Erzählung der Woche 28/2010


30 Gramm

Bernadette Reichmuth

30 Gramm – dazu das kaum nennenswerte Gewicht dreier mittelgroßer Heimchen, seiner letzen Mahlzeit in unserer Obhut – soviel wog sein kleiner Körper, als er sich mit Hilfe seiner voll ausgebildeten, großartigen Schwingen in die Luft erhob. Raus aus der Küche. Durch die offene Tür in den Garten. Und von dort aus den schrillen Rufen seiner Artgenossen hoch über den Dächern folgend. Viel zu früh, und vor allem viel zu leicht, wie aus den vom Internet heruntergeladenen Informationen zu schließen war. Aber unser schwarzgefiederter Gast mit diesen unglaublich wachen Augen in seinem kühnen Raubvogelgesicht konnte ja nicht lesen. Und wenn, wäre ihm der ganze Wust an Texten und Bildern, mit dem wir uns in den vergangenen zwei Wochen schlau gemacht hatten, wohl herzlich egal gewesen. Er, der nur die Dunkelheit eines im Schutze alten Gemäuers verborgenen Nestes kannte, gefolgt von der wohlmeinend ausgepolsterten Höhle einer gelöcherten Kartonschachtel – von einem kurzen, für ihn vermutlich eher verwirrenden Zwischenaufenthalt in unserem Garten abgesehen – folgte einfach dem uralten Ruf seiner Seele. Zu einem Zeitpunkt, der vielleicht nur für uns, den unverständigen, informationsgläubigen Menschen der falsche war.

Danach haben wir bis zum Einbruch der Dunkelheit die ganze Gegend abgesucht – und jeder Katze, die uns über den Weg lief, mit einigermaßen gemischten Gefühlen nachgesehen. Sie sahen alle so verdächtig satt und zufrieden aus, diese Katzen … aber das konnte ja auch von einer Portion von dem stammen, was sie kaufen würden … oder von einer Maus.

Ja, so sind wir Menschen: Ein von Hand aufgepäppelter Vogel ist einfach etwas Anderes als eine einfache Maus. Wobei die Maus da höchstwahrscheinlich anderer Meinung ist.

Und Mutter Erde auch. Sie, die alle ihr Kinder nährt und behütet, sorgt für die Vögel ebenso wie für die Mäuse. Und die Katzen. Und die Milane, die auch schon mal einen noch nicht allzu flugtüchtigen Jungvogel erbeuten.

Uns machte sie ein großartiges Geschenk: Zwei Wochen lang durften wir eines jener Wesen kennen lernen, die normalerweise nur bei ihren tollkühnen Flugmanövern hoch am Himmel zu beobachten sind. Und dafür haben wir uns ehrlich gesagt vorher nie so richtig Zeit genommen.

Jetzt sind sie schon eine Weile fort. Am nun still gewordenen Abendhimmel flogen bis vor kurzem noch die viel schweigsameren Schwalben. Nun sind auch sie aufgebrochen zu ihrer Reise in den Süden.

Doch im nächsten Frühling kommen sie wieder. Zuerst die Schwalben. Und dann sie – die Mauersegler. Spätestens ab Mitte April (wahrscheinlich eher früher) werden wir Ausschau halten nach der unverkennbar sichelförmigen Silhouette ihrer Flügel, von denen wir nun wissen, wie perfekt jede einzelne Feder gezeichnet ist. Und unsere Ohren freuen sich schon jetzt auf das lautstarke, wilde Lied ihres ungebändigten Lebens. Höchstens kurze Monate werden sie uns Erdgebundenen davon singen, vor allem in den Abendstunden, wenn ihr ebenfalls geflügeltes Futter am Zahlreichsten ist. In unseren Breitengraden halten sie sich nur zur Paarung und zur Aufzucht ihres Nachwuchses auf. Einmal flügge geworden, verbringen sie praktisch ihr ganzes Leben in der Luft. Sie schlafen sogar dort.

Dass sie nicht mehr starten können, wenn sie einmal zu Boden gehen, stimmt hingegen nicht. Sie kommen wieder hoch. Wer weiß, vielleicht sogar auch dann, wenn sie erschöpft sind und gerade mal 30 Gramm wiegen.

18 Kommentare zu „Erzählung der Woche 28/2010

  1. „Das Lied ihres freien Lebens“?
    Ich hab ja immer meine Schwierigkeiten mit der Apostrophierung von Vögeln mit dem Wörtchen „frei“. Weil ich mir gar nichts Unfreieres vorstellen kann als das Leben eines Wandervogels: bedrängt von Greifvögeln, Katzen, die Nahrungsquellen verbauenden Menschen; beschäftigt ausschließlich mit Selbst- und Arterhaltung. Das heißt: jede Sekunde des Vogellebens wird sinnvoll genutzt. Fressen, brüten, Junge aufziehen, vor ungünstigem Wetter fliehen und das gleiche im zweiten Halbjahr an anderer Stelle wiederholen. (Der Satz „In unseren Breitengraden halten sie sich nur zur Paarung und zur Aufzucht ihres Nachwuchses auf.“ ist irreführend: Sie handeln in den afrikanischen Breitengraden nicht anders, sie leben nur dafür.) Das Zwitschern: Warnruf, Balzruf, Revierverteidigung, aber niemals ein aus reiner Lust gesungenes Liedchen.
    Ich bewundere die Perfektion und Schönheit und Gewandheit so eines Vögelchens, und natürlich vermenschliche ich auch und finde sperrende Jungvögel einfach süüüüß. Aber frei, frei sind sie nicht.

    Trotzdem eine anrührende Geschichte, trotz Meckerei gerne gelesen.

  2. Nee, ist ok, nur los, meckere…
    Ich kann ja mal versuchen, die Frau Autorin zu einer Stellungnahme zu bewegen.
    Meine Sicht darauf ist:
    Frei – wäre jetzt die Frage, wie das zu definieren ist.
    In meinem Verständnis sind sie frei, vorhandene Bedrohung und Mühen des Daseins ändert nichts daran, sind Bestandteil von Freiheit.
    Im Gegenteil, das ist dem Begriff frei geradezu immanent, besonders auf Vögel bezogen. Hatten wir doch lange Zeit in Europa ein Strafurteil „vogelfrei“, das bedeutete heimatlos, rechtlos, schutzlos zu sein.
    Und trotzdem ist ein Leben in der Gefahr des Freien jedem Vogel erstrebenswerter als ein Leben in der Trägheit und Monotonie der Unfreiheit.
    Wenn wir es mal wieder auf eine menschliche Ebene bringen wollen, würde ich das mit der Freiheit der Entscheidung vergleichen wollen.
    Nicht jedem Menschen bekommt sie, doch jeder erstrebt sie. Und das zu Recht, denn sie ist Ausdruck der Persönlichkeit, nur in dieser Freiheit kann sie sich wirklich entwickeln und wachsen.
    Der Wildvogel – kann nur in der bedrohlichen Freiheit seine „gottgegebenen“ Talente nutzen und ausleben und in seiner Wahrnehmung ist der Mensch, der ihn füttert, weit mehr eine unberechenbare, bedrohliche Größe als ein Garant für „Freiheit“.

  3. Hallo, Ihr zwei klugen Frauen,
    ja, da rührt Ihr an eine Frage, über die sich schon allerlei gescheite Leute den Kopf zerbrochen haben: Was ist Freiheit? Und weiter: wer ist frei? Ist ein wild lebendes Tier freier, als ein Haustier – oder eines, das im Zoo lebt – in einem schönen, grossen Gehege notabene, wo es „befreit“ ist vom täglichen Kampf ums Überleben? Was würde ein Gepard wählen, wenn er könnte? Ein Leben stets nahe dem Hungertod, weil ihm Hyänen und Löwen nur zu oft die Beute abjagen, noch bevor er sich satt fressen konnte, oder ein bequemes Dasein, wo der einzige Stress eine gelegentliche Blasrohrimpfung gegen Katzenseuche ist? Niemand weiss es, weil wir ihn nicht fragen können.
    Tiere sind nicht frei in dem Sinne, wie wir es verstehen, weder die Jäger noch die Gejagten. Ob wir Menschen es sind, ist noch einmal eine andere Frage. Vielleicht ist es unsere Sehnsucht nach Freiheit und die Ahnung, dass wir sie nirgendwo finden, ausser in uns selbst, die in uns anklingt, wenn wir einem davon fliegenden Vogelschwarm nachschauen oder dem fernen Schrei eines hoch am Himmel dahinsegelnden Milans lauschen.
    Mir machen sie einfach Freude, und ich bewundere sie, alle diese grossartigen Überlebenskünstler. Jetzt gerade höre ich es wieder rappeln unter dem Dach. Wusste zuerst nicht, was dieses Geräusch bedeutete, bis ich zwei dieser unglaublichen Flugakrobaten beobachtete, wie sie nacheinander den Spalt unter der Dachrinne anflogen … ja, ein Mauerseglerpärchen zieht unter meinem neu eingerichteten Sitzplatz seinen Nachwuchs auf. Immer wieder schaue ich auf der Wiese nach, ob da nicht etwas Dunkles im Gras herum hüpft und ertappe mich dabei bei ziemlich selbstsüchtigen Hoffnungen … habe immerhin schon mal die Adresse des Grillenlieferanten herausgesucht … man kann ja nie wissen …
    Auf jeden Fall danke ich Dir, Claudia für Deine nachdenklich machende „Meckerei“ und Dir Bettina, dass diese mir kostbare Erinnerung hier noch einmal Platz gefunden hat.

  4. Für mich gehört zur Freiheit unbedingt etwas meines Wissens völlig Untierisches: das zweckfreie Handeln. Irgendetwas nicht tun, damit man gesund bleibt oder wird, damit man Nachkommen erzeugt und aufzieht, damit die Art erhalten bleibt – sondern weil es Freude macht.
    Ein Kätzchen, das seine Schwanzspitze jagt, lernt dabei lebensnotwendige Dinge für ein Beutetier. Ein Mensch, der ein Lied singt oder eine alte Sprache lernt oder ein fünfgängiges Menü kocht, handelt gegen jede biologische Vernunft – das Lied dient der Kommunikation weit schlechter als einfache Worte, die alte Sprache hat absolut keinen die Arterhaltung betreffenden Nutzen, und das Menü bedeutet einen Aufwand, der in keinem Verhältnis zum Nährwert steht. Es sind freie Handlungen insofern, als sie dem Zweck der Arterhaltung nicht oder nur um mehrere Ecken mittelbar dienen (wenn z.B. ein Sänger, Philologe oder Koch auf diese Weise Geld verdient und eine Famlie gründen kann).
    Etwas tun aus keinem anderen Grund, als weil man Freude daran hat – das ist frei. Das aber kann wohl kein Tier, außer vielleicht ansatzweise Bonobos und Orang-Utans.

  5. Ja, mit grosser Wahrscheinlichkeit ist der Mensch das einzige freie Geschöpf auf Erden – wobei ich mir da bei den Delfinen nicht so sicher bin. Wer weiss, wofür diese herrlichen Wesen ihre unerklärlich grossen Gehirne nutzen …
    Wir hingegen haben die Freiheit, zu lügen und zu betrügen – auch und am besten uns selbst – wir haben die Freiheit, die Schätze der Erde ohne jede Rücksicht auszubeuten, egal wenn dabei ganze Ökostysteme drauf gehen. Wir haben die Freiheit, Massenvernichtungswaffen zu bauen, die nicht nur unsere eigene Spezies auslöschen könnten.
    Und nun sage mir keiner, das ist ja nicht meine Schuld, was kann ich denn schon gegen die da oben ausrichten? Immerhin haben wir zugelassen, dass die da oben an die Macht kamen. Und nun haben wir die Freiheit, offenen Auges zuzusehen, wie die ganze wunderbare Schöpfung – in Milliarden von Jahren das geworden, was sie heute ist – an den Rand des Abgrundes getrieben wird.
    Es gibt wohl kein Bibelwort, das mehr missverstanden, beziehungsweise missbraucht wurde, als der göttliche Auftrag “Machet euch die Erde untertan”.
    Nein, ich halte nicht gar so viel von der hochgepriesenen Freiheit, solange sie so für Macht und Macht und noch mehr Macht missbraucht wird. Da vermag auch Beethovens 9. Synfonie mich nicht ganz zu beschwichtigen, zumal auch dieses wahrhaft göttlich inspirierte Werk zusammen mit allen anderen untergehen wird, wenn wir wieder mit Keulen und Speeren aufeinander losgehen – falls es uns dann überhaupt noch gibt.

    Kennt Ihr den?
    Zwei Planeten begegnen sich im Weltraum. Sagt der Eine zum Anderen: “Du siehst aber schlecht aus – was hast du denn?”
    “Ach, mir gehts gar nicht gut. Ich habe Homo Sapiens!”
    “Oje, das ist wirklich schlimm. Hatte ich auch mal. Aber glaub mir, es geht vorbei.”

  6. Zur Freiheit gehört durchaus auch, Mauersegler zu beobachten. Kein Tier beobachtet ein anderes ohne jeden Grund – entweder das andere ist potentielle Beute, oder es ist Gefahr.
    Freiheit befähigt auch, Kranke und Behinderte am Leben zu erhalten einfach nur, weil man sie mag, gar liebt.
    Ob die sinnlose Zerstörung von Leben so schrecklich viel mit Freiheit zu tun hat, wage ich zu bezweifeln; sie geschieht aus Angst und Gier, und keine dieser charakterlichen Eigenschaften macht besonders frei.
    Auf die Künste verzichten möchte ich um keinen Preis, wirklich gar keinen. Wozu leben, wenn Mensch sein nicht mehr möglich ist?

  7. Wozu leben, wenn Mensch sein nicht mehr möglich ist?
    Frauens, die Diskussion wird ja interessant, geradezu philosophisch. Dabei gehts in der kleinen Geschichte gar nicht um Eulen, sondern um Mauersegler.

    Wozu leben, wenn Mensch sein nicht mehr möglich ist?
    KZ-Häftlinge berichten oft in ihren Erinnerungen, dass die ersten, die sich aufgaben, aus „guten“ Verhältnissen kamen.
    Ich weiß nun nicht zu sagen, in wieweit dieses wirklich kognitive Erkenntnis ist oder wie sehr das von der eigenen Lebensphilosophie geprägte Wahrnehmung ist, ist auch nicht wichtig. Fakt ist, auch aus „kulturlosen“ Lebensbedingungen entwickelt sich Kultur. Der Mensch kann nicht ohne diese Ausdruckweise existieren, existiert nicht ohne diese Ausdrucksweise, sie liegt in seiner Natur. Selbst wenn er noch nie etwas von Beethoven gehört hat und mit primitivsten Mitteln sein Leben bestreitet oder wenn er bewusst gegen die herrschenden Kulturansichten opponiert.
    Von daher lohnt es sich immer zu leben – Kultur zu leben.

  8. Ich meine mit „Kunst“ keineswegs ausschließlich klassische Musik und Theater, sondern eben jeden zunächst zweckfreien Ausdruck schöpferischen Handelns. Da sind wir uns sicher einig.
    Was das Überleben in so grauenhaften Zuständen wie KZs betrifft, so habe ich durchaus auch schon Gegenteiliges gehört – und zwar von Menschen, denen genau dies widerfahren ist: Daß das Wissen um Kunst, um Literatur, um Musik dem Überleben auch dort förderlich war. (Schönes autobiographisches Beispiel: Max Fürst, Talisman Scheherazade.)

    1. ja, so wie ich das mit dem Aufgeben verstanden hatte, war es die Abwesenheit von kulturellen Errungenschaften wie ordentliche Kleidung,warmes Wasser, ordentliches Essen, höflicher Umgang, an denen die Leute verzweifelten bis zur Selbstaufgabe.
      Aber, wir driften langsam ab, ist einen eigenen Gesprächsfaden wert …
      Vielleicht erwiedert Bernadette noch was zur Empfindung von Freiheit und schafft den Bezug zurück zur Freiheit der Tiere – ja oder nein …

  9. Ob Tiere nun frei sind oder unfrei, darüber können wir nur von unserem menschlichen Verständnis aus befinden. Ich denke, ein Tier ist weder das eine, noch das andere – es IST einfach. Ein Ausdruck des Lebens, des wundervollen, vielfältigen, sich stets wandelnden, unbesiegbaren Lebens.
    Unser Gedankenaustausch scheint sich aber jetzt um die Frage zu bewegen, was den Menschen eigentlich vom Tier unterscheidet. Nun, wir Menschen sind tatsächlich in der Lage, Kunstwerke zu erschaffen – das tut ein bestimmter tropischer Vogel, von dem ich den Namen vergessen habe, beim Nestbau zwar auch, aber nur zum Zweck, seine zukünftige Partnerin zu beeindrucken – während ein menschlicher Künstler wohl noch andere Argumente für sein Schaffen hat.
    Kunst könnte also durchaus ein Kriterium sein, zumindest was den Homo Sapiens angeht, denn soviel wir wissen, hat zum Beispiel der Neanderthaler nichts Diesbezügliches hinterlassen, was allerdings nicht heisst … aber lassen wir das.
    Für mich ist der wesentliche Unterschied etwas, das Du, liebe Claudia heute früh bereits gestreift hast. Es ist das wahrhaft göttliche Geschenk, zu lieben. Mit allen Schmerzen und oft (meist) ohne jede Vernunft.
    Bestimmt kennst Ihr das wundervolle Wort von den Göttern, die ihren Lieblingen alles ganz schenken, den Schmerz und die Freude … leider weiss ich nicht genau, wie es lautet.
    Wohl ist nicht das eine ohne das andere möglich, genausowenig, wie es Licht ohne Schatten, Tag ohne Nacht gibt. Und ja, dafür lohnt es sich auf jeden Fall Mensch zu sein.

  10. Alles geben Götter, die unendlichen …

    Alles geben Götter, die unendlichen,
    Ihren Lieblingen ganz,
    Alle Freuden, die unendlichen,
    Alle Schmerzen, die unendlichen, ganz.

    Der alte Freiherr ist doch für jede Gesprächsrunde ein Aufheller 😉

    aber auch bei diesem Spruch kann man wieder rätseln, denn es gibt eine Vatriante, von der manche sagen, nur die ist die Richtige.

    Alles gaben Götter, die unendlichen,
    Ihren Lieblingen ganz,
    Alle Freuden, die unendlichen,
    Alle Schmerzen, die unendlichen, ganz.

    Ist aus einem Brief an Auguste zu Stolberg, Weimar 17.7.1777
    Falls es ein Kondolenzschreiben war, passt das gaben besser als geben

  11. Bernadette, diese Aussage leuchtet mir unmittelbar ein:
    „Ich denke, ein Tier ist weder das eine, noch das andere – es IST einfach.“

    Was die komplizierten Nester des Webervogels – ich nehme an, den meinst Du – betrifft, so kann er genau diese Nester – und keine anderen. Dazu gibt es übrigens einen reizenden Text aus dem Schatzkästlein. Kunst ist eben nicht das Instinktive, Ungelernte, Immergleiche. Damit stelle ich Kunst nicht über Natur, sondern daneben – es sind einfach zwei verschiedene, sich ergänzende Dinge.

    Ich finde es übrigens äußerst interessant, wie sich hier ein Gespräch über die großen Themen entspinnt – den Anfang machte die Beschreibung eines Mauerseglers, wenn ich mich recht erinnere. 😉

  12. Für mich tönt beides stimmig. Schön, das ich dieses Zitat nun wieder ganz habe.
    Nach unserer Diskussionsrunde komme ich zu dem Schluss, dass das Lied des freien Lebens der Mauersegler wohl eher ein Lied des ungebändigten Lebens ist. Kannst Du das bitte in diesem Sinne ändern, Bettina?
    Den Satz “in unseren Breitengraden halten sie sich nur zur Paarung und zur Aufzucht ihres Nachwuchses auf“ kann ich hingegen nicht ändern, denn er stimmt. Ich habe mich ja auch schon gefragt, warum die Zugvögel jedes Jahr die Strapazen der alljährlichen Wanderung auf sich nehmen. Wäre es nicht einfacher, wenn sie gleich in Afrika blieben, wo es doch das ganze Jahr über warm genug ist und bestimmt auch ausreichend Futter gibt? Aber sie tun es nun mal. Und ich bin froh darüber, sonst hätte ich diese wunderbaren Geschöpfe nicht näher kennen gelernt, und somit wäre auch diese Geschichte und der daraus erwachsene Gedankenaustausch nicht entstanden …

  13. Nun haben wir uns grad gekreuzt … hihi …
    Hab einen schönen Abend, Claudia.
    Und Du natürlich auch, Bettina.

  14. „Ungebändigtes Leben“: Ja, da stimme ich voll zu!
    In Afrika gibt es Trockenzeiten, in denen es eben nicht genug Nahrung gibt – deshalb müssen sie so mühsam hin- und herfliegen.
    Manche einstige Zugvögel haben das Ziehen aufgegeben aufgrund des überreichen Angebotes an Wohlstandsmüll und geheizten Nischen auch im europäischen Winter. Stare und Gänse bilden zwar immer noch im Herbst und Frühjahr eindrucksvolle Schwärme, das ist ein unlöschbares Verhaltensmuster – aber sie ziehen nur noch von Zehlendorf nach Lübars. 😉

  15. Kannst Du das bitte in diesem Sinne ändern, Bettina?

    Ja, mach ich gleich,und werde gleich noch ein paar ß eintauschen, ihr modernen Schweizer kennt das ja nicht mehr, wir Fehlreformierten bestehen aber noch drauf bei langen Vokalen.
    —-
    Bernadette, wenn Du es wieder nach Berlin schafft, müssen wir drei mal ein Weinchen und etwas Käse zusammen verdrücken und quatschen.

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