gestorben 16.12. 1859 – 21. märchenhafte Biografie


Biografie, Quelle: wikipedia

Wilhelm Grimm

Die Eltern waren waren Philipp Wilhelm Grimm (1751–1796) und Dorothea Zimmer (1755–1808). Von den überlebenden Kindern des Ehepaars war Wilhelm Grimm das zweitältestes Kind, er wurde am 24. Februar 1786 in Hanau geboren.

Friedrich Hermann Georg Grimm (* 12. Dezember 1783; † 16. März 1784)
Jacob Ludwig Carl Grimm (* 4. Januar 1785 in Hanau; † 20. September 1863 in Berlin)
Wilhelm Carl Grimm (* 24. Februar 1786 in Hanau; † 16. Dezember 1859 in Berlin)
Carl Friedrich Grimm (* 24. April 1787 in Hanau; † 25. Mai 1852)
Ferdinand Philipp Grimm (* 18. Dezember 1788 in Hanau; † 6. Januar 1845)
Ludwig Emil Grimm (* 14. März 1790 in Hanau; † 4. April 1863)
Friedrich Grimm (* 15. Juni 1791; † 20.August 1792)
Charlotte Amalie Grimm (Lotte) (* 10. Mai 1793; † 15. Juni 1833)
Georg Eduard Grimm (* 26. Juli 1794; † 19. April 1795)

Der Lebenslauf von Wilhelm Grimm und sein Werk ist eng mit dem seines ein Jahr älteren Bruders Jacob verbunden, worauf die oft gebrauchte Bezeichnung Brüder Grimm hinweist.

Wilhelm Grimm verbrachte seine Jugend in Steinau an der Straße, wohin der Vater Philipp Wilhelm Grimm 1791 als Amtmann versetzt worden war. Er besuchte dann wie sein Bruder Jacob das Friedrichsgymnasium in Kassel und schrieb sich gleichfalls an der Universität Marburg ein, wo er bei Friedrich Carl von Savigny Jura studierte. Nach Beendigung seines Studiums lebte er wieder bei der Mutter in Kassel. Asthmatische Beschwerden sowie eine Herzerkrankung hinderten ihn längere Zeit daran, sich um eine feste Anstellung zu bewerben. Seit 1806 sammelte er gemeinsam mit seinem Bruder Jacob Märchen, die sie später bearbeiteten und herausgaben. Dabei wurde er u. a. durch Werner von Haxthausen und August von Haxthausen unterstützt. 1809 unterzog er sich bei dem berühmten Arzt Johann Christian Reil einer Kur in Halle/Saale. Bei dieser Gelegenheit wurde er von dem Komponisten Johann Friedrich Reichardt gastfreundlich aufgenommen. Mit Clemens Brentano reiste er daraufhin nach Berlin; dort lebte er mit diesem und mit Achim von Arnim in dessen Wohnung. Auf der Rückreise nach Kassel traf er Goethe, der sich lobend über seine „Bemühungen zu Gunsten einer lang vergessenen Kultur“ äußerte. 1813 lernte er bei der Familie Haxthausen die Schwestern Jenny von Droste-Hülshoff und Annette von Droste-Hülshoff, die Dichterin, kennen. Beide halfen bei der Sammlung von Märchen und Volksliedern. Mit Jenny verband ihn danach eine lange Brieffreundschaft, auch gibt es Anzeichen dafür, dass eine unerfüllte Liebesbeziehung zwischen ihnen bestand.
Von 1814 bis 1829 war Grimm als Sekretär an der Bibliothek in Kassel angestellt; 1825 heiratete er Henrietta Dorothea Wild. 1828 kam sein Sohn Herman Grimm zur Welt, der später relativ bekannt wurde für seine kunstgeschichtlichen Vorlesungen unter Einsatz von Lichtbildprojektion an der Universität Berlin.
1831 wurde Wilhelm Grimm Bibliothekar an der Universität Göttingen, 1835 erhielt er dort eine außerordentliche Professur. Als Mitunterzeichner des Protestes der „Göttinger Sieben“ wurde er – wie auch sein Bruder – 1837 durch den König von Hannover seines Amtes enthoben und des Landes verwiesen. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. lud beide 1841 nach Berlin, wo sie sich niederließen. Im selben Jahr wurden sie Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften. Wilhelm Grimm lehrte bis zu seinem Tod 18 Jahre an der Universität Berlin und arbeitete dort zusammen mit seinem Bruder an ihrem Deutschen Wörterbuch, über das er auf dem Germanistentag 1846 in Frankfurt gesprochen hatte.
Wilhelm Grimm starb am 16. Dezember 1859 in Berlin.

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4 Kommentare zu „gestorben 16.12. 1859 – 21. märchenhafte Biografie

  1. Trotzdem gibt es in der Sammlung zwei Märchen, die mit der Empfindsamkeit, die nach der massenhaften Vernichtung der Juden ausgebildet wurde, antisemitisch genannt werden müssen. Dass die Grimms trotzdem nicht antisemitisch waren, lese ich aus ihrer Herkunftsbeschreibung des Märchens:

    Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm enthalten das Märchen seit dem zweiten Teil der Erstauflage von 1815 (da Nr. 24, Titel: Der Jud‘ im Dorn) als Nr. 110. Laut der Anmerkungen der Brüder Grimm beruht es auf der Komödie Historia von einem Bawrenknecht von Albrecht Dietrich (dort heißt der Knecht Dulla und der Jude ist ein Mönch) und einem Fastnachtspiel von Fritz Dölla von Ayrer. Sie bringen ihn mit Till Eulenspiegel in Verbindung. Daneben verwendeten sie eine ganz einfache Erzählung aus dem Paderbörnischen (Familie von Haxthausen) und eine aus Hessen. Letztere beginnt wie die Dummlingsmärchen, der jüngste wünscht sich einen Hut, der aus der Irre auf den rechten Weg führt, einen Wünschring, eine Geige, die alles zum Tanzen zwingt und macht am Schluss alle reich
    Die Sage vom Tanzen in den Dornen sei sehr verbreitet, sie erwähnen Der Liebste Roland. Zum rettenden letzten Wunsch bei der Hinrichtung vgl. Das blaue Licht..

    Für mich sind sie Zeitdokumente und es ist den deutschen Märchenfreunden durchaus anzurechnen, dass es zum Beispiel „Der Jude im Dorn“ trotz des schönem Plot und all den komödiantischen Einsprengseln es nie in den aktiven Märchenschatz der Leute geschafft hat.

  2. Ergänzung: Die Brüder Grimm machten den Unfug des Antisemitismus, der in der Romantik so überbordete, nie mit.
    Ein hinreißendes Theaterstück über die beiden gibt es übrigens, das die Theatergruppe Shakespeare und Partner auch im nächsten Jahr wieder aufführen wird – leider nicht in Berlin.

    1. Claudia, Danke für den link, das werde ich versuchen zu sehen, mit Martin Lüttge sind die ja hochkarätig aufgestellt und die märchenhafte Zusammenfassung ihres Lebens trifft es genau.

      1. Wenn es zu schaffen ist, könnten wir beide hin. Ich habe diese Aufführung in Berlin zwar schon gesehen, aber sie war so hervorragend, daß ich gerne noch mal hingehe.

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