an allem Schlechten ist das Internet Schuld


Politiker werden im Amt zu einfach gestrickten Leute, das beweisen sie immer wieder aufs Neue in ihren Äußerungen, wenn irgendwo im Lande oder in der Welt eine schlimme Sache passiert ist. Die Gefährlichkeit des Internets und die Notwendigkeit der Vorratsdatenspeicherung zu betonen fühlte sich der CSU-Politiker Hans-Peter Uhl nach den schlimmen Ereignissen in Norwegen in einer ersten Stellungnahme veranlasst.
Woher hatte er diese Erkenntnis? Aus der Mitteilung, dass der norwegische Massenmörder Anders Breivik vor seinem Amoklauf ein elend langes Manifest voll kruder Gedanken ins Internet stellte und sich ein Facebook-Profil anlegte.  Dumm gelaufen, dass Uhls Message ins Leere ging, den Norwegen hat das von vielen Politikern gewünschte Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung und es hat nicht einen Toten verhindern können, weil  nicht das Internet der Ort der Planung und Vorbereitung auf das Verbrechen war, es wurde  im Zuge der Ausübung als modernes Medium genutzt. Früher schickte man Briefe an Zeitungen oder hinterlegte Flugblätter, wenn man so drauf war. Und es gab genug, die sich auch in Vorinternetzeiten radikalisierten, auch  Adolf Hitler kannte kein Internet. Denn nicht das Internet ist das Problem, es ist der  Mensch mit nazisstischer Persönlichkeitsstörung, vielleicht noch die, denen er diese Störung verdankt.  Anschläge, Attentate, Amok gab es zu allen Zeiten, wenn heutzutage die Anzahl der davon betroffenen Personen größer ist, hat das mit den technologischen Möglichkeiten zu tun, die den Tätern zur Verfügung stehen.
Eigenartigerweise hat noch kein Politiker gefordert, die Schützenvereine zu verbieten oder wenigstens ihren Mitgliedern eine besondere Beobachtung angedeihen zu lassen – denn da finde ich in der Auswertung schlimmer Ereignisse durchaus Zusammenhänge, die plausibel sind – und  die regelmäßige Beobachtung   und Anlage von Verhaltensprofilen dürften  Mitglieder der Schützenvereine doch nicht weiter stören, wenn sie damit ihre Friedfertigkeit attestieren können, oder?

Das Internet, dem Vernehmen nach vom  US-Verteidigungsministeriums geschaffen, wurde zur Vernetzung von Universitäten und Forschungseinrichtungen benutzt um Rechnerkapazitäten optimal zu nutzen.
Es ist zu einer im besten Sinne demokratischen Instanz geworden, denn es gibt jedem Nutzer Raum sich auszudrücken. Es gefällt einem nicht alles, was man liest, wohl wahr, doch mein Demokratieverständnis fordert mich auf, das auszuhalten, vielleicht gegenzuhalten  und wenn es kriminell wird dagegen vorzugehen.
Ansonsten sehe ich darin eine Informationsquelle, was bestimmten Leuten warum stinkt und man kann sich damit auseinandersetzen um zu sehen, wie ein Konsens herzustellen wäre. Als gelernte DDR-Bürgerin kann ich behaupten: ignorieren und unterdrücken von Stimmungen in der Bevölkerung hat noch nie etwas Nachhaltiges gebracht, auch nicht in Russland, in Weißrussland, in China, in Vietnam, in Nordkorea, in Lateinamerika oder in den arabischen Ländern.

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Ein Kommentar zu „an allem Schlechten ist das Internet Schuld

  1. Es ist doch immer das selbe mit den Politikern. Erst großes Geschrei, dann fällt ihnen nur ein alles noch mehr einzugrenzen, zu kontrollieren und zu reglementieren und ein paar Wochen später ist alles vergessen und nichts geändert.

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