gestorben 16.05.1703 – 7. märchenhafte Biografie


Charles Perrault

Geboren: 1201.1628 in Paris
Gestorben: 16.05.1703 in Paris

Geboren als jüngster von vier Brüdern aus wohlhabender Juristenfamilie studierte er Jura und wurde Anwalt.
Er beginnt früh zu schreiben und wird 1653 von seinem ältesten Bruder, der einen hohen Posten in der Finanzverwaltung der Krone bekleidet, am Hof eingeführt.
Er brilliert als vielseitiger Literat und brillanter Unterhalter, wird Gefolgsmann des ab 1661 machtreichen Ministers Colbert. Dank ihm wird Perault 1662 zunächst eine Art Zensor für alle dem König zugeeigneten Kunstwerke und später Oberaufseher aller königlichen Bauvorhaben.
1671 wird er mit Nachhilfe Colberts in die Académie gewählt und zu deren Sekretär ernannt. Zur gleichen Zeit (1672) heiratete er, wurde rasch vierfacher Vater, aber bald auch (1678) Witwer. 1680 gab er seinen Posten an der Académie zugunsten des Sohnes von Colbert auf. Er verliest 1687 seinen Vers-Traktat Le Siècle de Louis XIV, worin er, nicht ohne auf den Beifall des Königs zu schielen, die Überlegenheit seiner eigenen Epoche über die Antike postuliert, die bis dahin in allem als vorbildhaft galt.
Er löst damit ganz unerwartet die heftige „Querelle des Anciens et des Modernes“ aus, den wohl berühmtesten Literatenstreit der an querelles so reichen französischen Literaturgeschichte.
Interessanterweise sind fast alle großen Autoren seiner Generation (Racine, La Fontaine und vor allem Boileau) zunächst gegen die These Perraults, dass die Neuzeit sich in Kunst und Wissenschaft mit der Antike nicht nur messen könne, sondern sie inzwischen überholt habe.
Schon wenige Jahre später allerdings wird diese Vorstellung selbstverständliches Allgemeingut sein. 1694 veröffentlicht Perrault drei märchenähnliche Vers-Erzählungen.
Nach deren Erfolg publiziert er 1697 die Contes de ma mère l’Oie, eine Sammlung von 8 Märchen mit jeweils einer ironisch-witzigen Moral in Versen am Schluss.
Diese Sammlung bedeutet den Durchbruch einer anschließend sehr erfolgreichen Gattung, der contes de fées.
Etliche Märchenthemen Perraults sind schon bei Basile zu finden, so dass davon ausgegangen werden kann, dass ihm das Pentamerone bekannt war.

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