Gedicht der Woche 15/2010


Ein dickes Brett

Zeitgenossen gibt es viele,
überall, mal schlau, mal dumm.
Treten täglich ihre Mühle,
treten auch auf dir herum.

Haben immer was zu sagen,
gestern, heute, jeder Zeit.
Schwadronieren, haben Fragen,
zetern alles lang und breit.

Du brauchst Ruhe, ja Genesung:
Lass mich doch, lass mich doch gehen!
Labern rum wie bei `ner Lesung,
Du, du sollst es noch verstehn.

Man(n), ich bin heut nicht gut drauf,
habe wirklich keinen Bock!
Doch er hört und hört nicht auf,
merkt er´s nicht? Ich geh am Stock.

Jetzt will er mich überzeugen,
langsam wird die Sache ernst.
Manche Wahrheit kann er beugen
– höre ihn, empfinde Schmerz.

Höflich möcht ich mich entfernen:
Du, ist gut, lass einfach stecken!
Habe Grimm in den Gedärmen,
denk an Kletten, Leim und Zecken.

Dieser Typ will sich entfalten,
dazu braucht er gerade mich.
Scheut sich nicht, das Haar zu spalten.
Kann er machen gern, für sich.

Horch, es tönt ein leises Brummen:
Könnte das sein Handy sein?
Sehe ihn abrupt verstummen,
wär´ das gut, käm´ richtig fein.

Ei, wir könn´ nicht weitermachen;
ich werd dringend da gebraucht!
Gestik, Mimik, ich muss lachen,
wenn der wüsstest, wie er schlauchst!

Zeitgenossen gibt es reichlich,
manche sind auch richtig nett.
Andren ist das Hirn leicht weichlich,
hab´n vorm Kopf ein dickes Brett

Mauritius Mense

AnnaK. Tarot
4 Kelche aus dem Anna K. Tarot
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