Riesenspektakel in Berlin versus Mauerstücke


Am 4.10.2009 um 18 Uhr

2 Stundenprogramm Lesung aus der Anthologie
Mauerstücke-Erinnerungsgeschichten

Mit der Rezi-Tante
– betont mit Musikstücken der Zeit
– bebildert mit Fotos der Zeit

geht leider nicht, weil der Beamer anderweiltig benötigt wird

Bühne
Brotfabrik Prenzlauer Prommenade
Kunst- & Kulturzentrum Brotfabrik
Caligariplatz
13086 Berlin

Tel: 030 / 4714001 oder 471 4002
Fax: 030 / 473 37 77
eMail: info [at] brotfabrik-berlin.dePlauer Prommenade
Kunst- & Kulturzentrum Brotfabrik

Tja, Pech gehabt, meine letzte Lesung war nicht gut besucht, sogar ausgesprochen schlecht, zwei Zuhörerinnen hatte ich.

Aber wenn die Frauen sich schon die Mühe gemacht haben zu kommen, ich ja auch, und der nette Techniker den Saal so herrichtete, wie es genehm war, kann ich nicht anders, dann muss ich lesen…
Gut, geplant war mehr als das was ich dann geboten hatte, eigentlich sollten die Geschichten noch mit charakteristischen Liedern untermalt werden, Lieder, die für sich schon eine Fassette der Zeit zeigen und evtl. aufgekommende Ostalgie junger Leute nicht überborden  lassen, wie das Kampfgruppenlied oder das Parteilied.
Aber all das kostet Zeit und bevor sich die beiden Frauen gruseln und weglaufen…
Die Geschichten haben sie jedenfalls unterhalten und angeregt noch über eigene Erfahrungen zu sprechen- eine schöne Bestätigung, dass das Buch seinen Zweck erfüllt.

Nur, gegen was habe ich da konkuriert, was ist die Ursache, dass die auch in der Tagespresse ausgeschriebene Veranstaltung so schlecht besucht wurde?

Der Senat von Berlin feierte die Wiedervereinigung mit riesigen Marionetten. Technisch ein wirklich sehenswertes Spektakel. Die Marionetten sollen als Symbol für das wiedervereinigte Land, bzw. wiedervereinigte Berlin stehen.
Eine riesige und eine große Marionette, die durch die Innenstadt tourten und sich irgendwann trafen, wobei die Kleinere der Großen auf dem Schoß gesetzt wurde. Inhalt naja, nicht so viel, aber die Ausführung ist natürlich beachtlich.
Haben die Berliner mal wirklich große Puppen gesehen, ist schon was.
AP Charles Yunck Charles Yunck ddp AFP ddp AFP dpa dpa dpa ddp Charles Yunck Charles Yunck Charles Yunck Charles Yunck Charles Yunck Charles Yunck Charles Yunck Charles Yunck Charles Yunck ddp ddp ddp ddp ddp dpa Dom/ArtComArt PROMO Pascal Victor/ArtComArt PROMO Dom/ArtComArt PROMO Pascal Victor/ArtComArt PROMO Pascal Victor/ArtComArt PROMO PROMO PROMO Pascal Victor/ArtComArt PROMO Pascal Victor/ArtComArt PROMO Dom/ArtComArt PROMO Thomas Aurin PROMO Pascal Victor/ArtComArt PROMO

Die ganze Stadt wurde zur Bühne: Die kleine Riesin stapfte am Freitag ab zehn Uhr durch die City. Es wurde ein Riesen-Spektakel. Tausende Berliner und Menschen aus aller Welt schauten begeistert zu – trotz Regen. Die B.Z. berichtete live vom Mega-Schauspiel. Lesen Sie hier, wie der Tag verlief.

9.55 Uhr: Rund 500 Menschen haben sich trotz schlechten Wetters vor dem Roten Rathaus versammelt. Nebelschwaden steigen auf. Die kleine Riesin (7,50 Meter, 800 kg) sitzt auf einem Sockel und schläft noch. Doch die Ruhe hat bald ein Ende. In wenigen Minuten geht das Puppenspiel los

10.10 Uhr: Die „Liliputaner“ (die Helfer der kleinen Riesin) postieren sich auf den Kran. Die 22 Männer werden die große Marionette in Bewegung halten. Die Riesin schlägt die Augen auf und richtet sich auf.

10.15 Uhr: Erstmal eine kleine Dusche. Die kleine Riesin muss ja schließlich sauber sein, wenn sie gleich den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit treffen wird.

10.22 Uhr: Eine knallgelbe Regenjacke wird der Riesin angezogen. Sogar einen passenden Hut bekommt sie. Jetzt ist die Marionette für den Berlin-Spaziergang bestens vorbereitet.

10.26 Uhr: Eine Sache fehlte noch: Strümpfe und Schuhe! Die „Liliputaner“ legen sich ins Zeug, um die Riesin startklar zu machen.

10.30 Uhr: Geburtstags-Kind Klaus Wowereit erscheint auf dem Balkon. Die Riesin geht in seine Richtung, blickt zu ihm auf und winkt. Die „Liliputaner“ überreichen Wowereit ein Geschenk der Riesin. Es ist ein Porträt ihres Onkels, des großen Riesen. Der Regierende eröffnet offiziell die Feierlichkeiten zum 20. Jubiläum des Mauerfalls.

10.35 Uhr: Die kleine Riesin macht ihre ersten Schritte und startet die Tour.

10.42 Uhr: Die Marionette besteigt ein Boot. Damit wird die Riesin das Rote Rathaus umrunden. Ein riesiger Lastzug ist für den Transport nötig. Inzwischen sind Tausende von Menschen gekommen, um dem Treiben zuzuschauen.

11.05 Uhr: Die Schiffsrunde ist zu Ende. Jetzt geht die kleine Riesin von Bord. Ein Spaziergang zu Fuß ist angesagt. Die Puppe wird noch mal eine Ehrenrunde um das Rathaus drehen. Mit mächtigen Schritten setzt sie sich in Bewegung. Die „Liliputaner“ haben alle Hände voll zu tun, um die Marionette zu mobilisieren.

11.30 Uhr: Mit 2,5 km pro Stunde schreitet die kleine Riesin in Richtung Bebelplatz. Dort wird sie sich zwischen 13.00 und 15.00 Uhr in einem Liegestuhl ausruhen.

11.37 Uhr: Immer wieder bleibt die kleine Riesin stehen, um bestaunt zu werden. Viele Schulklassen (es gab schulfrei wegen des Events) sind vor Ort. Die Kinder sind vom Schauspiel begeistert. Die Marionette hat mittlerweile ihre Regenjacke und den Hut abgelegt. In grünem Kleidchen winkt sie den Zuschauern zu.
12.18 Uhr: Die kleine Riesin ist auf dem Bebelplatz angekommen. Immer mehr Menschen strömen ihr zu und sind vom Schauspiel begeistert. Hier wird sich das Riesen-Mädchen über Mittag ausruhen. Die Zuschauer werden dann Zeit haben, sie aus der Nähe zu bewundern.

12.22 Uhr: Der Liegestuhl steht bereit. Die kleine Riesin hat Platz genommen. Jetzt ist Entspannung angesagt!
13.04 Uhr: Das Riesen-Mädchen hält ein Nickerchen. Ihre Brust bewegt sich auf und ab beim Atmen. Zwischendurch macht sie den Mund auf, um nach Luft zu schnappen. Alles in allem scheint es ihr gut zu gehen. Nach dem anstregenden Spaziergang genießt die kleine Riesin jetzt ihre Ruhepause. Um 15.00 Uhr muss sie dann weitermarschieren.
14.57 Uhr: Die kleine Riesin schläft noch, aber gleich müsste sie aufwachen. Dann geht es zu Fuß zum Gendarmenmarkt, wo sie erneut in ihr Boot steigen wird.
15.05 Uhr: Die „Liliputaner“ gehen in Stellung. Jeder der 22 Männer hat seinen festen Platz. Nur im Kollektiv schaffen sie es, die gigantische Puppe zu mobilisieren.
15.07 Uhr: Die Augenlider gehen langsam hoch. Die Riesin schaut sich schlaftrunken um. Die Menge jubelt.
15.09 Uhr: Mit festen Schritten schreitet das Riesen-Mädchen vom Bebelplatz weg.
15.12 Uhr: Die kleine Riesin bewegt sich in einem Meer von Zuschauern Richtung Gendarmenmarkt. Tausende halten die Kameras hoch und wollen ein Foto von der Marionette erhaschen.
16.03 Uhr: Die kleine Riesin ist am Gendarmenmarkt angekommen. Soweit das Auge reicht sieht man nur Menschenmassen. Leuchtende Augen überall – und nicht nur bei den Kindern. Die Knirpse sind aber ganz besonders von der Riesin begeistert. Sie dürfen nämlich an ihren Armen schaukeln. Nur vereinzelt sorgt das Riesen-Mädchen für Schrecksekunden – dann wenn ihre schiere Größe die Kinder einschüchtert.
In Kürze geht es ins Boot, mit dem die Riesin dann den Pracht-Boulevard Unter den Linden bereisen wird.
16.17 Uhr: In der Friedrichstraße geht es mit einem Tret-Roller weiter. Eine passende Fliegermütze mit Brille hat sie jetzt ebenfalls auf.
16.37 Uhr:
Das Riesen-Mädchen besteigt ihr Boot. Jetzt geht es auf dem Wasserweg in Richtung Lustgarten. Die kleine Riesin hat jetzt auch ihren gelben Ostfriesen-Pelz wieder an. Den Zuschauern ist der Regen mittlerlerweile egal. Sie freuen sich, einem so einzigartigen Schauspiel beizuwohnen.
16.54 Uhr:
Die Berliner gehen mit der kleinen Riesin auf die Reise. In der Französischen Straße wimmelt es nur noch von Zuschauen. Alle Blicke sind auf die gelbe Riesen-Marionette gerichtet, die in ihrem Boot sitzt.
17.26 Uhr:
In der Mohrenstraße gibt es noch etwas Kleines zur Stärkung: Die kleine Riesin bekommt einen roten Lutscher. Genüsslich leckt sie diesen vor der jubelnden Menge.
17.54 Uhr:
Endlich am Ziel angekommen. Das Riesen-Mädchen hat den Lustgarten erreicht. Hier wartet der ersehnte Liegestuhl auf sie. Darin wird sie die Nacht verbringen. Die gelbe Regenjacke wird ihr ausgezogen. Sie setzt sich hin. Eine schöne braune Decke wird sie über Nacht wärmen. Darunter wird die kleine Riesin sicher und warm schlafen können. Zusätzlich haben die Helfer noch zwei Feuer an ihrer Seite angezündet. Morgen ist ein besonderer Tag für das Riesen-Mädchen, denn das Treffen mit ihrem Onkel steht bevor.

Bleibt mir nur zu hoffen, dass ohne die  Royal-de-Luxe-Riesen in Berlin die Mauerstücke-Erinnerungsgeschichtenlesungen mehr Zuhörer bekommen, die Geschichten sind es allemal wert. Der nächste Lesetermin ist übrigens am 27.10. 2009

und wer gern gekommen wäre, aber irgendwie nicht kann, man kann das Buch auch kaufen, ein klick die Abbildung reicht dafür

Das Buch kann durch klick aufs Bild bei Amazon bestellt werden

Mauerstücke-Erinnerungsgeschichten

Ein Kommentar zu „Riesenspektakel in Berlin versus Mauerstücke

  1. Ach, das kommt mir doch irgendwie so sehr bekannt vor! Am vergangenen Montag war in einem netten kleinen Lokal in meiner Nachbarschaft, dessen Wirt ein sehr offenes Herz für Kunstschaffende aller Art hat, meine allererste Lesung aus meinem Buch „Die Spanschachtel“ angesetzt. Drei Wochen zuvor hatten wir bereits begonnen, im Internet, auf seiner Website und meinem Blog, dieses Ereignis zu bewerben. Aber, ach, das Schicksal war mir nicht gnädig gestimmt, dies war der sogenannte „Nach-der-Wiesn-Montag“ – und da setzt wohl ganz München abends keinen Fuß vor die Tür. Ich hatte inklusive Wirt fünf Zuhörer/innen. Hab mir aber Mühe gegeben, das Beste daraus zu machen.
    http://freidenkerin.com/2009/10/06/meine-erste-lesung/
    Liebe Grüße! Wünsche dir alles erdenklich Gute!

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