Friedhof Friedrichsfelde


Friedhöfe sind nicht nur ein Ort des Gedenkens, sie sind auch Orte, an denen man „aus der Zeit springen“ , den Alltag und die Umwelt hinter sich lassen kann um ganz nach sich selbst zu suchen.
Ich liebe das, hier im hektischen Berlin sind Friedhöfe Paralellwelten: vor der Friedhofmauer der Lärm der Großstadt, Menschen in Hast und Eile; hinter der Friedhofmauer Ruhe und Grün; und wenn man Menschen sieht, bewegen sie sich leise und bedacht, alles ist irgendwie entschleunigt, alles ahnt Ewigkeit.
Manchmal macht man bei Friedhofsspaziergängen Entdeckungen, mir fiel dieses Grab auf, weil ich die auf dem ersten Blick anthroposophisch wirkende Schrift mag. Das Grab hat mich irgendwie angerührt, wer ist dieser Förderer der Gartenkunst, dessen Freunde ein so großes Grabmal errichten ließen, das jetzt  zwar intakt (wenn auch eigentümlich verfärbt) ist , aber so – freundlich gesagt – frugale Grabpflege erhält? Auf wikipedia fand ich:

Axel Fintelmann  ; vollständiger Name Gustav Ferdinand Axel Fintelmann
(* 27. September 1848 in Älmhult, Schweden; † 15. Mai 1907 in Berlin)
entstammt der Hofgärtnerdynastie Fintelmann. Er war Gartenarchitekt und (seit 1904) Königlicher Gartenbaudirektor in Berlin und Potsdam. Seine bekannteste Arbeit ist die Gestaltung desZentralfriedhofs Friedrichsfelde.
….
Zusammen mit Hermann Mächtig gestaltete Fintelmann ab 1881 den Zentralfriedhof Friedrichsfelde zu einem großen Landschaftspark.

Und dann steht da noch:

Sonstiges
Fintelmanns Grab steht unter Denkmalschutz und wird sorgfältig gepflegt. Das Relief mit der kupfernen Porträtplatte und einem symbolisierten Baum auf dem Grabmal wurde von dem Bildhauer Albert Manthe 1908 gestaltet und trägt den Untertitel Förderer der Gartenkunst.

Nun frage ich mich, sind meine Vorstellungen von Denkmalpflege und wie ein gepflegtes Grab auszusehen hat übersteigert, oder hat der Autor des Wikipediaartikel im Punkt sonstiges keinen Bezug zur Realität gehabt und schrieb nach „Aktenlage“. Um das rauszubekommen, werde ich dieses Grab mit meiner Kamera öfter aufsuchen, denn  die Bepflanzung wirkte „in echt“ weit trister, als jetzt auf meinem Foto, was mich in Kombination mit dem Spruch – dem Förderer der Gartenkunst – veranlasste, zur Kamera zu greifen.Und da wusste ich noch nicht, dass dieser Mann für den Friedhof, auf dem er liegt, so wichtig war.

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Ein Kommentar zu „Friedhof Friedrichsfelde

  1. Der Grabstein gefällt mir sehr gut! Ich habe ja eine schwäche für alte Grabsteine.
    Aber Pflege, hmm…da ist wirklich noch Luft nach oben.

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