Gedicht der Woche 40/2010


Storm, Theodor (1817-1888)

Oktoberlied

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Und geht es draußen noch so toll,
Unchristlich oder christlich,
Ist doch die Welt, die schöne Welt,
So gänzlich unverwüstlich!

Und wimmert auch einmal das Herz –
Stoß an und laß es klingen!
Wir wissen’s doch, ein rechtes Herz
Ist gar nicht umzubringen.

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Wohl ist es Herbst; doch warte nur,
Doch warte nur ein Weilchen!
Der Frühling kommt, der Himmel lacht,
Es steht die Welt in Veilchen.

Die blauen Tage brechen an,
Und ehe sie verfließen,
Wir wollen sie, mein wackrer Freund,
Genießen, ja genießen!




Märchen der Woche 40/2010


Irische Elfenmärchen ist der deutsche Titel einer Textsammlung in der Übersetzung der Brüder Grimm. Sie erschien in Leipzig 1826. Ihre Vorrede datiert auf 1825, dem Erscheinungsjahr des englischen Originals Fairy legends and traditions of the South of Ireland von Thomas Crofton Croker.

Nach eigenen Angaben kürzten die Brüder Grimm aus den Anmerkungen alles, was sich nicht auf das jeweilige Märchen bezieht. Dafür beginnen sie ihre Einleitung mit einer Beschreibung der verschiedenen Spielarten des irischen Elfenglaubens, nach denen auch die Texte geordnet sind.

Jacob und Wilhelm Grimm

Irische Elfenmärchen

5. Der kleine Sackpfeifer

Vor noch nicht lange lebte an den Grenzen der Grafschaft Tipperary ein rechtschaffenes Ehepaar, Michael Flanigan und Judy Muldun, denn dort herrscht die Sitte, daß die Frau den Namen ihrer Familie fortführt. Diese armen Leute hatten vier Kinder, alle Knaben. Drei davon waren so schöne, wohlgewachsene, gesunde, frisch aussehende Kinder, als die Sonne je beschienen hat, und es war genug, einen Irländer auf das Geschlecht seiner Heimat stolz zu machen, daß er an einem hellen Sommertag zu Mittagszeit diese vier Knaben erblickte, wie sie vor der Haustüre ihres Vaters standen mit dem prächtigen Flachshaar, das gelockt von dem Kopf herabhing, und eine dicke, lachende Kartoffel einem jeden in der Hand dampfte. Stolz war Michael auf diese schönen Kinder und Judy war auch stolz darauf, und beide hatten Recht genug dazu. Aber ganz anders verhielt es sich mit dem noch übrigen, welcher der dritte von oben war. Das war der erbärmlichste, häßlichste und mißgeschaffenste Wicht, dem Gott noch je Leben verliehen hatte, so ungestalt, daß er nicht fähig war, allein zu stehen oder seine Wiege zu verlassen. Er hatte langes, struppichtes, verfitztes, rabenschwarzes Haar, eine grüngelbe Gesichtsfarbe, Augen wie feurige Kohlen, die immer hin und her blickten und in beständiger Bewegung waren.
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na endlich wurde es erkannt…


Das kommt jedenfalls in dieser „Brief-und-Siegel-Form“ raus, wenn eine mit  wasweißich programmierte Maschine meinen Text testet.

Gefunden hatte ich den Hinweis auf diesen  Test bei der Sylvia von der Rasselbande. Sylvia schreibt übrigens wie Ildikó von Kürthy, jedenfalls beurkundete ihr das der Test.
Sie  wiederum  hatte den Test aus Anikas Haustiger-Info gefunden und der Anika wurde  beurkundet, dass ihre Schreibe wie die von Nietzsche ist (der ja auch ein bekennender Katzenfreund war).

Falls Du auch mal Lust hast, Deinem Stil einen schicken Namen überzuhelfen, zum Test der FAZ gehts hier

in Gedenken an Steve Lee…


dem Frontmann der Schweizer Hardrock-Band „Gotthard“, der bei einem Unfall am 05.10.2010 Nahe Las Vegas verstarb.

Eigentlich wollte Steve Lee, zwei Wochen lang auf seiner Harley Davidson durch das Land reisen. Am Sonntag starteten dann 21 Schweizer auf 12 Motorrädern ihre Reise.

Gut 50 Kilometer vor Las Vegas musste die Gruppe am 5. Oktober wegen einsetzenden Regen am Straßenrand halten – um sich für die Weiterfahrt mit entsprechender Kleidung auszurüsten. Da geriet der Anhänger eines vorbeifahrenden LKWs ins Schleudern, der Fahrer versuchte ein Ausweichmanöver, erwischte mit seinem Anhänger jedoch fünf der parkenden Motorräder – eins davon traf Steve Lee. Er wurde von seiner Maschine erschlagen.

Die Band „Gotthard“ erhielt ihr Profil durch die markante Stimme von Steve Lee und die Hardrockmusik mit lebensbejahenden Texten – überwiegend war die Liebe und der Wunsch nach Liebe ihr Gegenstand. Der Titel Heaven endet mit folgenden Versen:

Let me find my piece of Heaven
Let me find my way back home
I want this love to last forever
And back together, rise once again

Wünschen wir, dass sich das für Steve Lee nun  erfüllt.