so traurig … eine Gretchenschicksal


Während ich  den Tag nach Weihnachten durch Schneeberge tappte um mein jüngstes Enkelchen zu besuchen, mich an ihr zu erfreuen und an dem Glück, das es in die Familie brachte, glitt mein Blick über einen Zeitungsaufsteller und hing an einer Überschrift fest, die mich seit dem nicht mehr los lässt.
Frau schmeißt Neugeborenes aus dem Fenster – dieser Mann fand das sterbende Baby im Schnee auf einem Hof in Berlin- Charlottenburg. Die Mutter ist eine Hure…

Alle Berliner Zeitungen berichten auch in den folgenden Tagen von der Tragödie, von der Bild über die Morgenpost bis zum Tagesspiegel, keiner lässt sich die Story entgehen. Wir erfahren, dass es eine junge Rumänin mit dem schönen Namen Adriana-Maria war, wir erfahren Bruchstücke der traurigen Lebensgeschichte der Zwanzigjährigen, die keinesfalls das Monster ist, als das sie viele Leute in den Kommentaren zu den online-Artikeln darstellen, so abscheulich es auch ist, ein Kind zu töten. Hier sind alle Anzeichen einer Ausnahmesituation zu erkennen, hier war planmäßiges Handeln nicht möglich, hier war ein Mensch verflucht einsam, verzweifelt, dem Wahnsinn nahe. Wenn sie wieder bei klarem Verstand ist, wird sie sich damit auseinandersetzen müssen und ich wünsche ihr Stärke, schon wegen ihrer kleinen Tochter in Rumänien.
Wirklich Verbrecher sind in meinen Augen Männer, die mit Prostitution zu tun haben, also Freier und Luden, wie der vermeintliche Freund, der ihr Liebe und Verständnis vorgaukelte und sie dann zur Prostitution nötigte.
Und irgendwie empfinde ich auch unseren Staat mitschuldig, der zwar einige Babyklappen einrichten lässt, aber so wenig in Sachen Drogenhandel und Frauenhandel auf die Reihe bekommt und wie man immer wieder mitbekommt, erreichen diese Frauen keine vernünftigen Informationen über irgendwelche Babyklappen.

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Ein Kommentar zu „so traurig … eine Gretchenschicksal

  1. Dieser Staat, der von dem Geld, das Prostituierte einnehmen, lebt – denn die Frauen zahlen Steuern -, und in dem immer mehr die Rede davon ist, das sei doch ein „ganz normaler Beruf“. Nein, meine Herren, ist es nicht. Keiner von denen, die das behaupten, schlägt seiner kleinen Tochter die Prostitution leichten Herzens als mögliche Berufswahl vor, wenn sie fragt „Papa, was kann ich später mal werden?“
    Und doch hört man immer öfter, es sei doch „gar nichts dabei“, ein normaler Beruf usw. Ich fürchte, es ist eine Frage der Zeit, wann das Arbeitsamt Menschen zur Prostitution zwingt.

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