Gedicht der Woche 37/2009


Friedrich Rückert

1788 – 1866

Roland, der Ries‘

(1848)

Roland, der Ries‘,
am Rathaus zu Bremen
Steht er im Standbild
Standhaft und wacht.

Roland, der Ries‘,
am Rathaus zu Bremen,
Kämpfer einst Kaiser
Karls in der Schlacht.

Roland, der Ries‘,
am Rathaus zu Bremen,
Männlich die Mark einst
Hütend mit Macht.

Roland, der Ries‘,
am Rathaus zu Bremen;
Wollten ihm Welsche
Nehmen die Wacht.

Roland, der Ries‘,
am Rathaus zu Bremen;
Wollten ihn Welsche
Werfen in Nacht.

Roland, der Ries‘,
am Rathaus zu Bremen
Lehnet an langer
Lanz‘ er und lacht.

Roland, der Ries‘,
am Rathaus zu Bremen;
Ende ward welschem
Wesen gemacht.

Roland, der Ries‘,
am Rathaus zu Bremen,
Wieder wie weiland
Wacht er und wacht!

bremer_roland

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Ein Kommentar zu „Gedicht der Woche 37/2009

  1. Ich habe ein gewisses Faible für Rückert, bekenne ich gerne.Wer öfter in diese Rubrik schaut, wird es wohl schon bemerkt haben.
    Bei dem Gedicht hier nimmt er das ganze teutsch-germanischen Brimborium, das in seiner Zeit gepflegt wurde, Stab für Stab auf die Schippe.
    Und viele merken es nicht einmal…

    Ich muss zugeben, ich liebe Stäbe und suche auch ab und an nach Möglichkeiten, ein paar unterzubringen, ohne pathetisch zu werden. Nicht einfach das.

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