Jahreskongress der europäischen Märchengesellschaft


Jahreskongress der Europäischen Märchengesellschaft e.V.

23. – 27. September 2009 „Außenseiter im Märchen“

Die Europäische Märchengesellschaft e.V. vereinigt Erzähler/innen, Wissenschaftlern/innen, Künstlern/innen und interessierte Laien. Sie erforscht, pflegt und verbreitet das europäische Märchengut, informiert mit Kongressen, Tagungen, Seminaren, Lese- und Erzählveranstaltungen und bildet Erzähler/innen aus.

Beim diesjährigen Thema fragen wir:

Wie gehen die Märchen mit Außenseitern um, die sich entweder selbst ausgrenzen (etwa alte weise Frauen und Männer) oder von der Gemeinschaft ausgegrenzt werden (etwa Bettler, Dumme, körperlich Behinderte oder Absonderliche, Aschenputtel oder Opfer von Verwünschung oder Verzauberung)? Haben sie teil am sprichwörtlichen glücklichen Ende? Welches Licht fällt von den Märchen auf die heutige Minderheitenproblematik?

Alle Interessierten sind zu den Veranstaltungen herzlich eingeladen. Zentraler Veranstaltungsort ist das Stadttheater. Es gibt ein separates, ausführliches Programm.

Lassen Sie sich an den Kongresstagen von den Märchen bezaubern und öffnen Sie sich ihren Botschaften zu zentralen Lebensfragen!

Auf folgende Veranstaltungen weisen wir schon jetzt hin:

Mittwoch, 23. September 2009

* 14 Uhr: Die Märchenkarawane zieht durch die Lange Straße (Bernhardbrunnen – Rathaus). An bestimmten Haltepunkten werden Märchen erzählt. Kostümierte Schulkinder begleiten die Karawane.

* 20 Uhr: Die Lichtpromenade Lippstadt als Weg der Märchen und Mythen (Dirk Raulf, Sprecherin Marion Mainka), Märchenerzählen zum Thema zweier Lichtkunstwerke.

Ort: Stadttheater Lippstadt, Eintritt: 8,- €. Anschließend „Spaziergang zur guten Nacht“

Donnerstag, 24. September 2009

* 9 – 12.30 Uhr: Einstimmung durch Schülerinnen und Schüler Lippstädter Gymnasien, Voträge im Stadttheater Lippstadt, Eintritt pro Vormittag: 10,- €

* 16 – 18 Uhr: Arbeitsgemeinschaften (sofern noch freie Plätze), Listen im Kongressbüro Mikolaischule bzw. Ostendorf Gymnasium, Eintritt pro Arbeitsgemeinschaft 8,- €

* 19.15 – 19.45 Uhr: Meditative Orgelmusik mit Harduin Boeven in der Nikolaikirche, Eintritt frei

* 20.15 Uhr: Märchenerzählen für Erwachsene, Ort: Forum des Ostendorf Gymnasiums und in der Thomas-Valentin-Stadtbücherei, Eintritt: 3,- €.

Freitag, 25. September 2009

* 9 – 12.30 Uhr: Vormittagsveranstaltung wie am Donnerstag, 24. September

* 16 – 18 Uhr: Arbeitsgemeinschaften wie am Donnerstag, 24. September

* 20 Uhr: Premiere der Theaterinszenierung von Dagmar C. Weinert mit sensibel eingewobenen tänzerischen, musikalischen und filmischen Elementen zum Grimmschen Märchen „Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein“.

Ort: Stadttheater Lippstadt, Eintritt 10,- €, ermäßigt 6,- €.

Samstag, 26. September 2009

* 9 – 12.30 Uhr: Vormittagsveranstaltung wie am Donnerstag, 24. September

* 16 Uhr: Katharina Randel: „In Teufels Küche“, Ein Märchenspiel mit Puppen zum Grimmschen Märchen „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“

Ort: Thomas-Valentin-Stadtbücherei, Eintritt: Erwachsene 5,- €, Kinder 3,- €.

Von Mittwoch bis Samstag: Märchenerzählen für Groß und Klein in der Jurte der Pfadfinder zwischen Stadttheater und Ostendorf-Gymnasium, Eintritt frei.

Gedicht der Woche 33/2009


Hermann von Lingg

Das Krokodil

Im heil’gen Teich zu Singapur,
Da liegt ein altes Krokodil
Von äußerst grämlicher Natur
Und kaut an einem Lotosstiel.
Es ist ganz alt und völlig blind,
Und wenn es einmal friert des Nachts,
So weint es wie ein kleines Kind,
Doch wenn ein schöner Tag ist, lacht’s.

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Erzählung der Woche 33/2009


27.
Der Tod und der Gänshirt.

Es ging ein armer Hirt an dem Ufer eines großen und ungestümen Wassers, hütend einen Haufen weißer Gänse. Zu diesem kam der Tod über Wasser, und wurde von dem Hirten gefragt, wo er herkomme, und wo er hin wolle? Der Tod antwortete, daß er aus dem Wasser komme und aus der Welt wolle. Der arme Gänshirt fragte ferners: wie man doch aus der Welt kommen könne? Der Tod sagte, daß man über das Wasser in die neue Welt müsse, welche jenseits gelegen. Der Hirt sagte, daß er dieses Lebens müde, und bate den Tod, er sollte ihn mit über nehmen. Der Tod sagte, daß es noch nicht Zeit, und hätte er jetzt  sonst zu verrichten. Es war aber unferne davon ein Geizhals, der trachtete bei Nachts auf seinem Lager, wie er doch mehr Geld und Gut zusammenbringen mögte, den führte der Tod zu dem großen Wasser und stieß ihn hinein. Weil er aber nicht schwimmen konnte, ist er zu Grunde gesunken, bevor er an das Ufer kommen. Seine Hunde und Katzen, so ihm nachgelaufen, sind auch mit ihm ersoffen. Etliche Tage hernach kam der Tod auch zu dem Gänshirten, fand ihn fröhlich singen und sprach zu ihm: „willst du nun mit?“ Er war willig und kam mit seinen weißen Gänsen wohl hinüber, welche alle in weiße Schafe verwandelt worden. Der Gänshirt betrachtete das schöne Land und hörte, daß die Hirten der Orten zu Königen würden, und indem er sich recht umsahe, kamen ihm die Erzhirten Abraham, Isaac und Jacob entgegen, setzten ihm eine königliche Krone auf, und führten ihn in der Hirten Schloß, allda er noch zu finden.

Der Tod und der Gänshirt war nur in der ersten Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen enthalten.
Es stammt aus Georg Philipp Harsdörffers Sammlung Der grosse Schau-Platz jämmerlicher Mord-Geschichten.

 

Impressionen aus Naumburg – Teil 2


Teil 1

Alles habe ich nicht gesehen an diesem Tage in Naumburg, aber was ich sah, hat mich beeindruckt. Mir schien, als ob der Dom mit seiner Schönheit die Bürger beeinflusste, auch die eigenen Häuser schön zu gestalten mit den Mitteln, die ihnen gegeben sind.

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