Gedicht der Woche 11/2009


Rilke, Rainer Maria
(1875 – 1926)

Vorfrühling

winterlinge

Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
An der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,
Greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigen’s.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.

Schneegloeck

2 Kommentare zu „Gedicht der Woche 11/2009

  1. Ja, bei der Produktivität des Mannes ist das auch kein Wunder! Hätte ich hier nicht den Ehrgeiz, schönes Unbekanntes vorzustellen, wäre ich bestimmt auch bei bekannteren Gedichten von ihm hängengeblieben. Rilke ist schon groß,riesengroß, stelle ich immer wieder fest. Ist auch nicht das erste Gedicht von ihm, dass ich hier eingestellt habe, trotz meines Vorhaben, den guten, nicht so bekannten Gedichten eine Stimme zu geben. Aber gibt eben auch bei den ganz großen Meistern das eine oder andere Kleinod noch zu entdecken.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s