ausgehört: Offenbarung 23


Jedenfalls die ersten 29 Folgen. Und ich muss sagen, hat mir gefallen, ist gut gemacht, diese Verbindung von Fiktion, Fantasie und tatsächlichen Ereignissen, diese dramatische Aufarbeitung von gängigen Verschwörungstheorien. Verschwörungstheorien auf realem Hintergrund, zum Teil sehr aktuell, wenn man zum Beispiel an die Berliner Wasserwerke denkt… da habe ich sogar dazugelernt, denn einen Blick in die Geschichte der Berliner Wasserversorgung hatte ich mir bisher nicht gegönnt.

Diese Verbindung zu aktuellen Geschehnissen ist es wohl auch, die  Lübbe veranlassten, den Autor der Serie, Jan Gaspard, und mit ihm den Berufsstand „Hacker“ etlicher Protagonisten in „Rapper“ zu wechseln. Ist jetzt eine Vermutung von mir, wenn man so will, eine Verschwörungstheorie.

Fakt ist jedenfalls, dass die Eltern und einige prominente Mitglieder des Chaos Computer Club sich gegen Nutzung des Schicksals des Hackers Tron in diesem Hörspielroman aussprachen und die Eltern  gegen wikipedia Klage geführt haben, denn der volle Name ihres Sohnes war dort aufgeführt und sie empfanden dadurch ihre Persönlichkeitsrechte nicht gewahrt . Sie hatten diese Klage aber verloren. Gegen die Hörspielserie wurde bisher nicht geklagt.
Ich kann mich gut in die Eltern einfühlen, wenn der Tod meines Kindes Kernstück einer halbernsten Romanserie wird, fänd ich das auch nicht lustig. Und ich würde auch nicht von wildfremden Menschen angesprochen werden wollen, wenn diese meinen Nachnamen hören.
Und doch – was bleibt von dem Menschen, wenn keine Legende um ihn gesponnen wird, schon die nächste Generation hat vergessen, dass es da ein unerreichtes Ver-Entschlüsselungsgenie gab, welches ein so trauriges, nicht wirklich geklärtes Ende fand.

Ich jedenfalls habe mich mit großem Interesse und mit Freude an er Darbietung der SprecherInnen durch die Serien gehört. Den anderen Handlungsbogen der Serien 30 bis 41  werde ich irgendwann auch mal hören, aber ich muss zugeben, mich überzeugen Hacker im Aufdecken von Geheimnissen  weit mehr als Rapper, die haben bei mir irgendwie – Entschuldigung – einen eher beschränkten Eindruck hinterlassen, haben mich  mindestens einmal zu oft „Mutherfacker“ hören lassen und der monotone Sprechgesang lässt mich auch nicht auf höhrere kognitive Fähigkeiten schließen. Aber die in der Serie sind bestimmt so wie die Söhne Mannheims oder so, ganz Nette, Ordentliche, denen man nicht den Mund mit Seife auswaschen möchte. Obwohl, auf Enimen steh ich ja irgendwie doch …
Irgendwann werde ich auch in die anderen Folgen hineinhorchen und darüber hier wieder berichten, irgendwann …

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2 Kommentare zu „ausgehört: Offenbarung 23

  1. Nun, ich kann nur meine Gedanken dazu äußern:
    man hat den ganzen Handlungsstrang geändert, andere Prots geschaffen:

    weil man die Sorge hatte, das Phänomen Hacker sonst zu idealisieren
    oder
    weil man nicht in der Lage ist, sich etwas wirklich Überzeugendes aus der HackerSzene einfallen zu lassen und deshalb auf reale Dinge zurückgreifen muss, da aber fürchtet, gerichtlichen Verfahren ausgesetzt zu werden
    oder
    weil der Autor mit dem Pseudo Jan Gaspard irgendwelche Rechte an dem Hackerplot hat, man aber Jugendliche ansprechen will und das mit Personen aus der Jugendkultur vermeintlich besser kann.
    So meine Thesen dazu, bin Antithesen aufgeschlossen.

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