erzählt für die Woche 47/2009


Erschossen wie Robert Blum…


Diese Redewendung hört man noch heute, aber kaum jemanden ist bewußt, wer dieser Robert Blum eigentlich war. Hier Daten aus seiner Biografie:

Robert Blum wurde am 10. November 1807 in Köln als Sohn eines Böttchers geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, denn sein Vater musste aus gesundheitlichen Gründen  sein Handwerk aufgeben.
Robert Blum konnte unentgeltlich die Jesuitenschule besuchen und kam danach bei verschiedenen Handwerksmeistern in die Lehre,bei erst bei einem Goldschmied, dann bei Gürtlern.
Er ging dann auf Wanderschaft und arbeitete in einer Straßenlaternenfabrik , dann wurde er in Köln Theaterdiener bei dem Schauspieldirektor Ringelhardt.
1830 übernahm Ringelhardt das Stadttheater in Leipzig und Blum begleitete ihn, wurde Theatersekretär, Bibilothekar und Kassenassistent.
1846 war er der erste Kassierer des Leipziger Stadttheaters. In diesem Jahr eröffnete er unter dem Namen Robert Blum & Co. eine Buchhandlung in Leipzig.

Inzwischen hatte er sich als politischer Schriftsteller schon einen Namen gemacht und trat als Redner auf politisch-liberalen Demonstrationen auf.
Als Gründer des Vaterlandsvereins, der auch in Zwickau eine Ortsgruppe besaß, zog er die Aufmerksamkeit der Zwickauer auf sich,  der Redner und Publizist Robert Blum wurde als Führer der liberalen Opposition in Sachsen angesehen.

Für den 19. März 1848 wurde Blum nach Zwickau gerufen. . um ihm das  Ehrenbürgerrecht zu verleihen.Bürgermeister Meyer und Stadtrat Breithaupt begrüßten Blum bei seiner Ankunft auf dem Bahnhof und überreichten ihm die Ernennung zum Ehrenbürger. Der Wortlaut des Diploms lautete:
„Dem Mann des Volkes, dem mutigen, unerschütterlichen Vorkämpfer kirchlicher und politischer Freiheit, den Erhalter der Ruhe in kummervoller Zeit, Robert Blum zu Leipzig, ernannten und ernennen Rat und Stadtverordnete von Zwickau kraft dieses zum Ehrenbürger ihrer Stadt. Zwickau, den 18. März 1848.“

Tausende Menschen aus Zwickau, Crimmitschau, Werdau, Glauchau, Lichtenstein und Waldenburg versammelten sich auf dem Kornmarkt, um Robert Blum reden zu hören. Damit ihn auch alle sehen konnten, stieg er ins erste Stockwerk und sprach dort vom Fenster aus „zu den Männern der Arbeit, den Männern mit und ohne Waffen“.
Er beendete seine Rede mit Grüßen des „Bienenvaters“ Karl Ernst Richter an seine Freunde in seinem lieben Zwickau, die dieser ihm brieflich aufgetragen hatte.

Robert Blum wurde auf dieser Versammlung als Abgeordneter Zwickaus in das Frankfurter Vorparlament gewählt. Er wurde zum Führer der Linken der Frankfurter Nationalversammlung. Am gleichen Abend sprach er noch einmal vor einer großen Menschenmenge im Saal des Gewandhauses.

Am 6. Oktober 1848 brach in Wien ein Volksaufstand aus, an dem sich Robert Blum beteiligt. Nach der Niederschlagung des Aufstandes wurde Robert Blum am 4. November verhaftet und von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt, trotz seiner Immunität als Abgeordneter. Am 9. November 1848 wurde er standesrechtlich erschossen. Seine letzten Worte waren:
„Ich sterbe für die deutsche Freiheit, für die ich gekämpft, möge das Vaterland meiner eingedenk sein.“

Die Nachricht von seiner Hinrichtung löste auch in Zwickau eine Welle der Empörung aus. In einer gemeinsamen Sitzung des Stadtrates und der Stadtverordneten wurde am 16. November beschlossen, ein Beileidsschreiben an die Witwe zu senden sowie für sie und ihre Kinder eine Spendenaktion durchzuführen und einen Beitrag aus der Stadtkasse zu gewähren. Stadtrat Breithaupt ließ dazu am 21. November im Zwickauer Wochenblatt einen Aufruf veröffentlichen. Am 27. Februar 1849 konnte der bei der Leipziger Bank ins Leben gerufenen Blumstiftung 22 Reichtaler und 6 Neugroschen überwiesen werden.

Die Totenfeier für Robert Blum fand am3. Dezember 1848 statt.
Unter Glockengeläut formierte sich ein großer Trauerzug vom Kornmarkt in die Marienkirche. Im Bewußtsein der Menschen ist er als Märtyrer für freiheitlich-demokratische Verhältnisse geblieben. Leider habe ich bisher nicht viel von seinem schriftstellerischem Schaffen gefunden…

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2 Kommentare zu „erzählt für die Woche 47/2009

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