uns ale zūm Esen ain und es gāb verlōrene Aier. Ich wais nicht mēr, wō man sī verlōren hate.“

    Wünsche dem Hund gute Gesundheit. Ich hatte im April/Mai einen festgeklemmten, stauenden Nierenstein, der mich sehr offensichtlich umzubringen suchte, sodaß die Charité eine Schiene einlegen mußte. Was ich Ernährungsbedingt anders machen muß, lernte ich vor allem auf U.S. gov-Seiten, bei NY-Times Sonderthemen und Americanischen Cliniken.

    Abschließend noch einen Teütschen Satz:
    „Der Expreſſer hat referiret, es hetten die Bauren in dem Holtze daſelbſten sich verschantzet.“

    Wenn man den ins moderne Deutsch übertragen sollte, würde man gezwungen, etliche Vocale unter den Tisch fallen zu lassen. Äußerst schmerzhaft ist vor allem dieses:

    Baue- rnda- se- lbstsi- ….. Ho- lzve- rscha- nzt.

    So hat mein Gesangslehrer das immer aufgemalt.

    Oh my gosh!

  9. Hallo,
    habe in der Zwischenzeit Dudens Frühwerk der 1870er durchgearbeitet–ein Original im Lesesaal der Bibliothek der Humbold Universität. Dabei kam ich zu dem Ergebnis, dass der Mann sehr ausgewogen war. Er war gar nicht unbedingt dafür, romanische Lehnwörter auf k-Schreibung umzustellen. Er war auf jeden Fall absolut nicht völkisch antiwelsch eingestellt, sondern sehr offen. Der DUDEN, so wie wir ihn heute benutzen, ist nicht unbedingt sein Wunschergebnis, sondern hat er ziehmlich ringen und Kompromisse machen müssen. Die völkisch Radikalen waren ja seine Generation, aber es sieht ganz so aus, dass er mit diesen Schwärmern durchaus seine Probleme hatte. Noch überraschender war für mich, dass auch Kaiser Wilhelm der II. auf der Seite der gemäßigt vernünftigen war. Die Standpunkte des Monarchen, bezüglich der damaligen Rechtschreibreform, kann ich absolut nachvollziehen. Ich glaube, Wilhelm II. wollte eigentlich gar keine Veränderung der deutschen Schreibung. Am Ende hat man ihm das h in seinem Thron gelassen, so er am heftigsten geprotestiert hat. Man kann Kaiser Wilhelm vorwerfen, dass er nicht Klug genug war, allerdings sind die meisten seiner Zeitgenossen wesentlich dümmer gewesen, mit ihrer deutschtümelnden Schwärmerei. Kaiser Wilhelm war klassisch gebildet und hielt offensichtlich etwas darauf. Duden ist allerdings ein anderes Kabliber gewesen–ein hoch intellektueller, sehr vernünftiger Mann. Auf wenn ich ihm nicht in allen Punkten zustimme, hat er meine volle Sympathie. Die Ergebnisse meiner Untersuchungen flossen in den Artikel, den ich hier mit eingelinkt habe. Dieser Blog soll noch um einige Unarten in der Englischen Sprache erweitert werden, die es leider auch gibt…..

    Frohe Weihnachten!

    Demoiselle

  10. Hallo und schön, wieder einmal von Dir zu lesen, liebe Demoiselle. Ich weiß jetzt nicht, weshalb ich Deinen Link nicht finde, ob ich da eine mir unbekannte Automatik habe oder Du den Link zu setzen vergessen hast, setze aber mal einen Link auf Deinen lesenswerten Artikel

    http://critica-lingva.blogspot.de/p/wussten-sie-dass-konrad-dudens.html

    und wünsche Dir noch ein gesundes neues Jahr 2015, verbunden mit der Hoffnung, dass wir uns hier – und vielleicht auch dort desöftern lesen und schreiben

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