spannende Suchbegriffe …


Manchmal bekomme ich interessante Suchbegriffe zu sehen die auf meinen Blog führten.
Meine Autorenkollegin Patricia Koelle reagiert oft auf solche Suchbegriffe auf ihrem Blog, nimmt diese als Anregung und schreibt ein (gutes) Gedicht.  Heute fand ich hier den Suchbegriff:

okkulte weihnachtsgedichte

Zwar beschäftige ich mich neben den Märchen mit Geschichte, Religionen, Mythen, Bräuchen, Ritualen, Aberglauben und esoterischen Lehren, aber auch mir würde es schwer fallen, das Okkulte und Weihnachten unter einen Hut, bzw. in einen Vers zu bringen, wenn man davon ausgeht, dass mit okkult nicht das verschlossene Weihnachtszimmer gemeint ist.
Aber wie ich das hier so niederschreibe, beginne ich zu sinnieren, Gedankenfetzen, die es vielleicht Wert sind, weitergedacht –ausgedacht zu werden.

Was ist Okkultismus, warum passt es nicht auf Weihnachten?

Weil es ein Begriff einer esoterischen Strömung ist und sich das, was nach Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim mit  Okkulte Wissenschaften bezeichnet wird, mit der Zeit überlebt hat und zu Bereichen der Naturwissenschaften spezialisierte, die mit ihrer Herkunft aus Astronomie und Alchemie nur noch schwer  in Verbindung zu bringen sind?

So gesehen wäre ein Gedicht okkult, das die Stunden der Erkenntnis der drei Magier – ähh – Könige – beinhaltet, die dem Stern folgen. Ist also gar nicht so abwegig, ein okkultes Weihnachtsgedicht.
Mal sehen, vielleicht finde ich über die Feiertage Zeit genug und Lust darauf, es Patricia gleich zu machen, den Suchbegriff zu nutzen und  und das Okkulte und Weihnachten in Verse miteinander zu schmieden,
wenn ich mir erstmal einen Reim drauf gemacht habe – letzteres ganz unverbindlich nur so dahergeschrieben.

23. Türchen


Erwartung der Weihnacht

Otto Ernst (1862-1926)

Noch eine Nacht und aus den Lüften
herniederströmt das goldne Licht
der wundersamen Weihnachtsfreude,
verklärend jedes Ungesicht.

Und wieder klingt die alte Sage,
wie einst die Lieb geboren ward,
die unbegrenzte Menschenliebe
in einem Kindlein hold und zart.

Nun zieht ein süß erschauernd Ahnen
durch Höhn und Tiefen, Flur und Feld.
Nun deckt geheimnisvoll ein Schleier
des trauten Heimes kleine Welt.

Dahinter strahlts und lachts und flimmerts
und ist der süßen Rätsel voll,
durch alle Räume weht ein Odem
der Freude, die da kommen soll.

Und draußen nicken Bäum und Büsche
So leis in winterklarer Luft.
Die Kunde kommt, dass neues Leben
sich wieder regt in tiefer Gruft.

Es knarrt die Eiche vor dem Fenster,
sie träumt von langer Zeiten Lauf,
da steigt wohl auch ein froh Erinnern
in ihre Krone still hinauf.

O weilt, ihr jugendschönen Stunden,
verweile du, der Hoffnung Glück!
Vermöcht ichs nur mit allen Kräften
der Seele hielt ich dich zurück.

Ihr süßen Träume des Erwartens,
der Wunder und Gedicht voll,
ihr seid noch schöner als der Jubel,
die Freude, die da kommen soll.

22. Türchen


Weihnachten und Schnee … gehört in unserem Denken irgendwie zusammen. Dabei ist es gar nicht so selbstverständlich, dass Weihnachten Schnee liegt, nicht wahr? Deshalb sollte man sich stimmungsmäßig nicht von weißer Pracht abhängig machen, den Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude.

„Vorfreude“ heißt auch das Gedicht von Nils Pickert hier

 

 

 

21. Türchen


Lustloser Weihnachtsmann
© Bettina Buske

Der Weihnachtsmann hat keine Lust
sich mit Geschenken abzuplagen.
In ihm entwickelte sich Frust,
sind Jahr für Jahr dieselben Gaben,
sind Jahr für Jahr dieselben Schleifen
und Packpapier – immer dasselbe,
mit Sternen und mit Silberstreifen
und funkelnd Kerzen, ganz goldgelbe.
Wie gern würde er mal verstecken
in bunten Nestern seine Gaben.
Als Ostermann sich dann ausstrecken,
der Andre kann als Weihnachtshase
im roten Zeug die Eier bringen.
Der Weihnachtsmann greift seine Nase,
er kann nicht glauben ans Gelingen,
er denkt, dass so ein kleiner Hase
kann Weihnachtseier doch nicht bringen
im großen Sack –
und wie eine Blase platzt die Idee.
Doch dann fällt ihm ein:
Pfingstochsen solls ja auch noch geben!
Da ist schönes Wetter,
das wäre ein Leben…