April, April – aus der Brauchtumsmappe


Heute kann man in den April geschickt werden, wenn man einen Spaßmacher in seiner Umgebung hat, der sich des netten Brauches noch erinnert. Für die, die nicht wissen, worum es dabei geht, es wird einem eine kleine Lüge erzählt, fällt man darauf herein, wird man ausgelacht,in älteren Zeiten nannte man das, jemanden zum Aprilnarren  machen. Den Ursprung des Brauches kann man nicht mehr wirklich festmachen, es gibt da viele Erklärungen,  am dem Tag wurde Jesus von Pontius zu Pilatius… ; an dem Tag wurde Judas Iskariot (dass ist im Volksbewusstsein der für  dreißig Silberlinge…)  und andere Ereignisse nach Jesu Geburt werden auch noch genannt , selbst das schnell wechselne Wetter dient als Begründung.

Aber ich vermute, das scherzhafte Schwindeln, das Verulken  ist übernommenes, abgeschliffenes Brauchtum aus vorchristlicher Zeit, gehört zu den Frühlingsritualen und der fröhlichen Häme, die im Winteraustreiben steckt. Da die Tage vor Ostersonntag ja alles andere als fröhliche Tage waren, Fastentage, tut es so unsagbar gut, mal scherzen zu können – so meine Interpretation, warum sich der Brauch am 1. April jemanden eine kleine Lüge zu erzählen und ihn dann mit April, April lachend aufzuklären, so lange gehalten hat und hoffentlich noch länger hält.

Ach, übrigens, du hast da einen Fleck – ist aber schon arg abgescherzt, das sollte dann doch etwas Prickelnderes sein.

Vielleicht so: Haste schon jelesen, der alte Kanzler Schröder, der mit die unjefärbte Haare, der nie in Würden erjraut is, der soll der Beifahrer von die Bischöfin gewesen sein, als die die rote Ampel… und haste dit  jelesen, den Westerwelle hat die FDP jefeuert, der soll jetzte Hartz4 beantragt haben.

Es ist zu einem schönen Zeitungsbrauch geworden, am 1. April einen Aprilscherz in Form einer skurilen Mitteilung zu gestalten. Diese fabriziert dann immer eine Menge „Aprilnarren“, wie die Leserbriefe dann zeigen.

Der diesjährige Yahoo-Scherz wird von ihnen gleich durch einen netten Beitrag über den Brauch in den April zu schicken ergänzt:

Weniger Schlaf, besseres Wetter

Donnerstag, 1. April, 13:15 Uhr

Yahoo! Nachrichten

Weil nach der Umstellung auf die Sommerzeit am vergangenen Wochenende der erhoffte Wärmeschub ausblieb, haben Meteorologen eine ungewöhnliche Forderung durchgesetzt. Um den Frühlingsgefühlen auf die Sprünge zu helfen, sollen in der kommenden Nacht die Uhren in Europa nochmal um eine Stunde vorgestellt werden.

Sonnenschein auf Bestellung?

Das ist fast zu schön, um wahr zu sein. Aber am 1. April wird Träumen ja wohl noch erlaubt sein. So unerklärlich wie die Laune des Wettergottes ist im Übrigen auch der Ursprung der launigen Tradition, seine Mitmenschen in den April zu schicken. Seit Urzeiten gilt der 1. April, Todestag des Jesus-Verräters Judas Ischariot und Einzugsdatum des Teufels in die Hölle, als Unglückstag, dem mit Humor der Schrecken genommen werden soll.

Besonders beliebt ist die planmäßige Neckerei in Großbritannien. Einer der berühmtesten Aprilscherze der jüngeren Vergangenheit ist ein BBC-Beitrag aus dem Jahr 1957. Die Reporter verkündeten einen sensationellen Durchbruch bei der Spaghetti-Zucht und zeigten emsige Schweizer bei der angeblichen Nudel-Ernte.

Gar nicht schmecken dürften Internet-Nutzern die diesjährigen Aprilscherze deutscher Medien. Mit der Meldung, ab Juni werde der Versand von E-Mails kostenpflichtig und der geplanten Abschaltung des World Wide Web, sorgten Radio- und Fernsehsender für lange Gesichter. In den April geschickt wurden auch Kunden der Supermarktkette Rewe. Sie kündigte an, ihre «Ja!»-Produkte umzubenennen in «Nö!».

Mehr über diesen Frühlingsbrauch findet man  hier

3 Kommentare zu „April, April – aus der Brauchtumsmappe

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